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Der Einfluss von Volksschule und Kindergarten auf den Bildungsprozess des Kindes: Schulfähigkeit und Vorläuferfertigkeiten am Beispiel Mathematik - Sabine Schinnerl

Der Einfluss von Volksschule und Kindergarten auf den Bildungsprozess des Kindes: Schulfähigkeit und Vorläuferfertigkeiten am Beispiel Mathematik

Buch | Softcover
84 Seiten
2014
Diplomica Verlag
978-3-95850-595-7 (ISBN)
CHF 55,95 inkl. MwSt
Die Intention dieser Arbeit ist zum einen zu definieren, was Schulfähigkeit und Schulreife heißen, und zum anderen zu erörtern, wie sich diese Begriffe in den letzten Jahren gewandelt haben.
Des Weiteren soll aufgezeigt werden, wie Kinder schulfähig werden. Nach einem kurzen geschichtlichen Exkurs zu Entstehung und Wandel von Volksschule und Kindergarten in Österreich werden die beiden Institutionen auf ihr Bildungsziel beziehungsweise ihren Bildungsrahmenplan hin beleuchtet.
Es wird erläutert, worin sich die Institutionen unterscheiden und wo Gemeinsamkeiten zu finden sind. Im weiteren Verlauf wird evaluiert, dass Eltern und soziales Umfeld eine entscheidende, richtungsweisende Rolle im Bildungsprozess des Kindes haben und zu einem guten Start der Bildungslaufbahn ihres Kindes beitragen können und müssen.
Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die mathematischen Vorläuferfertigkeiten. Es soll herausgearbeitet werden, um welche entscheidenden Fertigkeiten es sich dabei handelt und welche Möglichkeiten der frühen Förderung es gibt - sowohl im Kindergarten als auch zuhause. Weiterhin soll dezidiert auf das möglicherweise richtungsweisende Fehlen bzw. Vorhandensein dieser Vorläuferfertigkeiten hingewiesen werden.
Im praktischen Teil der Arbeit wird die Zusammenarbeit einer österreichischen Volksschule mit dem örtlichen Kindergarten beschrieben.
Den Abschluss der Arbeit bilden eine Zusammenfassung und in weiterer Folge Schlussfolgerungen für die Kooperation der Volksschule mit dem Kindergarten und einer bestmöglichen Gestaltung der Übergangsphase für alle beteiligten Personen.

Textprobe:
Kapitel 5.3, Wie können die mathematischen Vorläuferfertigkeiten gefördert werden:
Was Eltern leisten können und müssen:
Die Frage ist, worauf es in der mathematischen Frühförderung ankommt. Die Ausrichtung einer sinnvollen Frühförderung lässt sich wie folgt skizzieren: Kinder sollen im weitesten Sinne mathematische Handlungserfahrungen in alltagsrelevanten Situationen machen. Je nach Bedarf und Interesse werden dabei Annäherungen an die mathematische Fachsprache bzw. Aufgaben stattfinden, die natürlich auch vertieft werden können. Kinder sollen aber nicht genötigt werden, Fachsprache zu üben, die sie nicht auch mit Handlungserfahrungen verknüpfen können (vgl. Jansen, 2011, S. 35).
Die beschriebenen Handlungserfahrungen (wie z.B. Schuhbänder binden, Menschärgere-dich-nicht spielen, Einkaufen gehen usw.) lassen sich nur schwer in der Schule machen, geschweige denn nachholen. Es ist die notwendige Einzelbetreuung nicht möglich, außerdem ergibt sich der Sinnzusammenhang nur in einer konkreten Situation. In der Förderung der mathematischen Vorläuferfertigkeiten sind also ganz stark die Eltern gefordert. Sie müssen ihrem Kind die notwendigen Erfahrungen ermöglichen und ihm die notwendige Unterstützung geben.
Jansen (Jansen, 2011, S. 35) betont in seinem Artikel, dass die Förderung dieses mathematischen Vorwissens zu einem gelingenden Übergang in die Grundschule beiträgt. Er meint damit mengen- und zahlenbezogenes Vorwissen sowie die Raum- Lage-Beziehungen ( Wir fahren los, wenn der Zeiger auf der 10 steht. Wir bezahlen die Eintrittskarte mit einem 20 Euro Schein. Wir dürfen 1 Stunde bleiben. In den Spind gehört ein Euro. ).
Beim Umziehen, Kleider ordnen, Duschen, Schwimmen usw. sind Reihenfolgen, Muster einzuhalten, die man auch mit speziellem Material fördern kann (Seriation), aber beim Schwimmen macht es mehr Spaß und mehr Sinn. Wie warm das Wasser heute ist, lässt sich am Thermometer ablesen. Wie viel Zeit bleibt uns noch? Können wir noch einmal rutschen? Kinder werden also zu mathematischen Entdeckungen durch Vorbilder angeregt.
Der Alltag steckt laut Jansen so voller Mathematik, dass es genügt, Kinder im Alltag einzubeziehen und sie zu fordern. Er meint damit, wer alles im Überfluss bekommt, braucht nicht sparsam mit Ressourcen umzugehen, braucht nicht darauf zu achten, ob das Rückgeld stimmt, braucht sich nichts einzuteilen, sein Taschengeld nicht zu sparen und braucht sich auch nicht um geschickte Problemlösungen zu bemühen. Wichtig ist, den Kindern schrittweise Verantwortung zu übertragen (vgl. Jansen, 2011, S. 35 - 37).
Ich finde diese Ausführungen sehr interessant und zutreffend, die Eltern werden in die Pflicht genommen und, wie die Ausführungen zeigen, gewisse Aufgaben können nicht gänzlich an Bildungseinrichtungen (weder Kindergarten noch Schule) delegiert werden.
Jansen hat eine Liste zusammengestellt, die, wie er schreibt, den Eltern schon beim ersten Kontakt - also mit der Schuleinschreibung - in die Hand und mit nach Hause gegeben wird. Es werden viele Fähigkeiten angeführt, die ein Kind am Schulanfang kennen bzw. lernen sollte. Die übernommene Liste (Jansen, 2011, S. 36) wird im Anhang beigefügt.
Was der Kindergarten leisten kann und muss:
Aufgabe des Kindergartens ist es im Bereich der Vorläuferfertigkeiten den natürlichen Lernwillen der Kinder gezielt zu fördern, um nachfolgenden Bildungsprozessen den Boden zu bereiten. Gefördert werden sollen die kognitiven Fähigkeiten, die wie bereits ausführlich dargestellt, selbstverständlich auch die Entwicklung mathematischer Kompetenzen betreffen.
Lorenz (vgl. Lorenz, 2012, S. 109) schreibt, dass Kinder durch Ausprobieren, Experimentieren, Versuche, neue Hypothesen und Veränderung ihres Wissens lernen. Als beste Vorbeugung gegen spätere Lernschwierigkeiten nennt er das Bereitstellen vielfältiger anregender Situationen, in denen die Kinder mit ihren Freunden Neues entdecken können und in den

Sprache deutsch
Maße 155 x 220 mm
Gewicht 149 g
Themenwelt Sozialwissenschaften Pädagogik Vorschulpädagogik
Schlagworte Kindergarten • Kooperation • Schulfähigkeit / Schulreife • Schulfähigkeit / Schulreife • Schulreife • Volksschule
ISBN-10 3-95850-595-3 / 3958505953
ISBN-13 978-3-95850-595-7 / 9783958505957
Zustand Neuware
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