Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de
Inklusion und Schulentwicklung: Grundlagen, Umsetzungsvorschläge und Denkanstöße - Stephanie Licht

Inklusion und Schulentwicklung: Grundlagen, Umsetzungsvorschläge und Denkanstöße

(Autor)

Buch | Softcover
36 Seiten
2014
Bachelor + Master Publishing (Verlag)
978-3-95820-032-6 (ISBN)
CHF 20,95 inkl. MwSt
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich im Anschluss an eine Auseinandersetzung mit wichtigen Grundlagen und Begriffen zum Thema Inklusion hauptsächlich mit einem Blick in die Zukunft. Es wird ein besonderes Augenmerk auf die Weiterentwicklungsmöglichkeiten des Systems Schule gelegt. Die Arbeit wurde genutzt, um Fragen zu stellen, Visionen zu denken und Anstöße zu geben: Wie muss sich das System Schule weiterentwickeln, damit es Inklusion ermöglichen kann? Welche Veränderungen könnten bewirken, dass mehr Schüler, die bisher an Sonderschulen oder Förderzentren unterrichtet wurden, auf der allgemeinen Schule bleiben können? Welche konkreten Umsetzungsvorschläge und Manuals zur Schaffung einer inklusiven Schule gibt es bereits und wo liegen deren Möglichkeiten und Grenzen? Neben Veränderungen und Entwicklungen, die auf das System Schule zukommen, werden hier außerdem die Rolle des Lehrers und die Rolle des Kindes in der Gesellschaft in Bezug auf notwendige Weiterentwicklungen oder Veränderungen dargestellt.

Stephanie Licht, B.A. , wurde 1985 in Weimar geboren. Ihr Studium der Förderpädagogik und Anglistik an der Universität Erfurt wird die Autorin im Jahre 2014 mit dem akademischen Grad des Magister Lehramts abschließen. Bereits während des Bachelorstudiums sammelte die Autorin umfassende praktische Erfahrungen im Bereich der inklusiven Bildung, vorrangig in England. Da England bezogen auf Inklusion eines der Vorbild-Bildungssysteme besitzt, war es für die Autorin von besonderem Interesse, die inklusive Schul- und Unterrichtspraxis während mehrerer Schulpraktika in einem gelingenden System zu erleben. Ihre Tätigkeit in englischen Schulen motivierte sie, sich der Thematik der vorliegenden Arbeit zu widmen.

Textprobe:
Kapitel 2, Geschichtlicher Rückblick:
2.1, Allgemeine Pädagogik und Sonderpädagogik:
Seit der Entstehung der Sonderpädagogik haben sich die Allgemeine und die Sonderpädagogik zunächst als scharf voneinander getrennt entwickelt, in verschiedene Richtungen voneinander entfernt und abgegrenzt. Erst im Laufe der Zeit haben die beiden Fachrichtungen wieder zueinander gefunden. Zur Darstellung des zurückgelegten Weges bietet sich eine fünfstufige Einteilung der Entwicklung des Bildungswesens (Scholz 2007) an, wonach die Entwicklung von Exklusion zu Segregation / Separation über Integration und Inklusion hin zu Vielfalt als Normalfall (vgl. ebd.) führt. Diese Entwicklung soll hier im Folgenden dargestellt werden.
Bevor sich die Sonderpädagogik als Teildisziplin der Allgemeinen Pädagogik entwickeln konnte, war es Kindern mit Behinderungen (fast) nicht möglich, an einer Schulbildung teilzuhaben. Die Bildungsfähigkeit von Menschen mit Behinderungen sowie ihr Recht auf Bildung wurden genauso wenig anerkannt, wie ihr Nutzen für die Gesellschaft. Dieser Abschnitt in der Entwicklung des Bildungswesens kann als Exklusion bezeichnet werden und meint den kategorischen Ausschluss (ebd.) aus dem Bildungssystem. Die Geschichte der Sonderpädagogik begann ungefähr Ende des 18. Jahrhunderts mit der Gründung der ersten Anstalten für zunächst Taubstumme und Blinde in Frankreich und wenig später auch in Deutschland, welche den Beginn des Sonderschulwesens in Europa darstellen. Die Bildungsfähigkeit schwachsinniger Kinder , wie sie zu dieser Zeit noch bezeichnet wurden, war damit nachgewiesen und weitere Einrichtungen, vorrangig von kirchlichen Trägern oder privaten Personen, wurden eröffnet. Die Schüler wurden anhand von bestimmten Kriterien, beispielsweise Lernleistung oder körperlichen und geistigen Voraussetzungen, harmonisierenden Gruppen zugeteilt, woraus sich in dieser Phase der Segregation / Separation die verschiedenen sonderpädagogischen Fachrichtungen entwickelt haben. Hintergrund [für diese scharfe Trennung] ist die Einstellung oder der Glaube, dass Schüler in möglichst harmonischen Gruppen die optimalen Lernvoraussetzungen haben (ebd.). Die sich anschließende Phase der Integration umschreibt die Möglichkeit, die Kinder mit Behinderungen nun hatten, mit angemessener Unterstützung am Unterricht und Schulalltag an einer allgemeinen Schule teilzunehmen, jedoch blieben die anderen, segregierenden Gruppen noch bestehen, was bedeutete, dass eine Integration nicht für alle Kinder möglich war, sondern nur einen geringen, bestimmte Anforderungen erfüllenden Teil der Schüler betrifft. Der Blick auf diese Schüler war noch immer defizit- und individuumzentriert, was sich in der anschließenden Phase der Inklusion grundlegend ändert. Hier geht man nun, wie bereits beschrieben, davon aus, dass jedes Kind von vornherein ein Recht darauf hat, eine allgemeine Schule zu besuchen und von einer bestmöglichen Schulbildung zu profitieren. Die Leitidee dieser Phase Heterogenität als Normalität (ebd.) spiegelt dieses Menschenbild auch wieder. Die letzte Phase in dieser fünfstufigen Entwicklung stellt mehr oder weniger noch eine Vision dar, in der Inklusion zu einer Selbstverständlichkeit und somit Vielfalt zum (als) Normalfall geworden ist (vgl. ebd.). Obwohl der Abschnitt der Integration in dieser Geschichtsdarstellung in der Vergangenheitsform beschrieben ist, ist dies bedauerlicherweise wohl am ehesten die Stufe auf der sich Deutschland im Moment noch befindet. Ohne Zweifel ist aber eine Weiterentwicklung zur nächsten Stufe bitter nötig und längst überfällig.
Die Stufen Integration und Inklusion sollen in ihrer Entwicklung im Folgenden Abschnitt noch einmal genauer betrachtet werden.
2.2, Integration und Inklusion vor und nach der Salamanca-Erklärung:
Bewusst soll hier nur der Weg dargestellt werden, der beschritten wurde, um Menschen mit Behinderungen ein möglichst chancengleiches Leben zu erm

Erscheint lt. Verlag 10.7.2014
Reihe/Serie Bachelorarbeit
Sprache deutsch
Maße 155 x 220 mm
Gewicht 72 g
Themenwelt Sozialwissenschaften Pädagogik Sonder-, Heil- und Förderpädagogik
ISBN-10 3-95820-032-X / 395820032X
ISBN-13 978-3-95820-032-6 / 9783958200326
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
Mehr entdecken
aus dem Bereich
was Eltern und Pädagogen wissen müssen

von Christiane Arens-Wiebel

Buch | Softcover (2023)
Kohlhammer (Verlag)
CHF 47,60