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Adoleszenz und Medien: Die Rolle des Internets im Prozess der Identitätsentwicklung Jugendlicher - Johanna-Luise Rühle

Adoleszenz und Medien: Die Rolle des Internets im Prozess der Identitätsentwicklung Jugendlicher

Buch | Softcover
68 Seiten
2014
Bachelor + Master Publishing (Verlag)
978-3-95684-478-2 (ISBN)
CHF 55,95 inkl. MwSt
Identitätsentwicklung in Zeiten der Postmoderne ist ein schwieriges Unterfangen. Die Medien wachsen zusammen, und der Computer ist mit dem Internet für die Jugendlichen heute Arbeitsgerät, Kommunikationsmittel, Speicher, Fernseher, Stereoanlage und Spielzeug in einem (Dammler 2009, S.196). Die sogenannten neuen Medien sind nicht mehr wegzudenken aus dem Leben Jugendlicher: Mittlerweile hat die Mehrheit der Heranwachsenden ein eigenes Handy, ist Mitglied in mindestens einem sozialen Netzwerk und erkennt in seinem Internetanschluss auch eine Lernhilfe. Jugendliche sehen sich infolge der Verbreitung digitaler Medien mit einer Vielfalt an Möglichkeiten der Selbstwerdung konfrontiert, hiermit verbunden sind jedoch nicht nur Chancen, sondern auch Risiken.
Im Buch werden neben Möglichkeiten und Gefahren des Internets für Jugendliche auch verschiedene Identitätskonzepte herangezogen um jugendliches Werden zu erklären. Des Weiteren ist wesentlicher Bestandteil des Buches zu erklären, welche Möglichkeiten zur Identitätsfindung bzw. zum Spiel mit Identitäten sich im Rahmen des Internets finden lassen.

Johanna-Luise Rühle, Jahrgang 1987, schloss ihr Studium der Erziehungswissenschaft, Schwerpunkt Außerschulische Jugendbildung an der Justus-Liebig-Universität Gießen im Jahre 2011 mit dem akademischen Grad Master of Arts erfolgreich ab. Bereits während des Studiums sammelte die Autorin umfassende praktische Erfahrungen im praktischen wie wissenschaftlichen Bereich der Pädagogik des Jugendalters.

Textprobe:
Kapitel 3, Identitätskonstruktion Jugendlicher:
Die Identitätskonstruktion ist im Zuge der stattfindenden Individualisierungsprozesse in unserer Gesellschaft mittlerweile nicht mehr so einfach für die Heranwachsenden, denn eine Identität wird heutzutage nicht mehr mittels Geburtstand milieuspezifisch vorgegeben, sondern muss eigenständig erworben und weiterentwickelt werden (vgl. Wegener 2008, S.43). Wie bereits angedeutet, sind die Möglichkeiten der eigenen Identitätsausbildung infolge der Individualisierungsprozesse unserer Gesellschaft enorm vielfältig und frei wählbar geworden. Man kann inzwischen seine Zukunft weitgehend selbst bestimmen, seine Schullaufbahn eigenständig wählen und auch über den zukünftigen Beruf selbst entscheiden. Das Angebot an möglichen sozialen Rollen ist in komplexen Gesellschaften äußerst diffus und umfangreich (Schäfers 2001, S.71).
Die Abkehr von gesellschaftlichen Traditionen, wie z.B. die Weitergabe des Berufes vom Vater an den Sohn hat dazu geführt, dass Jugendliche heute mit Problemen in Bezug auf die eigene Identität mittlerweile oftmals auf sich allein gestellt sind. Fraglich bleibt, inwiefern diese, heute vorzufindende Optionsvielfalt überhaupt förderlich für eine Identitätskonstruktion ist. Durch das Überangebot an sozialen Rollen fehlt es den Heranwachsenden an Orientierung. Der Zerfall traditioneller Familienstrukturen führt dazu, dass es Jugendlichen in der Lebensführung an Vorbildern mangelt. Nur noch in Restbeständen existieren Lebenswelten mit geschlossener weltanschaulich- religiöser Sinngebung, klaren Autoritätsverhältnissen und Pflichtkatalogen. Die Möglichkeitsräume haben sich in pluralistischen Gesellschaften explosiv erweitert (Keupp 2006, S.55). Bereits im Jugendalter besteht damit die Herausforderung, sich auf gesellschaftliche Unsicherheiten einzulassen und persönliche Stabilität im Rahmen gesellschaftlicher Instabilität zu beweisen (Wegener 2008, S.44). Die Heranwachsenden müssen sich ihren eigenen Weg bahnen, sie schweben zwischen eigenen Unsicherheiten und unklaren gesellschaftlichen Anforderungen, gleichzeitig müssen sie sich mit ihrer Zukunft auseinandersetzen und lernen, auf eigenen Beinen zu stehen. Durch Erproben und Experimentieren mit verschiedenen Rollen soll der Heranwachsende mit Ausgang der Jugendphase schließlich seinen Platz in der Gemeinschaft als rationaler, reflektierender und sich seines Handelns bewusster Erwachsener gefunden haben (ebd., S.41). Die Entstehung einer individuellen Persönlichkeit infolge der erfolgreich abgeschlossenen Jugendphase ist ein entsprechend durch Krisen und Schwierigkeiten gekennzeichneter Prozess. Der Heranwachsende sieht sich in dieser Zeit gleichzeitig einer Fülle von Aufgaben und Entwicklungsproblemen gegenübergestellt: Rasches Körperwachstum, beginnende Geschlechtsreife und die jeweiligen Reaktionen der Umwelt führen dazu, daß der junge Mensch sich vermehrt mit sich und seiner Umwelt auseinanderzusetzen beginnt, die Inhalte der frühen Sozialisation in Frage stellt und sich selbst zu erkennen versucht. Er ist in erster Linie damit beschäftigt, seine sozialen Rollen zu festigen, d.h.: er ist daran interessiert, was andere von ihm denken und erwarten, wie andere ihn sehen und ihn einschätzen. Er macht sich große Gedanken über seine Person, über sein zukünftiges Leben und seine zukünftige Stellung in der Gesellschaft (Schäfers 2001, S.70). Insbesondere die Medien liefern hier Anhaltspunkte für die Ausbildung einer eigenen Identität. Stars sowie irreale Fernsehfiguren werden angehimmelt, sie dienen inzwischen vor allem dort als Vorbilder und Idole, wo es an realen Bezugspersonen in unserer Gesellschaft oft fehlt.
Der Begriff Identität ist inzwischen häufig gefallen. Im Folgenden soll er nun näher betrachtet werden um schließlich Unterschiede zwischen einer klassischen und einer postmodernen Identität herauszufiltern.
3.1, Zum Verständnis: Was bedeutet

Erscheint lt. Verlag 19.6.2014
Reihe/Serie Bachelorarbeit
Sprache deutsch
Maße 155 x 220 mm
Gewicht 122 g
Themenwelt Sozialwissenschaften Pädagogik Allgemeines / Lexika
Schlagworte Digitale Medien • Identität • Jugendforschung • Sozialisation
ISBN-10 3-95684-478-5 / 3956844785
ISBN-13 978-3-95684-478-2 / 9783956844782
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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