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Neue Mütter – neue Väter

Eine empirische Studie zu veränderten Geschlechterbeziehungen in Familien

(Autor)

Buch | Softcover
312 Seiten
2014
Psychosozial-Verlag
978-3-8379-2335-3 (ISBN)
CHF 41,85 inkl. MwSt
Hausmänner und Rabenmütter? Veränderungen der Geschlechterverhältnisse stellen junge Familien vor neue Herausforderungen.
Trotz Aufklärung und Emanzipation stellt sich in vielen Familien mit der Geburt des ersten Kindes ein "Traditionalisierungsschub" ein - die Frau bleibt zu Hause, der Mann verdient das Geld. Gemeinsam für Kinder, Hausarbeit und Einkünfte zuständig zu sein, ist eine Herausforderung für Eltern. Dennoch profitieren oft sowohl die Eltern als auch die Kinder davon. Wie verändern sich Geschlechterbilder dadurch? Wie sehen typische Konflikte in der Paarbeziehung und in der Familie aus? Die gleichberechtigte Arbeitsteilung der Eltern kann zur Bereicherung der Rollenverständnisse der Kinder führen: Der Entwurf von Männlichkeit wird um Aspekte wie Fürsorge und familiale Verantwortung erweitert, Mütterlichkeit und kontinuierliche Berufstätigkeit stellen keinen Widerspruch mehr dar.

Die Autorin legt eine differenzierte psychoanalytisch orientierte empirische Studie vor, in der sowohl Eltern als auch Kinder zu Wort kommen. Innere, oft unbewusste Bindungen an traditionelle Geschlechterbeziehungen werden ebenso deutlich wie die Bedingungen, Möglichkeiten und Grenzen ihrer Neugestaltungen.

Karin Flaake ist Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt Frauen- und Geschlechtsforschung an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind psychoanalytisch-sozialpsychologische Analysen zum Geschlechtsverhältnis und zu Entwicklungsprozessen bei Mädchen und Frauen sowie die psychoanalytisch-hermeneutische Textinterpretation.

Inhalt

Geschlechtsbezogene Arbeitsteilungen in Familien Vorbemerkungen

Zur Studie

Teil I: Geteilte Elternschaft und Dynamiken in Paarbeziehungen

1 Anfänge
Motive fu r eine in der Paarbeziehung geteilte Elternschaft
Geburtserleben und Paarbeziehung
Übergang zur Elternschaft als bedeutsame Phase fu r Mu tter und Väter
Die Herausforderungen geteilter Elternschaft

2 Weichenstellungen nach der Geburt
Traditionalisierungsdynamiken in Familien mit geteilter Elternschaft: Ru ckzugstendenzen des Vaters, Dominanz der Mutter und Veränderungsprozesse Herr und Frau Ahrens
Problemfelder geteilter Elternschaft und Gestaltungsmöglichkeiten

3 Umgehensweisen mit den durch das Neugeborene ausgelösten Gefu hlen
Traditionalisierungsdynamiken
Gleichgewichtige Beziehungsgestaltungen

4 Umgehensweisen mit Stillsituationen
Stillen und geteilte Elternschaft
Stillen als Norm und herausgehobene Beziehungserfahrung
Traditionalisierungsdynamiken
Konkurrenzdynamiken
Gleichgewichtige Beziehungsgestaltungen

5 Weitere Entwicklungen in den Beziehungen zu den Kindern
Unterschiedliche Muster 75
Sich verfestigende Ungleichheiten in den Aufgabenverteilungen, Dauerkonflikte in der Paarbeziehung und Bedeutung geschlechtsbezogener Orientierungsmuster Frau Voigt-Berg und Herr Voigt
Gleichgewichtige Aufgabenverteilungen Frau Albers und Herr Möller

6 Bedeutung gesellschaftlicher Bilder von der guten Mutter
Bedeutung normativer Mutterbilder in Familien, in denen beide erwerbstätig und fu r Familienarbeiten zuständig sind
Bedeutung normativer Mutterbilder bei vollzeitiger Erwerbstätigkeit der Frauen und Zuständigkeit der Männer fu r Familienarbeiten
Relativierung mu tterlicher Bedeutsamkeit

7 Konfliktfeld Hausarbeit
Hausarbeit in Paarbeziehungen
Konfliktfeld Hausarbeit in Familien mit Hauptzuständigkeit der Männer und vollzeitiger Erwerbstätigkeit der Frauen Herr Rennert und Frau Ebert
Ähnliche Muster: Herr Binder, zuständig fu r Familienarbeiten, und Frau Binder, vollzeiterwerbstätig
Bewusste Konfliktvermeidung durch das Bemu hen, traditionelle Verhältnisse in einer nichttraditionellen Lebensform aufrechtzuerhalten: Herr Scholz, zuständig fu r Familienarbeiten, und Frau Scholz-Arndt, vollzeiterwerbstätig
Konfliktfeld Hausarbeit in Familien, in denen beide erwerbstätig und fu r Familienarbeiten zuständig sind

8 Geteilte Elternschaft und Dynamiken in Paarbeziehungen Resu mee

Teil II: Geteilte Elternschaft, Geschlecht und Sozialisation

1 Geschlecht und Sozialisation in einer Familie mit nichttraditioneller Arbeitsteilung: Vollzeiterwerbstätigkeit der Mutter und Zuständigkeit des Vaters fu r Familienarbeiten Herr Scholz, Frau Scholz-Arndt, der Sohn Andreas und die Tochter Mona
Familiensituation
Ein nach Geschlechtern differenzierter Blick auf die Kinder: Sohn und Tochter als einander polar Entgegengesetzte
Der Sohn
Die Tochter
Geschlecht und Sozialisation in einer Familie, in der die Mutter vollzeiterwerbstätig und der Vater fu r Familienarbeiten zuständig ist Resu mee

2 Entwicklungen von Töchtern in Familien mit geteilter Elternschaft Potenzielle Problembereiche und erweiterte Möglichkeiten
Aktivitäten mit der Tochter in der Kindheit Geschlechtsbezogene Differenzierungen und Zuordnungen
Körperliche und emotionale Nähe in Vater-Tochter- und Mutter-Tochter-Beziehungen
Mutter-Tochter-Verstrickungen und Entlastungen durch das Andere des Vaters Verena Carstens und ihre Eltern
Mutter-Tochter-Beziehungen und Potenziale einer in der Paarbeziehung geteilten Elternschaft
Die Tochter als emotionale Unterstu tzerin des Vaters Verfu hrungen in Vater-Tochter-Beziehungen und die Bedeutung der Beziehung zur Mutter
Adoleszenz, Körperlichkeit und Sexualität von Töchtern in Familien mit geteilter Elternschaft
Entwicklungen von Töchtern in Familien mit geteilter Elternschaft Resu mee

3 Entwicklungen von Söhnen in Familien mit geteilter Elternschaft Potenzielle Problembereiche und

»Karin Flaake führt in ihrer Studie aus, wie die Verflüssigung von Geschlechtergrenzen in den Elternrollen durch die Wirkmächtigkeit kultureller Repräsentationen im Mutter- und Vaterbild gebremst wird und wie sehr eine egalitäre familiale Arbeitsteilung von den verinnerlichten Geschlechter- und Elternbildern abhängt. Anregend sind die konkreten Schilderungen der Männer als Partner und Väter sowie der Frauen als Partnerinnen und Mütter.«
Sigrid Metz-Göckel, GENDER. Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft, Ausgabe 1, 2017

»Mit dem Buch ›Neue Mütter – neue Väter‹ legt die pensionierte Professorin Dr. Karin Flaake (...) eine differenzierte psychoanalytisch orientierte empirische Studie vor, die hervorragend geeignet ist, mindestens die persönliche Sichtweise des Lesers bzgl. geschlechtlichen Rollenvorstellungen aufzuweichen und gegebenenfalls durch einen veränderten Blickwinkel zu erweitern, zu regulieren oder auch zu festigen.«
Alex Gehrau, HEP-Informationen 1/17

»Die an der Universität Oldenburg begonnene und nach ihrer Emeritierung von Karin Flaake fortgeführte Studie bietet in ihrer detailreichen Fülle hervorragendes Material für die Vertiefung der Fragestellungen nach den Bedingungen, Möglichkeiten und Folgen der Veränderung von Geschlechterbeziehungen aus soziologischer, sozialpsychologischer und psychoanalytischer Sicht und wird sicher Grundlage und Anknüpfungspunkt weiterer vertiefender Studien sein.«
Angela Moré, Freie Assoziation 2/2016

»Insgesamt erweist sich das Buch als wertvoller Beitrag zur Diskussion über geteilte Elternschaft und die Geschlechterdynamiken, die innerhalb von Familienzusammenhängen wirksam werden.«
Kathrin Pelz, Feministische Studien 2/2016

»Eine wichtige Arbeit auch im Zusammenhang von Elternzeit und reduzierten Vollzeitarbeitsplätzen der sogenannten Generation Y.«
Christian Beuker, www.vaeter-netz.de

»Detailliert werden Alltagssituationen einzelner Familien analysiert und Konfliktthemen, zum Beispiel die Organisation der Hausarbeit betrachtet.«
Mareike Claus, Impulse für Gesundheitsförderung 86, 1. Quartal, März 2015

»So liefert das Buch Erkenntnisse zu möglichen Motiven für eine geteilte familiäre Verantwortung, zum Umgang mit Konflikten und zur Bedeutung gesellschaftlicher Zuschreibungen für das Zusammenleben. Insgesamt eine differenzierte Beobachtung zum Thema der Geschlechtergerechtigkeit.«
Soziale Arbeit. Zeitschrift für soziale und sozialverwandte Gebiete 5/6.2015

»Es sind wichtige und bedenkenswerte Ergebnisse in diesem Buch niedergeschrieben. Geteilte Elternschaft kann gelingen mit vielen positiven Auswirkungen auch für die Kinder.«
Monika Jarosch, aep informationen 2/2015

»Hierzu legt nun Karin Flaake eine sehr beeindruckende Studie vor, die wichtige Erkenntnisse liefert und spannend zu lesen ist. (...) Flaakes Vorgehen wirkt dabei präzise, geduldig und äußerst sorgfältig, ihre Deutungsarbeit empathisch und auf fast paar- und familientherapeutische Weise allparteilich.«
Ulrike Schmauch, Zeitschrift für Sexualforschung 2/2015

»Die interessanten und wichtigen Ergebnisse werden sehr detailreich präsentiert, sodass der Band vorwiegend für ein soziologisches Fachpublikum geeignet ist.«
Susanne Schweiger, Weiberdiwan – Die feministische Rezensionszeitschrift, Frühling 2015

»Eine sehr lesenswerte Studie, die jeden Leser und jede Leserin zum Nachdenken über die eigenen Familienerfahrungen und –vorstellungen bringt und anregend wirkt, sich für eine gute gesellschaftliche Rahmung für geteilte Elternschaft wissenschaftlich und praktisch einzusetzen.«
Margrit Brückner, Sozialwissenschaftliche Literaturrundschau 71, 2015

»Für analytische Kinder- und Jugendlichen-PsychotherapeutInnen bietet das Buch wertvolle Anregungen und Außenansichten auf psychodynamische und familiendynamische Prozesse, insbesondere bezüglich dyadischer und triadischer Beziehungsmuster und der Wirkkraft innerer Mutter- und Vaterbilder sowie der Möglichkeiten ihrer Aufweichung und Veränderung.«
Birgitt Kreuter-Hafer, Analytische Kinder- und Jugendlichen Psychotherapie Nr. 167, 3/2015

Erscheint lt. Verlag 15.11.2014
Reihe/Serie Forschung psychosozial
Verlagsort Gießen
Sprache deutsch
Maße 148 x 210 mm
Gewicht 443 g
Themenwelt Sozialwissenschaften Soziologie Gender Studies
Sozialwissenschaften Soziologie Spezielle Soziologien
Schlagworte Familie • Gender Studies • Geschlechterforschung • Geschlechterrolle / Geschlechterbeziehung • Psychoanalyse
ISBN-10 3-8379-2335-5 / 3837923355
ISBN-13 978-3-8379-2335-3 / 9783837923353
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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