Studieren mit Hörbehinderung: Inklusion und Barrieren schwerhöriger und gehörloser Studenten in Deutschland und Österreich
Bachelor + Master Publishing (Verlag)
978-3-95684-415-7 (ISBN)
Zur Beantwortung der Fragestellung fand eine Literaturrecherche im Stil eines systematischen Reviews statt. Dazu wurden, neben der Suche nach Forschungsarbeiten in einschlägigen Datenbanken, vor allem die Publikationen der Institutionen für hörbehinderte Menschen genutzt. Des Weiteren wurden Gesetzestexte sowie Publikationen der Hochschulen und deren Projekte gesucht und auf Wirksamkeit und Barrieren hin untersucht.
Die Ergebnisse wurden in der hier vorliegenden Bachelorarbeit zusammengefasst.
Franziska Pabst wurde 1985 in Köthen (Anhalt) geboren. 2008 schloss sie nach dem Abitur ihre Ausbildung zur staatlich anerkannten Ergotherapeutin ab. Bis 2011 arbeitete sie als Betreuerin für seelisch mehrfach behinderte Menschen und stieß in ihrem Berufsalltag auch auf verschiedene Formen der körperlichen Behinderung. Aus eigenem Interesse und zur Anwendung in ihrer beruflichen Tätigkeit begann sie, sich die Grundlagen der Gebärdensprache anzueignen und sich mit den Einschränkungen Schwerhöriger und Gehörloser zu beschäftigen. Von 2011 bis 2014 studierte sie im Bachelorstudiengang Gesundheits- und Pflegewissenschaften an der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg. Das Thema Barrierefreiheit von Menschen mit Hörbehinderungen griff sie dabei in ihrer Bachelorarbeit auf.
Textprobe:
Kapitel 2, Theoretischer Rahmen:
2.1, Analyse der Hörbehinderung:
Im Folgenden wird die Hörbehinderung definiert und auf medizinische und technische Hilfsmittel hingewiesen. Um die Relevanz der Hörbehinderung im gesellschaftlichen Leben und dadurch auftretende Barrieren zu verdeutlichen, werden mithilfe der ICF die Definitionen von funktionaler Gesundheit und Beeinträchtigung der Teilhabe dargestellt.
2.1.1, Formen der Hörbehinderung:
Der Deutsche Schwerhörigenbund gibt an, dass rund 19 Prozent der deutschen Bevölkerung eine Beeinträchtigung im Hören aufweisen, das entspricht knapp 15Millionen Menschen.
Hörstörungen, Schwerhörigkeit und Gehörlosigkeit sind Behinderungen, die nicht immer auf den ersten Blick erkannt werden. Die fortgeschrittenen medizinischen Hilfen sind sehr unauffällig und auch Sprache und Artikulation können, durch Frühförderung in der Sprachentwicklung, gut entwickelt sein. Dies führt oft zu Missverständnissen in der gesellschaftlichen Interaktion. Die kommunikativen Probleme des Hörgeschädigten können beim Gegenüber als Desinteresse oder Ablehnung verstanden werden, während das outen vielen Betroffenen schwer fällt.
Es werden verschiedene Stufen der Hörbehinderung definiert, dazu gibt es unterschiedliche medizinische Modelle. Im Folgenden werden die Formen anhand einer Publikation der Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BHI) dargestellt, jeweils zusammen mit einem typischen gesellschaftlichen Vorurteil.
1. Die Gehörlosigkeit - Wer nicht hören kann, muss halt lesen! . Menschen die ohne die Fähigkeit zum Hören geboren werden, oder diese noch vor dem Erwerb der Lautsprache in den ersten Lebensjahren verlieren, werden als Gehörlose bezeichnet. Als Ursache für den Verlust werden meist genetische Ursachen oder schädigende Einflüsse während der Schwangerschaft sowie Kinderkrankheiten, wie Mittelohr- oder Hirnhautentzündungen, genannt. Das Erlernen der Lautsprache ist ohne das Hörvermögen sehr schwer, darum verfügen diese Menschen oft nur über einen sehr geringen Wortschatz. Die Schriftsprache wird über die Lautsprache erlernt, daher sind auch geschriebene Texte schwer zugänglich. Die Kontrolle der eigenen Stimme ist ohne Gehör schwierig, die Folge ist häufig eine fremdartige oder schwer zugängliche Lauartikulation. Die natürliche Sprache der Gehörlosen ist daher die Gebärdensprache.
2. (Spät-)Ertaubung - Wer nichts mehr hört, kann doch vom Mund ablesen! . Der Verlust des Hörvermögens tritt hierbei erst in einem späteren Lebensalter auf, zum Beispiel durch einen Hörsturz oder eine Verletzung des Trommelfells. Laut-und Schriftsprache können hierbei noch natürlich erlernt werden. Viele gehörlose Menschen versuchen das gesprochene Wort vom Mund des Gesprächspartners abzulesen, allerdings hat dieses Hilfsmittel Grenzen. Nur schätzungsweise 30 Prozent des Inhaltes einer lautsprachlichen Kommunikation, sind tatsächlich vom Mund ablesbar. Die fehlende akustische Wahrnehmung kann also nicht vollständig kompensiert werden.
3. Schwerhörigkeit - Wer schlecht hört, kauft sich einfach ein Hörgerät! . Schlecht Hören bedeutet nicht nur leiser zu hören, bestimmte Töne und Laute können gar nicht wahrgenommen werden. Der Grad der Schwerhörig kann dabei von einer leichten Form bis hin zu an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit reichen. Zusätzlich treten häufig Tinnitus, also störende, permanente Ohrengeräusche, oder Gleichgewichtsstörungen auf. Die Altersschwerhörigkeit ist neben der zunehmenden Lärmschwerhörigkeit, die häufigste Form. Neben Art und Ausmaß spielt auch das Alter, in dem der Erwerb der Schwerhörigkeit stattfindet, eine wichtige Rolle. Es entscheidet darüber, wie stark sich an der Lautsprache oder der Gebärdensprache orientiert wird. Die individuell angepassten Hörgeräte sind Hilfen, eine Hörbehinderung lässt sich jedoch niemals vollständig kompensieren,
Die Bundesarbeits
| Erscheint lt. Verlag | 16.4.2014 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Bachelorarbeit |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 157 x 218 mm |
| Gewicht | 87 g |
| Themenwelt | Sozialwissenschaften ► Pädagogik ► Sonder-, Heil- und Förderpädagogik |
| Schlagworte | Behinderung • Chancengleichheit |
| ISBN-10 | 3-95684-415-7 / 3956844157 |
| ISBN-13 | 978-3-95684-415-7 / 9783956844157 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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