Die Digitalisierung der Hörfunkproduktion
Seiten
1999
diplom.de (Verlag)
978-3-8386-1814-2 (ISBN)
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978-3-8386-1814-2 (ISBN)
Diplomarbeit aus dem Jahr 1999 im Fachbereich Medien / Kommunikation - Technische Kommunikation, Note: 1,1, SAE Berlin (Unbekannt), Sprache: Deutsch, Abstract: Inhaltsangabe:Einleitung:
Die vollständige Umstellung eines Funkhauses auf digitale Produktion inklusive der Vernetzung aller Abteilungen ist ein immenses Projekt, das allen Verantwortlichen im Sender sowie den Mitarbeitern des beauftragten Unternehmens über mehrere Monate erhebliche Kopfschmerzen bereitet.
Aber stellen wir uns mal vor: Es macht erstens RUMMS, das Funkhaus ist digitalisiert, und zweitens funktioniert auch noch sofort alles wie es soll (beides wird natürlich niemals geschehen!).
Da steht nun der Redakteur mit Bobby und Schere vor einem Bildschirm, auf dem sich dubiose, wellenartige Formen auftun. Womöglich hat ihm der Techniker beim Kaffee mal von Hüllkurvendarstellung erzählt, aber der kann ihm im Augenblick bestimmt nicht helfen, denn nach dem Ausbau des offensichtlich defekten zweiten Ausspielkanals aus dem Sendepult ist ihm zur Zeit vollkommen unklar, wo auf dieser rätselhaften Platine er denn nun seinen Lötkolben ansetzen soll.
Was ist eigentlich schwieriger, der technische Umstieg oder der Umstieg in den Köpfen? Warum begeben sich funktionierende Sendeanstalten auf das "Minenfeld aus Jobängsten, Kompetenzgerangel und traditioneller Verbohrtheit?". In einer digitalisierten Welle ist nichts mehr wie es war.
Es ist ja nicht damit getan, daß Audiomaterial nunmehr in digitalisierter Form vorliegt, obwohl das schon genügend Probleme mit sich bringt:
Für den Techniker: Die auch für heutige Zeiten noch gewaltigen Datenmengen, die eine konsequent digitale Signalverarbeitung mit sich bringt, müssen in zuverlässigen Speichersystemen untergebracht, über schnelle Netzwerke übertragen werden und dürfen dabei keinerlei Qualitätsverluste erleiden.
Für den Redakteur: Für die Erstellung und den Schnitt von Beiträgen müssen neue Fähigkeiten erlernt werden, die gewohnten Sendemedien wie CDs und Carts sind höchstens noch als kleine Symbole auf einem Bildschirm existent (das auch nur dann, wenn der Softwareentwickler ein Menschenfreund war.)
Die Digitalisierung des Audiomaterials zieht einen langen Rattenschwanz an Neuerungen hinter sich her, die auf jeden Fall das Arbeitsumfeld und womöglich noch viel mehr grundlegend verändern. Die Einführung einer neuen Technologie, nicht nur beim Radio, sondern überall, bedeutet immer zweierlei: Erstens müssen die Menschen den Umgang mit der neuen Technik lernen, und zweitens verändern sich innerbetriebliche Strukturen. Denn die logische Schlußfolgerung aus einer konsequent digitalen Signalverarbeitung ist die Vernetzung aller Bereiche und Arbeitsplätze im ganzen Funkhaus. Im Idealfall führt das zum band- und papierlosen Funkhaus: Sämtliche redaktionellen Arbeitsschritte von der Anforderung des Archivmaterials und der Erstellung eines Beitragskonzepts über den Schnitt und die Produktion bis zur Sendung des fertigen Beitrags oder der Vorlage einer vorbereiteten Moderation, ebenso alle administrativen Vorgänge wie Abrechnungen mit den Freien und den Verwertungsgesellschaften, und nicht zuletzt die innerbetriebliche Kommunikation werden computergestützt erledigt. Es wird deutlich: Digitale Hörfunkproduktion meint wesentlich mehr als eine Digitalisierung des Audiomaterials. Im Englischen spricht man nicht von "digital broadcasting" (damit ist digitale Ausstrahlung gemeint), sondern von "computer-aided broadcasting".
Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis:
Einführung3
1.Die Theorie: Anforderungen und Probleme5
1.1Beweggründe für die Digitalisierung5
1.2Digitalisiert - Vernetzt - Integriert7
1.2.1Integration: Privatradio vs. öffentlich-rechtlicher Rundfunk8
1.3Anforderungen an das digitale Funkhaus12
1.3.1Vernetzung - Die Verfügbarkeit von allem überall12
1.3.2Stabilität & Hav...
Die vollständige Umstellung eines Funkhauses auf digitale Produktion inklusive der Vernetzung aller Abteilungen ist ein immenses Projekt, das allen Verantwortlichen im Sender sowie den Mitarbeitern des beauftragten Unternehmens über mehrere Monate erhebliche Kopfschmerzen bereitet.
Aber stellen wir uns mal vor: Es macht erstens RUMMS, das Funkhaus ist digitalisiert, und zweitens funktioniert auch noch sofort alles wie es soll (beides wird natürlich niemals geschehen!).
Da steht nun der Redakteur mit Bobby und Schere vor einem Bildschirm, auf dem sich dubiose, wellenartige Formen auftun. Womöglich hat ihm der Techniker beim Kaffee mal von Hüllkurvendarstellung erzählt, aber der kann ihm im Augenblick bestimmt nicht helfen, denn nach dem Ausbau des offensichtlich defekten zweiten Ausspielkanals aus dem Sendepult ist ihm zur Zeit vollkommen unklar, wo auf dieser rätselhaften Platine er denn nun seinen Lötkolben ansetzen soll.
Was ist eigentlich schwieriger, der technische Umstieg oder der Umstieg in den Köpfen? Warum begeben sich funktionierende Sendeanstalten auf das "Minenfeld aus Jobängsten, Kompetenzgerangel und traditioneller Verbohrtheit?". In einer digitalisierten Welle ist nichts mehr wie es war.
Es ist ja nicht damit getan, daß Audiomaterial nunmehr in digitalisierter Form vorliegt, obwohl das schon genügend Probleme mit sich bringt:
Für den Techniker: Die auch für heutige Zeiten noch gewaltigen Datenmengen, die eine konsequent digitale Signalverarbeitung mit sich bringt, müssen in zuverlässigen Speichersystemen untergebracht, über schnelle Netzwerke übertragen werden und dürfen dabei keinerlei Qualitätsverluste erleiden.
Für den Redakteur: Für die Erstellung und den Schnitt von Beiträgen müssen neue Fähigkeiten erlernt werden, die gewohnten Sendemedien wie CDs und Carts sind höchstens noch als kleine Symbole auf einem Bildschirm existent (das auch nur dann, wenn der Softwareentwickler ein Menschenfreund war.)
Die Digitalisierung des Audiomaterials zieht einen langen Rattenschwanz an Neuerungen hinter sich her, die auf jeden Fall das Arbeitsumfeld und womöglich noch viel mehr grundlegend verändern. Die Einführung einer neuen Technologie, nicht nur beim Radio, sondern überall, bedeutet immer zweierlei: Erstens müssen die Menschen den Umgang mit der neuen Technik lernen, und zweitens verändern sich innerbetriebliche Strukturen. Denn die logische Schlußfolgerung aus einer konsequent digitalen Signalverarbeitung ist die Vernetzung aller Bereiche und Arbeitsplätze im ganzen Funkhaus. Im Idealfall führt das zum band- und papierlosen Funkhaus: Sämtliche redaktionellen Arbeitsschritte von der Anforderung des Archivmaterials und der Erstellung eines Beitragskonzepts über den Schnitt und die Produktion bis zur Sendung des fertigen Beitrags oder der Vorlage einer vorbereiteten Moderation, ebenso alle administrativen Vorgänge wie Abrechnungen mit den Freien und den Verwertungsgesellschaften, und nicht zuletzt die innerbetriebliche Kommunikation werden computergestützt erledigt. Es wird deutlich: Digitale Hörfunkproduktion meint wesentlich mehr als eine Digitalisierung des Audiomaterials. Im Englischen spricht man nicht von "digital broadcasting" (damit ist digitale Ausstrahlung gemeint), sondern von "computer-aided broadcasting".
Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis:
Einführung3
1.Die Theorie: Anforderungen und Probleme5
1.1Beweggründe für die Digitalisierung5
1.2Digitalisiert - Vernetzt - Integriert7
1.2.1Integration: Privatradio vs. öffentlich-rechtlicher Rundfunk8
1.3Anforderungen an das digitale Funkhaus12
1.3.1Vernetzung - Die Verfügbarkeit von allem überall12
1.3.2Stabilität & Hav...
| Sprache | deutsch |
|---|---|
| Maße | 148 x 210 mm |
| Gewicht | 111 g |
| Themenwelt | Sozialwissenschaften ► Kommunikation / Medien |
| ISBN-10 | 3-8386-1814-9 / 3838618149 |
| ISBN-13 | 978-3-8386-1814-2 / 9783838618142 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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