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Vergitterte Aussichten

13 Gespräche im Knast
Buch | Hardcover
212 Seiten
2013 | 1., Aufl. 250
Vier Jahreszeitenhaus (Verlag)
978-3-86999-236-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Vergitterte Aussichten - Wilhelm Schröder
CHF 21,70 inkl. MwSt
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Gibt es ein Gen, das eine dissoziale Karriere quasi determiniert? Gibt es die Lust an kriminellem Tun? Die Wissenschaft weiß darauf keine Antwort.
Was ich allerdings in über 40 Jahren an Sonder- und Förderschulen beobachten konnte, war eine schier unglaubliche Faszination, die von "bösen Buben" (seltener bis nie Mädchen) ausging, wenn sie aus dem Knast zurückkommen. Es bildete sich ein mehr oder weniger großer Fanclub, der die Entlassenen bewunderte. Je "geiler" und "cooler" die Taten, desto höher der Grad der Bewunderung.
Einen Perspektivwechsel in die Rolle des Opfers mochte im Rollenspiel kaum jemand dieser Jugendlichen vornehmen.
Fast alle jungen Erwachsenen / Jugendlichen, die inhaftiert sind, haben etwas gemeinsam: Sie kommen oft aus prekären Verhältnissen, hatten Gewalt-erfahrungen in der Familie, die oft desolate Strukturen aufweist, hatten früh Kontakt zu Alkohol und Drogen, wohnen in Problemvierteln.
Sie alle hatten nicht den rechten Zugang zu Bildung und dadurch reduzierte Chancen auf dem "Verwertungs-" sprich: Arbeitsmarkt.
"Wir nehmen jedes Kind mit".
"Wir holen jedes Kind da ab, wo es steht".
"Wir lassen kein Kind zurück".
Diese und ähnliche Sprüche sind beliebte Politiker-Äußerungen, besonders gern zu Wahlkampfzeiten geäußert, aber leider oft hohle Phrasen.
Ein weiteres Merkmal mehrerer inhaftierter junger Männer ist die Tatsache, dass sie von Hauptschulen oder "besonderen" Schulen kommen, die in chronologischer Folge diese Namen trugen: Hilfsschule, Sonderschule z.B. für Lernbehinderte, Erziehungshilfebedürftige, Sprachbehinderte u.a., Förderschule mit dem Schwerpunkt., Kompetenzzentrum o.ä. Dann kam in den 70ern die Integration, seit wenigen Jahren die Inklusion. Gut gemeint heißt nicht unbedingt gut gemacht. Kostenneutral geht Inklusion ohnehin nicht.

Wilhelm Schröder wurde 1943 im Münsterland geboren. Die Familie - sein Vater erlebte den Zweiten Weltkrieg von ersten bis zum letzten Kriegstag und kam erst 1949 aus russischer Gefangenschaft zurück - überlebte den Krieg und die schweren Nachkriegs-jahre nur Dank der Felder, die Opa bewirtschaftete, und der Schweine, die er hielt. Nach dem Abitur studierte er Pädagogik und Sonderpädagogik. Über zwanzig Jahre war er im Ruhrgebiet in Schulleitungsfunktion tätig. Seit 2008 ist er im Ruhestand. Er ist Autor zahlreicher Bücher. Mit seiner Drehorgel spielt er für SOS-Kinderdörfer weltweit, dem Hermann-Gmeiner-Fond in München.

Mitarbeit Sonstige Mitarbeit: Tyll Bauer
Verlagsort Dülmen
Sprache deutsch
Maße 170 x 210 mm
Gewicht 315 g
Einbandart gebunden
Themenwelt Sozialwissenschaften Kommunikation / Medien Journalistik
Schlagworte Interview • JVA • Knast • Schicksal • Strafvollzug • Wuppertal-Ronsdorf
ISBN-10 3-86999-236-0 / 3869992360
ISBN-13 978-3-86999-236-5 / 9783869992365
Zustand Neuware
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