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Die Herrschaft der Wehrmacht -  Dieter Pohl

Die Herrschaft der Wehrmacht (eBook)

Deutsche Militärbesatzung und einheimische Bevölkerung in der Sowjetunion 1941-1944

(Autor)

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2009 | 2. Auflage
409 Seiten
De Gruyter Oldenbourg (Verlag)
978-3-486-70739-7 (ISBN)
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Die Wehrmacht als Besatzungsmacht war im Osten Träger der nationalsozialistischen Gewaltpolitik, sie unterschied sich hierin kaum von der Zivilverwaltung. Seit dem Angriff auf die Sowjetunion war die Wehrmacht nicht allein mit dem Kampf gegen die Rote Armee beschäftigt, sondern verwaltete zugleich als Besatzungsmacht weite Teile des Landes. Dieter Pohl analysiert erstmals umfassend die Behandlung von Zivilisten und Kriegsgefangenen im rückwärtigen Operationsgebiet. Die gewalttätige Herrschaftspraxis der Wehrmacht, vor allem gegen Kriegsgefangene, Juden und andere 'verdächtige' Zivilisten war bereits früh vorgezeichnet; sie wurde von den ersten Tagen des Feldzuges an autonom oder zusammen mit dem SS- und Polizeiapparat ausgeübt. Zur ersten Auflage: '... ein Meilenstein ... Die Arbeit besticht durch einen multiperspektivischen Ansatz, durch nachdrückliches Bemühen um Differenzierung, durch Verweis auf die unterschiedliche Reichweite der Forschungsergebnisse und durch abwägende Interpretation.' Klaus-Jürgen Müller, FAZ

II. Planungen (Seite 72)

Bereits Anfang Juni 1940, noch vor dem endgültigen Sieg über Frankreich, äußerte sich Hitler gegenüber mehreren Generälen, dass es nun an der Zeit sei, gegen den Bolschewismus vorzugehen. Am 21. Juli teilte der „Führer“ den Oberbefehlshabern seine Entschlossenheit mit, die Sowjetunion angreifen zu wollen, kurz danach galt Mai 1941 als möglicher Termin. Damit knüpfte Hitler an die Ideen an, die er seit Anfang der 20er Jahre immer wieder ventiliert hatte, und die sich im Rahmen der Kriegsvorbereitung ab 1935 verdichteten.
Zögernde Stimmen waren Mitte 1940 im Militär nur wenige zu vernehmen, vor allem wies man auf die Gefahr des Zweifrontenkrieges hin, da Großbritannien noch nicht besiegt sei. Ein Angriff auf die Sowjetunion war jedoch keineswegs beschlossene Sache, noch prüfte man strategische Alternativen und versuchte in erster Linie, Großbritannien niederzuwerfen.
OKH und OKW stellten bereits ab Juni 1940 erste Überlegungen für einen eventuellen Feldzug gegen die Sowjetunion an. Diese Planungen erstreckten sich auf die operative Konzeption und geben kaum Hinweise auf die strategische und besatzungspolitische Dimension des Vorhabens. Immerhin notierte Halder als Leitlinien seines „Führers“: „Politisches Ziel: Ukrainisches Reich. Baltischer Staatenbund. Weiß-Russland – Finnland.“ Dies deutete oberflächlich noch auf eine Konzeption im Sinne Ludendorffs hin, die an die Vasallenstaaten des Jahres 1918 anknüpfte. Entsprechend enthielten die ersten operativen Entwürfe Angaben zu kurzfristigen Militärverwaltungen, die sich alsbald auf einheimische Marionettenregierungen stützen würden.
Implizit lassen sich die Umrisse der Grundannahmen von 1940 jedoch genauer umreißen, blickt man auf die bisherigen Erfahrungen zurück. Deutlich an 1918 anknüpfen konnten Ausbeutungspläne: Insbesondere die „Kornkammer Ukraine“ geisterte konstant durch die Köpfe, wenn auch einige Experten schon um die Zerstörungswirkung der Kollektivierung in der Sowjetunion 1929/30 wussten. Riesige Räume sollten schnell erobert werden. Den Kampfwert der Roten Armee schätzte man gering ein, Kriegsgefangene würden in großer Zahl anfallen. Die sowjetische Elite war auszuschalten, mindestens in demselben Maße wie die polnische, d. h. durch Massenmord oder Lagereinweisung. Für die Juden wird ebenso kaum ein anderes Schicksal zu erwarten gewesen sein als in Polen, d. h. das langsame Massensterben in Ghettos.

Erscheint lt. Verlag 12.11.2009
Sprache deutsch
Themenwelt Geschichte Allgemeine Geschichte Neuzeit (bis 1918)
Geschichte Allgemeine Geschichte 1918 bis 1945
Sozialwissenschaften Politik / Verwaltung
ISBN-10 3-486-70739-6 / 3486707396
ISBN-13 978-3-486-70739-7 / 9783486707397
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