Diana Hahn wurde 1985 in Kasachstan geboren. Im Jahre 1994 entschlossen ihre Eltern in ihr ursprüngliches Herkunftsland Deutschland zurückzukehren. Sie absolvierte erfolgreich die Oberschulreife und die Fachhochschulreife in Sozial- und Gesundheitswesen. Anschließend entschloss sich die Autorin zur fachlichen Spezialisierung im Bereich der Sozialen Arbeit. Das Studium an der Fachhochschule Köln und zahlreiche Nebenbeschäftigungen im sozialen Brennpunkt Köln-Meschenich veranlassten die Autorin zur intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema Kindesvernachlässigung im fachlichen Bezug zur Jugendhilfe.
Inhaltsverzeichnis 3
Abkürzungsverzeichnis 6
Einleitung 8
1 Begriffsbestimmung 10
2 Lebensbedürfnisse eines Kindes 12
3 Formen von Vernachlässigung 16
3.1 Körperliche Vernachlässigung 17
3.2 Kognitive und erzieherische Vernachlässigung 18
3.3 Sozial – emotionale Vernachlässigung 20
4 Risikofaktoren für eine Gefährdungslage 24
4.1 Persönliche Faktoren der Erziehungsperson 26
4.1.1 Eigene negative Kindheitserlebnisse 26
4.1.2 Persönlichkeitsmerkmale 27
4.1.3 Chronische Erkrankungen 28
4.2 Risikofaktoren des Kindes 29
4.3 Familiärer Risikofaktoren 31
4.4 Sozioökonomische Situation 35
5 Mögliche Folgen von Vernachlässigung 39
5.1 Körperliche Symptome und Fehlentwicklungen 39
5.2 Kognitive Fehlentwicklungen 41
5.3 Psychosoziale Schäden und Fehlentwicklungen 41
6 Interventionsmöglichkeiten und ihre rechtlichen Grundlagen 44
6.1 Finanzielle und materielle Hilfen 44
6.2 Leistungen und Aufgaben der Jugendhilfe 48
6.2.1 Hilfeplanung 48
6.2.2 Ambulante Hilfen 48
6.2.3 Anrufung des Gerichts 50
6.2.4 Inobhutnahme und Fremdunterbringung 51
7 Gesetznovellierungen und politische Maßnahmen 53
7.1 Gesetzliche Regelungen und Gesetznovellierungen im Bereich des Kinderschutzes auf Bundesebene 53
7.2 Landesgesetzliche Regelungen in Bereich des Kinderschutzes und der Gesundheitsvorsorge 55
7.2.1 Basiselement: kinderärztliche Früherkennungsuntersuchungen 56
7.2.2 Weitere länderspezifische Maßnahmen zur Qualifizierung des Kinderschutzes 61
7.2.3 Meldesysteme: Datenweitergabe an die Jugendämter 68
8 Handeln in der Sozialen Arbeit – methodische Herangehensweise sozialpädagogischer Fachkräfte 70
8.1 Umgang mit (Fremd-)Meldung 70
8.2 Systemische Informationssammlung und Verarbeitung 73
8.3 Kontaktaufnahme und Datenrekonstruktion 78
8.4 Einschätzung und Bewertung der Fallsituation 84
8.5 Fachliche Diagnose und Umsetzung sozialpädagogischerHilfs- und Interventionsstrategien 88
8.6 Bewertung der Hilfe- und Veränderungsprozesse 92
9 Ausblick 95
10 Literaturverzeichnis 97
Anhang 102
Anlage I – Rechtliche Grundlage 102
Anlage II – Abbildungen 106
Anlage III – Auszug aus ICD-10 Internationale Klassifikation der Krankheiten (WHO-Version 2006) 107
Anlage IV – Früherkennungsuntersuchungen für Kinder (U1 – J1) 109
Anlage V – Übersicht zu den landesgesetzlichen Regelungen im Bereich Kinderschutz bzw. Gesundheitsvorsorge 111
Anlage VI - Genogramme 122
Anlage VII – Prüfbögen 124
Anlage VIII – Schutzplan 151
Anlage IX – Erstellung des Hilfeplans 154
Anlage X – Fortschreibung des Hilfeplans 159
Textprobe: Kapitel 5, Mögliche Folgen von Vernachlässigung: So vielseitig und vielschichtig Vernachlässigungsformen sein können, so mannigfach und komplex können die Folgen davon sein. Im vorherigen Verlauf dieser Arbeit wurde des Öfteren bei der Erläuterung einiger Vernachlässigungsformen auch ihre Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung (Folgen) thematisiert. Hier findet man nun viel mehr eine Ergänzung bzw. eine komplettierte Zusammenfassung. Es ist wichtig in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass es abhängig von der Intensität und/oder Häufigkeit bzw. Dauerhaftigkeit der Vernachlässigung auf allen Entwicklungsebenen des Kindes ist, welche zu erheblichen Defiziten bis hin zu bleibenden Schäden führen kann. Die Folgen sind umso gravierender, je jünger das Kind ist. 5.1, Körperliche Symptome und Fehlentwicklungen: Die körperlichen Anzeichen einer möglichen Vernachlässigung sind auf die Mangel- oder Fehlernährung zurückzuführen. Untergewicht, Übergewicht und Minderwuchs sind deutliche Folgen davon. Aufgrund unzureichender Vitaminenzufuhr kann es z.B. zu schwerster Rachitis (Knochenerweichung aufgrund von Vitamin-D-Mangel), Intelligenzhemmung (durch Eiweiß- und Vitamin-B-Mangel) oder Anämie (Blutarmut durch mangelnde Einsenzufuhr) kommen. Durch das geschwächte Immunsystem besteht eine hohe Infektanfälligkeit, d.h. das Kind leidet häufig an Allergien, Atemwegserkrankungen (insbesondere Bronchitis, Asthma und Pseudokrupp/Krupphusten, Lungenentzündung), Ohrenerkrankungen, Hauterkrankungen etc. Eine falsche oder unzureichende Ernährung kann dazu beitragen, dass das Kind eine gestörte Routine beim Essen, Trinken und Verdauen entwickelt und dies eine konstitutionell-psychische Entwicklungsverzögerung zur Folge hat. So ist das Einnässen (Enuresis) und Einkoten (Enkopresis) auch bei älteren Kindern, obwohl diese aufgrund des Alters/Reife ihre Ausscheidungsorgane steuern könnten, keine Seltenheit. Einige Kinder weisen schwere Ernährungsstörungen auf, in Form von beständiger Angst nicht genügend Essen zu erhalten und verhungern zu müssen. Verhungern kann das Kind im schlimmsten Fall tatsächlich, denn bei ungenügender Kalorienzufuhr ist der Körper gezwungen sich dem Nährstoffmangel anzupassen (Hungeradaptation) und verlangsamt den Stoffwechsel, um 10 - 20 % der ursprünglichen Funktion. Als nächste Maßnahme werden die kurzfristig zur Verfügung stehenden Energiereserven in Anspruch genommen. Nach dem Verbrauch des Glykogens ('Stärke') aus der Leber, Nieren und den Muskeln kommt es zu Eiweißverlust, d.h. u.a. Muskelabbau. Ein länger anhaltender Nahrungsmangel kann zum völligen Kräfteverfall führen (Kachexie). Hält der Zustand der Kachexie längere Zeit an, so kommt es dann - etwa wenn ein Drittel bis die Hälfte des gesamten Körpereiweißes abgebaut ist - zum Tode durch Verhungern. Die Fokussierung körperlicher Symptome einer Vernachlässigung basierend auf Mangel- oder Fehlernährung stützt sich hauptsächlich auf den Inhalt des Buches 'Vernachlässigte Kinder' von K. Gellert (2007). Und auch der nächstfolgende Abschnitt gibt die Hauptinhalte ihres Beitrags wieder. Körperliche Vernachlässigung findet nicht nur in Form von unzureichender oder falscher Ernährung statt, sondern auch in Form von mangelnder Hygiene. Viele Kinder, die an Vernachlässigung leiden, fallen bei zahnärztlichen Untersuchungen durch deutliche Schäden an den Zähnen (erhöhten Kariesbefall) und Zahnfleisch (Zahnfleischentzündungen/Gingivitis) auf. Als Ursachen sehen Fachleute mangelnde Mundhygiene oder eine einseitige und falsche Ernährung (zuckerreiche Nahrung). Erkrankungen im Mundraum können sich zu ernsthaften Infektionen im Körper entwickeln. Doch auch fehlende Hygiene des gesamten Körpers kann zahlreiche Infektionen/Krankheiten durch pathogene Mikroorganismen (Bakterien, Pilze, Viren, Parasiten) verursachen, wie z.B. Pilzbefall der Haut und Atemwege, Warzen, Herpes, Allergien, sowie Durchfall und Erbrechen. Mangelnde Hygiene bei Säuglingen kann auch bedeuten, dass die Windeln unzureichend gewechselt werden und das Kind einem ständigen Kontakt mit Exkrementen und Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Dabei können akute Entzündungen der Haut, wie z.B. Windeldermatitis (Windelpilz) entstehen. Betroffen sind die Hautareale, die von der Windel bedeckt sind, also Gesäß, äußere Geschlechtsorgane, Leistenregion und Oberschenkel. Windeldermatitis kann aber auch die Folge einer Krankheit sein, muss demnach nicht zwingend die Ursächlichkeit einer Vernachlässigung haben. Permanenter Kontakt mit ausgekühlter Feuchtigkeit (nasser Bettbezug, nasse Bekleidung) birgt die Gefahr einer Unterkühlung des Säuglings/Kleinkindes. Im Winter, bei schlechter Witterung, wenn das Kind unangepasst bekleidet oder das Kinderzimmer nicht beheizt wird, kann das Kind nicht nur an Unterkühlung erkranken sonder auch daran sterben. Viele gebrechliche Familien mit erhöhter Vernachlässigungstendenz, gekennzeichnet von Arbeitslosigkeit, Armut und Verwahrlosung, sind meist in renovierungs- und sanierungsbedürftigen (Sozial-)Wohnungen zu finden. Die oft damit verbundenen unhygienischen Wohnverhältnisse (hohe Luftfeuchtigkeit, Schimmelbefall, Ungeziefer) bieten Krankheitserregern bzw. -überträgern (Schaben, Fliegen und Flöhe) einen idealen Lebensraum und erhöhen somit die Gefahr einer ernsthaften Infektion/Erkrankung.
| Erscheint lt. Verlag | 1.6.2011 |
|---|---|
| Zusatzinfo | 14 Abb. |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Geisteswissenschaften ► Psychologie |
| Sozialwissenschaften ► Pädagogik ► Allgemeines / Lexika | |
| Sozialwissenschaften ► Pädagogik ► Bildungstheorie | |
| Sozialwissenschaften ► Pädagogik ► Sozialpädagogik | |
| Schlagworte | Interventionsmöglichkeiten • Jugendamt • Kinderschutz • Kinder- und Jugendhilfe • Kindesvernachlässigung • Soziale Arbeit • Vernachlässigung |
| ISBN-10 | 3-8428-1647-2 / 3842816472 |
| ISBN-13 | 978-3-8428-1647-3 / 9783842816473 |
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