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Sozialraumorientierung revisited (eBook)

Geschichte, Funktion und Theorie sozialraumbezogener Sozialer Arbeit

(Autor)

eBook Download: PDF
2011
283 Seiten
VS Verlag für Sozialwissenschaften
978-3-531-93283-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Sozialraumorientierung revisited - Gabriele Bingel
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Heutige Sozialraumdiskurse in den Sozialwissenschaften sind in der Regel auf der Suche nach einem Kern von gültiger Theorie und guter Praxis der Sozialraumorientierung. Solchen normativen Sichtweisen kann die Vielfalt empirischer Geschichte städtischer Sozialräume seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts entgegen gesetzt werden.
Mit konkreten Einblicken in die Trends verschiedener sozialpolitischer Epochen analysiert Gabriele Bingel das Thema in einem deutlich weiteren Rahmen als bisher und erläutert widersprüchliche Motive der 'Versöhnung der Klassen', 'Emanzipation', 'Moralisierung', 'Politisierung', 'Disziplinierung'' 'Gemeinschaftsbildung' oder 'Aktivierung' der Benachteiligten. Die Autorin zeigt, dass die lebensweltlich-sozialräumlichen Sozialstrukturen eine ebenso produktive wie ambivalente Projektionsfläche zur Bearbeitung moderner Integrationsprobleme bieten. Sie empfiehlt den aktuellen Diskursen historische Aufklärung (statt nur Identitätsstiftung) und gibt gleichzeitig wichtige Impulse, um die gegenwärtige Diskussion funktional zu verstehen und interdisziplinär kritisch zu betrachten. Darüber hinaus gibt sie Anregungen für ein reflexives Programm Sozialer Arbeit.


Dr. Gabriele Bingel war Gast-Professorin an der Alice Salomon Hochschule Berlin. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Theorie, Geschichte und Methoden Sozialer Arbeit sowie Jugendhilfe.

Dr. Gabriele Bingel war Gast-Professorin an der Alice Salomon Hochschule Berlin. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Theorie, Geschichte und Methoden Sozialer Arbeit sowie Jugendhilfe.

Inhaltsverzeichnis 5
1 Einleitung – zur Geschichte und Funktion der Sozialraumdiskurse 10
2 Zur Methodologie und Methodik der Untersuchung 17
2.1 Historische Forschung in der Sozialen Arbeit 17
2.2 Das heuristische Konzept der Untersuchung 18
2.3 Materialauswahl 20
2.4 Warum Diskurse? 21
2.5 Ideologie und Diskursanalyse 22
2.6 Zur Besonderheit der Diskurse Sozialer Arbeit 23
2.7 Gibt es Akteure der Diskurse? 26
2.8 Zum Verständnis historischer Diskurse der Sozialen Arbeit 27
2.9 Zum heuristischen Zugang der Untersuchung vor dem Hintergrund der diskurstheoretischen Überlegungen 28
HISTORISCHE ANALYSE: SOZIALRAUMDISKURSE 20. JAHRHUNDERT 30
3 Das sozialräumliche Problembewusstsein in der Entstehungszeit der Sozialen Arbeit um die Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert 31
3.1 Historischer Steckbrief: Soziale Risiken in ‚modernen 32
3.2 Das Problem der Deutung: individuelles Versagen oder ‚soziale Frage 35
3.3 Das Problem der Zuständigkeit: Interventionsstaat, bürgerliche Wohltätigkeit oder Selbsthilfe? 38
Soziale Reformen entstehen im Widerspruch zwischen staatlicher Verregelung und sozialen Bewegungen 38
Was ist nötig: Selbsthilfe oder Staatsintervention? 39
Das Problem der Zielgruppen: ein soziales Zweiklassensystem von Armen und ArbeiterInnen? 41
3.4 Das Problem der Bearbeitungsrichtung: Sind Wissenschaftlichkeit und planvolle Organisation eine Lösung? 42
Sozialräumlich-rationelle Problembearbeitung 45
3.5 Sind Privatwohltätigkeit und Fürsorge eine Problemlösung? 46
Bürgertum zwischen Kulturpessimismus und Modernitätseuphorie: Mit Wohltätigkeit politische Ängste bekämpfen 47
3.6 Politik oder Pädagogik? Ist die Professionalisierung der Fürsorge eine Lösung? 48
3.7 Ist Gemeinschaft eine Lösung? 50
Zwischen Gemeinschaft und Spaltung, Integration und Ausgrenzung 50
Die Stadt als Erziehungsgemeinschaft 52
Soziale Klassen, soziale Schichten, soziale Gegensätze 53
3.8 Zusammenfassung: Soziale Arbeit zwischen Gesellschaftsund Subjektorientierung, Politik und Pädagogik um die Jahrhundertwende 57
4 Der Arbeiterstadtteil als Projektionsfläche bürgerlicher Ideologien (Weimarer Republik) 60
4.1 Historischer Steckbrief 60
Gesellschaft zwischen Nivellierung und neuer Segmentierung 61
„Sterbende Stadt“ 62
4.2 Sozialen Problemen in Sozialräumen begegnen: Disziplinierende Hilfe ‚von Mensch zu Mensch 63
Normalitätsvorstellungen und Disziplinierung 65
4.3 Gemeinschaft, Volksgemeinschaft, Volkserziehung: Utopische Leitbilder und Gegenspieler einer demokratischen Kultur 66
Die Soziale Frage als volkspädagogisches Problem 66
4.4 Freundschaft und Volkserziehung: Das pädagogische Programm der Ostberliner Settlements 68
Sozialerziehung in der Jugendarbeit 69
Die Soziale Arbeitsgemeinschaft und die Wohlfahrtspflege 71
4.5 Lebensstile und Alltagskultur des Arbeitermilieus 73
Der Sozialarbeiter als Volkserzieher 73
4.6 Das Scheitern der Nachbarschaft 76
4.7 Die Soziale Arbeitsgemeinschaft zwischen Politisierung, innerer Mission und sozialer Arbeit 78
4.8 Widersprüche: Bürgerliche Ideologien zwischen Innerlichkeit und Volksgemeinschaft 81
4.9 Exkurs: Nach der Machtergreifung 83
4.10 Zusammenfassung: Das Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft als moralisches Verhältnis 84
Der Sozialraum als Keimzelle klassenübergreifender Versöhnung 84
Volkserziehung 86
5 Der Sozialraum als soziales Labor (60er Jahre) 87
5.1 Historischer Steckbrief 87
Urbanität als menschliches Verhalten strukturierender Modus 88
Stadtteile: Soziale Abstiegsviertel statt ‚Soziales Kapital 90
Die Randständigkeit sozialer Gruppen 90
5.2 Nachbarschaft als Integrationsvehikel: Zwischen Sozialplanungsoptimismus und Utopie 91
Mit Rahmenbedingungen die innere Funktionalität der Stadtteile harmonisieren 91
5.3 Die empirische Dekonstruktion des Nachbarschaftsgedankens 93
5.4 Gemeinschaftsund Bindungsverlust als Gefahr für Gesellschaft und Individuum 96
5.5 Individuelle Problemdeutungen: Entfremdung und Integration 98
FOKUS 1: Der entwurzelte, seiner Lebensumwelt entfremdete Mensch 98
FOKUS 2: Der verwaltete, unselbständige, vom sozialstaatlichen System abhängige Bürger 99
FOKUS 3: Entfremdung von gesellschaftlich anerkannten Verhaltensmustern durch ungünstige Lebensbedingungen 101
5.6 Soziale Arbeit im Zwiespalt: Mensch oder Lebensumfeld verändern? 102
5.7 Obdachlosensiedlungen als Herausforderung für den sozialintegrativen Staat 103
Doppelstrategie: Rahmenbedingungen und Verhalten im Obdachlosenmilieu ändern 104
Das Problem der Aktivierbarkeit der Menschen 107
5.8 Zusammenfassung: Individuen überwinden ihren Randgruppenstatus im Sozialraum 108
6 Das Sozialräumliche ist politisch (70er Jahre) 111
6.1 Historischer Steckbrief: Demokratisierung und Politisierung der Gesellschaft 111
Rekurs auf gesellschaftliche Klassen 112
Soziale Probleme als systemische Probleme 115
6.2 Problemdiagnose: Menschen leiden in ihrer Lebenswelt 115
Das Unbehagen am modernen Städtebau 116
6.3 Kontinuität und Wandel der Nachbarschaftsideologie 117
Nachbarschaft als ideeller Ort für Demokratisierung und Machtentfaltung 118
Wohnzufriedenheit stört Beteiligungspotentiale: Neubaugebiete im Blick der Forschung 120
6.4 Stadtteile als Projektionsfläche für die Demokratisierung und Politisierung der Gesellschaft 121
Wiederherstellung und Verteidigung der Autonomie und Beteiligungsfähigkeit der BürgerInnen 122
Lernprozess: 123
6.5 Soziale Arbeit und die politische Ordnung des Sozialraums 124
6.6 Gemeinwesenarbeit als Bestandteil kommunaler Politik 127
Gemeinwesenarbeit als Instrument von Sozialplanung und Verwaltung 128
Verweis in einen pädagogischen Handlungsrahmen 129
6.7 Widersprüche zwischen Beteiligung und Befriedung, Konflikten und Harmonisierung 130
Klassenperspektiven 131
offensicht-lich 132
6.8 Politisierung und Organisation von Lernprozessen? 133
6.9 Zusammenfassung: Individuen sind politische Subjekte, der Sozialraum ist der Ort für die ‚Entwicklung 135
dieser politischen Subjektivität zur Erneuerung der Gesellschaft 135
7 Sozialräumliche Integration zwischen Risikound Ressourcenrhetorik (80er Jahre) 138
7.1 Historischer Steckbrief: Neue Vermittlungsversuche zwischen Individuum und Gesellschaft 138
7.2 Sozialpolitisierung als Rationalisierungsstrategie und Erweiterung von Handlungsspielräumen 140
Kommunalpolitik: Rationale Innovation oder Instrumentalisierung lokaler Strategien der Sozialen Arbeit? 143
7.3 Soziale Arbeit zwischen sozialstaatlicher Kontrolle und der Entwertung lebensweltlicher Autonomie 144
Rückgriff auf die Zerstörung sozialer Bezüge als traditionelles Argument 145
7.4 Die lokale Lebenswelt im Widerspruch von Risiko-und Ressourcenperspektive 148
Das Milieu: Symbiose zwischen Strukturbedingung und Verhaltensdimension 148
Kritik an einer weiteren Pädagogisierung 151
7.5 Alltag und Lebenswelt, Selbsthilfe und soziale Bewegungen – Suchbewegungen lokaler Problemlösungen 152
Ist die Orientierung an der Lebenswelt eine Lösung? 152
Heterogene Gemeinschaftsdiskurse 154
7.6 Zusammenfassung: Sozialräumlichkeit als reduzierte Dimension der Integration 155
8 Subjektivierung sozialer Risiken zwischen betroffenenoptimistischer Sicht und radikaler Kritik (Diskurse seit den 90er Jahren) 157
8.1 Historischer Steckbrief 157
8.2 Ambivalente Integrationsund Desintegrationsrhetorik im postfordistischen Wohlfahrtsstaat 158
Ambivalente Beurteilung sozialer Segregation 160
8.3 Kritik an sozialräumlich reduzierten Integrationshorizonten 162
8.4 Inklusion und Exklusion als relationale Integrationsbegriffe 164
8.5 Der Sozialraum als milieuspezifisch eingeschränkter Horizont des Gesellschaftlichen 168
8.6 Nahräumliche Bearbeitung und topdown-Strategien im Sozialstaat der 90er Jahre 169
8.7 Widersprüchlicher Rückgriff auf das Gemeinschaftsmotiv 172
8.8 Innersozialräumliche Ausgrenzungsprozesse statt Gemeinschaftsproduktion 175
8.9 Auseinandersetzung mit der ‚neuen 177
8.10 Responsibilisierung der AdressatInnen und Reprivatisierung sozialer Risiken im ‚Aktivierenden Sozialstaat 179
Zuspitzung der betroffenenoptimistischen Ideologie 181
8.11 Die Auseinandersetzung mit aktivierungspädagogischen Diskursen und Strukturen sozialstaatlicher Steuerung 183
Von der Responsibilisierung zu Fragen der persönlichen Moral und Lebensführung 185
8.12 Gouvernementalität als reflexives Analysemotiv Sozialer Arbeit 188
8.13 Zusammenfassung: Rational handelnde Subjekte übernehmen Verantwortung im Sinne einer rationalen Lebensführung im Sozialraum 190
AUSWERTUNG VERDICHTUNG 192
9 Sozialräumliche Reflexivität im Integrationsdilemma: Subjektivierungsweisen und Metaphern sozialer Bewältigung 193
Soziale Ordnungen und soziale Produktivität Sozialer Arbeit 193
9.1 Von der Unmöglichkeit, soziale Ungleichheit mithilfe Sozialer Arbeit wirksam zu bearbeiten, und von der Unmöglichkeit, es ni 195
9.2 Metaphern sozialer Bewältigung im ‚Integrationsdilemma 197
9.3 Metaphern sozialer Bewältigung: Integration 198
9.4 Metaphern sozialer Bewältigung im Integrationsdilemma: Gemeinschaft und Bürgergesellschaft 202
Bürgergesellschaft als widersprüchliches Vermittlungskonzept 203
Bürgergesellschaftlichkeit als Ideologie der Subjektorientierung 204
Gemeinschaft als widersprüchliches Vermittlungskonzept 205
9.5 Die flexible Instrumentalisierung des Gemeinschaftsbegriffs 209
9.6 Ein widersprüchliches Ausweichmanöver: Subjektivierung im sozialräumlichen Diskurs 212
Widersprüchliche Subjektperspektiven im Sozialraum 212
9.7 Die ambivalente Orientierung an Milieuund Lebensstilfragen im Sozialraumdiskurs 216
9.8 Die pädagogische ‚Herstellung von sozialer Verantwortung in Sozialräumen 219
Wie wird Gesellschaftsbindung der Subjekte hergestellt? 222
9.9 Subjektorientierung als Steuerungsmedium zur Entlastung von sozialen Konflikten 222
9.10 Flexible Instrumentalisierungen: Subjektorientierung, Sozialraumorientierung, Gesellschaftsorientierung 224
10 Sozialraumorientierung zwischen instrumenteller Logik und gesellschaftlicher Utopie – Sozialraumorientierung als Funktion zur 227
11 Zur diskursiven Absicherung von Legitimität und sozialer Produktivität Sozialer Arbeit 232
Zum konstruktiven Charakter der Diskurse 233
12 Folgen für ein historisch-reflexives Programm Sozialer Arbeit 236
Plädoyer für Geschichte als disziplindidaktische Kontrollebene 238
Literaturverzeichnis 241

Erscheint lt. Verlag 15.8.2011
Zusatzinfo 283 S.
Verlagsort Wiesbaden
Sprache deutsch
Themenwelt Geisteswissenschaften
Sozialwissenschaften Pädagogik Sozialpädagogik
Schlagworte Diskurse Sozialer Arbeit • Geschichte • Gesellschaftsgestaltung • Soziale Arbeit • Stadtforschung
ISBN-10 3-531-93283-7 / 3531932837
ISBN-13 978-3-531-93283-5 / 9783531932835
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