Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Was ist gerecht? Was ist gut?

Eine deliberative Theorie des Gerechten und Guten

(Autor)

Buch
464 Seiten
2012 | 1., Aufl.
Velbrück (Verlag)
978-3-942393-36-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Was ist gerecht? Was ist gut? - Nadia Mazouz
CHF 62,95 inkl. MwSt
Der Text bietet eine breit angelegte Analyse von Gerechtigkeitund ihrem Verhältnis zum Guten. Anders als in den meistenArbeiten der Gegenwart werden allgemeine Gerechtigkeit undVerteilungsgerechtigkeit in einem Zuge bearbeitet. Es werdeninsbesondere deliberative Theorien der Gerechtigkeit in denBlick genommen. Dabei werden Sollbruchstellen der gängigenTheorien herausgearbeitet, und darauf aufbauend wird ein eigener,radikal deliberativer Ansatz entwickelt.Zeitgenössische Theorien der Verteilungsgerechtigkeitsind typischerweise nicht deliberativ angelegt. In diesemText wird aufgezeigt, dass und inwiefern diese TheorienEngführungen enthalten, die sich in einer deliberativenTheorie der Verteilungsgerechtigkeit auflösen lassen.
Dieses Buch bietet eine breit angelegte Analyse von Gerechtigkeit und ihrem Verhältnis zum Guten. Anders als weithin üblich werden allgemeine Gerechtigkeit und Verteilungsgerechtigkeit in einem Zuge bearbeitet. Der Schwerpunkt liegt dabei auf deliberativen Theorien der Gerechtigkeit. Diesen zufolge erlangen Gerechtigkeitsaussagen Gültigkeit durch Prozesse des Überlegens, die in der richtigen Weise mit den Überlegungen derjenigen, für die sie Orientierung sollen bieten können, verbunden sind. Diese allgemeine Charakterisierung der Grundidee deliberativer Gerechtigkeit zu einer Theorie auszubuchstabieren, erfordert eine Vielzahl von speziellen Bestimmungen bezüglich dessen, was Gerechtigkeitsaussagen sind, wie und wen sie orientieren können sollen, sowie: was Überlegungen sind und wie sie beschaffen sein müssen, um zu gültigen Aussagen zu kommen. Die Autorin setzt sich insbesondere mit den Theorien von John Rawls, Thomas Scanlon und Jürgen Habermas auseinander. Sie zeigt die Sollbruchstellen in deren Modellen auf und entwickelt im Anschluss daran einen eigenen, radikal deliberativen Ansatz. In Beantwortung der Frage, wie das Gute in das Gerechte eingehen soll, vertritt Rawls ein Komplementaritätsmodell, Habermas ein Integrationsmodell, Scanlon ein offenes Komplementaritätsmodell. In allen drei Modellen wird das Gute nicht deliberativ ausgelegt. Die Explizierung der Begriffe der Deliberation sowie des Guten und seiner Verschränkung mit dem Gerechten beinhaltet in allen dreien bestimmte theoretische Festsetzungen, die aus Rekonstruktionen dessen gewonnen werden, wie Personen überlegen, wenn sie Gerechtigkeitsüberlegungen anstellen, und wie sie überlegen, wenn sie überlegen, wie gut zu leben sei. Diese Festsetzungen aber sind nicht deliberativ angeschlossen, sie sind nicht gegenüber oder mit denjenigen, für die die Theorie Orientierung bieten können soll, begründet.Eine konsequent deliberative Theorie ist aber, so Nadia Mazouz, erst mit einer deliberativen Theorie der Gerechtigkeit und des Guten erreicht. Eine halbierte deliberative Theorie, wie sie von den kritisierten Autoren vertreten wird, ist mit charakteristischen Setzungen behaftet, die den deliberativen Kern gefährden. Daher schlägt Mazouz vor, den Bezug des Gerechten zum Guten in einem vierten Modell - dem Perspektivenmodell - zu beschreiben. In diesem sind das Gerechte und das Gute Perspektiven auf das zu Beurteilende, wobei typischerweise Handlungen oder Institutionen beurteilt werden: Gerechtigkeit und das gute Leben sind nicht Bereiche mit unterschiedlichen Gegenständen, sie sind Weisen, Überlegungen zu beurteilen: als Überlegungen, in denen die Überlegungen anderer eine bestimmte Rolle spielen oder auch nicht, es sind Perspektiven, aus denen heraus Überlegungen beurteilt werden.

Nadia Mazouz, Dr. rer. nat. und Dr. phil. Studium der Physik und der Philosophie. Derzeit wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Philosophie von Lutz Wingert an der ETH Zürich.

Vorwort Einleitung I Was ist Gerechtigkeit? 1 Welche Aussagen, welche Prinzipien? 2 Formeln der Gerechtigkeit 3 Bezüge zu(m) Anderen 4 Begriffe der Gerechtigkeit II Einige deliberative Theorien allgemeiner Gerechtigkeit: Kontraktualismus und Diskursethik 1 Begriff und höherstufiges Prinzip der Gerechtigkeit bei Rawls, Scanlon und Habermas 2 Komplementaritäts- versus Integrationsmodell der Gut/ Gerecht-Unterscheidung 3 Begriffe von Deliberation 4 Ein Spektrum deliberativer Theorien der Gerechtigkeit III Einige Theorien spezieller Gerechtigkeit: Verteilungsversus Tauschgerechtigkeit 1 Begriffe und Theorien der Verteilungsgerechtigkeit 2 Egalitaristische Theorien 3 Warum überhaupt Gleichheit? 4 Ein Spektrum an Begriffen spezieller Gerechtigkeit IV Deliberative Theorien der Gerechtigkeit und des Guten 1 Einwände gegen nicht vollständig deliberative Theorien 2 Deliberative Theorien des Guten 3 Deliberation, Gerechtigkeit und Beziehungen des Respekts 4 Ein Perspektivenmodell des Guten und Gerechten 5 Deliberative Theorien spezieller Gerechtigkeit 6 Welche Überlegungen, welche Beziehungen? 7 Philosophie und die Grenzen der Ethik

VorwortEinleitungI Was ist Gerechtigkeit?1 Welche Aussagen, welche Prinzipien?2 Formeln der Gerechtigkeit3 Bezüge zu(m) Anderen4 Begriffe der GerechtigkeitII Einige deliberative Theorien allgemeiner Gerechtigkeit:Kontraktualismus und Diskursethik1 Begriff und höherstufiges Prinzip der Gerechtigkeit beiRawls, Scanlon und Habermas2 Komplementaritäts- versus Integrationsmodell der Gut/Gerecht-Unterscheidung3 Begriffe von Deliberation4 Ein Spektrum deliberativer Theorien der GerechtigkeitIII Einige Theorien spezieller Gerechtigkeit: Verteilungsversus Tauschgerechtigkeit1 Begriffe und Theorien der Verteilungsgerechtigkeit2 Egalitaristische Theorien3 Warum überhaupt Gleichheit?4 Ein Spektrum an Begriffen spezieller GerechtigkeitIV Deliberative Theorien der Gerechtigkeit und des Guten1 Einwände gegen nicht vollständig deliberative Theorien2 Deliberative Theorien des Guten3 Deliberation, Gerechtigkeit und Beziehungen des Respekts4 Ein Perspektivenmodell des Guten und Gerechten5 Deliberative Theorien spezieller Gerechtigkeit6 Welche Überlegungen, welche Beziehungen?7 Philosophie und die Grenzen der Ethik

Sprache deutsch
Maße 140 x 222 mm
Gewicht 755 g
Einbandart gebunden
Themenwelt Geisteswissenschaften Philosophie
Sozialwissenschaften
Schlagworte Deliverative Theorie • Gerechtigkeit im Verhältsnis zum Guten • Philosophie • Praktische Philosophie
ISBN-10 3-942393-36-0 / 3942393360
ISBN-13 978-3-942393-36-2 / 9783942393362
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
Mehr entdecken
aus dem Bereich