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Mütterlichkeit als Beruf

Sozialarbeit, Sozialreform und Frauenbewegung 1871–1929
Buch | Softcover
368 Seiten
1994 | 2. Auflage 1994
VS Verlag für Sozialwissenschaften
978-3-531-12541-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Mütterlichkeit als Beruf - Christoph Sachße
CHF 76,95 inkl. MwSt
In der Bundesrepublik gab es 1984 ca. 355000 berufliche Sozialarbeiter. Noch um die Jahrhundertwende waren es nur einige Dutzend im ganzen Deutschen Reich. Diese bemerkenswerte Expansion eines neuen Berufes war jahrzehntelang begleitet von optimistischen Prognosen und Forderun gen, die -wenn nur mehr Stellen, eine qualifiziertere Ausbildung und ver besserte Arbeitsbedingungen für Sozialarbeiter geschaffen würden -die so zialen Probleme moderner Industriegesellschaften alsbald zu bewältigen ver sprachen. Dieser Optimismus ist in den letzten Jahren sichtlich gedämpft worden. Im Zuge der ökologischen Fundamentalkritik am industriegesell schaftlichen Fortschritt sind auch die sozialen Dienste Gegenstand kritischer Auseinandersetzung mit den disziplinierenden und entmündigenden Effek ten ausufernder Expertenkulturen geworden - ohne daß ihnen die soziale Anerkennung, die z. B. ärztliche und psychotherapeutische Dienstleistungs berufe genießen, je zuteil geworden wäre. Die Überschneidung fortbeste hender sozialstruktureller Diskriminierungen und Notstände mit den negati ven Folgen eben der Tätigkeiten, die zu ihrer Abhilfe geschaffen wurden, erzeugen weithin Unbehagen an den überkommenen Formen sozialer Ar beit. Die vorliegende Studie versucht, die Wurzeln dieses Unbehagens hi storisch zu bestimmen. Die Anfänge beruflicher Sozialarbeit in Deutschland weisen zurück in das deutsche Kaiserreich, eine Epoche, der die Geschichtswissenschaft in den letzten zwei Jahrzehnten viel Aufmerksamkeit gewidmet hat. War das Kaiserreich zunächst von der überwiegenden Mehrheit deutscher Historiker als Vollendung deutscher Nationalstaatlichkeit und Beginn deutscher Welt machtstellung gepriesen worden, so begann seit Anfang der sechziger Jahre eine radikale Neuinterpretation, die insbesondere in Hans-Ulrich Wehlers wegweisender Studie ,.

Christoph Sachße, Dr. jur., ist Professor für Geschichte und Theorie Sozialer Arbeit am FB Sozialwesen der Universität Kassel.

I: Die Wurzeln beruflicher Sozialarbeit im deutschen Kaiserreich.- 1. Soziale Frage und Sozialpolitik im Kaiserreich: Die Ausgangslage.- 2. Die Krise der Quartiersarmenpflege und ihre Reorganisation: Vom Elberfelder zum Straßburger System.- 3. Von der Fürsorge zur Wohlfahrtspflege: Modernisierung, Spezialisierung und Verwissenschaftlichung städtischer Fürsorge.- 4. Sozialarbeit als Frauenberuf: Die bürgerliche Frauenbewegung und das Konzept der "geistigen Mütterlichkeit".- II: Die Etablierung der Sozialarbeit als Beruf: Erster Weltkrieg und Weimarer Republik.- 5. Fürsorgeentwicklung im Ersten Weltkrieg: Die "Vergesellschaftung der Reproduktion".- 6. Fürsorgeentwicklung in der Weimarer Republik: Soziale Aufgaben im neuen Volksstaat.- 7. Sozialarbeit als Beruf: Ansätze einer Professionalisierung.- 8. Schlußbetrachtung: Zur Bürokratisierung von Mütterlichkeit.- Nachwort zur zweiten Auflage.- Anmerkungen.- Archivalien.- Literatur.- Abbildungsverzeichnis.

Erscheint lt. Verlag 1.1.1994
Zusatzinfo 368 S. 14 Abb.
Verlagsort Wiesbaden
Sprache deutsch
Maße 155 x 235 mm
Gewicht 528 g
Themenwelt Geschichte Allgemeine Geschichte Neuzeit (bis 1918)
Sozialwissenschaften Soziologie
Schlagworte Armenpflege • Beruf • Deutsches Reich 1871-1918; Sozial-/Wirtschafts-Geschichte • Frauenbewegung • Fürsorge • Modernisierung • Organisation • Pflege • Professionalisierung • Sozialarbeit • Sozialpolitik • Weimarer Republik; Sozial-/Wirtschafts-G. • Wohlfahrt • Wohlfahrtspflege
ISBN-10 3-531-12541-9 / 3531125419
ISBN-13 978-3-531-12541-1 / 9783531125411
Zustand Neuware
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