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Die Beratungsbeziehung in der Sozialen Arbeit (eBook)

Eine theoretische und empirische Annäherung
eBook Download: PDF
2009
316 Seiten
VS Verlag für Sozialwissenschaften
978-3-531-91928-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die Beratungsbeziehung in der Sozialen Arbeit - Cornelia Schäfter
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Die professionelle Beziehung zwischen Fachkraft und Klientel hat im Rahmen der Sozialen Arbeit eine tragende Bedeutung für das Gelingen oder Scheitern der Hilfe. Diese Tatsache wird in der Fachliteratur von allen Seiten betont, Hinweise für die Praxis, für die methodische Gestaltung dieser Beziehung fehlen jedoch weitgehend. Ausgehend von dieser Tatsache entwickelt die Autorin auf der Grundlage soziologischer, psychologischer, pädagogischer und nicht zuletzt beraterischer Konzepte ein theoretisches Modell der professionellen Beziehung, das sie in einem zweiten Schritt auf drei Live-Beratungssitzungen anwendet, indem sie diese filmt, mit den Beteiligten Interviews führt und die Fachkräfte anschließend mit dem Filmmaterial konfrontiert, um deren Deutungen für die Interpretation zu nutzen.

Cornelia Schäfter unterrichtet an einer Fachschule für Sozialpädagogik, wo in Kooperation mit den zwei Hochschulen in Ludwigsburg die 'Integrierte Ausbildung Erzieher/Erzieherin und B.A. Frühkindliche Bildung und Erziehung' entwickelt wird.

Cornelia Schäfter unterrichtet an einer Fachschule für Sozialpädagogik, wo in Kooperation mit den zwei Hochschulen in Ludwigsburg die „Integrierte Ausbildung Erzieher/Erzieherin und B.A. Frühkindliche Bildung und Erziehung“ entwickelt wird.

Dank 5
Inhalt 6
Einführung 8
Teil A: Theoretische Grundlegung 12
1. Beratung als Kontext der Beziehungsgestaltung in der Sozialen Arbeit 13
1.1. Definitionen und Merkmale von Beratung 13
1.2. Beratung in der Sozialen Arbeit 17
2. Beziehung und Beziehungsgestaltung 21
2.1. Beziehung aus soziologischer Sicht 21
2.2. Beziehung aus psychologischer Sicht 24
2.3. Beziehung aus pädagogischer Sicht 30
emotionale Distanz, die diese Wechsel in den Bezugspersonen möglich mache 35
2.4. Beziehung aus sozialpädagogischer bzw. sozialarbeiterischer Sicht 36
2.4.1. Die helfende Beziehung in der Sozialen Arbeit 36
2.4.2. Die helfende Beziehung in der Beratung 39
3. Merkmale der professionellen Beziehung in der Sozialen Arbeit 45
3.1. Spezifische Verteilung der Rollen zwischen Fachkraft und KlientIn 45
3.2. Funktionale Asymmetrie als Voraussetzung und Konsequenz 52
3.3. Zweckgebundenheit und zeitliche Begrenzung als Rahmen 55
3.4. Freiwilligkeit als Aufgabe 57
3.5. Begrenzte emotionale Nähe als Chance und Gefahr 59
4. Die Entwicklung des Beziehungskonzepts 63
4.1. Die Grundlage: bekannte Beratungsansätze 63
4.1.1. Wurzeln von Beratung und Psychotherapie 64
4.1.2. Neuere Beratungsansätze 69
4.1.3. Integrative Beratungsansätze 75
4.2. Das Beziehungskonzept 83
4.2.1. Stellenwert von methodischem Vorgehen im Hinblick auf die Gestaltung der Beziehung 83
4.2.2. Arbeitsprinzipien 86
4.2.3. Erhoffte Wirkungen auf die Beziehung aus der Umsetzung der Arbeitsprinzipien 99
5. Die nonverbale Kommunikation in der Beratung 117
5.1. Kanäle nonverbalen Verhaltens 120
5.2. Die Bedeutung von nonverbaler Kommunikation für die Beratung 133
Teil B: Empirische Annäherung 139
6. Die vorliegende Untersuchung 140
6.1. Untersuchungsziel, Untersuchungsfragestellung und Felderschließung 140
6.2. Die Datenerhebung 142
6.2.1. Videographie 142
6.2.2. Interviews 145
6.3. Die Datenauswertung 150
6.3.1. Die Interpretation verbaler Daten 150
6.3.2. Die Interpretation nonverbaler Daten 153
6.3.3. Die kombinierte Interpretation von verbalen und nonverbalen Daten – bezogen auf das entwickelte Beziehungskonzept 157
7. Die Ergebnisse der Interpretation von drei Beratungsbeziehungen 162
7.1. Verlässliche, provokative Begleitung auf dem Lebensweg – Auswertung der ersten Beratungsbeziehung 162
7.2. Behutsame, beharrliche Einladung zur Selbstwahrnehmung – 195
7.3. Auserlesenes, flankierendes Angebot für Selbsterfahrung mit unklaren Grenzen – Auswertung der dritten Beratungsbeziehung 238
7.4. Quervergleich der drei ausgewerteten Beratungsbeziehungen 277
Zusammenfassung 290
Literaturverzeichnis 298

5. Die nonverbale Kommunikation in der Beratung (S. 119-120)

Jede Kommunikation wird überwiegend nonverbal gestaltet. Im Zuge der Diskussion der Begriffe Interaktion und Kommunikation wurde erläutert, dass diese auf den Austausch von Zeichen, Signalen und Symbolen zwischen InteraktionspartnerInnen gegründet sind. Insbesondere mit dem Begriff der Kommunikation wird zunächst der Austausch von verbalen Botschaften assoziiert. Die überragende Bedeutung der Sprache für die Kommunikation hat lange zur Unterschätzung des Austauschs von nonverbalen Zeichen in der Interaktion geführt (Scherer 1984: 358).

Heute besteht darüber Konsens, dass interpersonale Kommunikation nur zu einem kleinen Teil aus verbalen Botschaften besteht (Forgas 1992: 126, Scherer 1984: 359). In der Kommunikation wird eine Fülle von nonverbalen Zeichen ausgetauscht, die bedeutsam für die Kommunikation sind. Sprache wird von nonverbaler Kommunikation ergänzt, unterstützt oder gar ersetzt und es gibt Vieles, „was sich in Worten nicht angemessen ausdrücken lässt“ (Argyle 1985: 14, vgl. Argyle 1975: 71).

Insbesondere aufgrund der von Watzlawick et al. (1996) formulierten Axiome, nach denen der Beziehungsaspekt überwiegend analog (d.h. nonverbal) übermittelt werde und der Beziehungsaspekt einer Kommunikation den Inhaltsaspekt bestimme (ebd.: 62ff, vgl. auch Geißler/Hege 2001: 133, Retter 2000: 179, Wulf/Groddeck 1977: 226), muss der nonverbale Anteil der Kommunikation im Hinblick auf die professionelle Beziehung in der Beratung an dieser Stelle ausführlich diskutiert werden – was in der pädagogischen Literatur bisher kaum geschieht.

Die nonverbalen Signale sind für die Beziehung u.a. deshalb bedeutsam, weil diese Zeichen in der Regel unvermittelter, automatischer und schneller gesendet bzw. decodiert und auch unvermittelter, automatischer und schneller analysiert bzw. encodiert werden. Es zeigen sich auf diese Weise beziehungsrelevante Gefühle und Einstellungen, die verbal möglicherweise gar nicht ausgedrückt werden. Nonverbale Botschaften sind in der Regel überzeugender als verbale, sie zeigen eine unmittelbare, stärkere Wirkung, können vom Sender weniger gut kontrolliert werden und vermitteln damit echtere, validere Informationen, sind jedoch häufig ungenauer und schwieriger zu interpretieren (Argyle 1985: 341ff, Bauer 2008: 13, Ekman et al. 1974/1979, Ellgring 1986: 8ff, Ellsworth/ Ludwig 1979: 84, Forgas 1992: 127f, Nabrings 1981, Scherer 1984: 358ff, Watzlawick et al. 1996: 68).

Die Bedeutung der nonverbalen Kommunikation wird auch in der Beratungsliteratur an einigen Stellen in den Blick genommen. Belardi et al. (1999) weisen darauf hin, dass eine bewusste Wahrnehmung der Körpersprache in der Beratung immer wieder vernachlässigt werde, dass nonverbale Signale jedoch aufschlussreicher sein könnten als der reine Gesprächsinhalt, weshalb die körpersprachlichen Signale beachtet werden müssten (ebd.: 65, vgl. Sickendiek et al. 1999: 127). Auch Schulz von Thun (1981) unterscheidet in seiner Kommunikationstheorie explizite (was durch Worte gesagt wird) und implizite (was nicht direkt gesagt wird) Botschaften in der Interaktion, wobei die „eigentliche“ (A.i.O.) Hauptbotschaft häufig implizit gesendet werde.

Erscheint lt. Verlag 16.11.2009
Zusatzinfo 316 S. 2 Abb.
Verlagsort Wiesbaden
Sprache deutsch
Themenwelt Geisteswissenschaften
Sozialwissenschaften Pädagogik Sozialpädagogik
Schlagworte Beratung • Fachkraft • Klientel • Professionalisierung • Soziale Arbeit • Videographie
ISBN-10 3-531-91928-8 / 3531919288
ISBN-13 978-3-531-91928-7 / 9783531919287
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