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Interkulturelle Kompetenz und pädagogische Professionalität (eBook)

Georg Auernheimer (Herausgeber)

eBook Download: PDF
2010 | 3. Aufl. 2010
262 Seiten
VS Verlag für Sozialwissenschaften
978-3-531-92312-3 (ISBN)

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Interkulturelle Kompetenz und pädagogische Professionalität -
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Interkulturelle Kompetenz ist zu einem zentralen Thema der pädagogischen Fachdiskussion geworden. Teils ist das Konzept umstritten, teils wird es fraglos in die politische und pädagogische Programmatik aufgenommen. Die Neuauflage des Bandes fällt durch die eigenwillige Positionierung innerhalb des wachsenden Angebots an Literatur zum Thema interkulturelle Kompetenz auf. Noch entschiedener als in der ersten Auflage wird der Blick von kulturellen Differenzen weg auf die Machtasymmetrien bei interkulturellen Kontakten gelenkt. Betont wird eine reflexive, forschende Haltung. Dazu werden der Leserin und dem Leser in mehreren Beiträgen Denkanstöße und Heuristiken zur Interpretation von Interaktionen geliefert.




Dr. Georg Auernheimer war Professor am Seminar für Pädagogik, Forschungsstelle für Interkulturelle Studien an der Universität zu Köln.

Inhaltsverzeichnis 6
Einleitung 8
1 Interkulturelle Kompetenz – Anfragen an das Konzept 13
„Kompetenzlosigkeitskompetenz“. Pädagogisches Handeln unter Einwanderungsbedingungen 14
Einleitung 14
Adressatinnen interkultureller Bildungsangebote 15
Theoretischer Zugang 18
Professionalitätsverständnis 23
Beobachtung des Gebrauchs von „Kultur“ 25
Verschränkung von Wissen und Nicht-Wissen 27
Literatur 33
Interkulturelle Kommunikation, mehrdimensional betrachtet, mit Konsequenzen für das Verständnis von interkultureller Kompetenz 34
Einleitung 34
Rückblick auf die Forschungsgeschichte 36
Fünf Thesen 40
Ein heuristisches Modell 44
Machtasymmetrien und Kollektiverfahrungen 46
Fremdbilder 51
Differente Kulturmuster 53
Konsequenzen für das Konzept von interkultureller Kompetenz 56
Literatur 60
„Anerkennung und Intervention“. Moral und Ethik als komplementäre Dimensionen interkultureller Kompetenz 65
Der „stereoskopische Blick“ – zur professionellen Kompetenz 65
Die Moral, die Verfassung und die Geltung der Rechte 66
Die Ethik, die Identität und das Gelingen des Lebens 69
Die professionelle Intervention: die Vermittlung von wissenschaftlicher Erklärung und ethischer Reflexion 72
Die „kulturalistische Falle“ – zur Gefahr des Miss-Verstehens 74
Literatur 77
Interkulturelle Kompetenz: eine sprachwissenschaftliche Perspektive 79
Einleitung 79
Die Konzepte „Kultur“, „Verständigung“ und „Missverstehen“ 80
Problemdimensionen interkultureller Kommunikation 83
Komponenten interkultureller Kommunikationsfähigkeit 89
Literatur 95
2 Interkulturelle Kompetenz in der Sozialarbeit und in der Schule 96
Interkulturelle Kompetenz in der Sozialen Arbeit 97
Einleitung 97
Zwei Modelle von Kultur und kultureller Begegnung: Vom statischen zum dynamischen Kulturverständnis 99
Interkulturalität in der Sozialen Arbeit 103
Interkulturelle Kompetenzen in der Sozialen Arbeit 105
Zur interkulturellen Kompetenz sozialer Organisationen 109
Ausblick 114
Literatur 116
Das TOPOI-Modell – eine Heuristik zur Analyse interkultureller Gesprächssituationen und ihre Implikationen für die pädagogische Arbeit 120
Einleitung 120
Kulturalistischer und inklusiver Ansatz von interkultureller Kommunikation 121
Die Prinzipien der anerkannten Gleichheit und der anerkannten Diversität 122
Ein systemtheoretischer Ansatz von interkultureller Kommunikation 124
Kommunikation ist ein universaler Prozess. 124
Identität: vielfältig, multikulturell und dynamisch 125
Eine metakulturelle und psychologische Perspektive auf Kultur 125
Aufruf zu gegenseitiger Verantwortlichkeit 127
Kommunikation verläuft zirkulär. 128
Unterschiede und Missverständnisse sind in jeder Kommunikation eher die Regel als die Ausnahme 129
Kommunizieren heit sich zu trauen, Risiken auf sich zu nehmen. 129
Das TOPOI-Modell 131
Soziale Repräsentationen 132
Die Dimension Taal (Sprache) 133
Die Dimension Ordening (Ordnung) 135
Die Dimension Personen 136
Die Dimension Organisation 138
Die Dimension Inzet29 139
Anwendung des TOPOI-Modells 141
Präsenz, sich einlassen 144
Literatur 144
Interkulturelle Teamentwicklung – Beobachtungen in der Praxis 147
Einleitung 147
Ergebnisse der Begleitforschung zu einem Qualitätszirkel „interkulturelle Teamentwicklung“ 148
Umgang mit dem Distanz-Nähe-Problem in multikulturellen Teams, aus Fremdund Selbstwahrnehmung resultierende Konflikte 151
Deutungsaltenativen zur Vermeidung der Ethnisierung des unterschiedlichen Distanz–Näheverhaltens 156
Kulturdifferenz und zirkuläre Interaktion 161
Literatur 163
Interkulturelle Mediationskompetenz. Umrisse einer differenz-, dominanzund kontextsensiblen Mediation 166
Einleitung 166
Mediation – Grundlagen, Entwicklungsstränge, offene Fragen 168
Was passiert eigentlich in „interkulturellen“ Konflikten? 173
Identitätspolitik: Kampf um Anerkennung in asymmetrischen Beziehungen 174
„Die sind einfach unkooperativ“: Frustrierte Verhaltenserwartungen in der mediatorischen Praxis 175
Konflikteskalation als Anerkennungsverlust 179
Spielvarianten in asymmetrischen Beziehungen 180
Allparteilichkeit und Verstrickung 182
Eckpunkte einer Mediationskompetenz in interkulturellen Kontexten 185
Literatur 189
Interkulturelle Kompetenz bei Lehrerinnen und Lehrern aus der Sicht der empirischen Bildungsforschung 193
„Interkulturelle“ Kompetenz als „Schlüsselqualifikation“ im Bildungswesen? 193
Zum Konzept „Interkulturelle Kompetenz“ 196
„Interkulturelle Kompetenz“ bei Lehrerinnen und Lehrern – Schlussfolgerungen aus einer empirischen Längsschnittuntersuchung 198
Für interkulturelle Kompetenz förderliche Merkmale des Umgangs mit unterschiedlichen kulturbezogenen Deutungsund Handlungssystem 200
Ausblick 218
Literatur 218
3 Schlussfolgerungen für die Ausbildung 221
Interkulturelle Kompetenz als Element pädagogischer Professionalität – Schlussfolgerungen für die Lehrerausbildung 222
Welche Qualifikationen für ein multikulturelles Schulumfeld? 222
Warum ist eine Qualifizierungsoffensive im Bereich interkultureller Kompetenz notwendig? 224
Zum Umgang mit vorbelasteten Begriffen 226
Was kennzeichnet „erfolgreiche“ Lehrpersonen in multikulturellen Schulen? 228
Lehrpersonen im Umgang mit Differenz: Annäherung an eine Typenbildung 231
Ein Standard-Curriculum für interkulturelle Kompetenzen in pädagogischen Praxisfeldern 236
Schlussbetrachtung und Perspektiven 247
Literatur 248
Verzeichnis der Autorinnen und Autoren 252

3 Schlussfolgerungen für die Ausbildung (S. 230-231)

Interkulturelle Kompetenz als Element pädagogischer Professionalität – Schlussfolgerungen für die Lehrerausbildung Interkulturelle Kompetenz als Element pädagogischer Professionalität

Andrea Lanfranchi

Welche Qualifikationen für ein multikulturelles Schulumfeld?

Dieser Beitrag geht von der Prämisse aus, dass innerschulische Bedingungen und insbesondere die Kompetenz von Lehrpersonen im Umgang mit verschiedenen Formen von Diversität eine zentrale Rolle bei der Verminderung (oder beim Zuwachs!) von Leistungsunterschieden zwischen Schulkindern spielen. Präsentiert und kritisch diskutiert werden im folgenden interkulturelle Qualifizierungsmaßnahmen, die folgende Kompetenzbereiche gleichermaßen berücksichtigen müssen:

Auf der einen Seite Fähigkeiten und Fertigkeiten auf der Ebene der Differenz zwischen Kulturen, Sprachen, sozialer und geschlechtspezifischer Zugehörigkeit, auf der anderen Seite „persönlichkeitsbildende“ Fähigkeiten auf der Ebene der Haltungen und Einstellungen rund um die Anerkennung der Pluralität von Denkmodellen und Lebensformen. Es geht dabei nicht zuletzt um die Entwicklung eines individuellen, aber auch institutionellen und politischen Bewusstseins im Bereich der eigenen Verstrickung in gesellschaftliche Machtverhältnisse (dazu Mecheril 1996). Damit es nicht bei der Feststellung von Disparitäten bleibt, braucht es schließlich Kompetenzen auf der Ebene des kommunikativen Handelns, des interkulturellen Dialogs und der interkulturellen Verständigung (vgl. Nieke 2000).

Diese grundlegenden Kompetenzbereiche sollten die Studiengänge durchziehen und in einen anhaltenden Prozess pädagogischer Aus- und Weiterbildung eingebunden werden. Wenn es Lehrerinnen und Lehrern als Fachleuten für Lernen gelingt, zusätzlich Fachleute für die Gestaltung von Begegnungen und Beziehungen zu werden, wird es unter anderem durch gute Kommunikation möglich sein, aus Ohnmacht Kompetenz zu entwickeln, in Problemlagen Ressourcen zu erkennen, und aus überforderten Schulen mit monolingualem und monokulturellem Habitus (Gogolin 2000) wirksame multikulturelle Schulen (Mächler & Autorenteam 2000) zu machen. Die Institutionen der Lehrerausbildung stehen somit vor der Herausforderung, praxisrelevante Antworten auf folgende Problemstellungen zu finden.

Erscheint lt. Verlag 6.5.2010
Reihe/Serie Interkulturelle Studien
Interkulturelle Studien
Zusatzinfo 262 S.
Verlagsort Wiesbaden
Sprache deutsch
Themenwelt Geisteswissenschaften
Sozialwissenschaften Pädagogik
Sozialwissenschaften Politik / Verwaltung
Sozialwissenschaften Soziologie Spezielle Soziologien
Schlagworte Bildungsforschung • Erziehungswissenschaft • Interkulturell • Interkulturelle Bildung • Interkulturelle Kompetenz • Kompetenz • Lehrerbildung • Migration • Soziale Arbeit
ISBN-10 3-531-92312-9 / 3531923129
ISBN-13 978-3-531-92312-3 / 9783531923123
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