Spielräume in der Konstruktion von Geschlecht und Familie? (eBook)
349 Seiten
VS Verlag für Sozialwissenschaften
978-3-531-92324-6 (ISBN)
Dr. Barbara Rinken studierte am Institut für Erziehungswissenschaften der TU Berlin und promovierte bei Prof. Dr. Karin Gottschall an der Bremen International Graduate School of Social Sciences.
Dr. Barbara Rinken studierte am Institut für Erziehungswissenschaften der TU Berlin und promovierte bei Prof. Dr. Karin Gottschall an der Bremen International Graduate School of Social Sciences.
Geleitwort 6
Vorwort 8
Inhaltsverzeichnis 9
Tabellen- und Abbildungsverzeichnis 11
1 Einleitung 13
Definition Familie 18
Definition Alleinerziehend 19
Aufbau des Buches 21
2 Theoretischer Bezugsrahmen 24
2.1 Konstruktionsprozesse von Geschlecht und Familie 24
Von der Frauenforschung zur Geschlechterforschung 30
2.2 Definitionen: Diskurse und Leitbilder 35
2.3 Lebenslaufforschung und Statuskonfiguration 36
Der Lebenslauf als Institution 39
Statuskonfigurationen in der Lebenslaufforschung 40
2.4 Sozialisation, Doing Gender und Doing Family 42
Sozialisation 42
Doing Gender 50
Doing Gender – Doing Family 53
2.5 Zusammenfassung 55
3 Geschlechterund Familienleitbilder 58
3.1 Familienpolitik und Familienrealitäten 59
3.2 Geschlechterund Familienleitbilder vor 1949 63
3.3 DDR 1949 – 1989 68
3.3.1 Der Diskurs zu Geschlechtergerechtigkeit 69
3.3.2 Mütterlichkeit und Väterlichkeit 77
3.3.3 Diskurse zum Kindeswohl 79
3.4 BRD 1949 –1989 83
3.4.1 Retraditionalisierung und sozialer Wandel 83
3.4.2 Mütterlichkeit und Väterlichkeit 94
3.4.3 Diskurse zum Kindeswohl 102
3.5 Nach der Vereinigung: 1989 ff. 104
3.5.1 Transformation und Modernisierung 105
3.5.2 Mütterlichkeit und Väterlichkeit 120
3.5.3 Diskurse zum Kindeswohl 134
3.6 Zusammenfassung 136
4 Der Forschungsstand zu Alleinerziehenden 141
4.1 Anzahl Alleinerziehender 142
4.2 Entstehung des Alleinerziehens, Kinder 143
Zustandekommen des Alleinerziehens und gewünschte Lebensformen 144
Anzahl und Alter der Kinder 148
4.3 Strukturelle Bedingungen und ökonomische Situation 149
Institutionelle Kinderbetreuung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf 149
Die ökonomische Situation 150
Wohnsituation 154
4.4 Unterstützende Strukturen 155
Private Unterstützung 155
Institutionelle Unterstützung 159
4.5 Die Ressource Zeit 160
4.6 Fazit 162
5 Anlage der Untersuchung 166
5.1 Entwicklung der Forschungsfragen 166
5.2 Forschungsdesign 169
5.3 Samplekonstruktion 171
5.4 Erhebungsinstrumente 175
5.5 Auswertungsverfahren164 179
Methodische Reflexion 181
Empirische Ergebnisse I 184
6 Lebensbedingungen des Samples 185
6.1 Entstehung des Alleinerziehens, Kinder 186
Anzahl und Alter der Kinder166 188
6.2 Überblick über sozialstrukturelle Bedingungen 189
6.3 Quantität und Qualität der Kinderbetreuung 198
6.4 Privat organisierte und private Unterstützung 200
6.5 Erwerbsstatus 204
Teilzeiterwerbstätigkeit 205
Vollzeiterwerbstätigkeit 205
Erwerbslosigkeit 206
6.6 Ökonomische Situation 207
6.7 Bildung und Erwerbsstatus 209
Ohne Ausbildung und erwerbslos 210
Realschulabschluss und Teilzeitarbeit 211
Abgebrochenes Hochschulstudium und erwerbslos 212
Abgeschlossene Berufsausbildung und erwerbslos 212
Abgeschlossene Berufsausbildung und Teilzeit- bzw. Vollzeitarbeit 213
Abgeschlossenes Hochschulstudium und Teilzeit- bzw. Vollzeitarbeit 214
6.8 Alltagsbewältigung 215
Die Vereinbarkeitsproblematik 216
Problemlösungsstrategien 217
6.9 Zusammenfassung 218
Empirische Ergebnisse II 224
7 Bilder von Geschlecht und Familie 225
7.1 Selbstverständnis Körper/Geschlecht 228
7.1.1 Verhältnis zu Geschlechtlichkeit 229
Positives Verhältnis zu Geschlechtlichkeit 229
Probleme mit Geschlechtlichkeit 230
7.1.2 Distanz zur Geschlechterrolle 232
7.1.3 Zwischenfazit 237
7.2 Geschlechterverhalten der Kinder 243
7.2.1 Geschlechtertypisches Verhalten als Erwartung 245
Einfluss der Peer Group: 249
Reaktionen des sozialen Umfeldes 250
Die Problematisierung geschlechteroffenen kindlichen Verhaltens 251
Homophobe Reaktionen auf geschlechteroffenes, kindliches Verhalten 252
7.2.2 Geschlechtertypisches Verhalten als Problem 254
7.2.3 Ambivalenzen 255
7.2.4 Geschlechteroffene Einstellungen 258
7.2.5 Zwischenfazit 259
7.3 Vorstellungen von Mütterlichkeit/Väterlichkeit 267
7.3.1 Dichotome Bilder von Mütterlichkeit/Väterlichkeit 268
7.3.2 Ambivalenzen 273
7.3.3 Vielfalt statt Dichotomie 281
7.3.4 Zwischenfazit 288
7.4 Einstellungen zu unterschiedlichen Familienformen 293
7.4.1 Präferenzen für die Zwei-Eltern-Familie 294
7.4.2 Ambivalenzen 298
7.4.3 Präferenzen für die Ein-Elter-Familie 300
7.4.4 Zwischenfazit 306
7.5 Zusammenführung der Ergebnisse 310
Konstruktionen und Sozialstruktur 313
Unterschiede zwischen Männern und Frauen 314
Ost/West – Unterschiede 315
8 Resümee 316
Die Bedeutung sozialstruktureller Rahmenbedingungen 316
Die Bedeutung kultureller Rahmenbedingungen 318
Weiterführende Forschungsfragen 323
Schlussfolgerungen 323
9 Literaturverzeichnis 328
Empirische Ergebnisse II (S. 230-232)
7 Bilder von Geschlecht und Familie
Nachdem die Effekte sozialer und sozialstruktureller Lebensbedingungen auf das Wohlbefinden Alleinerziehender im vorangehenden Kapitel aufgezeigt wurden, soll die Aufmerksamkeit nun auf subjektive Bilder von Geschlecht und Familie gerichtet werden. Wie zu erwarten war, ist die Dichotomie von Geschlechterbildern für die befragten Alleinerziehenden kein Thema, welches als solches, abstrakt gefasst und aus der Theorie entlehnt, Bedeutung in ihren Erzählungen erlangt.
In der Konzeption des Interviewleitfadens (mit den Themenschwerpunkten Existenzsicherung/Zeit, Eltern-Kind-Beziehung, Reaktionen der sozialen Umwelt, gesellschaftliche Bilder/Rezeption von Diskursen, Geschlechterrollen/ Doing Gender) wurde davon ausgegangen, dass Bilder von Geschlecht in den Erzählungen zu den gewählten Schwerpunkten aufscheinen würden. Wo es sich anbot, wurde in den unterschiedlichen Themenfeldern zur Dichotomie von Geschlechterbildern mit Bezug auf die Alltagswirklichkeit der Subjekte nachgefragt. Im Auswertungsprozess ergaben sich dann schließlich vier übergeordnete thematische Gruppen, innerhalb derer eine detaillierte Beschreibung der subjektiven Bilder von Geschlecht und Familie möglich wird (vgl. auch Abbildung Nr. 5).
Der Begriff der ‚Geschlechtsidentität’ stellt, wie insbesondere im Exkurs zu ‚Psychoanalyse und Geschlecht’ (siehe Kap. 3.5.2) verdeutlicht wurde, das zentrale Element von Geschlechterkonstruktionen dar. Subjektiv macht sich Geschlechtsidentität in starkem Maße am Verhältnis zum eigenen Körper und an den hiermit verbundenen Vorstellungen zu Weiblichkeit und Männlichkeit fest. Dieser Aspekt aus den Interviews erfährt daher besondere Aufmerksamkeit im Auswertungsprozess und wird im Folgenden mit dem Oberbegriff ‚Selbstverständnis Körper/Geschlecht’ bezeichnet.
Die Kategorie ‚Selbstverständnis Körper/Geschlecht’ wird auch daraufhin untersucht, ob und wenn auf welche Art und Weise das Verhältnis zum eigenen Körper in Zusammenhang mit dem Familienstatus gebracht wird (Kap. 7.1). Aber auch die Erwartungen an ein geschlechtshomogenes bzw. geschlechteroffenes Verhalten der Kinder können für eventuelle Zusammenhänge zwischen Geschlechter- und Familienkonstruktionen bedeutungsvoll sein.
Die Vorstellungen der Alleinerziehenden von der Wichtigkeit geschlechtertypischen Verhaltens, bzw. ihre Toleranz gegenüber geschlechteroffenem Verhalten ihrer Kinder zeigt einen elementaren Aspekt subjektiver Geschlechterbilder im Alltagsleben der Subjekte. Wiederum interessiert hier für die Untersuchung der Verbindungen zwischen Geschlechter- und Familienkonstruktionen, ob geschlechtertypisches bzw. geschlechteroffenes Verhalten der Kinder von den Befragten in Zusammenhang mit deren Aufwachsen in Ein-Elter- Familien gebracht wird (Kap. 7.2).
| Erscheint lt. Verlag | 10.5.2010 |
|---|---|
| Zusatzinfo | 349 S. |
| Verlagsort | Wiesbaden |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Sozialwissenschaften ► Politik / Verwaltung |
| Sozialwissenschaften ► Soziologie | |
| Schlagworte | Alleinerziehende • Familienleitbilder • Familienpolitik • Familiensoziologie • Gender Studies • Geschlchterkonstruktion • Geschlecht • Geschlechterforschung • Gesellschaft • Mütter |
| ISBN-10 | 3-531-92324-2 / 3531923242 |
| ISBN-13 | 978-3-531-92324-6 / 9783531923246 |
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