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Frühpädagogische Förderung in Institutionen (eBook)

Zeitschrift für Erziehungswissenschaft. Sonderheft 11 | 2008
eBook Download: PDF
2009 | 2009
VI, 192 Seiten
VS Verlag für Sozialwissenschaften
978-3-531-91452-7 (ISBN)

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Frühpädagogische Förderung in Institutionen -
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Seit einiger Zeit werden Bedeutung und Aufgaben frühpädagogischer Institutionen (wieder) vermehrt öffentlich diskutiert. Gleichwohl muss in Deutschland ein erhebliches Forschungsdefizit in diesem Bereich konstatiert werden. Die Beiträge des Bandes nähern sich dem Thema aus verschiedenen Perspektiven an und spiegeln ein breites Spektrum frühpädagogischer Förderung in Institutionen wieder. Neben Fragen der Nutzung und damit einhergehender Disparitäten geht es um konzeptuelle Verankerungen und die Ausgestaltung der pädagogischen Praxis. Darüber hinaus findet eine Auseinandersetzung sowohl mit speziellen Förderprogrammen als auch mit den Auswirkungen frühpädagogischer Förderung auf die Entwicklung der Kinder statt.

Dr. Hans-Günther Roßbach ist Inhaber des Lehrstuhls für Elementar- und
Familienpädagogik der Universität Bamberg.
Dr. Hans-Peter Blossfeld ist Inhaber des Lehrstuhls für Soziologie I der Universität Bamberg.

Dr. Hans-Günther Roßbach ist Inhaber des Lehrstuhls für Elementar- und Familienpädagogik der Universität Bamberg. Dr. Hans-Peter Blossfeld ist Inhaber des Lehrstuhls für Soziologie I der Universität Bamberg.

Inhaltsverzeichnis 6
Editorial 8
Ungleichheiten der Inanspruchnahme öffentlicher frühpädagogischer Angebote. Einflussfaktoren und Restriktionen elterlicher Betreuungsentscheidungen 12
1 Einleitung 12
2 Forschungsstand 14
2.1 Erklärungsansätze für elterliche Betreuungsentscheidungen 14
2.2 Empirische Befunde zu Einflussfaktoren auf die Inanspruchnahme von Kindertageseinrichtungen in Deutschland 16
3 Befunde zu Einflussfaktoren der Inanspruchnahme auf Basis der DJI-Surveydaten 2007 18
3.1 Beschreibung der Stichprobe und Variablen 18
3.2 Welche Kinder besuchen ab welchem Alter eine Tageseinrichtung? 18
3.3 Multivariate Analyse 22
3.4 Aus welchen Gründen besuchen Kinder keine Tageseinrichtung? 24
4 Zusammenfassende Diskussion der Ergebnisse 26
Anmerkungen 27
Literatur 28
Informelle Förderangebote – Eine empirische Analyse ihrer Nutzung in der frühen Kindheit 30
1 Fragestellung und Forschungsstand 31
1.1 Fragestellung 31
1.2 Forschungsstand 32
2 Forschungsfragen, Daten und methodisches Vorgehen 34
2.1 Forschungsfragen 34
2.2 Daten 34
2.3 Methodisches Vorgehen 35
3 Bivariate Ergebnisse bezüglich der Nutzung 35
4 Multivariate Ergebnisse bezüglich der Nutzung 39
4.1 Nutzung informeller Förderangebote und sozioökonomische Merkmale 39
4.2 Nutzung informeller Förderangebote und adaptives Verhalten 40
5 Zusammenfassung und Forschungsausblick 43
Anmerkungen 44
Literatur 45
Bildungspläne für Kindertagesstätten – ein neues und noch unbegriffenes Steuerungsinstrument 48
1 Das traditionsbedingte Steuerungsdefizit in der Kinder- und Jugendhilfe 49
2 Was darf der Staat? 50
3 Das Ende der Beliebigkeit!? 51
4 Ein grober Überblick über die Bildungspläne 52
4.1 Entwicklung der Pläne 52
4.2 Normativer Charakter des jeweiligen Vorhabens 52
4.3 Geltungsbereich der Pläne 54
4.4 Erfahrungsmöglichkeiten statt Lernziele 55
4.5 Gestaltung und Aufbau der Bildungspläne 55
4.6 Bildungsbegriff/Konzepte frühkindlicher Bildung 56
5 Offene Fragen mit dringendem Klärungsbedarf 57
Anmerkungen 59
Literatur 60
Pädagogische Sprachdiagnostik für Vorschulkinder – Dynamik, Stand und Ausblick 63
1 Einleitung 64
2 Entwicklungsschub Pädagogische Sprachdiagnostik?! 64
2.1 Professionspolitische Motive 64
2.2 Gesundheits- und sozialpolitische Motive 65
2.3 Bildungspolitische Motive 66
3 Stand der Pädagogischen Sprachdiagnostik für Vorschulkinder 66
3.1 Dokumentations- und Analysebände des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge 67
3.2 Expertise von Fried 67
3.3 Expertise von Ehlich et al. 68
3.4 Expertise von Weinert, Doil und Frevert 69
4 Ausblick 71
Anmerkungen 73
Literatur 73
Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund im Elementarbereich 79
1 Früher Spracherwerb 80
2 Erste Verkürzung: Konzentration auf die Zweitsprache 83
3 Zweite Verkürzung: Konzentration auf die „Frühförderung“ 85
4 Fazit 87
Anmerkungen 88
Literatur 88
Frühe Förderung von mathematischen Kompetenzen im Vorschulalter 91
1 Theoretische Vorbetrachtungen 92
2 Studie zur Förderung früher mathematischer Kompetenzen mit „Mengen, zählen, Zahlen“ 96
2.1 Methode 96
2.2 Ergebnisse 97
3 Diskussion 101
Literatur 102
Von der Kindertageseinrichtung zum Familienzentrum – Konzeption, Entwicklungen und Erprobung des Gütesiegels „Familienzentrum NRW“ 104
1 Einleitung 105
2 Internationale Forschungsergebnisse 106
3 Zur Situation in Deutschland 107
4 Familienzentren NRW – Ansatz eines systematischen und flächendeckenden Programms 108
5 Das Gütesiegel als Instrument der Qualitätssicherung und -entwicklung 109
5.1 Konzeptionelle Grundlagen 109
5.2 Entwicklung, Aufbau und Verfahren des Gütesiegels „Familienzentrum NRW“ 110
5.3 Ergebnisse der Gütesiegel-Überprüfung 113
6 Diskussion und Ausblick 116
Anmerkungen 119
Literatur 120
Reformmodelle für die Ausbildung des frühpädagogischen Fachpersonals 122
1 Die Ausbildung des frühpädagogischen Fachpersonals: Geschichte und aktuelle Reformansätze 123
1.1 Geschichte der Erzieherinnenausbildung 123
1.2 Kennzeichen der aktuellen fachschulischen Ausbildung: Breitbandausbildung, Lernfeldkonzept, Betonung des Lernorts Praxis 124
2 Argumente für die Entwicklung von Ausbildungsangeboten auf akademischem Niveau 125
3 Modelle der Akademisierung in struktureller Systematik 126
3.1 Grundständige Präsenzstudiengänge an Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen oder Universitäten, Abschluss B.A. 126
3.2 Berufsbegleitende Studiengänge an Fachhochschulen oder Universitäten, Abschluss B.A. 127
3.3 Studiengänge an Fachhochschulen oder Universitäten, Abschluss M.A. 127
3.4 Verbundkonzepte Fachschule/Fachhochschule, Abschluss B.A. 128
3.5 Aufwertung von Fachschulen zu Fachhochschulen, Abschluss B.A. 129
4 Modelle der Akademisierung in inhaltlicher Systematik 129
4.1 Studienangebote mit konsequenter Ausrichtung auf Pädagogik der frühen Kindheit 130
4.2 Integration von Frühpädagogik und Sozialer Arbeit 130
4.3 Qualifikation für Leitungs- und Managementaufgaben 131
4.4 Fachprofilbildende Studiengänge 131
4.5 Integration von Frühpädagogik und Grundschullehramt 132
5 Übergreifende und spezifische Ansätze zur Qualitätssicherung 132
6 Risiken und Chancen von Akademisierung und Profilbildung 134
Anmerkungen 135
Literatur 135
Auswirkungen eines Kindergartenbesuchs auf den kognitiv-leistungsbezogenen Entwicklungsstand von Kindern 138
1 Längerfristige Auswirkungen des Kindergartens auf die kognitiv-leistungsbezogene Entwicklung von Kindern 141
2 Kompensatorische Effekte für Kinder aus benachteiligten Familien 145
3 Das Verhältnis von vorschulischer und schulischer Förderung 148
4 Zusammenfassung und Fazit 151
Literatur 155
Prozessqualität im Kindergarten – Konzept, Umsetzung und Befunde 158
1 Anregungsqualität in frühpädagogischen Einrichtung 159
2 Methodische Anlage 162
2.1 Stichprobe und Erhebungsdesign 162
2.2 Erhebungsinstrumente 163
2.3 Analyseplan 165
3 Ergebnisse 165
4 Diskussion und Ausblick 170
Anmerkungen 173
Literatur 174
Children’s Cognitive Attainment and Progress in English Primary Schools During Key Stage 2: Investigating the potential continuing influences of pre-school education 178
1 Theoretical Background and Objectives 179
2 Data Source and Methods 181
3 Results 183
3.1 Attainment Models 183
3.2 Progress Models – Age 6 to 10 years 190
4 Discussion 193
References 194

2 Internationale Forschungsergebnisse (S. 107-108)

Das hier skizzierte Modell von Familienzentren lässt sich in verschiedenen nationalen und internationalen Projekten wiedererkennen. Die Ausgestaltung kann hierbei sehr unterschiedlich ausfallen, besonders was Form, Verbindlichkeitsgrad, Umfang und Intensität des Einbezugs von Eltern, aber auch was das Alter der Kinder anbelangt. Dementsprechend muss nach vorliegenden Erfahrungen mit unterschiedlichen Graden der Wirksamkeit gerechnet werden.

In einer internationalen Perspektive zeigen erwartungsgemäß Ansätze, die die institutionelle Förderung der Kinder mit einer Elternintervention verbinden, die deutlichsten Fördereffekte bei Kindern, wenn diese Programme gut durchdacht und klar strukturiert sind und wissenschaftlich begleitet werden. Voraussetzungen für das Erreichen der intendierten Effekte sind weiterhin gut ausgebildetes und angemessen bezahltes Personal, günstige Personal-Kind-Schlüssel, ein früher Beginn, ein intensiver Einbezug der Eltern mit Anleitung zu gezielten Aktivitäten in den Familien sowie weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Familien in ihrem Lebenszusammenhang.

Zu den bekanntesten Programmen dieser Art mit gut dokumentierter Wirksamkeit gehören das High/Scope Perry Preschool Project (Schweinhart et al. 2005), das Child-Parent Center Project in Chicago (Reynolds/Ou/Topitzes 2004) und das Syracuse Family Development Research Project (Lally/Mangione/Honig 1988). Einzel-Evaluationen und Meta-Analysen zeigen, dass solche kombinierten Programme, die institutionelle Förderung der Kinder mit intensivem Einbezug von Eltern verbinden, in kurzfristiger wie auch in längerfristiger Perspektive bessere Effekte auf Schulfähigkeit und Schulleistung, die sozial-emotionale Entwicklung und die spätere Lebensführung im Jugend- und Erwachsenenalter haben (z. B. geringere Delinquenzraten, geringere Arbeitslosigkeit, seltenere Abhängigkeit von sozialer Wohlfahrt, höheres Einkommen) als andere Programme mit nur institutioneller oder gar nur familialer Förderung.

In den Metaanalysen von Gorey (2001) und von Blok et al. (2005) finden sich – in Abhängigkeit von den Kriterienmaßen – mittlere bis starke Effekte (0.6-0.8) beim Übergang in die Grundschule. Bei sogenannten Large-Scale-Programmen, deren Implementation weniger strengen Regeln unterliegt und die, wenn überhaupt, nur weniger eng wissenschaftlich begleitet werden können, ist mit weniger ausgeprägten Effekten zu rechnen.

Ergebnisse zu den in dieser Hinsicht vermutlich am besten untersuchten Programmen, dem Head Start Programm in den USA (US Department of Health and Human Services 2005) wie auch zu seiner Variante für unter dreijährige Kinder, dem Programm Early Head Start (Love et al. 2005), zeigen deutlich geringere Fördereffekte für die Kinder. Ramey und Ramey (2004) verweisen auf eine Reihe von hierfür vermutlich ausschlaggebenden Gründen: Im Vergleich zu den Modellprogrammen haben die Large-Scale-Programme weniger qualifiziertes Personal aufzuweisen, ist ihre Intensität geringer, werden die Kinder nicht so früh einbezogen, sind die Ansätze weniger multi-systemisch, d. h., der Elterneinbezug und die Zusammenarbeit im institutionellen Netzwerk in der Gemeinde sind weniger intensiv.

Der Metaanalyse von Gorey (2001) lässt sich entnehmen, dass das Eintrittsalter des Kindes, die Intensität wie auch die Dauer der Teilnahme generell entscheidende Faktoren bilden. Love et al. (2005) fanden in ihrer Analyse von 17 Early Head Start Programmen, dass die Kombination von institutioneller Betreuung zusammen mit einem klaren Elternunterstützungsprogramm in Verbindung mit voll implementierten Qualitätsstandards den besten Erfolg bei den verschiedenen Programmvarianten aufwies.

Im Vergleich zu kombinierten Programmen (wie auch zu rein institutionellen Ansätzen früher Förderung) kann von nur familienbasierten Programmen kaum eine kognitive und sprachliche Förderung der Kinder erwartet werden. So fanden Sweet und Appelbaum (2004) in ihrem Überblick über 60 Familienunterstützungsprogramme aus verschiedenen Ländern zwar schwache bis moderate Effekte auf die Erziehungskompetenz der Eltern und die sozialemotionale Entwicklung der Kinder, jedoch nicht auf deren sprachliche und kognitive Entwicklung (vgl. auch Blok et al. 2005, Brooks-Gunn/Markman 2005).

Erscheint lt. Verlag 7.3.2009
Reihe/Serie Zeitschrift für Erziehungswissenschaft - Sonderheft
Zeitschrift für Erziehungswissenschaft - Sonderheft
Zusatzinfo VI, 192 S.
Verlagsort Wiesbaden
Sprache deutsch
Themenwelt Geisteswissenschaften Psychologie
Sozialwissenschaften Pädagogik Vorschulpädagogik
Sozialwissenschaften Politik / Verwaltung
Sozialwissenschaften Soziologie
Schlagworte Bildungspläne • Elementarbereich • Empirische Analyse • Erziehung • Erziehungswissenschaft • Förderung • Forschung • Frühpädagogik • Institution • Kindergarten • Kindertageseinrichtung • Kindertagesstätte • Kompetenzen • Leistung • Qualität • Vorschulkind
ISBN-10 3-531-91452-9 / 3531914529
ISBN-13 978-3-531-91452-7 / 9783531914527
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