Meritokratie als Legitimationsprinzip (eBook)
VII, 285 Seiten
VS Verlag für Sozialwissenschaften
978-3-531-90959-2 (ISBN)
Zur Beziehung zwischen Bildung und Akzeptanz sozialer Ungleichheit werden zunächst zwei konträre Thesen aufgestellt: Einerseits sollten höher Gebildete infolge erweiterter kognitiver Fähigkeiten kritischer gegenüber sozialer Ungleichheit sein, andererseits ist zu erwarten, dass höher Gebildete - die mit größerer Wahrscheinlichkeit zu den privilegierten Sozialschichten gehören - aufgrund eigener positiver Erfahrungen mit der Ordnung sozialer Ungleichheit diese stärker akzeptieren. Im Zentrum der empirischen Untersuchung stehen Analysen zu zeitlichen Entwicklungen unter simultaner Berücksichtigung von Kohorten-, Perioden- und Alterseffekten.
Dr. Andreas Hadjar ist Oberassistent an der Abteilung Bildungssoziologie der Universität Bern (Schweiz).
Dr. Andreas Hadjar ist Oberassistent an der Abteilung Bildungssoziologie der Universität Bern (Schweiz).
Inhalt 5
I. Einleitung: Die Entwicklung der Akzeptanz sozialer Ungleichheit und ihre soziologische Relevanz 8
1 Die Legitimation sozialer Ungleichheit im Bewusstsein als Forschungsproblem 9
2 Die gesellschaftliche Relevanz der Akzeptanz sozialer Ungleichheit 14
3 Ansatz zur Analyse sozialer Entwicklungen 22
4 Vorgehensweise 25
II. Die Akzeptanz sozialer Ungleichheit: Theorie, Forschungsstand und Hypothesen 29
5 Die Akzeptanz und Legitimation von Verteilungsmechanismen 29
6 Die Meritokratie als Legitimationsprinzip sozialer Ungleichheit 42
7 Gesellschaftliche und individuelle Bestimmungsfaktoren von Gerechtigkeitsprinzipen zur Legitimation sozialer Ungleichheit 62
8 Bildung, Bildungsexpansion und die Akzeptanz sozialer Ungleichheit in Westdeutschland: Theoretische Ableitung von Hypothesen 78
III. Empirische Untersuchung 171
9. Methodik 171
10 Untersuchungsergebnisse 207
IV Schluss 248
11 Betrachtung der wesentlichen Befunde 248
12 Inhaltliche und methodische Limitierungen 255
13 Resümee und Ausblick 259
Literatur 264
Anhang 285
III. Empirische Untersuchung (S. 173-174)
9. Methodik
Im Rahmen der Analysen sollen die Fragestellungen zunächst im Querschnitt betrachtet werden, um dann Längsschnittanalysen unter Berücksichtigung von zwei zeitlichen Ebenen und schließlich unter simultaner Modellierung von Alters-, Perioden- und Kohorteneffekten (A-P-K-Analyse) – unter Ersatz einer der zeitlichen Ebene durch eine inhaltliche Variable – durchzuführen. An dieser Stelle wird nun die methodische Herangehensweise – welche insbesondere Konsequenzen für die Datenauswertung hat – beschrieben, wobei die A-P-K-Analyse fokussiert wird, um dann auf Datensatz und Messinstrumente einzugehen.
9.1 Methodische Herangehensweise
Bereits im inhaltlichen Teil wurde angedeutet, dass sich Geburtskohorten im Kern der methodologischen Analysestrategie befinden. Grund dafür ist, dass die Entwicklung der Akzeptanz sozialer Ungleichheit als Folge der Bildungsexpansion thematisiert wird und dahingehend untersucht werden soll. Von Interesse ist dabei die intensive Phase der Bildungsexpansion, die durch die Bildungsreformen in Westdeutschland in den 1960er Jahren mit angeschoben wurde. Die Bildungsexpansion wird über kohortenspezifische Bildungsniveaus bzw. die kohortenspezifische Heterogenität der Schülerschaft nach sozialer Herkunft sichtbar gemacht.
Das heißt, Veränderungen über die Kohortenabfolge werden als Proxy für die Entwicklung im Zuge der Bildungsexpansion herangezogen. Im Rahmen der folgenden Abschnitte soll nun weniger aus inhaltlicher Sicht und stärker aus methodologischer Sicht die Analysestrategie beschrieben werden. Kohorten werden dabei als Gruppen oder Aggregate definiert, die durch einen gemeinsamen „point of entry into a social system" gekennzeichnet sind (Mason und Fienberg 1985: 1) bzw. „who experienced the same event within the same time interval" (Ryder 1985 [1965]: 12). Dieser gemeinsame Eintrittspunkt ist hier die Geburt, d.h. der Eintritt in das soziale System der Gesellschaft.
Ausgehend von diesem gemeinsamen Eintrittspunkt werden gemeinsame soziale Erfahrungen als Sozialisationsereignisse angenommen und nachverfolgt. Auch wenn Kohorten die Träger sozialen Wandels sind (vgl. Mannheim 1928, Inglehart 1977, 1998), sind sie doch nicht vereinfachend als die Verursacher sozialen Wandels zu fassen, sondern sie ermöglichen Entwicklungen über die Kohortensukzession: „The new cohorts provide the opportunity for social change to occur. They do not cause change, they permit it. If change does occur, it differentiates cohorts from one another, and the comparison of their careers becomes a way to study change" (Ryder 1985: 11). Daraus ergibt sich die Forderung nach einer adäquaten Analyse sozialen Wandels, d.h. nach einer integrierten Analyse von Kohorteneffekten im Zusammenspiel mit Alterseffekten und periodischen Einflüssen.
| Erscheint lt. Verlag | 12.7.2008 |
|---|---|
| Zusatzinfo | VII, 285 S. |
| Verlagsort | Wiesbaden |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Sozialwissenschaften ► Politik / Verwaltung |
| Sozialwissenschaften ► Soziologie | |
| Schlagworte | Bildung • Fähigkeiten • Gerechtigkeit • Gesellschaft • Soziologie • Ungleichheit |
| ISBN-10 | 3-531-90959-2 / 3531909592 |
| ISBN-13 | 978-3-531-90959-2 / 9783531909592 |
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