Privatisierung der Arbeitslosenversicherung: Ein Konzept für Deutschland (eBook)
XVI, 334 Seiten
Springer Berlin (Verlag)
978-3-540-37667-5 (ISBN)
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Verzeichnis der Tabellen 9
Verzeichnis der Kasten 11
Verzeichnis der Abbildungen 12
Verzeichnis der Ubersichten 13
Verzeichnis der Abkiirzungen 14
1 Das Problem 16
1.1 Vorbemerkungen 16
1.2 Zum Reformbedarf der Arbeitslosenversicherung 20
1.2.1 Kernelemente der deutschen Arbeitslosenversicherung 20
1.2.2 Effizienzanalysen zur deutschen Arbeitslosenversicherung 26
2 Eine private Arbeitslosenversicherung fiir Deutschland 34
2.1 Ein anreizkompatibles System der Arbeitslosenversicherung: Das Trennsystem 34
2.1.1 Die Arbeitnehmerseite: Private Arbeitslosenversicherungen 35
2.1.2 Die Arbeitgeberseite: Der Arbeitslosenversicherungsfonds 55
2.1.3 Zum Regulierungsbedarf des Trennsystems 60
2.1.4 Der Ubergang zum Trennsystem 72
2.2 Die beiden Kernprobleme privater Arbeitslosenversicherungen 73
2.2.1 Das Problem der Versicherbarkeit des Arbeitslosigkeitsrisikos 74
2.2.2 Das Problem der Zwangsmitgliedschaft 86
3 Alternative Systeme der Arbeitslosenversicherung: Erfahrungen und Vorschlage 95
3.1 Historische Erfahrungen mit der Arbeitslosenversicherung in Deutschland 95
3.1.1 Das Kaiserreich 96
3.1.2 Die Weimarer Republik 103
3.1.3 Das Deutsche Reich zwischen 1933 und 1939 108
3.1.4 Die Bundesrepublik Deutschland nach 1949 110
3.1.5 Lehren aus der Geschichte? 115
3.2 Internationale Erfahrungen mit der Arbeitslosenversicherung 118
3.2.1 Die Arbeitslosenversicherung in den Landern der EU-15 119
3.2.2 Die Arbeitslosenversicherung in den Vereinigten Staaten 124
3.2.3 Lehren aus den intemationalen Erfahrungen 136
3.3 Vorschlage zur Reform der Arbeitslosenversicherung 138
3.3.1 Die deutsche Diskussion 138
3.3.2 Die Internationale Diskussion 147
4 Zur Empirie des Trennsystems 154
4.1 Ein Uberblick iiber das Trennsystem 154
4.2 Statistische Grundlagen 156
4.2.1 Zur Stniktur der Arbeitslosigkeit in Deutschland: Eine Momentaufnahme des Jahres 2000 156
4.2.2 Das individuelle reale Arbeitslosigkeitsrisiko 164
4.2.3 Das individuelle monetare Arbeitslosigkeitsrisiko und das Arbeitslosengeld 172
4.2.4 Ein Fazit 177
4.3 Kosten und Ertrage des Trennsystems: Simulationsrechnungen 178
4.3.1 Effizienzgewinne durch private Arbeitslosenversicherungen 179
4.3.2 Effizienzgewinne durch Beschaftigungsanreize fiir Arbeitgeber 192
4.3.3 Ein Fazit 201
5 Schlussbetrachtungen 203
5.1 Einige kritische Fragen zum Trennsystem 203
5.1.1 Zu den vermeintlichen Vorziigen der bestehenden Arbeitslosenversicherung 203
5.1.2 Zur fehlenden Eignung privater Arbeitslosenversicherungen fiir das deutsche Sozialsystem 205
5.1.3 Zur Kritik an der RoUe der Arbeitgeber im Trennsystem 210
5.2 Zusammenfassung und wirtschaftspolitische Schlussfolgerungen 212
6 Anhang 217
Literaturverzeichnis 325
Schlagwortregister 341
Alternative Systeme der Arbeitslosenversicherung: Erfahrungen und Vorschlage (S. 80-81)
Der Entwurf des Trennsystems gewanne an Uberzeugungskraft, wenn er den Vergleich mit altemativen Systemen oder Reformmodellen bestunde. Im Vordergrund steht dabei die Frage, ob von der Arbeitslosenversicherung Anreize zur Verminderung oder zur Verktirzung von Arbeitslosigkeit ausgehen. So mag es in der deutschen Geschichte der Arbeitslosenversicherung durchaus sinnvolle Ansatze gegeben haben, die in Vergessenheit geraten sind, es mag im Ausland Arbeitslosenversicherungen mit wirksamen, auf eine Absenkung der Arbeitslosigkeit zielenden Regeln geben, und es konnten unter den zahlreichen Reformideen im In- und Ausland durchaus weitere Ansatze fur die effiziente Arbeitslosenversicherung gefunden werden. Dieser Reihenfolge entsprechend wird zunachst die Geschichte der deutschen Arbeitslosenversicherung auf Anreizmechanismen hin analysiert, und unter dem gleichen Aspekt werden anschlieBend die Arbeitslosenversicherungen in westlichen Industrielandem einer naheren Betrachtung unterzogen. Den Abschluss dieses Kapitels bilden alternative Vorschlage zur Reform der Arbeitslosenversicherung in der deutschen und intemationalen wissenschaftlichen Literatur.
3.1 Historische Erfahrungen mit der Arbeitslosenversicherung in Deutschland
Bei der Suche nach einem effizienten System der Arbeitslosenversicherung kann ein Blick in die Geschichte der deutschen Arbeitslosenversicherung hilfreich sein. Anders als fUr die Analyse der Erfahrungen anderer Lander trifft hier nicht der Einwand zu, dass die institutionellen Bedingungen und vor allem die vorherrschende Mentalitat sowie das kulturelle Umfeld ganzlich andere als in Deutschland seien und daher keine Ruckschlusse erlaubten. Der Vergleich mit historischen Erfahrungen wird zwar auch durch den Wandel von Institutionen relativiert. Die Mentalitat wird von Stromungen des Zeitgeistes mit gepragt und das kulturelle Umfeld ist auch im Lande im Zeitablauf geradezu revolutionaren Anderungen unterworfen. Dennoch bleibt der Kern des Arguments von der gro- Beren Ahnlichkeit, wie die folgende Analyse zeigen wird, richtig. Zudem mag die historische Analyse den Werdegang des herrschenden Systems erklaren hel- fen und Antwort auf die Frage geben, an welchen Wiederstanden gegebenenfalls alternative Systeme beziehungsweise Reformversuche gescheitert sind.
Im Folgenden sollen die institutionellen Regeln zur Absicherung des Arbeitslosigkeitsrisikos dargestellt und analysiert werden, die seit der Griindung des Deutschen Reiches im Jahr 1871 eingefuhrt wurden. Dabei geht es vor allem um die okonomischen Fragen nach der Hohe der Pramien und der zugesicherten Leistungen sowie darum, welche Anreize gesetzt wurden, uberhaupt eine - wie auch immer bezeichnete- Arbeitslosenversicherung abzuschlieBen und welche Anreize bestanden, die Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder gegebenenfalls so rasch wie moglich zu beenden. SchlieBlich ist von Bedeutung, ob das jeweilige System der Arbeitslosenversicherung sich auf Dauer bewahrt hat oder ob es gescheitert ist, sei es aufgrund versicherungsimmanenter Probleme (zum Beispiel Moral hazard oder adverse Selektion) oder aufgrund von exogenen Storungen (Krieg, Inflation Oder Gesetzgebung).
3.1.1 Das Kaiserreich
Im deutschen Kaiserreich (hier 1871-1914) gab es keine zentralisierte Zustandigkeit - weder auf Reichs- noch auf Lander- oder Gemeindeebene - fur Beschaftigung und Arbeitslosigkeit. Unmittelbar beschaftigungsregelnde Gesetze gab es nicht, man kann sagen, dass auf den Arbeitsmarkten Vertragsfreiheit herrschte. Die Gewerbeordnung aus dem Jahr 1869 etwa schaffte die obligatorische Zunftbindung ab, garantierte Gewerbefreiheit sowie die Freiheit, Mitarbeiter auszubilden, und sie sicherte die freie Gestaltung des Arbeitsvertrages. Dies war spater Anlass fur die aufkommende Sozialdemokratie, „vorhandene Mi6- stande aus der Grundlage der bestehenden [freiheitlichen] Gewerbeverfassung [und] der privaten Produktion ...." herzuleiten (Jastrow und Badtke 1918: 177) und eine Verstaatlichung der Produktionsmittel und Abschaffung der Vertragsfreiheit auf dem Arbeitsmarkt zu verlangen.
| Erscheint lt. Verlag | 18.5.2007 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Kieler Studien - Kiel Studies | Kieler Studien - Kiel Studies |
| Zusatzinfo | XVI, 334 S. 10 Abb. |
| Verlagsort | Berlin |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Sozialwissenschaften ► Politik / Verwaltung |
| Wirtschaft ► Volkswirtschaftslehre | |
| Schlagworte | "Adverse selection • Arbeitslose • Arbeitslosenversicherung • Arbeitslosigkeit • Beschäftigung • Kosten • "Moral hazard" • Privatisierung • Simulation • Versicherbarkeit |
| ISBN-10 | 3-540-37667-4 / 3540376674 |
| ISBN-13 | 978-3-540-37667-5 / 9783540376675 |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
| Haben Sie eine Frage zum Produkt? |
DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasserzeichen und ist damit für Sie personalisiert. Bei einer missbräuchlichen Weitergabe des eBooks an Dritte ist eine Rückverfolgung an die Quelle möglich.
Dateiformat: PDF (Portable Document Format)
Mit einem festen Seitenlayout eignet sich die PDF besonders für Fachbücher mit Spalten, Tabellen und Abbildungen. Eine PDF kann auf fast allen Geräten angezeigt werden, ist aber für kleine Displays (Smartphone, eReader) nur eingeschränkt geeignet.
Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür einen PDF-Viewer - z.B. den Adobe Reader oder Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür einen PDF-Viewer - z.B. die kostenlose Adobe Digital Editions-App.
Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.
aus dem Bereich