Guter Unterricht bei Schülern mit einer Hörschädigung.
Median-Verlag von Killisch-Horn GmbH
978-3-941146-21-1 (ISBN)
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Wie können Potenziale von Schülern mit einer Hörschädigung entfaltet und ihre Teilhabemöglichkeiten erweitert werden?
Welche Bedeutung haben dialogische Haltungen und Kompetenzen in diesem Kontext?
Wie lässt sich Unterrichtsqualität konsequent weiterentwickeln?
Wie lassen sich Diagnostik und Bildungsangebote wirksam verzahnen?
Wie lässt sich die Qualität sonderpädagogischer Bildungsangebote in unterschiedlichen Kontexten sichern?
Markus Stecher beantwortet diese und viele andere Fragen:
anschaulich und praxisnah
mit vielen konkreten Unterrichtsbeispielen
auf der Grundlage aktueller Forschungsergebnisse
Alle vorgestellten Unterrichtsbeispiele sind vielfach im Unterricht und in der Lehrerbildung über mehrere Jahre erfolgreich erprobt–aus der Praxis für die Praxis.
Das vorliegende Buch richtet sich insbesondere an Lehrer, die Schüler mit einer Hörschädigung unterrichten, Fachleiter an Seminaren sowie Studierende und Referendare der Hörgeschädigtenpädagogik
Inhaltsverzeichnis
Vorwort.
1. Was ist guter Unterricht bei Schülern mit einer Hörschädigung? …….
1.1 Selbstwirksamkeitserleben und positive Beziehungserfahrungen als Schlüssel für nachhaltige Bildungsprozesse …
1.2 Dialog ist mehr als Sprache …
1.3 Zur Bedeutung dialogischer Haltungen und Kompetenzen für Bildungsprozesse……………………………………………………………….….
1.4 Veränderte Rahmenbedingungen begünstigen dialogische Prozesse…….
1.5 Veränderte Lehrer- und Schülerrollen…………………………………………….
1.6 Leitfragen zur Unterrichtsplanung………………………………………………….
1.7 Qualitätskriterien als Referenzrahmen für guten Unterricht……….………….
2. Guter Unterricht basiert auf einer ressourcenorientierten Diagnostik….….
2.1 Ressourcenorientierte Diagnostik im Bedingungsgefüge von Individuum
und System…………………………………………………………………….….
2.2 Zur zentralen Bedeutung der Bildungsumgebung……………………………….
2.3 Ressourcenorientierte Diagnostik im Kontext einer Individuellen Lern- und Entwicklungsbegleitung…………………………………………………….………
2.4 Kooperative Planung von Bildungsangeboten……………………………………
2.5 Integration verschiedener Sichtweisen im Rahmen schulischer Standortgespräche……………………………………………………….…………
2.6 Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Rahmen diagnostischer Prozesse………………………………………………………………………………
3. Kriterien guten Unterrichts bei Schülern mit einer Hörschädigung…….….
3.1 Lebensweltbezug……………………………………………………………………
3.1.1 Lebensweltbezug als Fundament lebensbedeutsamer Bildungsangebote
3.1.2 Aktuelle Themen und Ereignisse aufgreifen………………………………
3.1.3 Aktivierung von Vorwissen und Vorerfahrungen.…….………………….
3.1.4 Aktivierung von Schülerfragen…………………………….
3.1.5 Lebensbedeutsame Kontexte miteinbeziehen……………………………
3.2 Klare Strukturierung…………………………………………………………………
3.2.1 Transparenz als Rahmen für Klarheit und Verlässlichkeit…………….
3.2.2 Unterrichtsformate als Bildungsrahmen……………………………….
3.2.3 Wirksame Verzahnung von Unterrichtsphasen………………………….
3.2.4 Gestaltung von Übergängen und Gelenkstellen……………….……….
3.3 Handlungsorientierung………………………………………………………………
3.3.1 Definition und Grundstruktur handlungsorientierten Unterrichts……….
3.3.2 Merkmale handlungsorientierten Unterrichts…………………………….
3.3.3 Handlungsorientierung in der Unterrichtspraxis………………………….
3.3.4 Welche Bildungschancen bietet ein handlungsorientierter Unterricht für Schüler mit einer Hörschädigung?…………………………………….
3.4 Audiologische Pädagogik…………………………………………………….
3.4.1 Gemeinsame Verantwortung für die Hörtechnik…………………………
3.4.2 Einsatz von FM- und Klassenhöranlagen…………………………………
3.4.3 Wie lässt sich die Kontrolle der Hörhilfen sinnvoll in den Unterricht
integrieren?.
3.4.4 Ein Blick in die Unterrichtspraxis……………………………………….
3.5 Lehrersprache als zentrales Dialogelement………………………………….
3.5.1 Teacherese als optimales Hör- und Beziehungsangebot……………….
3.5.2 Unterrichtliche Standardsituationen, in denen der reflektierte Einsatz der Lehrersprache besonders wichtig ist………………………………….
3.6 Förderung des Anweisungsverständnisses………………………………….
3.6.1 Voraussetzungen, die bei Schülern mit einer Hörschädigung bei Arbeitsanweisungen besonders beachtet werden müssen…………….
3.6.2 So viel Hilfen wie nötig, so wenig Hilfen wie möglich……………………
3.6.3 Maßnahmen zur Förderung des Anweisungsverständnisses………….
3.6.4 Berücksichtigung des kognitiven Anspruchsniveaus der Arbeitsanweisung……………………………………………………………
3.6.5 Wie lassen sich durch Arbeitsanweisungen alle Schüler aktivieren?.
3.6.6 Initiierung von Turn-Wechsel im Rahmen von Arbeitsanweisungen….
3.7 Dialogische Gesprächsführung…………………………………………………
3.7.1 Wann eignet sich ein Unterrichtsgespräch besonders?.
3.7.2 Was kennzeichnet eine dialogische Gesprächsführung?.
3.7.3 Zehn Strategien zur Professionalisierung der Gesprächsführung…….
3.7.4 Gezielter Einsatz der FM- bzw. Klassenhöranlage in Unterrichtsgesprächen………………………………………………………
3.7.5 Gemeinsame Erarbeitung von Gesprächsregeln………………….
3.8 Kooperatives Lernen………………………………………………………….……
3.8.1 Die Grundprinzipien Kooperativen Lernens………………………………
3.8.2 Zur wirksamen Verzahnung von Instruktion, Konstruktion und Ko-Konstruktion im Kooperativen Lernen…………………………………….
3.8.3 Kooperatives Lernen in der Unterrichtspraxis…………………………….
3.8.4 Welche Rolle hat der Lehrer in der Phase der Ko-Konstruktion?.
3.8.5 Positiv wechselseitige Abhängigkeit schaffen-Turn-Wechsel initiieren.
3.8.6 Grafisches Strukturieren im Kontext Kooperativen Lernens…………….
3.8.6.1 Gemeinsamkeiten und Unterschiede darstellen………….
3.8.6.2 Mittel-Zweck/Ursache-Wirkungszusammenhänge darstellen….
3.8.6.3 Abläufe darstellen………………………………………………….
3.8.7 Welche Bildungschancen bietet Kooperatives Lernen für Schüler mit einer Hörschädigung?
3.9 Entwicklung einer Präsentationskultur………………………………………
3.9.1 Welche Bildungschancen bieten Schülerpräsentationen für Schüler mit einer Hörschädigung?.
3.9.2 Gelingensfaktoren für Schülerpräsentationen………………………….
3.10 Feedback als Bildungsmotor……………………………………………………
3.10.1 Schülerohren brauchen dialogisches Feedback……………….
3.10.2 Feedback braucht ein Klima gegenseitigen Vertrauens……….
3.10.3 Entwicklung einer Feedback-Kultur…………………………………….
3.10.4 Dialogisches Feedback als Bildungsmotor…………….…………
3.10.5 Gelingensfaktoren für dialogisches Lehrer- und Schülerfeedback.
3.10.6 Geeignete Feedback-Methoden……………………………………….
4. Literatur
Das von Markus Stecher vorgelegte Buch beginnt mit einer grundsätzlichen Frage, auf die man glaubt ganz problemlos eine Antwort geben zu können. Es ist die Frage nach dem, was denn guter Unterricht bei Schülern mit einer Hörschädigung ist. Beim Lesen merkt man jedoch sehr schnell, dass hier Unterricht neu gedacht wird, neu hinsichtlich eines geforderten Paradigmenwechsels, der dem Gütezeichen „Guter Unterricht“ auch standhält. Wer also davon ausgeht, dass eine auf den ersten Blick sehr einfach wirkende Frage auch einfache Antworten bereithält, sieht sich sehr schnell eines Besseren belehrt Guter Unterricht bei Schülern mit einer Hörschädigung ist eine sehr profunde, wissenschaftlich begründete Aussage zu einem Paradigmenwechsel hinsichtlich unterrichtlicher Prozesse, welche in der Auseinandersetzung mit den aktuellen theoretischen Positionen in der Hörgeschädigtenpädagogik für die Praxis geleistet wird. Markus Stecher beschreibt darin in überzeugender Art und Weise, wie durch eine veränderte Unterrichtspraxis die Entwicklung bildungsrelevanter dialogischer Haltungen und der Erwerb dialogischer Kompetenzen sowie deren kontinuierliche Weiterentwicklung gesichert werden kann. Als Schlüsselkompetenz fordert er deshalb vom Pädagogen, dass er bereit sein muss eine Ressourcenfindeperspektive einzunehmen, die wieder und immer wieder den Blick auf die Potenziale der Schüler und deren Bildungsumgebung richtet, kleinste Fortschritte sieht, um daran die nächsten Entwicklungsschritte anzuknüpfen. Erst dadurch werden unterrichtliche Prozesse auf den Weg gebracht, die Selbstwirksamkeitserfahrungen und positive Beziehungserfahrungen bei Schülern mit einer Hörschädigung zum Gegenstand haben mit dem Ziel, deren Aktivitätspotenziale zu entfalten und ihre Teilhabemöglichkeiten erweitern und sichern zu können. Damit knüpft Stecher an die Forderung der UN-Berhindertenrechtskonvention Artikel 24 an, wonach Aktivität und eine volle und wirksame Teilhabe die Basisorientierungen für alle unterrichtlichen Maßnahmen und Bildungsprozesse sein sollen. Es wäre deshalb sicher nicht falsch, als Hintergrundfolie oder als Leitgedanke für die in Guter Unterricht bei Schülern mit einer Hörschädigung vorgestellten unterrichtlichen Planungen und intendierten Prozesse Aktivität und Teilhabe als durchgängige Orientierung festzuhalten, weil vor allem unter diesem Paradigma den Schülern ein subjektiv sinnerfülltes und selbstbestimmtes Leben in der Gemeinschaft mit anderen gesichert werden kann. Anhand zahlreicher Praxisbeispiele stellt Stecher überzeugend und anschaulich dar, wie durch das Vorhandensein dialogischer Haltungen und das Einbringen dialogischer Kompetenzen Hörerwerbs- und auch Spracherwerbsprozesse sowie Kommunikationsstrategien in Beziehungen zwischen Lehrer und Schülern, aber auch zwischen Schülern untereinander auf den Weg gebracht werden, und wie dadurch Bildungsanlässe geschaffen werden. Als eine ganz entscheidende Qualität wird dabei die Fähigkeit einander zuzuhören und miteinander zu sprechen oder auch miteinander zu gebärden herausgearbeitet. Wenn bei den Schülern diese beziehungsleitenden- und tragenden Elemente zu einem echten Bedürfnis werden, sind wir bereits auf einem guten Weg, was guten Unterricht betrifft. Es bedarf jedoch einer genaueren Analyse, um festhalten zu können, was guten Unterricht im Detail ausmacht. Basierend auf aktuellen Forschungsergebnissen und mehrjährigen Praxiserfahrungen im Rahmen der Lehrerbildung stellt Stecher dazu zehn Qualitätskriterien vor, die sich im Unterricht bei Schülern mit einer Hörschädigung als wesentlich herauskristallisiert haben. Ohne nun auf alle im Detail eingehen zu können, will ich die aus meiner Sicht bedeutsamsten herausstellen. Es ist dies vor allem die Audiologische Pädagogik, die eine grundlegende Voraussetzung für einen gelingenden Paradigmenwechsel ist, es ist der Lebensweltbezug als Fundament für lebensbedeutsame Bildungsangebote, es ist die Lehrersprache als zentrales Dialogelement und damit verbunden eine dialogische Gesprächsführung es ist das Kooperative Lernen, es ist Feedback als Bildungsmotor sowie die Entwicklung einer Präsentationskultur, um das erworbene Wissen auch selbstbewusst und selbstbestimmt vorstellen zu können. Unverzichtbar sind in diesem Kontext eine klare Strukturierung und eine konsequente Handlungsorientierung, weil sie die notwendigen Basiselemente guten Unterrichts sind. Diese Qualitätskriterien dienen als didaktischer Referenzrahmen für die Planung und Durchführung von gutem Unterricht bei Schülern mit einer Hörschädigung, und zwar unabhängig davon, wie die Kommunikationsmöglichkeiten der Schüler sind, ob diese nun laut- oder gebärdensprachorientiert sind, ob sie an einer Schule für Hörgeschädigte oder in einem integrativen oder inklusiven Kontext unterrichtet werden. Was ich jedoch als besonders wertvoll ansehe ist die Möglichkeit, die in diesen Qualitätskriterien hinsichtlich der immer wieder geforderten Reflexionsfähigkeit des Pädagogen enthalten ist. Es gehört heute zu der unverzichtbaren Grundausstattung eines jeden Pädagogen, seine Haltung und sein Tun kritisch reflektieren zu können. Oftmals erlebe ich vor allem die Studierenden hier als sehr hilflos, aber möglicherweise geht es nicht nur ihnen so. Mit den Qualitätskriterien hat Stecher ein Reflexionsinstrument vorgelegt, das es ermöglicht über das Fundament und die Architektur von Unterricht nachzudenken, nicht zuletzt aber auch über die eigene Fähigkeit sich dialogisch gegenüber seinen Schülern zu verhalten und diese Fähigkeit kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ich möchte das von Markus Stecher vorgelegte Buch jedem engagierten Pädagogen mit Nachdruck empfehlen/ans Herz legen, wir haben schon lange darauf gewartet und es ist gut, dass es jetzt da ist. Prof. Ursula Horsch
| Sprache | deutsch |
|---|---|
| Maße | 170 x 240 mm |
| Gewicht | 225 g |
| Einbandart | kartoniert |
| Themenwelt | Sozialwissenschaften ► Pädagogik ► Sonder-, Heil- und Förderpädagogik |
| Schlagworte | Hörschädigung • Schwerhörigkeit • Sobnderpädagogik • Sonderpädagogik • Unterricht |
| ISBN-10 | 3-941146-21-1 / 3941146211 |
| ISBN-13 | 978-3-941146-21-1 / 9783941146211 |
| Zustand | Neuware |
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