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Utilidad y decoro

Zeremoniell und symbolische Kommunikation in den „Leges Palatinae“ König Jacobs III. von Mallorca (1337)
Buch | Hardcover
240 Seiten
2013
Reichert, L (Verlag)
978-3-89500-926-6 (ISBN)
CHF 109,15 inkl. MwSt
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Thema des Bandes ist die Frage, ob es im 14. Jahrhundert in einem der katalanischen Königreiche ein in Europa erstes Zeremoniell gab oder ob es sich um ein Hybrid aus Rechtsbuch und Hofordnung handelt. Mithin geben die Leges palatinae einen Einblick in die Lebensumstände und die inneren Strukturen der Hofgesellschaft.

Bei den im vorliegenden Tagungsband handelt es sich um eine illuminierte Handschrift ersten Ranges. Ihre Wurzeln und ihre Tradition liegen noch im Dunkeln, was die Zuordnung der Texte und Miniaturen sowie der reich geschmückten Initialen bisher schwer bis unmöglich erscheinen ließ. Erstmals wurden in vorliegendem Band Schritte unternommen, der Bedeutung der Handschrift näher zu kommen. Ging man einerseits davon aus, dass es sich um ein Rechtsbuch handeln könne, so wurde hier die Frage gestellt, warum ein König ein solches Buch in der Art einer Hofordnung gestalten ließ. Die Prachthandschrift weist unter anderem Ähnlichkeiten mit späteren Zeremonialbüchern auf, die ihrerseits nicht nur das Hofleben selbst regeln sollten, sondern unter anderem genaue Handlungsanweisungen enthielten. Der Duktus der Texte wie der Illustrationen macht deutlich, dass es nicht nur auf das 'Was' ankam, sondern in verstärktem Maß auf das 'Wie'. Die Handlungskompetenz der Adligen am reichen königlichen Hof erinnert somit an ein Soziogramm, wie man sich am Hof begegnen, was man tun durfte und was nicht - vor allem aber wurden die Handlungen genau charakterisiert.
Auf diese Weise erhalten wir nicht nur ein gutes Bild der Organisation des königlichen Hofes und der Art, wie der König die Adligen an sich zu binden wusste. Mehr noch entfaltet die Interpretation von Text und Bild das Ideal einer Hofgesellschaft des 14. Jahrhunderts und der Folgezeit, da auch die Nachwirkungen der Leges palatinae thematisiert werden.
Ob diese Bindungen, deren Ende jene Aktionen und Festlegungen waren, wie wir sie aus den Berichten über den Hof König Ludwigs XIV. von Frankreich kennen, rechtlich tradierte Normen oder Übernahmen aus dem byzantinischen Zeremoniell waren, wird ebenso thematisiert wie deren Verbildlichung - selbstverständlich im historischen Kontext früherer ähnlicher Manuskripte. Denn dass ein Herrscher einige Jahre vor seiner Entmachtung und seinem Tod bei seiner Flucht eine Handschrift mit sich führt, die er dem (französischen) König sogar zum Geschenk beim Ersuchen um Hilfe gegen den aragonesischen Vetter machte, scheint historisch singulär zu sein. Es unterstreicht einmal mehr die Bedeutung dieser katalanischen Handschrift, die das burgundische Zeremoniell beerbte und deren Provenienz neuerdings Ulrike Bauer-Eberhardt beweisen konnte.

Professor Gisela Drossbach obtained her doctorate in 1993 with a thesis about the clergy Konrad von Megenberg from Regensburg and habilitated with a thesis about the Roman hospital of Santo Spirito in Sassia and its illuminated rules of the order. Further stages in her research are Medieval and Early Modern statutes and the genesis of pontifical decretal law. She teaches Bavarian and Swabian regional history/Middle Ages at University Augsburg.Professor Gottfried Kerscher obtained his doctorate in 1985, did research in Florence, Rome, Avignon, Barcelona, and on the Balearic Islands. His book about Late Medieval palace building in France, Spain, and Italy, from the year 2000, exposed him to the prime of Majorcan palace architecture and the ceremony taking place inside. He teaches art history of the Middle Ages at University Trier.

Prof. Dr. Gisela Drossbach wurde 1993 mit einer Arbeit über den Regensburger Kleriker Konrad von Megenberg promoviert und habilitierte sich über das römische Hospital von Santo Spirito in Sassia sowie dessen illuminierte Ordensregel. Weitere Etappen ihrer Forschung sind die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Statuten sowie die Genese des päpstlichen Dekretalenrechtes. Sie lehrt bayerische und schwäbische Landesgeschichte/Mittelalter an der Universität Augsburg.Prof. Dr. Gottfried Kerscher wurde 1985 promoviert, forschte in Florenz, Rom, Avignon, Barcelona und auf den Balearen. Sein Buch über den spätmittelalterlichen Palastbau in Frankreich, Spanien und Italien aus dem Jahr 2000 brachte ihn mit der Blüte der mallorquinischen Palastbaukunst und dem darin stattfindenden Zeremoniell in Berührung. Er lehrt Kunstgeschichte des Mittelalters an der Universität Trier.

"[V]oilà un livre très utile qui vient relancer l'intéret pour le somptueux codex bruxellois des Leges Palatinae."

Von: B. Van den Abeele
In: Scriptorium 2015/LXIX/1
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Ein Vergleich der figurativen Darstellung der Königsgestalt wischen den unter Alsons X. von Kastilien entstandenen Cantigas de Santa María und den Leges Palatinae (Francoise Lainé,
S. 191-204), spanische Conclusiones (Klaus Herbers, S. 205-212) sowie eine kurze Nachbetrachtung zur künstlerischen Heimat der Leges (Ulrike Bauer-Eberhardt, S. 213-215) schließen einen Ergebnisband ab, der nicht nur durch seine thematische Geschlossenheit, sondern auch durch sein gediegenes Bildmaterial (neben zahlreichen Abbildungen im Text noch 16 farbenprächtige Tafeln als Anhang) besticht und für die weitere Erforschung der Leges Palatinae, aber auch der mittelmeerischen Kultur hinfort unentbehrlich sein wird.

Ludwig Vones

In: Deutsches Archiv Bd. 72-2 (2016)
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"Un ricco apparato iconografico a colori completa questo bel volume fornendo chiavi di lettura essenziali per un soggetto che ha nella dimensione delle immagini una componente imprescindibile."

In: Archivo Storico Italiano, 2015, S. 167-168.
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"Dank des Buches verfügen wir nun über wichtige Bausteine für eine bessere Kontextualisierung der "Leges Palatinae". [...] In dem Buch finden sich auch verschiedene, ja divergierende Interpretationen der Natur der "Leges Palatinae". [...] Es handelt sich also um ein reiches, polyphones, aber letztlich nicht unproblematisches
Buch. Die Fragestellung ist hochrelevant; manche Analysen vermögen sofort zu
überzeugen, und die Zusammenführung verschiedener, ja gegensätzlicher Interpretationen
ist lobenswert. [...] Zusammenfassend lässt sich daher sagen, dass "Utilidady decoro" eine hilfreiche, begrüßenswerte und mit einem üppigen Bilddossier illustrierte Etappe in der Annäherung an die "Leges Palatinae" darstellt, aber gleichzeitig auch ein Anreiz, diese noch weiter zu erforschen, um eines Tages zu einer kohärenteren Interpretation dieses vielschichtigen Textes zu gelangen.

Von: Stéphane Péquignot
In: Zeitschrift für Historische Forschung 2/2016, S. 362-364

--------------------------------„Un ricco apparato iconografico a colori completa questo bel volume fornendo chiavi di lettura essenziali per un soggetto che ha nella dimensione delle immagini una componente imprescindibile.“In: Archivo Storico Italiano, 2015, S. 167-168.

Erscheint lt. Verlag 6.6.2013
Reihe/Serie Trierer Beiträge zu den Historischen Kulturwissenschaften
Zusatzinfo 31 farbige Abb. auf 16 Tafeln
Verlagsort Wiesbaden
Sprache deutsch
Maße 170 x 240 mm
Gewicht 810 g
Themenwelt Geschichte Allgemeine Geschichte Mittelalter
Geschichte Teilgebiete der Geschichte Kulturgeschichte
Sozialwissenschaften Ethnologie
Sozialwissenschaften Politik / Verwaltung Politische Systeme
Technik Architektur
Schlagworte Balearen • Geschichte • Jaime III., Mallorca, Rey • Katalonien • Kommunikationsgeschichte • Kulturwissenschaft • Leges palatinae • Mittelalter • Philosophie • Politikwissenschaft • Rechtsbuch • Spanien • Spanien;Zeremoniell;Jaime III., Mallorca, Rey;Leges palatinae;Rechtsbuch;Katalonien;Balearen; • Zeremoniell
ISBN-10 3-89500-926-1 / 3895009261
ISBN-13 978-3-89500-926-6 / 9783895009266
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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