Zoo und Kino
Mit Beiträgen zu Bernhard und Michael Grzimeks Film- und Fernseharbeit
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Das Kino hat sich im Kontext anderer Schauanordnungen entwickelt. Diese Erkenntnis ist längst Anstoß und Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Doch wurden bisher vor allem Jahrmarkt, Zirkus, Varieté als Seitenphänomene beachtet, und zwar deswegen, weil sie vielfach auch Orte erster Filmvorführungen gewesen sind. Im Rahmen der Publika tion werden Zoo und Kino als Schauanordnungen der Moderne in den Fokus film- und kulturwissenschaftlicher Forschung gerückt. Ihre Gemeinsamkeit besteht darin, daß sie bewegte Bilder, das »lebende Bild«, wie der Film in der frühen Filmpublizistik auch genannt wurde, zugänglich machen. Dies unterscheidet sie von den paläontologischen Abteilungen der Museen, die sterbliche Überreste wie Knochen, Felle oder ausgestopfte Tiere in Vitrinen präsentieren, oder aber den klassischen Kunstmuseen, die statische Bilder zeigen. Historisch verweisen Zoo und Kino auf unterschied liche Traditionen. Die Anfänge des Kinos führen in die Welt der Massenkultur, des Varietés, des Jahrmarkts und der Schaustellerei. Die Vorläufer des Zoos dagegen sind die fürstlichen Menagerien, die der Repräsentation der absolutistischen Macht dienen, aber auch die Wandermenagerien mit ihren ambulanten Schauanordnungen. Auf der anderen Seite haben Zoo und Kino auch ihr Publikum. Davon künden die Kinopaläste der 1920er Jahre ebenso wie die prächtigen Tierhäuser des 19. Jahrhunderts. Heute sind Zoo und Kino mit ihren je spezifischen Funktionen und Aufgaben ein selbstverständlicher Teil des städtischen Alltags und Teil einer Medien- und Ereigniskultur. Im Film sind Tiere zu unterschiedlichen historischen Zeiten und über Genre- und Kulturgrenzen hinaus vertreten. Im Zoo-Film, einem Subgenre des Tierfilms, werden Tiere, Gehege und Betrachter gleichermaßen in Szene gesetzt. Ob in Lehr- und Kulturfilmen, im Fiction Film oder Non- Fiction Film oder im frühen Stummfilm ¿ der Zoo ist Vergnügungsstätte oder Tatort, attraktive Kulisse oder Forschungseinrichtung und nicht zuletzt ein Ort der Begegnung von Mensch und Tier. Die Publikation umfaßt Beiträge der 2008/2009 in Frankfurt am Main durchgeführten Veranstaltungen zum Thema, ergänzt durch einige ausgewählte neue bzw. neu übersetzte Aufsätze. Zoo und Kino als Schauanordnungen der Moderne werden aus verschiedenen Disziplinen betrachtet, darunter Filmwissenschaft, Fernsehwissenschaft, Kunst- und Kulturwissenschaft, Wissenschaftsgeschichte, Zoologie, Architektur. Mit Beiträgen von Miriam Adam, Mitchell G. Ash, Vinzenz Hediger, Oliver Hochadel, Judith Keilbach, Eric de Kuyper, David Landolf, Sabine Nessel, Manfred Niekisch, Winfried Pauleit, Nia Perivolaropoulou, Annelore Rieke-Müller, Heide Schlüpmann, Christina Wessely.
Das Kino hat sich im Kontext anderer Schauanordnungen entwickelt. Diese Erkenntnis
ist längst Anstoß und Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Doch wurden
bisher vor allem Jahrmarkt, Zirkus, Varieté als Seitenphänomene beachtet, und zwar
deswegen, weil sie vielfach auch Orte erster Filmvorführungen gewesen sind. Im Rahmen
der Publika tion werden Zoo und Kino als Schauanordnungen der Moderne in
den Fokus film- und kulturwissenschaftlicher Forschung gerückt. Ihre Gemeinsamkeit
besteht darin, daß sie bewegte Bilder, das 'lebende Bild', wie der Film in der
frühen Filmpublizistik auch genannt wurde, zugänglich machen. Dies unterscheidet
sie von den paläontologischen Abteilungen der Museen, die sterbliche Überreste wie
Knochen, Felle oder ausgestopfte Tiere in Vitrinen präsentieren, oder aber den klassischen
Kunstmuseen, die statische Bilder zeigen.
Historisch verweisen Zoo und Kino auf unterschied liche Traditionen. Die Anfänge
des Kinos führen in die Welt der Massenkultur, des Varietés, des Jahrmarkts und der
Schaustellerei. Die Vorläufer des Zoos dagegen sind die fürstlichen Menagerien, die
der Repräsentation der absolutistischen Macht dienen, aber auch die Wandermenagerien
mit ihren ambulanten Schauanordnungen. Auf der anderen Seite haben Zoo und
Kino auch ihr Publikum. Davon künden die Kinopaläste der 1920er Jahre ebenso wie
die prächtigen Tierhäuser des 19. Jahrhunderts. Heute sind Zoo und Kino mit ihren
je spezifischen Funktionen und Aufgaben ein selbstverständlicher Teil des städtischen
Alltags und Teil einer Medien- und Ereigniskultur. Im Film sind Tiere zu unterschiedlichen
historischen Zeiten und über Genre- und Kulturgrenzen hinaus vertreten. Im
Zoo-Film, einem Subgenre des Tierfilms, werden Tiere, Gehege und Betrachter gleichermaßen
in Szene gesetzt. Ob in Lehr- und Kulturfilmen, im Fiction Film oder Non-
Fiction Film oder im frühen Stummfilm – der Zoo ist Vergnügungsstätte oder Tatort,
attraktive Kulisse oder Forschungseinrichtung und nicht zuletzt ein Ort der Begegnung
von Mensch und Tier.
Die Publikation umfaßt Beiträge der 2008/2009 in Frank furt am Main durchgeführten
Veranstaltungen zum Thema, ergänzt durch einige ausgewählte neue bzw. neu
übersetzte Aufsätze. Zoo und Kino als Schauanordnungen der Moderne werden aus
verschiedenen Disziplinen betrachtet, darunter Filmwissenschaft, Fern sehwissenschaft,
Kunst- und Kulturwissenschaft, Wissenschaftsgeschichte, Zoologie, Architektur.
Mit Beiträgen von Miriam Adam, Mitchell G. Ash, Vinzenz Hediger, Oliver Hochadel,
Judith Keilbach, Eric de Kuyper, David Landolf, Sabine Nessel, Manfred Niekisch, Winfried
Pauleit, Nia Perivolaropoulou, Annelore Rieke-Müller, Heide Schlüpmann, Christina
Wessely.
Das Kino hat sich im Kontext anderer Schauanordnungen entwickelt. Diese Erkenntnis
ist längst Anstoß und Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Doch wurden
bisher vor allem Jahrmarkt, Zirkus, Varieté als Seitenphänomene beachtet, und zwar
deswegen, weil sie vielfach auch Orte erster Filmvorführungen gewesen sind. Im Rahmen
der Publika tion werden Zoo und Kino als Schauanordnungen der Moderne in
den Fokus film- und kulturwissenschaftlicher Forschung gerückt. Ihre Gemeinsamkeit
besteht darin, daß sie bewegte Bilder, das 'lebende Bild', wie der Film in der
frühen Filmpublizistik auch genannt wurde, zugänglich machen. Dies unterscheidet
sie von den paläontologischen Abteilungen der Museen, die sterbliche Überreste wie
Knochen, Felle oder ausgestopfte Tiere in Vitrinen präsentieren, oder aber den klassischen
Kunstmuseen, die statische Bilder zeigen.
Historisch verweisen Zoo und Kino auf unterschied liche Traditionen. Die Anfänge
des Kinos führen in die Welt der Massenkultur, des Varietés, des Jahrmarkts und der
Schaustellerei. Die Vorläufer des Zoos dagegen sind die fürstlichen Menagerien, die
der Repräsentation der absolutistischen Macht dienen, aber auch die Wandermenagerien
mit ihren ambulanten Schauanordnungen. Auf der anderen Seite haben Zoo und
Kino auch ihr Publikum. Davon künden die Kinopaläste der 1920er Jahre ebenso wie
die prächtigen Tierhäuser des 19. Jahrhunderts. Heute sind Zoo und Kino mit ihren
je spezifischen Funktionen und Aufgaben ein selbstverständlicher Teil des städtischen
Alltags und Teil einer Medien- und Ereigniskultur. Im Film sind Tiere zu unterschiedlichen
historischen Zeiten und über Genre- und Kulturgrenzen hinaus vertreten. Im
Zoo-Film, einem Subgenre des Tierfilms, werden Tiere, Gehege und Betrachter gleichermaßen
in Szene gesetzt. Ob in Lehr- und Kulturfilmen, im Fiction Film oder Non-
Fiction Film oder im frühen Stummfilm – der Zoo ist Vergnügungsstätte oder Tatort,
attraktive Kulisse oder Forschungseinrichtung und nicht zuletzt ein Ort der Begegnung
von Mensch und Tier.
Die Publikation umfaßt Beiträge der 2008/2009 in Frank furt am Main durchgeführten
Veranstaltungen zum Thema, ergänzt durch einige ausgewählte neue bzw. neu
übersetzte Aufsätze. Zoo und Kino als Schauanordnungen der Moderne werden aus
verschiedenen Disziplinen betrachtet, darunter Filmwissenschaft, Fern sehwissenschaft,
Kunst- und Kulturwissenschaft, Wissenschaftsgeschichte, Zoologie, Architektur.
Mit Beiträgen von Miriam Adam, Mitchell G. Ash, Vinzenz Hediger, Oliver Hochadel,
Judith Keilbach, Eric de Kuyper, David Landolf, Sabine Nessel, Manfred Niekisch, Winfried
Pauleit, Nia Perivolaropoulou, Annelore Rieke-Müller, Heide Schlüpmann, Christina
Wessely.
Studium der Philosophie bei Hans-Georg Gadamer, Ernst Bloch und Theodor W. Adorno. 1970 Wechsel zum Kino. 1975 Promotion über Friedrich Nietzsches ästhetische Oppostion. Seit 1979 in der Redaktion der Zeitschrift Frauen und Film. In den 80er Jahren Mitglied der Komission des Internationalen Kurzfilmfestivals Oberhausen. 2000 Mitbegründerin der Kinothek Asta Nielsen e.V. Lehrt seit 1991 Filmwissenschaft als Kinowissenschaft an der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main.
| Erscheint lt. Verlag | 16.11.2012 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Nexus ; 88 |
| Zusatzinfo | zahlr. Abb. |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 145 x 225 mm |
| Gewicht | 545 g |
| Einbandart | Englisch Broschur |
| Themenwelt | Kunst / Musik / Theater ► Film / TV |
| Sozialwissenschaften | |
| Schlagworte | Grzimek • Kino • zoo • Zoologischer Garten |
| ISBN-10 | 3-86109-188-7 / 3861091887 |
| ISBN-13 | 978-3-86109-188-2 / 9783861091882 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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