Lob der Ehe
Eheberater gibt's wie Sand am Meer, aber keinen wie diesen: Das «Lob der Ehe» zeigt die ganze Fülle eines Lebens zu zweit ohne handelsüblichen Kitsch und Klamauk. Rafik Schami hat die Spreu vom Weizen getrennt und mit unbestechlichem Kennerblick die schönsten Texte der Weltliteratur ausgewählt. Herausgekommen ist - zur Freude aller Verliebten, Verlobten und Verheirateten - ein vielstimmiges und vergnügliches Hohelied auf die Liebe.«Die Liebe, welch lieblicher Dunst. Doch in der Ehe, da steckt die Kunst», dichtete Theodor Storm, und Eduard Mörike meinte: «Wer keinen Humor hat, sollte nicht heiraten». Wahrlich, es grenzt an ein Wunder, ein schnarchendes, schlecht gelauntes, misstrauisches oder mimosenhaftes Wesen zu lieben - jahraus, jahrein, aus freien Stücken, ohne Wenn und Aber. Welche Phantasie verleiht doch die Liebe, die einen in den Ebbezeiten einer Partnerschaft immer wieder neue Zuversicht schöpfen lässt! Gewidmet einem seit jeher vernachlässigten Feld der schönen Literatur, dem erfüllten Leben zu zweit, will diese von Rafik Schami besorgte Auswahl weit mehr sein als ein klassisches Hochzeitsbuch. Es ist ein Brevier für alle Beherzten. Frauen und Männern - chronisch verliebten, verlobten, verheirateten oder auch in wilder Ehe vereinten - wird ein Lese buch an die Hand gegeben, das zentrale Erfahrungen des gemeinsamen Abenteuers Alltag zur Sprache bringt: ein Buch des lustvollen Entdeckens und Innewerdens, ein Manifest des guten Willens, Lektürevergnügen und Denkanstoß zugleich. Das «Lob der Ehe» eignet sich als Anstiftung zum Glück der Zweisamkeit und nicht zuletzt als lebenskluger Begleiter in guten wie in schlechten Tagen. Mit Texten u.a. von Guy de Maupassant, Joyce Carol Oates, John Updike, Margarete von Navarra, Robert Musil, Colette, Anton Cechov, Frank Wedekind, Goffredo Parise, Mark Twain, August Strindberg, Heinrich von Kleist, Gabrielle Roy und Rafik Schami selbst.Die Vorzugsausgabe ist in feines Moiré-Leinen gebunden und mit Goldprägung veredelt.
Rafik Schami wurde 1946 in Damaskus, Syrien, geboren. 1971 kam er nach Deutschland, studierte Chemie und promovierte 1979. Seit 1982 ist er freier Schriftsteller. 2002 wurde er Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und zählt mittlerweile zu den bedeutendsten Autoren deutscher Sprache. Sein Werk, u. a. "Die dunkle Seite der Liebe", ist in über dreißig Sprachen übersetzt worden.
»Ein amüsantes Nachschlagewerk über die schönste Sache der Welt ... die Liebe.« Süddeutsche Zeitung
»Ein amüsantes Nachschlagewerk über die schönste Sache der Welt ... die Liebe.«
»Ein Buch, das tatsächlich noch gefehlt hat.«
»Ein unterhaltsames Plädoyer für die Zweisamkeit.«
»Anregend, inspirierend, beglückend – und nicht zuletzt informativ.«
»Für chronisch verliebte, verlobte, verheiratete oder in wilder Ehe vereinte Menschen und als weihnachtliche Anstiftung zum Glück.«
»Der neu überarbeitete Band „Lob der Ehe“ erzählt von den zarten Wonnen der Zweisamkeit.«
Nach dem SündenfallWenn ich zurückblicke, erscheint mir der Garten wie ein Traum. Er war schön, wunderschön, berauschend schön; jetzt ist er verloren, und ich werde ihn nie wiedersehen.Der Garten ist verloren, aber ich habe ihn gefunden und bin glücklich. Er liebt mich so gut er kann; ich liebe ihn mit aller Kraft meiner leidenschaftlichen Natur, das entspricht, glaube ich, meiner Jugend und meinem Geschlecht. Wenn ich mich frage, warum ich ihn liebe, stelle ich fest, daß ich es nicht weiß, und ich gäbe auch nicht sonderlich viel darum, es zu wissen; also nehme ich an, daß diese Art von Liebe nicht das Ergebnis von Gründen und deren Aufzählung ist, wie die Liebe zu anderen Reptilien und Tieren. Ich glaube, so muß es sein. Ich liebe bestimmte Vögel ihres Gesanges wegen; aber Adam liebe ich nicht um seines Gesanges willen - nein, beileibe nicht; je mehr er singt, desto weniger kann ich mich damit anfreunden. Und doch bitte ich ihn zu singen, weil ich lernen will, alles zu mögen, was ihm gefällt. Ich bin sicher, daß ich das lernen kann, denn am Anfang konnte ich es überhaupt nicht aushalten, und jetzt kann ich's. Die Milch wird sauer davon, aber das macht nichts; ich kann mich an diese Art Milch gewöhnen.Ich liebe ihn nicht wegen seiner Klugheit - nein, beileibe nicht. Man kann ihm wegen seiner Intelligenz, so wie sie ist, keine Vorwürfe machen, denn er hat sie ja nicht selbst gemacht; Adam ist, wie Gott ihn schuf, und das genügt. Es liegt darin ein weiser Zweck, das weiß ich. Mit der Zeit wird sie sich entwickeln, aber sehr rasch wird das wohl nicht geschehen; und abgesehen davon hat es auch keine Eile; er ist gut genug, so wie er ist.Ich liebe ihn nicht seiner gütigen und rücksichtsvollen Art und seines Zartgefühls wegen. Nein, nein, daran mangelt es ihm eher, aber er ist auch so gut genug, und er bessert sich.Ich liebe ihn nicht wegen seines Fleißes - nein, beileibe nicht. Ich glaube, der steckt in ihm, aber ich weiß nicht, warum er ihn vor mir verbirgt. Das ist mein einziger Kummer. Sonst ist er mir gegenüber jetzt offen und geradeheraus. Ich bin mir sicher, daß er weiter nichts verheimlicht. Es grämt mich, daß er ein Geheimnis vor mir haben könnte, und manchmal raubt es mir den Schlaf, wenn ich daran denke, aber ich will es mir aus dem Kopf schlagen; ich werde mein Glück nicht trüben, das ansonsten bis zum Überfließen voll ist.Ich liebe ihn nicht seiner Bildung wegen - nein, beileibe nicht. Er hat sie sich selbst angeeignet und weiß wirklich eine Menge, aber er sitzt vielen Irrtümern auf.Ich liebe ihn nicht wegen seiner Ritterlichkeit - nein, beileibe nicht. Er hat mich verpetzt, aber das mache ich ihm nicht zum Vorwurf; ich glaube, es ist eine Eigenheit seines Geschlechts, und er hat sein Geschlecht nicht gemacht. Natürlich hätte ich ihn nicht verpetzt, eher wäre ich gestorben; aber das ist auch eine geschlechtsbedingte Eigenheit, und ich bilde mir darauf nichts ein, denn auch ich habe mein Geschlecht nicht gemacht.Warum liebe ich ihn dann? Einfach weil er ein Mann ist, glaube ich.Im Grunde ist er gut, und darum liebe ich ihn, aber ich könnte ihn auch ohne das lieben. Wenn er mich schlüge und mißhandelte, ich würde ihn trotzdem lieben. Das weiß ich. Ich glaube, es ist eine Frage des Geschlechts.Er ist stark und sieht gut aus, darum liebe ich ihn, ich bewundere ihn und bin stolz auf ihn, aber ich könnte ihn auch ohne diese Eigenschaften lieben; wäre er häßlich, ich würde ihn auch lieben; wäre er ein Krüppel, ich würde ihn lieben und ich würde für ihn arbeiten und mich für ihn zerreißen und für ihn beten und an seinem Bett wachen, bis zu meinem Tod.Ja, ich glaube, ich liebe ihn nur, weil er mein und weil er ein Mann ist.Es gibt vermutlich keinen anderen Grund. Also denke ich, es ist, wie ich anfangs sagte: daß diese Art Liebe nicht auf Gründen und deren Aufzählung beruht. Sie kommt einfach - keiner weiß woher - und man kann sie nicht erklä
| Erscheint lt. Verlag | 16.3.2007 |
|---|---|
| Nachwort | Rafik Schami |
| Verlagsort | Zürich |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 95 x 154 mm |
| Gewicht | 248 g |
| Themenwelt | Literatur ► Anthologien |
| Sonstiges ► Geschenkbücher | |
| Schlagworte | Anthologie • Buch • Bücher • Carl Zuckmayer Medaille • Ehe • Geschenkbuch • Liebe • Literatur • Manesse Weltbibliothek • Roman • Romane • Sammlung • Treue • Weltliteratur • Zweisamkeit |
| ISBN-10 | 3-7175-2102-0 / 3717521020 |
| ISBN-13 | 978-3-7175-2102-0 / 9783717521020 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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