Mein Tagebuch 2020 (eBook)
156 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-21031-8 (ISBN)
Eckhard Duhme ist 1947 im westfälischen Hagen geboren und dort aufgewachsen. Nach dem Abitur ist er zwei Jahre bei der Bundeswehr gewesen. Danach hat er vier Jahre in Münster Jura studiert. 1975 hat er das 2. juristische Staatsexamen bestanden. Dann hat er 35 Jahre in einem Chemiekonzern in leitenden Funktionen gearbeitet. Im Berufsleben hat er unzählige Texte verfasst. Oft ist ihm lobend gesagt worden: "Sie könnten auch Schriftsteller sein." Das ist er jetzt seit 2010 als Rentner. Schreiben ist für ihn ein unterhaltsames und spannendes Hobby: "Wenn meine Texte auch anderen Menschen Freude bereiten, ist die aufgewendete Zeit sinnvoll gewesen."
Eckhard Duhme ist 1947 im westfälischen Hagen geboren und dort aufgewachsen. Nach dem Abitur ist er zwei Jahre bei der Bundeswehr gewesen. Danach hat er vier Jahre in Münster Jura studiert. 1975 hat er das 2. juristische Staatsexamen bestanden. Dann hat er 35 Jahre in einem Chemiekonzern in leitenden Funktionen gearbeitet. Im Berufsleben hat er unzählige Texte verfasst. Oft ist ihm lobend gesagt worden: "Sie könnten auch Schriftsteller sein." Das ist er jetzt seit 2010 als Rentner. Schreiben ist für ihn ein unterhaltsames und spannendes Hobby: "Wenn meine Texte auch anderen Menschen Freude bereiten, ist die aufgewendete Zeit sinnvoll gewesen."
1 Januar
Im Januar gab es einen Themenschwerpunkt für mich: Der Vorsitzende des Tennisclubs gab bekannt, dass er aus gesundheitlichen Gründen im März auf der JHV (Jahreshauptversammlung) nicht mehr kandidieren werde. Er hatte das Ehrenamt 18 Jahre ausgeübt und wäre auch ganz sicher für zwei weitere Jahre gewählt worden. Es galt, einen Nachfolger zu finden - und das war schwer. Alle Clubmitglieder hatten sich daran gewöhnt, dass „der Bernd das macht“. Er hatte sich stets um (fast) alles gekümmert. Jetzt kam noch hinzu, dass auch der Sport- und der Jugendwart aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung standen.
Es wurde ein „Vorstandsfindungsteam“ gegründet. Das bestand aus dem bisherigen Vorsitzenden, seinem Stellvertreter, einem Beiratsmitglied und mir. Ich war früher selber mal acht Jahre im Vorstand gewesen, seit zwanzig Jahren als Mannschaftsführer, ausgebildeter Schiedsrichter und juristischer Berater für den Verein tätig. Das Findungsteam traf sich nun mindestens einmal wöchentlich. Es bestand von Anfang an Einigkeit: „Wie der Bernd macht das keiner, so einen finden wir nicht, wir müssen die Aufgaben auf mehr Schultern verteilen.“ Dazu fiel mir als ein erster Lösungsweg ein, dass das in der Satzung vorgesehene Amt des „Schriftführers“ seit Jahren nicht besetzt war. Historisch war das jemand, der von den Sitzungen handschriftlich die Protokolle fertigte und die damit gefüllten Akten betreute. Inzwischen gab es Laptops und elektronische Dateien; da hatte der Bernd diese Aufgaben miterledigt. Er wies jetzt in diesem Zusammenhang darauf hin, man könnte den neuen Vorsitzenden bei der „Kommunikation“ entlasten. Dazu gehörten Presseberichte, interne Schreiben und das Nutzen „sozialer Netzwerke“. Es hieß: „Wir müssen für den Verein in Facebook aktiv werden.“ Okay, wir hatten also eine Idee, etwas neu zu organisieren. Das bedeutete aber zugleich, auch für diese Funktion jemanden zu finden, somit dann also einen Vorsitzenden, einen Sportwart, einen Jugendwart und einen Leiter der Kommunikation. Selbstverständlich kamen dafür jeweils auch Frauen in Betracht. In der Satzung war klar geregelt, dass Frauen und Männer gleichberechtigt waren und die männliche Schreibweise im Text ausschließlich nur aus redaktionellen Gründen gewählt wurde.
Unser Team ging die Mitgliederliste von A bis Z durch und notierte für die vier zu besetzenden Ehrenämter jeweils fünf Namen, von denen wir meinten, die Mitglieder könnten für eine der Funktionen in Betracht kommen. Dann legten wir fest, wer mit wem darüber sprechen sollte. Bei den wöchentlichen Treffen lauteten die Meldungen: „Der hat abgesagt, die hat abgesagt.“ Wir ließen uns nicht entmutigen, nahmen neue Namen in unsere „Funktionslisten“ und vereinbarten, auch mit den „Neinsagern“ nochmal zu sprechen. Außerdem kamen wir auf die Idee, die Stelle des Vorsitzenden im Verein „auszuschreiben“. Ich entwarf dafür einen Text, der Vorsitzende verteilte ihn an die Mitglieder per E-Mail. Auch beim „Neujahrsempfang“ im Clubhaus wies er nochmal auf das zu besetzende Ehrenamt hin. Wir erhielten aber keine einzige Rückmeldung, waren recht enttäuscht und einer meinte: „Ich bin frustriert.“
Ein erstes Erfolgserlebnis ergab sich zufällig. Ich fuhr zusammen mit einem Teamkollegen zu einem Spiel der laufenden Winter-Hallenrunde. Dabei kamen wir am Gelände seines Arbeitgebers vorbei. Ich fragte: „Bis wann musst Du denn noch arbeiten?“ „Ich habe einen Aufhebungsvertrag in der Tasche, höre im August mit 63 Jahren auf.“ „Oh, dann hast Du ja wahrscheinlich Zeit für ein Anschlussprogramm. Was hältst Du davon, bei uns den Sportwart zu machen?“ „Mhm, da kann ich ja mal drüber nachdenken.“ Beim nächsten Treffen des Findungsteams erzählte ich das und wies darauf hin: „Er hat nicht spontan nein gesagt!“ Daraufhin sprachen der Vorsitzende und das Beiratsmitglied auch mit ihm. Schließlich sagte er: „Ja, in Ordnung, aber erst ab September.“ Im Findungsteam waren wir uns sicher, bis dahin irgendwie eine Übergangslösung zu schaffen.
Als nächstes erklärten sich zwei Spielerinnen der Damen 30 - Mannschaft bereit, die Kommunikation gemeinsam zu übernehmen. Na, nachdem wir erst nur Absagen bzw. keinerlei Rückmeldungen erhalten hatten, freuten wir uns über diese Erfolgserlebnisse.
Inzwischen hatten uns drei Gesprächspartner für das Amt des Vorsitzenden gesagt: „Im Prinzip kann ich mir das durchaus vorstellen, aber in diesem Jahr passt das beruflich leider überhaupt nicht.“ Wir nahmen nochmal Kontakt mit ihnen auf und wiesen auf „Sportwart und Kommunikationsdamen“ hin. Ein Kandidat äußerte: „Wenn Ihr die Aufgaben auf mehr Schultern verteilen wollt, dann müsst Ihr noch eine Stelle dafür im Vorstand schaffen. Es ist sinnvoll, einen weiteren Vertreter des Vorsitzenden zu haben. Der ist mal dienstlich unterwegs, der Stellvertreter ist krank oder in Urlaub oder sonst wie verhindert und genau dann ist ein wichtiger Termin wahrzunehmen.“ Das Beiratsmitglied nahm diesen Gedanken sofort auf und lockte: „Wenn Du den Vorsitz übernimmst, komme ich mit in den Vorstand für diese neue Funktion.“
Das erörterten wir beim nächsten Vierer-Treff und überlegten, welche Aufgaben einer solch neuen Funktion denn sinnvoll zugeordnet werden könnten. Der Vorsitzende erläuterte, dass das Überwachen des Budgets, das Vorbereiten der Konten für die steuerlichen und Gemeinnützigkeitsprüfungen und das Zuweisen von Geldern zu den eingerichteten Wirtschaftsbetrieben (Stromerzeugung mit der Photovoltaik-Anlage, Clubhaus, Tennishalle) Zeit in Anspruch nähmen. Daraufhin schlug ich vor, dafür das Amt eines „Controllers“ zu schaffen. Ich ergänzte: „Mit den Bezeichnungen Controlling und Kommunikation haben wir dann zeitgemäße, moderne Funktionsnamen. Es bietet sich an, zugleich auch noch die anderen Altbezeichnungen anzupassen.“ So wurde aus Kassenwart Leiter der Finanzen, aus Sportwart Leiter des Sportbetriebes und aus Jugendwart Leiter der Jugendarbeit. Das las sich gut, aber brachte zum Thema „Vorsitz“ keine Lösung.
Der Kandidat X., der uns auf die Idee mit dem Controlling gebracht hatte, lobte im weiteren Gespräch unsere Überlegungen, lehnte aber leider die Übernahme des Vorsitzes endgültig ab. Auch die weiteren Versuche, die Gesprächspartner Y und Z nun doch noch zu überzeugen, scheiterten. Wir mussten uns schließlich auf „Lösung B“ konzentrieren. Sie bezog sich auf Mitglieder, die nicht mehr berufstätig waren und, wie wir nun hofften, vielleicht eher für ein Ehrenamt zu motivieren waren. Jedoch erhielten wir auch jetzt wieder nur Absagen. Eines Tages bedauerte der Trainer im Gespräch mit Frau S. diese Situation und bekam zu hören: „Mein Mann und ich sind durchaus zur Unterstützung bereit.“ Diese Information gab der Trainer an mich weiter. Obwohl ich zuvor schon einmal vergeblich mit S. gesprochen hatte, rief ich umgehend nochmal an. Es meldete sich Frau S. und bestätigte mir die grundsätzliche Hilfsbereitschaft, äußerte aber Zweifel, ob ihr Mann für den Vorsitz bereit wäre. Sie selber schloss das für sich aus. Wir vereinbarten, dass ich später erneut anrufen würde. Als sich dabei dann Herr S. meldete, wies ich ihn auf die von seiner Frau zugestandene Hilfsbereitschaft hin. Dann erläuterte ich ihm all die Neuerungen, die sich das Findungsteam inzwischen hatte einfallen lassen. Nachdem ich ihm auch noch die Namen des Controllers und Leiters der Sportbetriebe nannte, war er zu einem ausführlicheren Gespräch bereit, um weitere Details zu erörtern. Das organisierte ich kurzfristig zusammen mit dem 2. Vorsitzenden und dem angedachten Controller. Danach erbat sich S. ein paar Tage Bedenkzeit. Hurra, er gab uns dann eine „Zusage mit Vorbehalten“. Er wollte, durchaus verständlich, zunächst das vorgesehene Vorstandsteam kennenlernen, um abzuklären, ob alle miteinander harmonierten. Ja, auch das ging klar.
Endlich hatte das Findungsteam es geschafft, für den Vorstand die „Nach-Bernd-Regelung“ zu finden – so dachten wir. Ein paar Tage später meldeten sich die zwei Damen, die das Amt „Kommunikation“ übernehmen sollten: „Es tut uns leid, Euch nun doch eine Absage erteilen zu müssen. Nach reiflicher Überlegung sind wir zu dem Ergebnis gekommen, für die Funktion nicht die richtige Lösung zu sein. Es ist besser, jetzt die Notbremse zu ziehen, damit ihr noch jemanden findet, der geeigneter ist.“ Tja, und dann kündigte die „Damenwartin“ ihre Mitgliedschaft und wechselte den Verein. Also musste das Findungsteam erneut Gespräche führen. Ich schlug vor, statt einer „Damenwartin“ eine...
| Erscheint lt. Verlag | 25.1.2021 |
|---|---|
| Verlagsort | Ahrensburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Sonstiges ► Geschenkbücher | |
| Schlagworte | Coronapandemie • Erlebnisse des Autors • Weltereignisse 2020 |
| ISBN-10 | 3-347-21031-X / 334721031X |
| ISBN-13 | 978-3-347-21031-8 / 9783347210318 |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
| Haben Sie eine Frage zum Produkt? |
Kopierschutz: Adobe-DRM
Adobe-DRM ist ein Kopierschutz, der das eBook vor Mißbrauch schützen soll. Dabei wird das eBook bereits beim Download auf Ihre persönliche Adobe-ID autorisiert. Lesen können Sie das eBook dann nur auf den Geräten, welche ebenfalls auf Ihre Adobe-ID registriert sind.
Details zum Adobe-DRM
Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belletristik und Sachbüchern. Der Fließtext wird dynamisch an die Display- und Schriftgröße angepasst. Auch für mobile Lesegeräte ist EPUB daher gut geeignet.
Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen eine
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen eine
Geräteliste und zusätzliche Hinweise
Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.
aus dem Bereich