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Systemüberwindung, Demokratisierung und Gewaltenteilung

Grundsatzkonflikte der Bundesrepublik Deutschland

(Autor)

Buch | Softcover
216 Seiten
2025 | 1. Wiederauflage
Weltbuch Verlag
978-3-907347-37-9 (ISBN)
CHF 20,85 inkl. MwSt
Vor etwas mehr als fünfzig Jahren erschien das vorliegende Buch von Helmut Schelsky „Systemüberwindung, Demokratisierung und Gewaltenteilung“. Es ist eine Sammlung von Aufsätzen eines der renommiertesten westdeutschen Soziologen in den ersten Jahrzehnten der alten Bundesrepublik.
Dieses Werk ist einer der wenigen politischen Schriften, die zwar in ihrer jeweiligen Zeit für diese Zeit geschrieben wurden, aber die über ihre Zeit hinaus von Bedeutung sind oder bei denen die politische Bedeutung in einer späteren Zeit sogar noch größer ist als zuvor. Heute werden wir vor den vorläufigen Ergebnissen der von Professor Schelsky vorhergesehenen Systemüberwindung konfrontiert.
Im Zentrum des Buches steht der Artikel „Die Strategie der ‚Systemüber-windung‘ – Der lange Marsch durch die Institutionen“. Dieser Beitrag war von Schelsky bereits zwei Jahre zuvor, nämlich 1971, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung veröffentlicht worden. Schelsky muss von der enormen Wirkung seines Artikels überrascht gewesen sein, so dass er sich entschied, ihn in einem eigenen Buch zu veröffentlichen. Seine Schrift fand bereits vor seiner Veröffentlichung als Buch eine Verbreitung von über eine Million Exemplaren. Sie wurde Pflichtlektüre in Ministerien, im Bundesamt für Verfassungsschutz und bei Offizieren der Bundeswehr, etc.
Die politische Linke versuchte Schelsky zu ignorieren und reagierte erwartungsgemäß diffamierend. Wir werden sehen, welche Wirkung die Wiederauflage dieser Schriften hat, nun erweitert mit einer Einführung des ehemaligen Präsidenten des Bundesverfassungsschutzes (2012 - 2018) und Vorsitzenden der WerteUnion, Dr. Hans-Georg Maaßen. Inhalt

Einführung
Vorwort
Die Strategie der "Systemüberwindung" – Der lange Marsch durch die Institutionen
Lehrer der Nation?
Mehr Demokratie oder mehr Freiheit? Der Grundsatzkonflikt der "Polarisierung" in der Bundes­republik Deutschland
Publizistik und Gewaltenteilung
Propaganda und Information – Vorschläge zu einer verfassungsgesetzlichen Autonomie der Informationspresse
Über den Autor Einführung

von Dr. Hans-Georg Maaßen [ehemals Präsident des Bundesverfassungsschutzes (2012 - 2018), Vorsitzender der WerteUnion]

1. Vor etwas mehr als fünfzig Jahren erschien in München das vorliegende kleine Buch von Helmut Schelsky „Systemüberwindung, Demokratisierung und Gewaltenteilung“. Es ist eine Sammlung von Aufsätzen eines der renommiertesten westdeutschen Soziologen in den ersten Jahrzehnten der alten Bundesrepublik. Professor Helmut Schelsky (geboren 1912 Uhr in Chemnitz, gestorben 1984 in Münster) war damals über seine Fachdisziplin hinaus für seine zahlreichen politischen Schriften bekannt, darunter „Soziologie der Sexualität“ von 1955, „Die skeptische Generation“ von 1957, „Die Arbeit tun die anderen – Klassenkampf und Priesterherrschaft der Intellektuellen“ von 1975 und „Der selbstständige und der betreute Mensch“ von 1976. Schelsky wurde damals viel gelesen und wurde viel gehört. So trat er, der in den 1950er Jahren eher der SPD zugerechnet wurde, 1957 als Gutachter beim Bundesverfassungsgericht zur Frage der Straffreiheit männlichen homosexuellen Verhaltens auf. Vor dem Hintergrund der so genannten „68er“-Bewegung positionierte er sich zu einem eher liberal-konservativen Soziologen und politischen Schriftsteller.
Die meisten seiner Schriften sind nur noch einem kleinen Publikum bekannt. Wie so oft treten politische Schriften, auch wenn sie mit einem wissenschaftlichen Anspruch geschrieben sind, mit der Zeit in den Hintergrund. Für die politischen Probleme einer bestimmten Zeit interessieren sich nach fünfzig Jahren regelmäßig nur Historiker und Spezialisten vom Fach. Diese Schriften und Bücher hatten ihren Sinn und ihre Zeit und sind verständlicherweise in Vergessenheit geraten. Es sind „Gebrauchsbücher“, die in ihrer Zeit ihren Zweck erfüllten. Dagegen gibt es nur wenige politische Schriften, die zwar in ihrer jeweiligen Zeit für diese Zeit geschrieben wurden und die über ihre Zeit hinaus von Bedeutung sind oder bei denen die politische Bedeutung in einer späteren Zeit sogar noch größer ist als zuvor. Letzteres kann man bei Schelskys Schrift „Systemüberwindung“ unumwunden sagen. Heute werden wir vor den vorläufigen Ergebnissen der von Schelsky vorhergesehenen Systemüberwindung konfrontiert.
Im Zentrum des Buches steht der Artikel „Die Strategie der ‚Systemüberwindung‘ – Der lange Marsch durch die Institutionen“. Dieser Beitrag war von Schelsky bereits zwei Jahre zuvor, nämlich 1971, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung veröffentlicht worden. Schelsky muss von der enormen Wirkung seines Artikels überrascht gewesen sein, so dass er sich entschied, ihn in einem eigenen kleinen Buch zu veröffentlichen. Seine treffsichere Analyse der revolutionären Strategie der radikalen Linken für eine Systemüberwindung durch einen friedlichen langen Marsch durch die Institutionen wurde breit rezipiert. Seine Schrift fand bereits vor seiner Veröffentlichung als Buch eine Verbreitung von 1,1 Millionen Exemplaren. Sie wurde bald Pflichtlektüre in Ministerien, im Bundesamt für Verfassungsschutz und bei Offizieren der Bundeswehr. Die politische Linke versuchte ihn zu ignorieren und reagierte erwartungsgemäß diffamierend: Der linke SPD-Politiker und damalige Bundesminister Erhard Eppler widmete der Schrift in der Zeitschrift „Der Spiegel“ eine längere diffamierende Rezension, in der er seine Ablehnung des Artikels begründete: „Wer das schmale Büchlein gelesen hat, weiß, wo die höchsten Alkoholprozente stecken“ ...

Helmut Wilhelm Friedrich Schelsky (* 14.10.1912 in Chemnitz; † 24.02.1984 in Münster) gilt als der erfolg- und einflussreichste Soziologe der frühen Bundesrepublik. Sozialisiert wurde er in der Weimarer Republik und später im Nationalsozialismus. Dem anfänglich starken Engagement in dieser Zeit und dem Erklimmen der ersten Stufen der akademischen Karriereleiter folgten Desillusionierung und die Teilnahme an den Kämpfen an der Ostfront. Nach 1945 verabschiedete sich Schelsky von jedwedem Idealismus und entwickelte sich als geläuterter Demokrat zum nüchternen, sachlichen Begleiter der jungen Bundesrepublik. Helmut Schelsky – mal als neokonservativ, mal als progressiv bezeichnet – wurde mit seinen Veröffentlichungen zu aktuellen Problemen der Bundesrepublik zum „Stichwortgeber des Zeitgeistes“ (Ludolf Hermann). Zu nennen sind insbesondere seine Werke: „Wandlungen der deutschen Familie in der Gegenwart“ (1953), „Soziologie der Sexualität“ (1955) und „Die skeptische Generation. Eine Soziologie der deutschen Jugend“ (1957). Mit der Berufung auf eine Soziologieprofessur an der Universität Münster wandte sich Schelsky verstärkt hochschul- und bildungspolitischen Themen zu. Seiner Antrittsvorlesung, dem „Kirchenvater der deutschen Universität“, Wilhelm von Humboldt, gewidmet, folgte mit dem FAZ-Artikel „Wie gründet man Universitäten“ im Oktober 1961 erstmals eine auch in die Zukunft gerichtete Analyse der Hochschulgründungen in Westdeutschland. Mit „Einsamkeit und Freiheit. Idee und Gestalt der deutschen Universität und ihrer Reformen“ legte Schelsky 1963 ein grundlegendes Werk über die seiner Meinung nach noch immer gültigen Humboldt‘schen Bildungsideale und die Notwendigkeit höchstrangiger interdisziplinärer Forschungsinstitutionen vor und entwarf das Bild einer „theoretischen Universität“, in der die Grundkonzeption der Bielefelder Reformuniversität schon zu erkennen war. Der Schritt zum „Hochschulreformer auf eigene Faust“ war nun nicht mehr weit. Am 9. März 1965 wurde Schelsky offiziell von Landeskultusminister Prof. Dr. Paul Mikat mit der Planung der ostwestfälischen Universität beauftragt ... (Quelle: Universitätsarchiv der Universität Bielefeld)

Herr Maaßen ist Rechtsanwalt und seit dem 28. Januar 2023 Vorsitzender der WerteUnion e. V. . Er ist außerdem Vorsitzender der Atlantis-Stiftung und stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Meinung und Freiheit e. V. Vom 1. August 2012 bis 15. November 2018 war Maaßen Präsident des Bundesverfassungsschutzes. Nachdem er die „Hetzjagdlüge“ in Zweifel zog, wurde er unter Bundeskanzlerin Merkel in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Er ist besorgt über den Zustand der freiheitlich demokratischen Grundordnung und nimmt eine schleichende Erosion der Grundwerte unserer Verfassung und eine Ausbreitung totalitären ökosozialistischen Denkens wahr. Er ist der Auffassung, dass Grund- und Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Meinungsfreiheit nicht unter dem Vorbehalt des Klimaschutzes und einer Pandemiebekämpfung stehen. Der Staat des Grundgesetzes hat nach seiner Auffassung nicht das Recht, den Bürgern Menschenrechte im Rahmen seiner Politik zuzuteilen. Diese von ihm wahrgenommene schleichende politische Veränderung in Deutschland ist der Grund, warum sich Maaßen regelmäßig zu aktuellen Fragen der deutschen Politik äußert und den Vorsitz der WerteUnion übernommen hat. Besonders kritisch sieht er die unkontrollierte, ungesteuerte und politisch gewollte Masseneinwanderung nach Deutschland. Maaßen ist Mitglied der CDU und kandidierte in Südthüringen bei der Bundestagswahl 2021 für den Deutschen Bundestag. Die Parteiführung der CDU betreibt derzeit ein Parteiausschlussverfahren gegen Maaßen. Maaßen blickt auf eine lange Karriere im Bundesinnenministerium und im Verfassungsschutz zurück. Vor seiner Tätigkeit als Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutzes war er von 2008 bis 2012 Leiter des Stabes Terrorismusbekämpfung und polizeilicher Staatsschutz im Bundesinnenministerium. Zwischen 2001 und 2008 war er dort für die deutsche Ausländerpolitik zuständig und leitete die gesetzgeberischen Arbeiten für grundlegende Reformen des Ausländerrechts. Zuvor war er persönlicher Referent des Sicherheitsstaatssekretärs und arbeitete in verschiedenen Verwendungen in der Polizeiabteilung und der Ausländerrechtsabteilung des Ministeriums. Bevor er im Jahr 1991 in das Bundesinnenministerium eintrat, arbeitete Herr Maaßen als Rechtsanwalt auf den Gebieten des Kartellrechts und der Unternehmensübernahmen in einer Kanzlei in Düsseldorf. Maaßen studierte Jura an den Universitäten Köln und Bonn und schloss seine Studien mit dem 2. juristischen Staatsexamen und der Promotion ab. Über viele Jahre war Maaßen Lehrbeauftragter am Fachbereich Rechtswissenschaft der Freien Universität Berlin. Er unterrichtete darüber hinaus langjährig beim Studiengang Europawissenschaften in Berlin und hielt über mehrere Jahre Gastvorträge an Universitäten in Japan. Hans-Georg Maaßen ist Autor zahlreicher juristischer Bücher und Publikationen zum Ausländerrecht, Staatsangehörigkeitsrecht, zur Gesetzgebungslehre und zum Verfassungsrecht. Zwischen 2005 und der Übernahme des Amtes als Präsident des BfV war er Ko-Schriftleiter der Zeitschrift für Ausländerrecht und Ausländerpolitik. Hans-Georg Maaßen wurde 1962 in Mönchengladbach geboren. Er ist verheiratet.

Erscheinungsdatum
Mitarbeit Kommentare: Hans-Georg Maaßen
Cover Design: Dirk Kohl
Sprache deutsch
Maße 125 x 190 mm
Gewicht 200 g
Themenwelt Schulbuch / Wörterbuch Lexikon / Chroniken
Sozialwissenschaften Politik / Verwaltung Politische Systeme
Schlagworte Bonner Republik • Bundesrepublik Deutschland • Bundesverfassungsschutz • Demokratie • Gewaltenteilung • Grundgesetz • Grundsätze • hans-georg maaßen • Helmut Schelsky • Institutionen • Konflikte • Manipulation • Politische Linke • Politische Rechte • Politische Systeme • Propaganda • Publizistik • Soziologie • Uni Bielefeld • Verfassung
ISBN-10 3-907347-37-4 / 3907347374
ISBN-13 978-3-907347-37-9 / 9783907347379
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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