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Komm mal runter von der Palme! (eBook)

Wie Ärger entsteht - und was Sie dagegen tun können
eBook Download: EPUB
2020 | 1. Auflage
128 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-20645-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Komm mal runter von der Palme! -  Carmen Reuter
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Regen Sie sich häufig über Kleinigkeiten auf? Und wenn Sie sich aufregen, explodieren Sie dann vor Wut - oder fressen Sie den Ärger lieber schweigend in sich hinein? Oder gehören Sie zu den berüchtigten Rabattmarkensammlern, die ein ganzes Jahreskontingent an Ärger in einem einzigen Schwall herauslassen können? Falls Sie sich fragen, ob es vielleicht Wege gibt, um gelassener und ruhiger durchs Leben zu gehen, dann finden Sie die Antwort in diesem Ratgeber. Carmen Reuter ist Kommunikationstrainerin, Speaker und Coach - und Expertin in Sachen Ärger und Zorn. Das Gefühl, vor Wut an die Decke gehen zu wollen, kennt sie von Kindesbeinen an. In diesem Buch vermittelt sie die besten Strategien gegen Ärger, allesamt erprobt und bewährt in Anti-Ärger-Trainings, Coachings und im 'wirklichen Leben'. Unterhaltsam und humorvoll verknüpft Carmen Reuter ihr fundiertes Wissen über aktuelle Ergebnisse der Hirnforschung mit Alltagsepisoden aus Beruf und Privatleben. Denn wer sich weniger ärgern will, muss zunächst wissen, was es mit dem ganzen Ärger überhaupt auf sich hat. Anhand zahlreicher Praxis-Tipps und Tools erfahren Sie im zweiten Teil des Ratgebers, wie Sie besser mit Ärger und Stress umgehen können. Ein Training gegen die brodelnde, oft explosive Kraft in Ihrem Inneren, das Ihnen kreative Energie und Ausstrahlung gibt, Ihre Gesundheit schützt und Sie in jeder Hinsicht besser aussehen lässt. Mensch ärgere dich? Kommen Sie lieber runter von der Palme! Carmen Reuter geht seit 1988 der Frage nach, wie der Mensch wachsen und sich entfalten kann. Ihre Vorträge und Workshops befassen sich mit Gesundheit, Kommunikation und Führung. Sie ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und lebt in Karlsruhe.

Carmen Reuter wurde 1961 in Pforzheim geboren. Nach dem Abitur und einer Erzieherausbildung eröffnete sie 1988 ihre Naturheilpraxis als Heilpraktikerin. Schon kurz danach wurde die Frage: "Wie erhält man Menschen gesund?" das Leitmotiv ihrer Arbeit. Seit Mitte der Neunzigerjahre inspiriert sie Menschen in Seminaren und mit Vorträgen. Als wissbegierige Leseratte und bekennende Fortbildungs-Junkie vernetzt sie aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mit Lebenserfahrung und dem Wissen um die menschliche Psyche aus über 30 Jahren Beratungsarbeit. Sie ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und lebt mit ihrem Mann seit mehr als 35 Jahren glücklich in Karlsruhe.

Carmen Reuter wurde 1961 in Pforzheim geboren. Nach dem Abitur und einer Erzieherausbildung eröffnete sie 1988 ihre Naturheilpraxis als Heilpraktikerin. Schon kurz danach wurde die Frage: "Wie erhält man Menschen gesund?" das Leitmotiv ihrer Arbeit. Seit Mitte der Neunzigerjahre inspiriert sie Menschen in Seminaren und mit Vorträgen. Als wissbegierige Leseratte und bekennende Fortbildungs-Junkie vernetzt sie aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mit Lebenserfahrung und dem Wissen um die menschliche Psyche aus über 30 Jahren Beratungsarbeit. Sie ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und lebt mit ihrem Mann seit mehr als 35 Jahren glücklich in Karlsruhe.

II. Was Menschen auf die Palme bringt: Ärger und seine Entstehung

„Wer gelernt hat, sich von der Herrschaft des Ärgers zu befreien, wird das Leben viel lebenswerter finden.“ (Euripides)

Der Dichter Euripides lebte vor fast 2500 Jahren, schon die alten Griechen schlugen sich also mit dem Ärgerthema herum. Sehen Sie? In allen Jahrtausenden und in allen Kulturen suchten Menschen nach Wegen, um besser mit Ärger umzugehen.

2.1 Was ärgert Sie? Oder besser gefragt, wer ärgert Sie?

Die meisten Menschen gehören einem bestimmten Ärger-Typ an. Sie werden in diesem Buch immer wieder auf diese unterschiedlichen Gestalten mit ihren ebenso unterschiedlichen Reaktionsmustern stoßen – deswegen vorweg eine erste grobe Einordnung.

Ich unterscheide vier Ärger-Typen. Da sind zum einen die Rumpelstilzchen. Ihre Art zu reagieren ist explosiv: Sie geraten schnell auf die Palme und recht zügig auch wieder herunter. Explodierer sind also Menschen, die außerstande sind, ihre Emotionen in sich zu behalten, und sie einfach herauslassen. Das Gute an den Rumpelstilzchen: Nach einem reinigenden Gewitter vergessen sie die ganze Sache in der Regel schnell.

Noch explosiver, fast vulkanisch agieren die Choleriker. Diese sind so in ihrer Wut gefangen, dass sie nicht bemerken, welche Kollateralschäden sie im tobenden Rausch anrichten. Wobei ihnen das ohnehin egal ist: Choleriker sind meist überzeugt davon, im Recht zu sein.

Ihnen gegenüber stehen die Implodierer. Das sind Menschen, die allen Ärger und Frust herunterschlucken und versuchen, aufwühlende Ereignisse zu verdrängen und wegzuschweigen. Die Ursache liegt häufig weit in der Vergangenheit, in einer Situation, die emotional so überfordernd war, dass sowohl ihr Denken als auch das Sprachvermögen ausfielen. Da blieb nur das Unterdrücken der heißen Gefühle.

Und dann gibt es noch die Rabattmarkensammler. Auch diese schlucken ihren Ärger in der betreffenden Situation. Allerdings merken sie sich jedes kleine Erlebnis, und zwar unerbittlich. Bildlich gesprochen, kleben sie für jeden Ärger, jede Meinungsverschiedenheit fein säuberlich eine Marke in ein Heft. Für jeden Menschen, mit dem sie Streit haben, führen sie ein eigenes Rabattmarkenheft. Und in dem Moment, wenn das Heft voll ist, dann tut sich die Hölle auf – und dem Gegenüber, welches keine Ahnung hat, wie ihm gerade geschieht, fliegt buchstäblich das gesamte Heft gesammelter Verfehlungen um die Ohren.

In meinem Fall (Sie können es sich fast denken, dass meine Schwiegermutter meisterhaft geübt war im Umgang mit solchen Heften) stand ich jedes Mal so überrumpelt wie überwältigt von diesem Tsunami an Vorwürfen da.

Mich zu verteidigen, gelang praktisch nie, denn als echtes Rumpelstilzchen hatte ich die bewussten Situationen ja längst vergessen. Aber explodieren konnte ich, und das mit Format! Mit der bekannten Folge, dass meine Schwiegermutter stets den Sieg davontrug. Mehr als „ach Carmen, du bist ja so explosiv“ brauchte sie nicht zu sagen …

Jede dieser Varianten entwickelt sich im Laufe der Zeit. Können Sie sich noch erinnern, wie Sie während Ihrer Schulzeit mit Stress und Ärger umgegangen sind? Zu welcher Gruppe zählen Sie sich heute?

Eine Frage an Sie als Kind des 21. Jahrhunderts: Was ärgert Sie? Oder vielleicht besser gefragt: Wer ärgert Sie? Regen Sie sich beim Autofahren auf, beim Schlange stehen und Warten? Bei miesen kleinen Provokationen?

Ich selbst habe am Vorbild gelernt. Wer mit meiner Mutter Auto fuhr, kam stets in den Genuss einer unverhofften Wortschatzerweiterung. Vielleicht nicht in dem Sinn, wie Eltern sich das für den Bildungsweg ihrer Kinder wünschen, aber durchaus hilfreich für jegliche Streiterei in einem Reality-Format privater TV-Sender.

Was muss also passieren, damit Sie ihre Fassung verlieren oder sich empören, grollen oder gar explodieren? Gehören Sie zu denjenigen, die alles erst einmal schlucken und in sich hineinfressen, also eher implodieren? Und wussten Sie, dass das häufig damit zu tun hat, ob Sie als Mann oder als Frau erzogen worden sind?

Bis mindestens in die Achtzigerjahre galt in vielen Familien als Erziehungsziel: Ein Mädchen sei hübsch und nett (und darf somit keinen Ärger zeigen), der Junge sei stark und durchsetzungsfähig (und darf damit seiner Wut lautstark Ausdruck geben). Wir erleben das noch heute in Beschreibungen von durchsetzungsfähigen Frauen im Business: „Die hat ja Haare auf den Zähnen, das Mannweib, die Kampfhenne!“ Für Männer gibt es interessanterweise kein sprachliches Äquivalent.

Natürlich spielen auch Familienregeln eine große Rolle. Wenn es in Ihrer Familie sehr beherrscht zuging, dann haben Sie vielleicht keinen angemessenen Umgang mit der Wut gelernt, sondern nur die Unterdrückung von Ärger und Zorn.

Gehören Sie wie ich zu den Menschen, die sich regelmäßig über sich selbst ärgern, weil sie sich wieder einmal wie Rumpelstilzchen aufgeführt haben, statt gelassen und souverän bei sich zu bleiben? Oder weil Sie den Mund gehalten haben und sich nicht gewehrt haben?

Oder, besonders blöd, weil ihnen die perfekte schlagfertige Erwiderung auf die Provokation des Kollegen erst Tage später eingefallen ist?

Menschen neigen in dieser Hinsicht zu merkwürdigem Verhalten. Wir ärgern uns und beschimpfen uns selbst. Wir machen uns fertig, indem wir uns mit einer verbalen Peitsche geißeln, und gießen mit diesem Verhalten Öl in die aufgeflammte körperliche Reaktion der Wut. Es kann in diesem ewigen Teufelskreis schon helfen, zu verstehen, wie Dämon Ärger überhaupt aus seiner Flasche kommt.

Sie ahnen es wahrscheinlich – das Ganze nimmt seinen Beginn im Gehirn.

2.2 Ein wenig Neurobiologie: Der Steinzeitmensch in uns lebt

Haben Sie auch schon mal versucht, sich mitten in einem Moment akuten Ärgers mit dem Kommando „Darüber werde ich mich jetzt nicht ärgern!“ zu beruhigen?

Und, waren Sie erfolgreich?

Trösten Sie sich, das klappt bei den meisten Menschen nicht. Was wiederum daran liegt, dass unser Gehirn nun einmal so arbeitet, wie es arbeitet. Und genau dieses Funktionsprinzip schauen wir uns jetzt genauer an.

Wenn wir an das Gehirn denken, dann denken wir fast immer zuerst an „denken“. Doch denken ist keineswegs die wichtigste Aufgabe des Gehirns. Denken, das ist kaum mehr als ein banaler Zweitjob! Die wichtigste Aufgabe unseres Gehirns ist so archaisch wie existenziell: Es ist dazu da, um unser Überleben zu sichern. Diesem Ziel wird alles andere untergeordnet. Damit das funktioniert, muss das Gehirn jede Situation blitzschnell bewerten: Ist das, was gerade geschieht, in Ordnung und okay? Unterstützt es mein Überleben? Oder ist es in irgendeiner Weise gefährlich für mich? Deshalb sprechen Forscher inzwischen vom Gehirn als „Bewertungsorgan“.

Der Neurobiologe und Autor Gerald Hüther erzählt dazu in einem seiner Vorträge eine wunderbare Anekdote. Um zu untersuchen, ob Fasten stressvermindernd wirkt, fuhr er mit einer Gruppe von Hirnforschern an den Bodensee in eine große Fastenklinik. Alle Patienten und Patientinnen wurden zu Beginn ihrer 14-tägigen Fastenkur auf Stresszeichen untersucht; besonders im Fokus stand das Langzeitstresshormon Cortisol. Am Ende des Kuraufenthaltes wurden die Werte überprüft. Zur großen Überraschung der Forscher hatte sich im Durchschnitt nichts verändert. Als sie nun die Auswertung genauer untersuchten, stellten sie fest, dass bei etwa der Hälfte der Patienten die Stresswerte durchaus auf das Level „Entspannung“ gesunken waren. Bei der anderen Hälfte jedoch waren sie gestiegen, und zwar auf Hochstressniveau.

Sofort stellten sich Fragen. Wie kam das? Wie unterschieden sich die beiden Gruppen? Waren die Menschen älter oder jünger? Dicker oder dünner? Männer oder Frauen?

Die Antwort überraschte sogar die Forscher: Fast alle, die mit wohliger Entspannung auf die Fastenkur reagiert hatten, waren Selbstzahler und damit aus eigener Tasche für die Kur aufgekommen.

Die anderen, die beim Fasten verstärkt Stresshormone ausgeschüttet hatten – die waren von der AOK zum Abspecken hingeschickt worden! Stellen Sie sich die unterschiedliche Wahrnehmung in etwa so vor:

Gruppe 1: „Wie wunderbar es ist, zu fasten! Endlich entschlacken, entgiften, Ballast loslassen. Und dabei in so guter Art und Weise unterstützt zu werden, mit köstlichen biologischen Kräutertees und dieser mit Liebe gekochten Gemüsebrühe. Das alles in der angenehmen Gemeinschaft von Menschen, die verstehen, wie wichtig Entschlacken ist. Und dann noch in der Schönheit der Bodenseelandschaft spazieren gehen zu können, ach, wie ist das schön!“

Und nun Gruppe 2: „So ein Sch…! Ich habe Hunger und kriege nichts zu essen – diese blöden Brühen machen doch nicht satt. Dazu noch literweise...

Erscheint lt. Verlag 9.12.2020
Illustrationen Herbie Erb
Verlagsort Ahrensburg
Sprache deutsch
Themenwelt Schulbuch / Wörterbuch Lexikon / Chroniken
Technik
Schlagworte anders mit Ärger umgehen • Anti-Ärger • Ärger abschalten • Ärger meistern • Ärger schlucken • Bei sich bleiben • Choleriker • Frust kanalisieren • Gelassen bleiben • Gelassenheit • Groll loslassen • souverän reagieren • Stressmanagement • Tipps gegen Ärger • vor Wut explodieren • weniger ärgern • weniger aufregen • Wut regulieren
ISBN-10 3-347-20645-2 / 3347206452
ISBN-13 978-3-347-20645-8 / 9783347206458
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