Praxisbox Interkulturelles Lernen
Institut für Friedenspädagogik Tübingen
978-3-932444-67-8 (ISBN)
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Die Praxisbox enthält:
• das Booklet „Interkulturelles Lernen“, das auf 88 Seiten grundlegende Informationen über Hintergründe und Ansätze des interkulturellen Lernens beinhaltet. Die Materialien (M1-M36) bieten u.a. direkt einsetzbare Arbeitsblätter, Aufgaben und Übungen an.
• 30 Bildkarten, die Menschen aus verschiedenen kulturellen Zusammenhängen zeigen.
• 30 Textkarten, die (auf der Rückseite der Bildkarten) konkrete Situationen aus dem interkulturellen Alltag schildern und dabei immer zur eigenen Stellungnahme herausfordern.
• Das DVD-Video „Neckarvorstadt – meine Heimat“ (25 Min.), das vier Interviews mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund zeigt, die über ihre Erfahrungen in Deutschland berichten.
Günther Gugel, Jahrgang 1949, Dipl.-Päd., Geschäftsführer des Vereins für Friedenspädagogik Tübingen e.V.
Inhaltsverzeichnis des Booklets
Grundwissen• Interkulturelles Lernen• Kultur verstehen• Der Umgang mit dem Fremden• Vorurteile und Feindbilder• Wahrnehmung und Kommunikation • Interkulturelle Konflikte• Migration und Integration• Multikulturelle und transkulturelle Gesellschaften• Vom interkulturellen zum globalen Lernen• LernansätzeMaterialienAusländer und DeutscheM1 Die VölkermühleM2 Vater: Türkei, Mutter: DeutschlandM3 Faktoren der MigrationM4 Race Relation CycleM5 Phasen der Ausländerpolitik in DeutschlandM6 FaktencheckM7 Aufstand der IntegriertenKultur verstehenM8 Über die Linie gehen.M9 Ethnische SpurensucheM10 Kontext und KulturM11 Kollektivistische und individualistische KulturenM12 Was ist typisch deutsch?Umgang mit dem FremdenM13 ZugehörigkeitenM14 Othering: Wir und die AnderenM15 FlüchtlingeM16 Ethnische WitzeM17 Geschichten und GedichteVorurteile und FeindbilderM18 Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in EuropaM19 Gruppenbezogene MenschenfeindlichkeitM20 VorbehalteM21 Fremdenfeindlichkeit in EuropaM22 Stichwort IslamM23 Die Funktion von VorurteilenM24 Fremdenangst erklärenWahrnehmung und KommunikationM25 Länder und KulturenM26 KauderwelschM27 Kommunikation verstehenM28 Migration und MedienM29 Prügelszene für 400 EuroInterkulturelle KonflikteM30 Überschuhe für HeizungsableserM31 Das KopftuchM32 Bau von MoscheenIntegrationM33 Der EinbürgerungstestM34 Kriterien für ZuwanderungM35 Die Charta der VielfaltM36 Kulturelle VielfaltTextkartenBildkartenLiteratur
VorwortKarl Valentin formuliert in dem Stück „Die Fremden“ von 1940 den Satz „Fremd ist der Fremde nur in der Fremde“ und Liesel Karlstadt antwortet lapidar und fragt: „Das ist nicht unrichtig. – Und warum fühlt sich ein Fremder nur in der Fremde fremd?“ In diesem Dialog über Migration werden entscheidende Erkenntnisse ausgedrückt und eine zentrale Frage gestellt: Was macht Menschen zu Fremden und warum wird Fremdsein so häufig als Bedrohung empfunden? „Wir riefen Arbeitskräfte und es kamen Menschen.“ Diese späte Einsicht in die Folgen deutscher Wirtschaftspolitik weist eindrücklich darauf hin, dass hinter allen Zahlen, Statistiken und Diskussionen um Migration und Zuwanderung reale Menschen stehen. Menschen, die aus vielerlei Gründen ihre Heimat verlassen haben, und dies nicht immer freiwillig. Sie leben inzwischen oft bereits in der zweiten oder dritten Generation in Deutschland, haben hier Wurzeln geschlagen und sehen in weit überwiegendem Maße Deutschland als ihre (neue) Heimat.Wenn über diese Menschen gesprochen oder geschrieben wird, werden sie oft als „Ausländer“, „Gastarbeiter“, „Flüchtlinge“ oder als „Menschen mit Migrationshintergrund“ bezeichnet, um damit auszudrücken, dass sie nicht ganz dazugehörig seien und einen anderen kulturellen Hintergrund besitzen. Die Bezeichnungen werden dabei nicht neutral oder gar wertschätzend, sondern häufig ausgrenzend und abwertend verwendet. Kulturelle Unterschiede gibt es jedoch nicht nur zwischen einer Mehrheitsgesellschaft und den Zugewanderten. Auch innerhalb von Gesellschaften gibt es vielfältige Teil- und Subkulturen, die sowohl spezifische Regionen und Altersgruppen als auch Gesellschaftsschichten umfassen können und sich z.T. in Gebräuchen, Lebensarten und Mentalitäten sehr unterscheiden. Interkulturelles Lernen als pädagogische Antwort auf multi- und transkulturelle Gesellschaften ist deshalb nicht nur an den Berührungspunkten zwischen „In- und Ausländern“ angesiedelt, sondern beschäftigt sich auch kritisch mit der eigenen Kultur und bezieht darüber hinaus auch internationale Entwicklungen wie die Globalisierung mit ein. Immer geht es um die Gestaltung des Zusammenlebens von Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund. Obwohl das Phänomen Migration geschichtlich betrachtet alt ist, leben wir heute im Zeitalter der zunehmenden internationalen Migration. Kriege, Armut, Klimaveränderungen, aber auch der Prozess der Globalisierung wirken hier zusammen und verursachen große Wanderungsbewegungen. Eine Abschottung gegen Flüchtlinge und Zuwanderung ist weder möglich noch sinnvoll. Die Frage der Zugehörigkeit und des Umgangs mit Differenzen muss deshalb auf der institutionellen und auf der menschlichen Ebene neu beantwortet werden. Nicht nur, weil Deutschland aus wirtschaftlichen und demografischen Gründen Zuwanderung benötigt, sondern weil diese auch aus humanitärer und menschenrechtlicher Sicht geboten ist. Unterschiede dürfen dabei nicht auf den kulturellen Bereich reduziert werden. Man muss sie vielmehr auch in Einkommen und Besitz, im Bereich der Bildung und Mitsprache, zwischen den Geschlechtern und Generationen und nicht zuletzt in der Teilhabe an Macht sehen und ihnen Rechnung tragen.Interkulturelles Lernen bedeutet, kulturelle Differenz und deren vielfältige Erscheinungsformen und Herausforderungen zu erkennen, zu verstehen und produktiv damit umzugehen. Dies schließt die Selbstreflexion ebenso mit ein wie die kultursensible Wahrnehmung von Umwelt und das aktive Handeln gegen Diskriminierung und Menschenrechtsverletzungen. Dabei sind immer auch Fragen der sozialen Gerechtigkeit, des konstruktiven Konfliktaustrages und der nachhaltigen Entwicklung der (Welt-)Gesellschaft zu berücksichtigen.Diese Praxisbox bietet vielfältige Lernzugänge und Anregungen für die Praxis des interkulturellen Lernens an. Dabei werden keine ausgearbeiteten Stundenentwürfe präsentiert, sondern audiovisuelle Materialien, die je nach Lernanforderungen und -erfordernissen sehr variabel zusammengestellt und eingesetzt werden können.
| Erscheint lt. Verlag | 14.10.2011 |
|---|---|
| Zusatzinfo | 88 Seiten Booklet, 30 Bild- und 30 Textkarten, 13,5x21 cm, vierfarbig, DVD-Video 25 Min. |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 135 x 210 mm |
| Gewicht | 508 g |
| Einbandart | gebunden in Kassette |
| Themenwelt | Schulbuch / Wörterbuch ► Unterrichtsvorbereitung ► Unterrichts-Handreichungen |
| Schlagworte | Interkulturelles Lernen • Interkulturelles Lernen, Migration, Fremdenfeindlichkeit, Globales Lernen, Friedenspädagogik, Gewaltprävention, Vorurteile, Feindbilder • Interkulturelles Lernen, Migration, Fremdenfeindlichkeit, Globales Lernen, Friedenspädagogik, Gewaltprävention, Vorurteile, Feindbilder |
| ISBN-10 | 3-932444-67-1 / 3932444671 |
| ISBN-13 | 978-3-932444-67-8 / 9783932444678 |
| Zustand | Neuware |
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