Schwarzbuch Kapitalismus
Eichborn (Verlag)
978-3-8218-7316-9 (ISBN)
- Titel ist leider vergriffen, Neuauflage unbestimmt
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Robert Kurz, 1943 geboren, lebt als freier Publizist, Journalist und Referent im Kultur- und Wirtschaftsbereich in Nürnberg.
"Einleitung zur Neuausgabe Vom Ende des Staatssozialismus 1989 zur Krise des Weltkapitals 2009 Das Feiern von Jahrestagen bedeutender Ereignisse gehört zu den eher langweiligen Pflichtübungen des bürgerlichen Kulturbetriebs. Als dieses Buch 1999 zum ersten Mal erschien, gab es für die offizielle Welt vermeintlich etwas zu feiern: Der Zusammenbruch des Staatssozialismus lag gerade 10 Jahre zurück. Noch war die Siegeseuphorie der westlichen kalten Krieger nicht verklungen. Die akademische Philosophie hatte das "Ende der Utopien" und der US-Politologe Francis Fukuyama das "Ende der Geschichte" verkündet; die menschliche Entwicklung sei in der immerwährenden gesellschaftlichen Form von "Marktwirtschaft und Demokratie" an ihr Ziel gelangt. Der professorale Restmarxismus und die politische Linke kamen mit dem Abschwören gar nicht mehr nach; das Bekenntnis zum marktgerechten Realismus war geradezu ein Ritual geworden. Und die "neoliberale Revolution" schien das neue marktradikale Menschenbild unaufhaltsam durchzusetzen. Damals befand sich die kapitalistische Weltökonomie auf dem Höhepunkt einer beispiellosen Hausse der Aktienbörsen. Die Management- Gurus und Finanzanalysten riefen eine "New Economy" aus, von der behauptet wurde, sie habe alle bisherigen Lehren der Wirtschaftswissenschaft hinter sich gelassen. In dieser Situation gab es nur eine Möglichkeit, gegen den Strom des Zeitgeistes zu schwimmen: Dem herrschenden Bewußtsein mußte seine völlige Geschichtsblindheit vorgehalten werden. Denn der totalitäre Markt kennt keine Geschichte, sondern nur die konjunkturelle ewige Wiederkehr des Gleichen. Je stärker sich das Denken vom Zeithorizont der Marktlogik bannen läßt, desto zusammenhangloser muß es werden. Das Schwarzbuch Kapitalismus unternimmt es dagegen, die verlorene hist orische Dimension wiederherzustellen. Es geht dabei nicht um die Banalität, daß alles Zeitliche irgendwann einmal ein Ende hat, sondern um die konkrete Analyse eines Prozesses, in dem der Kapitalismus buchstäblich die Welt und sich selber auffrißt. Daß mit dem Zwang zum unaufhörlichen Wachstum des "abstrakten Reichtums" (Marx) eine fortschreitende Zerstörung der Naturgrundlagen verbunden ist, hat sich inzwischen herumgesprochen. Doch je unaufhaltsamer die Klimakatastrophe zu werden droht, desto zögerlicher fallen trotz aller politischen Lippenbekenntnisse die realen Maßnahmen zu ihrer Bewältigung aus, weil die erforderlichen Eingriffe völlig unvereinbar mit der ökonomischen Rationalität der nunmehr planetarisch vereinheitlichten Produktionsweise sind. Die Analyse des Schwarzbuchs bezieht sich allerdings vor allem auf die Dynamik der "Verwertung des Werts" (Marx) und seiner historischen Akkumulation selbst. Dabei wird sichtbar, was dem Bewußtsein der auf bloße "Wechsellagen" der Konjunktur fixierten Marktmenschen entgeht: Die abstrakte Plusmacherei des Kapitalismus stößt nicht nur an eine äußere Naturschranke, sondern auch an eine innere ökonomische Barriere."
| Erscheint lt. Verlag | 26.2.2009 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Maße | 150 x 220 mm |
| Gewicht | 1082 g |
| Einbandart | gebunden |
| Themenwelt | Sachbuch/Ratgeber ► Beruf / Finanzen / Recht / Wirtschaft ► Wirtschaft |
| Schlagworte | Arbeitslosigkeit • Dienstleistungsgesellschaft • Globalisierung • Hardcover, Softcover / Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Wirtschaft/A • HC/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Wirtschaft/Allgemeines, Nachschl • Industrielle Revolution • Kapitalismus • Marktwirtschaft • Wirtschaft |
| ISBN-10 | 3-8218-7316-7 / 3821873167 |
| ISBN-13 | 978-3-8218-7316-9 / 9783821873169 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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