Essen ohne Sinn und Verstand
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Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt, und es wird auch aufgegessen bis zum bitteren Ende. Die Gründe, warum, was und wie viel wir essen, sind vielfältig. Nur wenn wir sie kennen, haben wir eine Chance, unsere Gewohnheiten zu ändern.
Wir essen mehr als nötig nicht nur, weil wir Lust aufs Essen haben. Unsere Gewohnheiten spielen dabei genauso eine Rolle wie die Umstände, unter denen wir Nahrung zu uns nehmen. Und nicht zuletzt verführt uns die Lebensmittelindustrie mit subtilen Tricks. Dieses Buch vermittelt ganz praktisch, wissenschaftlich fundiert und mit vielen erstaunlichen Beispielen aus unserem (Ess-)Alltag, wie wir es schaffen können, bewusster zu essen und uns dadurch wohler zu fühlen.
Brian Wansink ist Professor für Marketing und Ernährungswissenschaften und Geschäftsführer des US-Department of Agriculture's Center for Nutrition Policy and Promotion. Er leitet an der Cornell University sein eigenes Forschungslabor, das Cornell Food and Brand Lab. Wansink hat mehrere Bücher zum Thema Essen und Konsumentenverhalten geschrieben und er mag Fritten ebenso wie die Haute Cuisine.
Inhalt
Einleitung: Snacks - eine Wissenschaft für sich
1. Der unbewusste Spielraum
Fades Popcorn und schwacher Wille
Wein aus North Dakota
Das Diät-Dilemma
Der unbewusste Spielraum
2. Das vergessene Essen
Das Overall-Phänomen
Wir glauben nur, was wir sehen
Anschauen, auffüllen, aufessen
Der Suppenteller ohne Boden
Menschengröße oder Mahlzeitgröße?
3.Ein Blick auf die Tischlandschaft
Großpackungen und die Macht der Norm
Optische Täuschungen
Große Teller, große Löffel, große Portionen
Die Superbowl-Intelligentsia
Die Versuchung liegt in der Abwechslung
4.Die geheimen Verführer
Ein unwiderstehlicher Anblick
Bequemlichkeit ist ein Grundprinzip
Der Fluch des Großeinkaufs
5.Szenarien für das Essen ohne Sinn und Verstand
Familie, Freunde und das Essen
Männliches Imponiergehabe
Völlerei beim Fernsehen
Wie das Ambiente wirkt
Folgen Sie Ihrer Nase
Das Wetter spielt mit
6.Das Spiel mit den Namen
Essen im Dunkeln
Gelbe Götterspeise
Speisekartenmagie
Markenhysterie
Wonach schmecken Kutteln?
7.Essen als Trost und Belohnung
Frustessen und Stimmungen
Die Konditionierung der Auswahl
Geprägt für Jahrzehnte
Heben Sie sich das Beste bis zuletzt auf?
8.Der Ernährungswart
Der Ernährungswart und der gute Koch
Wie die Mutter, so die Tochter
Konditionierung und das Popeye-Projekt
Portionsgrößen fürs Leben
9.Fastfood-Fieber
Wir bekommen das, was wir wollen
Von Informationen und Illusionen
Machen fettarme Produkte dick?
Der Nimbus des Gesunden und Nährwertangaben
Wie groß ist eine Portion?
Marketing gegen Fettleibigkeit und Übergrößen
Marketingstrategien im 21. Jahrhundert
10.Unbewusst besser essen
Das bescheidene Ziel
Umstrukturierung des unbewussten Spielraums
Die Macht der Drei
Die Tyrannei des Augenblicks
Der erste Schritt in Richtung Ziel
Anhang A: Vergleich populärer Diäten
Anhang B: Entschärfung der Gefahrenzonen
Dank
Anmerkungen
Wein aus North Dakota
Das Restaurant ist nur an 24 Abenden im Jahr geöffnet und bietet ein Themen-Dinner zu einem festen Preis. Ein gutes Essen kostet weniger als 25 Dollar, aber man muss telefonisch reservieren und pünktlich entweder um halb sechs oder um sieben erscheinen. Trotzdem gibt es oft eine lange Warteliste.
Willkommen im Spice Box3, das aussieht, klingt und riecht wie ein Restaurant und für die Leute, die dort speisen, auch ein Restaurant ist. Für diejenigen jedoch, die hier arbeiten, ist es ein Labor, das vom Department of Food Science and Human Nutrition der University of Illinois in Urbana-Champaign gesponsert wird. In ihm versuchen wir herauszufinden, ob ein neues Rezept oder ein neuer Ansatz ankommt oder nicht und warum Menschen nur ein paar Bissen zu sich nehmen oder aber den Teller leer essen.
Mitten durch den Speiseraum im Spice Box verläuft eine imaginäre Grenze. Manchmal bekommen die Gäste auf der linken Seite eine andere Variante des Shrimps-Cocktails als die auf der rechten, dann wieder erhalten die auf der linken eine Speisekarte mit allgemein verständlichen Ausdrücken, während die auf der rechten in einer mit französischen Bezeichnungen blättern. Bisweilen werden die Gerichte auf der einen Seite von einem Kellner ausführlich beschrieben, während die Gäste auf der anderen nur in der Karte lesen. Gelegentlich stellen wir nach dem Ende der Mahlzeit Fragen, hin und wieder wiegen wir, wie viel auf den Tellern gelassen wurde. So sind wir nicht auf Aussagen angewiesen, sondern können Daten über das tatsächliche Handeln verwenden - zum Beispiel darüber, welche Variante des Shrimps-Cocktails vollständig verzehrt wird.
Eines Donnerstagabends in der ersten Februarwoche 2004 hatten wir etwas anderes mit den Gästen vor, die sich durch den Schnee auf den Weg zu uns machten: Sie sollten gratis ein Glas Cabernet Sauvignon vor dem Essen bekommen. Es handelte sich allerdings nicht um einen guten Wein; er stammte aus einer Zwei-Dollar-Flasche, die unter dem Namen "Charles Shaw" vertrieben wird, aber das wussten unsere Gäste nicht, denn wir hatten die Originaletiketten abgelöst und durch professionelle Fantasieentwürfe ersetzt.
Den Besuchern auf der linken Seite wurde Wein aus der nicht existenten kalifornischen Noah's Winery kredenzt, und zwar in
einer Flasche mit klassischem italienischem Design. Dazu kam der Text "NEU aus Kalifornien". Sobald die Gäste Platz genommen hatten, sagte der Kellner: "Guten Abend und willkommen im Spice Box. Während Sie einen Blick in die Speisekarte werfen, würden wir Ihnen gern ein Gratisglas Cabernet Sauvignon aus der neuen kalifornischen Weinkellerei Noah's Winery servieren." Dann schenk-te er den Wein ein.4 Etwa eine Stunde später, als die Besucher fertig waren, wogen wir den verbliebenen Wein in den Gläsern sowie die Reste auf den Tellern. Außerdem notierten wir, wann jeder Gast mit dem Essen begonnen hatte, wann er zahlte und ging.
Die Leute auf der rechten Seite des Raums erlebten genau das Gleiche, nur dass der Kellner zu dem Wein erklärte, dass er "aus einem neuen Weingut in North Dakota mit dem Namen Noah's Winery stamme. Das Etikett auf der Flasche war identisch mit denen auf der anderen Seite des Raums, mit dem einzigen Unterschied, dass "NEU aus North Dakota" darauf stand. North Dakota ist nicht gerade als Weinbaugegend bekannt, sondern eher für Schnee und Büffel; Kalifornien hingegen steht für einen guten Tropfen.
Die Leute, die den "Wein aus North Dakota" erhielten, glaubten tatsächlich, er stamme von dort. Da es sich um den gleichen Wein handelte, den wir den Gästen auf der anderen Seite als kalifornischen servierten, hätte das auf das Geschmackserlebnis keinen Einfluss haben dürfen. Oder doch? Eine frühere Studie hatte Folgendes ergeben: Menschen, die meinten, Wein aus North Dakota zu trinken, erwarteten so wenig, dass sie sowohl den Wein als auch das Essen schlecht beurteilten. Offenbar kann ein kalifornisches Etikett eine gan
| Erscheint lt. Verlag | 8.2.2008 |
|---|---|
| Übersetzer | Sonja Hauser |
| Sprache | deutsch |
| Original-Titel | Mindless Eating |
| Maße | 140 x 215 mm |
| Gewicht | 315 g |
| Einbandart | kartoniert |
| Themenwelt | Sachbuch/Ratgeber ► Beruf / Finanzen / Recht / Wirtschaft ► Wirtschaft |
| Schlagworte | Essen • Essen (speisen) • Gesunde Ernährung • Gesundheit • Lebensmittel • Lebensmittelindustrie • Manipulation • Nahrung • Nahrungsmittelindustrie • Sinn • Verbraucher • Verbraucherschutz • Verstand • Wirtschaft |
| ISBN-10 | 3-593-38415-9 / 3593384159 |
| ISBN-13 | 978-3-593-38415-3 / 9783593384153 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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