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Full of Answers

Ein Buch voller Antworten von Oshos Sekretärin
Buch | Softcover
159 Seiten
2026 | 1. Auflage
Kamasha (Verlag)
978-3-911457-00-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Full of Answers - Sheela Ma Anand Sheela Birnstiel
CHF 29,40 inkl. MwSt
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Obwohl in den letzten Jahren gleich zwei Netflix-Produktionen über sie veröffentlicht wurden, offenbart dieses Buch ganz neue Seiten von Ma Anand Sheela und weltweit exklusiv Abbildungen von Rechtsdokumenten, mit denen Bhagwan (Osho) Sheela seine und die Rechte seiner Institutionen übertragen hat. Ma Anand Sheela war 14 Jahre lang eine der engsten Vertrauten von Osho, damals Bhagwan Shree Rajneesh genannt, und prägte auch federführend seine Kommune in Oregon/USA. Wie kaum ein anderer Mensch bekam sie engste Einblicke in Bhagwans Alltag, in seine spirituellen Lehren und Visionen, aber auch in die Herausforderungen, denen er als Mensch und spiritueller Meister im irdischen Alltag tagtäglich ausgesetzt war.
Doch warum verließ sie ihn aus eigenen Stücken, obwohl sie ihn so sehr liebte? Wie war Bhagwan, den hunderttausende Menschen weltweit als ihren Guru wählten, wirklich? Was denkt und fühlt Sheela heute über die Kommune, über ihren Weggang und die für sie fordernde Zeit danach? Was macht Sheela heute? Wie sieht sie, tief geprägt von Bhagwan, aktuelle Themen wie Eifersucht und Einsamkeit, Krieg, die Kunst der Kommunikation, Normen, Politik und KI? Wie sieht sie das Leben und den Tod? Was ist wichtig im Leben und was empfiehlt sie jungen Menschen?

Erstmals kommt in diesem Buch auch ein enges Familienmitglied von Sheela, ihre Schwester Mira, zu Wort und erzählt, wie die Familie Bhagwan, Sheelas Leben mit ihm, die Kommune und die Zeit danach erlebt hat und wie es kam, dass sie ihrer Schwester, die sie kaum mehr kannte, in ein für sie vollkommen fremdes Land folgte, um mit ihr dort zu leben.

Ma Anand Sheela wurde weltweit als Oshos Sekretärin und enge Vertraute bekannt. Maßgeblich war sie auch am Aufbau der Kommune "Rajneeshpuram" in Oregon/USA beteiligt. Osho, damals Bhagwan Shree Rajneesh genannt, lernte sie in ihrer Heimat Indien kennen. Nach einem Studienaufenthalt in den USA erkannte sie ihre große Verbindung und Liebe zu ihm. Osho wählte sie zu seiner Sekretärin und Generalbevollmächtigten. Letztendlich verließ sie ihn trotz ihrer engen Verbindung. Nach schweren Vorwürfen schloss sie in den USA einen gerichtlichen Vergleich über eine 3-jährige Haftstrafe und begann ihr Leben danach nochmal komplett neu in der Schweiz, wo sie zwei Pflegeheime für ältere Menschen mit Beeinträchtigungen betreibt. Seit sie durch zwei Netflix-Dokumentationen auch bei jungen Menschen wieder bekannter wurde, wird sie nicht nur in ihrer Heimat Indien wieder von immer mehr Menschen für Wissen auf Fragen rund um Oshos Leben und seine Sichtweisen geschätzt.

Natara ist ein spiritueller Lehrer der neuen Zeit: „Die Vision, die ich mit meiner Arbeit als Botschafter der geistigen Welt und spiritueller Lehrer umsetzen möchte, ist vor allem, Menschen im Herzen zu erreichen. Während meiner ehemaligen Arbeit als Physiotherapeut im Jahre 1995 zu sehen, wie gut es den Menschen tut, im Herzen wahrgenommen zu werden, nicht nur als Patienten, hat mich sehr berührt.“ Um die Vision der Herzensarbeit zu manifestieren, gründete Natara Jörg Loskant-Heim im Jahre 2001 „Kamasha“. Er bereiste zunächst ganz Deutschland. Geleitet und inspiriert von Erzengel Michael folgten schnell Reisen rund um den Globus, um die Kamasha Vision bekannt zu machen und weltweit zu mehr Frieden und Freiheit beizutragen. Anfänglich wurden über Kamasha nur kraftvolle kosmische Essenzen verkauft. Mittlerweile gibt es neben dem Kamasha Versandhandel mit vielen lichtvollen Produkten auch die Kamasha Akademie (ursprünglich Kamasha Therapie- und Ausbildungsinstitut/TAI), Kamasha TV, den Kamasha Verlag, das Tell-A-Vision TV-Studio und weitere Projekte, mit denen bereits hunderttausende Menschen erreicht wurden. Alle Bereiche vereint Nataras Vision, die Menschen, die bereit dafür sind, wieder in ihre ursprüngliche Kraft zu begleiten, zu ihrer „Quelle des Seins“ – das bedeutet der Name „Kamasha“ in Sanskrit. So können sie immer freier von Manipulation und in Eigenverantwortung immer klarer ihren eigenen Seelen-/Weg spüren und gehen. Seit 2009 wirken die ältesten, liebevollen Kräfte aller Universen durch Nataras Körper und vermitteln durch Walk-ins in Volltrance-Einheiten umfangreiches kosmisches Wissen, kraftvolle neue Möglichkeiten und liebevolle, friedvolle Quantenfeldenergien aus verschiedenen Dimensionen. Diese Begegnungen und Techniken können den Heilungsprozess eines Menschen in allen Ebenen auf vielfältige Weise fördern und beschleunigen. Wer bereit ist für Veränderung und Eigenverantwortung, für reines neues Wissen, einzigartige Erfahrungen, mehr innere und äußere Freiheit sowie für ein neues Feld der Transformation und Heilung, ist bei Natara und der Quelle des Seins, Kamasha, genau richtig.

INHALTSVERZEICHNIS:

VORWORT Swami Prem Nirdosh – Natara
VORWORT Ma Anand Sheela
EINFÜHRUNG
KAPITEL 01 – LEBEN MIT BHAGWAN
KAPITEL 02 – SHEELAS BEZIEHUNG ZU BHAGWAN
KAPITEL 03 – MEISTERSCHAFT UND ERLEUCHTUNG
KAPITEL 04 – BHAGWANS LEHREN UND SEIN EINFLUSS
KAPITEL 05 – SHEELAS WEG AUS DER KRISE
KAPITEL 06 – VOLLUMFÄNGLICHES VERTRAUEN VON BHAGWAN
KAPITEL 07 – AKZEPTANZ DES LEBENS
KAPITEL 08 – SHEELAS FAMILIE
KAPITEL 09 – SHEELA ZU GAST IN DER TALKSHOW „DIECKMANN LÄDT EIN“ AUF
KAMASHA TV
DIE ENTSTEHUNG DIESES BUCHES
QUELLENVERZEICHNIS

EINFÜHRUNG Das Leben von Ma Anand Sheela ist auch heute noch vielen Menschen ein Begriff. Vierzehn Jahre lang war sie als seine Sekretärin die engste Vertraute von Bhagwan, später Osho genannt. Als sie Osho unerwartet verließ, folgten harte Aussagen von ihm über seine ehemals engste Mitarbeiterin, viele seiner Anhänger auf der ganzen Welt verurteilten sie und wandten sich von ihr ab. Großes weltweites Interesse erregte sie, als sie nach Vorwürfen gegen die Kommune in Oregon einen Vergleich über eine mehrjährige Haftstrafe in den USA schloss. Danach begann Sheela in der Schweiz noch einmal ein völlig neues Leben im hingebungsvollen Dienst an pflegebedürftigen Menschen. Oshos Kommune in Oregon wurde aufgelöst. Ma Anand Sheela wurde in den letzten Jahren durch mehrere Netflix-Produktionen auch bei jungen Menschen wieder bekannter. Ihre Besuche in ihrer früheren Heimat Indien nutzen viele Menschen aller Altersgruppen und Schichten, um Sheela zu treffen und ihre Einschätzungen und auch Bhagwans Ansichten zu verschiedenen Themen zu hören. Doch wer ist der Mensch Ma Anand Sheela? Wie wuchs sie auf, wie kam sie zu Bhagwan und wie war ihr Leben und Miteinander mit ihm? War er in der Kommune ihr spiritueller Guru und wie kam es zum Bruch? Ist ihre Liebe für ihn durch die damaligen Ereignisse erloschen? Wie hat sie ihre große Krise meistern können und wodurch findet sie Kraft? Warum sind so viele Menschen gerade so einsam und auf der Suche? Gibt es ein Leben ohne Politik und worum geht es aus ihrer Sicht wirklich im Leben? Hat sie Angst vor dem Tod? David Lukas Hemm und Eva Hemm haben Ma Anand Sheela mehrmals besucht und einige Tage mit ihr verbracht. Die offenen Gespräche miteinander ergeben dieses einzigartige Buch voller Antworten einer faszinierenden Frau – berührend, liebevoll und weise. LESEPROBE AUS KAPITEL 01 „Ein Leben mit Bhagwan war ein Leben der Liebe. Und in der Liebe und dem Leben verstellt man sich nicht.“ Ma Anand Sheela[1] Wer war Bhagwan für dich, als du ihn kennengelernt hast – ein normaler Mann, ein Meister? Ich wusste nicht, dass Bhagwan ein Meister war. Für mich gibt es keinen Unterschied zwischen Meister oder Nicht-Meister. Für mich war er meine letzte Station. Es war Bhagwan, zu dessen Füßen ich mich niederließ und dort den schönsten Platz fand. Wenn du ihn Meister nennen willst, dann nenne ihn Meister. Wenn du ihn Liebender nennen willst, nenne ihn Liebender. Mir liegt „Liebender“ viel näher als „Meister“. Mein Leben hätte in dem Moment, in dem ich mich das erste Mal in Bhagwan verliebt hatte, enden können. Das ist der Grund, warum es sich für mich wie meine letzte Station anfühlte. Nachdem ich das gefühlt hatte, sah ich ihn nicht mehr getrennt von mir oder mich nicht mehr getrennt von ihm. In diesem Verschmelzen der Liebe braucht es keine Worte, um jemanden höher oder niedriger zu machen. Es hätte einfach alles enden können, und so ist es auch heute. Dennoch brauchten die Menschen Bhagwans Anwesenheit, seine Worte. Warum gab es da so eine große Anziehungskraft? Warum wollten die Menschen mit ihm zusammen sein? In deinem Fall war es das Verschmelzen der Liebe. Ich kann dir nur meinen Grund nennen, aber nicht den Grund, warum andere Menschen zu Bhagwan kamen, weil ich nicht für sie sprechen kann. Sie kamen einfach. Und ich hoffe und nehme an, dass die Begegnung mit Bhagwan so wie bei mir auch für sie ein sehr wichtiges Ereignis in ihrem Leben war. Sobald wir uns nicht mehr an unseren Wünschen orientieren, bekommen wir eine andere Sichtweise. Wenn wir nur unseren Wünschen hinterherjagen, kann das zu einer Obsession werden. Aber gerade dann, wenn Menschen sich ohne Wünsche und ohne Erwartungen treffen, kann etwas geschehen. Mit Erwartungen im Herzen ist die Wahrscheinlichkeit groß, enttäuscht zu werden, da man niemals ganz zufrieden sein wird. Liebe ist einfach ein Angebot. Liebe bedeutet, „Ich bin für dich da“. In der Liebe erkennst du die Wünsche des anderen und hilfst dabei, sie zu erfüllen. Aber sobald du von jemand anderem etwas erwartest, wirst du enttäuscht werden. Die Menschen sind im Allgemeinen viel mehr mit ihren Wünschen und ihren Bedürfnissen verbunden als einfach mit dem jetzigen Moment. Denn du kannst Liebe nicht erzeugen. Liebe geschieht einfach. Du kommst nicht mit der Absicht, dich in jemanden zu verlieben. Liebe ist ein Ereignis. Sie macht dich „gaga“. In der Liebe steckt so viel Leidenschaft, dass du nicht hungrig bist, sondern einfach gesättigt durch dieses Gefühl. Jeder Mensch kann sich auf viele verschiedene Arten und jederzeit verlieben. Ich kann es nicht sagen, warum ich mich so stark in Bhagwan verliebte. Liebe ist in ihrer Intensität nicht messbar. Liebe ist Liebe. Sie ist nicht stark oder schwach, sie ist einfach da. Ja, es kamen viele Menschen zu Bhagwan und viele von ihnen hatten ihre eigenen Beweggründe, warum sie sich zu ihm hingezogen fühlten. Als ich mich in ihn verliebte, wollte ich keine Sekunde mehr von ihm getrennt sein. Aber ich war mir dessen bewusst, dass ich nicht 24 Stunden nur in seiner Nähe bleiben und ihm in seine Augen sehen konnte. Also ging ich weg und führte mein Leben normal weiter. Hast du in deinem Leben jemals wen getroffen, für den du die gleiche Art von Liebe empfunden hast wie für Bhagwan? Die ersten, die mir in den Sinn kommen, sind meine Eltern. Aber ich hatte auch eine ganz besondere Verbindung zu meinem Ehemann Chinmaya. Am Beginn wollte er sich nicht an mich binden, weil er bald an einer Krebserkrankung sterben würde. Aber mir war klar, dass man Liebe nicht für die Sicherheit seiner Existenz opfern darf. Glaubst du, dass auch andere Menschen dasselbe fühlten wie du bei deiner ersten Begegnung mit Bhagwan? Ich bin mir sicher, dass niemand Bhagwan mit den gleichen Gefühlen verließ, mit denen er zu ihm gekommen war. Als wir die Gemeinschaften in Pune und Oregon aufbauten, nahmen meine Augen das in anderen wahr, was auch ich fühlte. Ganz besonders bei jenen Menschen, die nahe zusammenarbeiteten. Und ich gab jedem die Gewissheit, dass sie das Gleiche fühlten wie ich. Wie sie später während der Krise reagierten, weiß ich nicht, denn ich habe seit damals keinen Kontakt mehr zu ihnen. Aber ich gehe davon aus, dass sie das gleiche fühlten, denn auch sie waren nicht „besonders“, sie waren so wie ich. Wir waren alle ungefähr gleich alt, wir waren alle zielstrebig, bereit, mitten ins Abenteuer zu springen. Und es war keine allzu große Gruppe, die so eng zusammenarbeitete. Dennoch würde ich sagen, jeder, der zu Bhagwan kam, brachte seine eigene Geschichte mit, und ich bin sicher, jede einzelne davon ist bemerkenswert. Es kamen viele hochgebildete Menschen. Ich selbst konnte mich nicht auf ihre Bildungsstufe stellen, aber wer verglich irgendetwas im Umfeld von Bhagwan? In Bhagwans Nähe fiel jeder Vergleich. All dieser Leistungsmüll wurde unwichtig, daran dachten wir einfach nicht. In unseren Gedanken war, dass es am Abend Darshan gab. Am Morgen würden wir zum Vortrag gehen und uns dazwischen überall dort nützlich machen, wo es wichtig war, um den Ashram am Laufen zu halten und um dort bleiben zu können. Und dann, langsam, Schritt für Schritt, brachte jeder eine Struktur rein. Jeder fand einen Weg, um es noch besser zu machen, und wir waren bereit und offen für den Fortschritt jedes einzelnen. Ich kann dir die folgende Geschichte erzählen, um es zu verdeutlichen: Bhagwan war von Bombay nach Pune übersiedelt und wir brauchten dringend Platz, weil so viele Menschen kamen und in Bhagwans Nähe leben wollten. Eines Abends saßen wir alle gemeinsam im Ashram, dicht gedrängt um Laxmi, um so viel wie möglich von ihr zu erfahren. Sie war damals die persönliche Sekretärin von Bhagwan. Laxmi war an jenem Abend sehr betrübt. Ich fragte sie: „Du siehst so ernst aus, Laxmi. Was ist los?“ Sie erzählte uns, dass sie am nächsten Tag eine große Summe Geld für den Kauf einer neuen Immobilie aufbringen musste, andernfalls würde der Deal verfallen. Also antwortete ich: “Das sollte kein Problem sein! Wenn du mir die Erlaubnis dafür gibst, besorge ich das Geld.” Ich erklärte ihr, wie ich das Geld aufbringen wollte, und sie gab mir ihre Zustimmung. Ich wusste, dass am nächsten Morgen beim Vortrag einige tausend Sannyasins und Anhänger von Bhagwan sein würden. Sie kamen alle aus Europa oder der westlichen Welt und hatten für ihre Reise Geld mit – ich war selbst erstaunt, dass ich das unterbewusst wahrgenommen und irgendwo in meinem Gehirn abgespeichert hatte. Also richtete ich ein Karteikarten-System ein, und als der morgendliche Vortrag vorbei war, konnten die Teilnehmer zu mir kommen. Ich notierte die Beträge und nahm das Geld entgegen, mit der Vereinbarung, dass sie es nach drei Wochen oder einem ähnlichen Zeitraum wieder zurückbekommen würden. Auf diese Weise konnten wir den gesamten Ashram in Pune erschaffen. Wir behielten dieses System sogar bei und nannten es „Bodhi’s Bank“. Denn Bhodi hieß der Mann, der für die Verwaltung zuständig war. Er übernahm das Geld und regelte alles. Sagen wir, du gabst ihm 3000 Dollar, sodass du dir keine Sorgen mehr machen musstest, dass sie jemand stehlen könnte. Du deponiertest dein Geld für einen vereinbarten Zeitraum von, sagen wir, drei Monaten oder auch zwei Tagen in unserer Bank. Falls du es in der Zwischenzeit wieder benötigt hast, bekamst du es sogar früher wieder zurück. Auf diese Weise kauften wir das Haus. Die Bodhi’s Bank betrieben wir weiter, und sie hielt viel Geld in Umlauf. Das war bemerkenswert. Dann erfolgte der erste Schritt für die Gründung der Kommune durch eure Gruppe? Also nicht, weil Bhagwan es euch aufgetragen hatte, sondern weil ihr es aus Eigeninitiative aus eurer Gruppe heraus gestartet habt? Eine Krise führte dazu, dass unsere Intelligenz aktiviert wurde. Die meisten Ereignisse rund um Bhagwan entstanden aus einer Krise – ein Moment, in dem sich das Potenzial der Menschen zeigt. Und er war ein Katalysator dafür, unsere Talente zu entfachen. Kannst du dir vorstellen, dass jemand wie ich aus einer kleinen indischen Stadt, die auf einem Bauernhof in einem Rohbau lebte, irgendeine Ausbildung oder Fähigkeit dafür hatte, das Management einer Stadt aufzubauen? Es ist lächerlich, auch nur daran zu denken, dass ich das tun könnte. Dennoch habe ich heute die Ehre, zu sagen, dass es mein Management war. Unter diesen hunderttausenden Menschen, die dort waren, wurde mir diese Aufgabe anvertraut. Ich war die am wenigsten Gebildete in diesem engen Kreis rund um Bhagwan. Es gab dort Menschen mit zwei Doktorabschlüssen, mit Master-Ausbildungen. Ich hatte nichts davon. Ich hatte keine entsprechende formale Ausbildung dafür. Meine wirkliche Ausbildung begann erst mit Bhagwan. Ich hatte eine gewisse Vorbildung. Mein Vater war ein Mensch, der sehr viel von einer soliden Ausbildung hielt. Wir waren sechs Geschwister, die er alle zum Studieren in die USA sandte. Er war also bildungsorientiert, aber ich war keine gute Studentin. Ich wollte das machen, was ich machen wollte, und fand ein tolles Fach, das „Bildende Künste“ genannt wurde. Und obwohl ich dann nicht wirklich Kunst studierte, kann ich heute sagen, dass ich damals gelernt hatte, mich und die Menschen um mich, meine Gemeinschaft, zu zentrieren, und das ist eine Errungenschaft. Wenn ein Mensch sich selbst oder die Menschen um ihn herum wie ein Stück Ton mit ruhigen Händen zentrieren kann, was brauchst du mehr in deinem Leben? Krisen können kommen und einen Moment lang kannst du geschockt sein. Aber dann ziehst du dich da selbst raus, und deine Grundwerte helfen dir dabei, dich aus der Krise zu erheben. Das war wahre Bildung! Als ich vor Beginn des Studiums zum ersten Mal nach Amerika fliegen sollte, verschob mein Vater meinen Flug um ein paar Tage nach hinten, weil Bhagwan zur der Zeit in Bombay gerade Vorträge hielt. Manche Leute kritisierten meinen Vater dafür: „Wie kannst du das machen? Sie ist bereit zu fliegen und das Semester beginnt bereits!”, und so weiter. Aber mein Vater antwortete ihnen: „Was sie von diesem Mann in fünf Tagen lernen wird, ist das Wissen aus fünf Leben wert.“ Seine Worte klingen noch heute in mir nach. Und mein Vater hatte recht. Wenn du darüber nachdenkst: Ich hatte damals die Chance auf Abenteuer – und durch all die Entscheidungen, die ich traf, wurde das schöne Rajneeshpuram möglich. Denn heute kann ich sagen, dass ich an dessen Entstehung beteiligt war. So ist das alles geschehen. Es gab auch viele Kritiker von Bhagwan, die immer alles besser wussten als er. Aber unsere Zeit war so kreativ, sie war so voller Freude, dass wir am Ende des Tages vor Lachen und Müdigkeit einfach wegkippten. Was wollte Bhagwan mit Rajneeshpuram erreichen? Bhagwans Ideen sind an Krisen gekoppelt. Er zog aus Bombay weg, weil zu viele Hippies in die Region kamen und sie ihn aus seinem Gebäude raus haben wollte. Daraufhin übersiedelte er nach Pune, wo wir Häuser bekommen hatten. Bald hatten wir dort aber zu wenig Platz, um die Menschenmassen, die aus der ganzen Welt herbeiströmten, aufzunehmen. In dieser Zeit begann er davon, von einer neuen Kommune zu sprechen. Du wirst den Begriff „neue Kommune“ häufig in seinen Reden am Übergang der Siebziger- in die Achtzigerjahre hören. Diese neue Kommune verband er mit der Idee des „neuen Menschen“. Er wollte einen neuen Menschen erschaffen, der der ganzen Welt gegenüber tolerant ist, tolerant gegenüber allen Farben, allen Religionen und allen Sprachen. Im Grunde war der neue Mensch ein Bild der Harmonie, der Harmonie mit sich selbst und seinem Umfeld, erschaffen durch Meditation, Musik, Tanz und Achtsamkeit. Er entwarf diese neue Kommune als Vision für eine neue Menschheit. Heute, 40 Jahre später, ist diese Vision aktueller denn je. Es gibt gerade so viele Kriege auf der Erde. Und alle drehen sich im Grunde um Hautfarbe, Religion und Ideologie – nutzlose und tragische Kriege. Du hast Bhagwan als einen sehr begabten Menschen beschrieben. Was waren seine Fähigkeiten? Viele Menschen glaubten an seine Fähigkeit, Energie zu übertragen. Wie hast du diesen Aspekt gesehen und erlebt? Für mich lag Bhagwans besondere Begabung in seiner seltenen Redekunst. Ich finde es bemerkenswert, wenn jemand so sprechen, analysieren und aufgliedern kann, wie er es konnte. Ich habe Bhagwans Fähigkeiten und Qualifikationen auch nie in Frage gestellt, das wäre dumm von mir gewesen. Sie waren offensichtlich. Genauso offenkundig war es für mich, dass Menschen aus allen Gesellschaftsschichten zu Bhagwan kamen. Ohne Einladung, ohne Werbung. Sie kamen aus allen sozialen Schichten und von überall her, und es wurden immer mehr, bis der Ashram in Pune schließlich zu klein wurde. Wenn du mich fragen würdest, warum diese Menschen zu Bhagwan kamen, würde ich dir sagen, dass das niemand beantworten kann. Sie kamen einfach. Einige kamen, um von ihm zu lernen. Andere kamen, weil er der erste Fürsprecher von Offenheit in Bezug auf die menschliche Psychologie und die menschliche Sexualität war. Manche kamen, um die Gemeinschaft auszunutzen. Einige Menschen aus Goa und von anderen Orten kamen sogar in der Hoffnung, Drogen verkaufen zu können. Und dann gab es da noch tausende aufrichtige Menschen. Wenn man mit einigen von ihnen sprach, die sich mit Reinkarnation und vergangenen Leben beschäftigten, hätte man ihnen kleine Denkanstöße geben können. Aber ich habe das bewusst nie gemacht, denn es wäre zu gefährlich: Alles, was wir sagen, wird von einem Teil der Menschen für ihre eigene Fantasie genutzt. Das hält sie letztendlich auch von ihrer Entwicklung ab. Aus dem Grund beteilige ich mich niemals an Gesprächen über Meditation, Erleuchtung und anderen derartigen Unsinn. Es wird viel zu leicht das daraus, was ich „mentale Masturbation“ nenne: Der Versuch, in der Meditation oder Erleuchtung eine Bedeutung zu finden, und das ist falsch. Es wird zu eigenem Nutzen missbraucht, um sich anderen überlegen zu fühlen und sich größer darzustellen. Bhagwan war bodenständig. Er hatte seine eigene Verrücktheit, so wie wir alle sie haben. Und ich ermahnte die Menschen, die eng mit mir zusammenarbeiteten, immer: „Bitte stellt ihn nicht auf ein Podest. Er ist ein Mensch, ein schöner Mensch, ein Mann, den wir lieben. Aber idealisiert ihn nicht.“ Selbst in meinem engsten Team hörte ich manchmal Zweifel an Bhagwans Sexualität. Und ich sagte: „Er hat jedes Recht auf seine Sexualität, weil er schlicht ein Mensch ist, ein schöner Mann“, und sie waren schockiert, dass ich das so klar sagte. Für dich war er ein einfacher Mann und für andere war er ein Abbild Gottes? Für Bhagwan war das sehr einfach: Er machte kein Aufsehen darum, wenn Menschen kamen, um seine Füße zu berühren. Er akzeptierte es einfach. Es war deren Entscheidung, es zu tun, für ihn gab es dazu nichts zu sagen. ...

Erscheint lt. Verlag 12.1.2026
Co-Autor David Lukas und Eva Hemm
Zusatzinfo Exklusiv! 5 Abb. religiöses "Book of Rajneeshism", welches von Osho-Anhängern später verbrannt wurde, in der Meinung, die Inhalte seien von Sheela gewesen: •Cover, 2 Innenseiten, Eid der Sannyasins 12 Abb. Rechtsdokumente von Bhagwan für Ma Anand Sheela: •Vollmacht Rajneesh Foundation 1977 •Ernennungsurkunde als persönliche Sekretärin 1981 u. als Präsidentin der Academy of Rajneeshism 1981 •Generallvollmacht 1981 •Änderung GVM 1982 •Rechteübertragung 1983 •Verzichtserklärung 1985
Verlagsort Fulda
Sprache deutsch
Maße 148 x 210 mm
Gewicht 323 g
Themenwelt Literatur Biografien / Erfahrungsberichte
Sachbuch/Ratgeber Natur / Technik
Medizin / Pharmazie Allgemeines / Lexika
Schlagworte Abschied • Avatar • Bhagwan • Bhagwan Shree Rajneesh • Eifersucht • Familie • Frieden • Führungsqualitäten • Gefängnis • Grundwerte • Haft • Indien • Inspiration • Interviews • Kommune • Kommunikation • Kraftquellen • Liebe • ma anand sheela • Meditation • Menschen • Menschsein • Mutmacher • Netflix • Neubeginn • Oregon • Osho • Pflege • puna • pune • Rajneeshpuram • Religion • Rolls-Royce • Sekte • Seniorenheim • Sexualität • Sheela Birnstiel • Spiritualität • Sterben • USA • Visionen • Weisheit • World Festival
ISBN-10 3-911457-00-6 / 3911457006
ISBN-13 978-3-911457-00-2 / 9783911457002
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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