Fokus und Produktivität (eBook)
448 Seiten
BoD - Books on Demand (Verlag)
978-3-8192-0337-4 (ISBN)
Leben und Schreiben sind für Frank Kralemann untrennbar miteinander verbunden. Dies spiegelt sich nicht nur in seinen Texten wider, sondern auch in seiner Lebensweise. Seine Passion für das Laufen, besonders auf den langen, meditativen Strecken durch die malerischen Landschaften des Teutoburger Waldes, ist für ihn mehr als nur ein Hobby. Es ist eine Quelle der Inspiration und eine Möglichkeit, den Geist zu klären, was unmittelbar in seine kreative Arbeit einfließt. Diese physische Aktivität erlaubt ihm, mit neuen Ideen zu experimentieren und Gedanken zu ordnen, was seinen Schreibprozess maßgeblich bereichert. Sein Ansatz, das Leben in seiner ganzen Fülle zu leben und zu schreiben, hat Frank Kralemann zu einem geschätzten Mitglied der literarischen Gemeinschaft gemacht. Seine Werke, die von persönlichen Erfahrungen und einer tiefen Beobachtungsgabe geprägt sind, laden Leser aller Altersklassen dazu ein, die Welt durch seine Augen zu sehen und vielleicht auch ein Stück weit durch seine Worte inspiriert, ihr eigenes Leben reicher zu gestalten. Frank Kralemann ist Vater und Großvater. Er schreibt seit 2007. Außer Ratgebern und Sachbüchern hat er auch Gedichtbände und Kinderbücher geschrieben.
Kapitel 1:
Der entscheidende Moment:
Vom Vorsatz zur Handlung
"Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit." - Viktor E. Frankl
Kennst du das? Du weißt genau, was zu tun ist. Du hast einen klaren Plan, alle notwendigen Informationen und eigentlich auch die Zeit. Trotzdem sitzt du da und kommst nicht ins Handeln. Du scrollst durch Social Media, erledigst unwichtige Kleinigkeiten oder verlierst dich in endlosen Gedankenschleifen – während die wichtige Aufgabe unberührt bleibt.
Was genau passiert in diesem Moment?Warum ist die Kluft zwischen Wissen und Handeln oft so groß? Und vor allem: Wie können wir diese Kluft überwinden?
1.1 Der psychologische Kipppunkt zwischen Denken und Tun
Der Übergang vom Denken zum Handeln ist ein faszinierender psychologischer Prozess.
Neurowissenschaftler haben entdeckt, dass Denken und Handeln in unterschiedlichen Gehirnregionen stattfinden und dass der Übergang von einem zum anderen Zustand eine Art "neuronalen Kraftakt" erfordert.
Wenn wir nur denken oder planen, ist vor allem der präfrontale Kortex aktiv – jener Teil des Gehirns, der für abstrakte Gedanken, Bewertungen und Zukunftsplanung zuständig ist. Beim Handeln hingegen werden zusätzlich motorische Areale und tiefere Hirnregionen aktiviert, die mit Gewohnheiten und automatisierten Bewegungen zusammenhängen.
Der kritische Moment – ich nenne ihn den "Kipppunkt" – ist jener Augenblick, in dem unser Gehirn vom Planungsmodus in den Handlungsmodus umschalten muss. Dieser Übergang ist energetisch aufwändig und erfordert die Überwindung einer Art "Aktivierungsenergie", ähnlich wie bei einer chemischen Reaktion.
FOKUS-BOX
Der Kipppunkt zwischen Denken und Handeln ist ein kritischer Moment, der bewusst gestaltet werden kann. Er ist kein passives Ereignis, das einfach geschieht, sondern ein aktiver Prozess, den wir beeinflussen können.
Fallbeispiel: Marias Morgenroutine
Maria wollte seit Monaten früher aufstehen, um vor der Arbeit zu meditieren. Sie wusste genau, welche Vorteile das haben würde, hatte Bücher zum Thema gelesen und sogar eine Meditations-App installiert. Trotzdem drückte sie jeden Morgen den Snooze-Button und verschob ihren Plan auf "morgen".
Was Maria nicht erkannte: Sie hatte sich perfekt auf das Denken und Planen vorbereitet, aber nicht auf den entscheidenden Moment des Handelns – jenen Augenblick, in dem der Wecker klingelt und die Entscheidung zwischen Aufstehen und Weiterschlafen fällt. Erst als sie begann, diesen Moment bewusst zu gestalten (indem sie den Wecker außer Reichweite stellte und sich am Abend zuvor mental auf das Aufstehen vorbereitete), gelang ihr der Durchbruch.
1.2 Die Mechanismen der Anfangsmotivation verstehen
Um den Kipppunkt erfolgreich zu überwinden, müssen wir verstehen, wie Anfangsmotivation funktioniert. Anders als die langfristige Motivation, die uns über Wochen und Monate antreibt, bezieht sich die Anfangsmotivation auf jenen kurzen, intensiven Energieschub, den wir brauchen, um eine Handlung zu beginnen.
Die Anfangsmotivation speist sich aus verschiedenen Quellen:
- Emotionale Energie: Starke Gefühle wie Begeisterung, Angst oder Ärger können einen unmittelbaren Handlungsimpuls auslösen.
- Antizipierte Belohnung: Die Vorfreude auf positive Konsequenzen einer Handlung kann uns in Bewegung setzen.
- Identitätsbezug: Handlungen, die mit unserem Selbstbild übereinstimmen, fallen uns leichter.
- Soziale Dynamik: Die reale oder vorgestellte Anwesenheit anderer Menschen kann uns zum Handeln motivieren.
- Momentumeffekt: Der Glaube, dass eine begonnene Handlung leichter fortzusetzen ist als eine neue zu beginnen.
Der Schlüssel liegt darin, diese Quellen der Anfangsmotivation bewusst zu aktivieren, anstatt passiv auf "Motivation" zu warten. Motivation ist kein Zustand, der uns überkommt, sondern eine Ressource, die wir aktiv erzeugen können.
FOKUS-BOX
Warte nicht auf Motivation, um zu handeln – handle, um Motivation zu erzeugen. Die Reihenfolge macht den entscheidenden Unterschied.
1.3 Techniken zur Überwindung der Startblockade
Nachfolgend stelle ich dir konkrete Techniken vor, die dir helfen werden, die initiale Startblockade zu überwinden und den Kipppunkt vom Denken zum Handeln zu meistern.
Die 5-Sekunden-Regel
Die von Mel Robbins entwickelte 5-Sekunden-Regel ist bemerkenswert einfach und effektiv: Sobald du einen Handlungsimpuls verspürst, zähle rückwärts von 5 bis 1 und setze dann die Handlung um – ohne weiteres Nachdenken.
Der neuropsychologische Hintergrund: Das Rückwärtszählen beschäftigt deinen präfrontalen Kortex – jenen Teil deines Gehirns, der sonst Einwände, Bedenken und Ausreden produzieren würde. Gleichzeitig bereitest du dein Gehirn auf eine konkrete Aktion vor, ähnlich wie bei einem Countdown vor dem Start.
Praktische Anwendung:
- Identifiziere eine Handlung, vor der du dich drückst
- Sobald du daran denkst, zähle: "5-4-3-2-1"
- Setze die Handlung sofort um – ohne weiteres Nachdenken
Die Kraft der Mikrohandlungen
Oft erscheinen uns Aufgaben in ihrer Gesamtheit überwältigend. Die Technik der Mikrohandlungen zerlegt eine komplexe Aufgabe in winzige, fast lächerlich einfache Teilschritte. Statt "Ich schreibe meine Abschlussarbeit" lautet der erste Schritt vielleicht nur "Ich öffne ein leeres Dokument" oder sogar nur "Ich schalte meinen Computer ein".
Diese Mikrohandlungen erscheinen so mühelos, dass unser Gehirn keinen Widerstand aufbaut. Gleichzeitig schaffen sie einen Einstieg in die Handlungskette, der oft ausreicht, um den Momentumeffekt zu aktivieren.
Praktische Anwendung:
- Zerlege eine komplexe Aufgabe in winzige Teilschritte
- Definiere den allerersten Schritt so klein, dass er in unter 30 Sekunden erledigt werden kann
- Führe nur diesen ersten Schritt aus – ohne Verpflichtung weiterzumachen
- Beobachte, wie der Momentumeffekt oft dazu führt, dass du weitermachst
Der 2-Minuten-Trick
Diese von James Clear popularisierte Technik basiert auf dem Prinzip, dass neue Gewohnheiten so einfach sein sollten, dass sie in weniger als zwei Minuten ausgeführt werden können. Der Trick besteht darin, eine komplexe Handlung auf ihren 2-Minuten-Kern zu reduzieren und nur diesen als verbindlich zu betrachten.
Beispiele:
- "Jeden Tag 30 Minuten joggen" wird zu "Jogginghose und Schuhe anziehen"
- "Ein Buch lesen" wird zu "Eine Seite lesen"
- "Die Küche aufräumen" wird zu "Ein Teller abwaschen"
Der Schlüssel ist, dass du nach den zwei Minuten aufhören darfst – aber natürlich nicht musst. Die meisten Menschen stellen fest, dass sie, einmal in Bewegung, oft weitermachen.
Praktische Anwendung:
- Reduziere eine Gewohnheit auf eine 2-Minuten-Version
- Führe nur diese 2-Minuten-Version aus – ohne Verpflichtung weiterzumachen
- Erlaube dir, nach den zwei Minuten aufzuhören
- Nutze den Momentumeffekt, wenn er eintritt
FOKUS-BOX
Die wirkungsvollsten Techniken zur Überwindung der Startblockade sind oft die einfachsten. Sie zielen nicht darauf ab, die gesamte Aufgabe zu bewältigen, sondern nur darauf, dich in Bewegung zu setzen.
1.4 Mentale Trägheit überwinden:
Den "Ruck" bewusst herbeiführen
Neben spezifischen Techniken können wir auch unser generelles Bewusstsein für den "Ruck" – jenen innerlichen Impuls, der uns von der Passivität in die Aktivität katapultiert – schärfen und lernen, ihn bewusst herbeizuführen.
Der Ruck ist ein faszinierendes Phänomen: Er fühlt sich an wie ein kurzer Moment der Entschlossenheit, ein inneres "Jetzt!" oder "Los!". In diesem Moment überwindet unser Handlungsimpuls den inneren Widerstand, ähnlich wie ein Stein, der über eine Kante rollt und plötzlich an Fahrt gewinnt.
Strategien, um den Ruck bewusst herbeizuführen:
1. Körperliche Auslöser nutzen: Unser Körper und Geist sind eng verbunden. Bestimmte körperliche Aktionen können einen mentalen Ruck auslösen:
- Ein plötzliches Aufrichten der Körperhaltung
- Drei tiefe Atemzüge
- Ein entschlossenes Aufstehen
- Ein kraftvolles Händeklatschen
2. Verbale Anker setzen: Kurze, kraftvolle Sätze oder Worte können als mentale Auslöser dienen:
- "Jetzt!"
- "Los geht's!"
- "Action!"
- Ein persönliches Powerwort, das für dich Bedeutung hat
3. Visualisierung des ersten Schritts: Statt die gesamte Aufgabe zu visualisieren, konzentriere dich nur auf den ersten, konkreten Handlungsschritt und stelle ihn dir in...
| Erscheint lt. Verlag | 25.6.2025 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Sachbuch/Ratgeber ► Gesundheit / Leben / Psychologie ► Lebenshilfe / Lebensführung |
| Technik | |
| Schlagworte | Fokus • Handeln • Konzentration • Output • Produktivität |
| ISBN-10 | 3-8192-0337-0 / 3819203370 |
| ISBN-13 | 978-3-8192-0337-4 / 9783819203374 |
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