Der Mythos vom globalen Wirtschaftskrieg
Campus (Verlag)
978-3-593-36147-5 (ISBN)
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Paul Krugman, geb. 1953 in New York, ist der brillanteste amerikanische Ökonom der jungen Generation. Seine Arbeit wurde u.a. 1991 durch die Verleihung der John-Bates-Clark-Medaille für den besten Nachwuchswissenschaftler gewürdigt. 1998 erhielt Krugman die Ehrendoktorwürde der Freien Universität Berlin, und im Jahr 2000 wurde ihm in Nürnberg der Horst-Recktenwald-Preis für Nationalökonomie verliehen. Bereits mit 24 Jahren schloss er seine Promotion am renommierten Massachusetts Institude of Technologie (MIT) mit einer Arbeit über flexible Wechselkurse ab. Im selben Jahr trat er seine erste Professur an der Yale University an. Neben seinen Lehr- und Forschungstätigkeiten arbeitet Krugman als Berater, z.B. ein Jahr lang für den Council of Economic Advisers von Präsident Jimmy Carter. 1992 war er Berater Bill Clintons in der Wahlkampapagne. Derzeit lehrt er am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit schreibt Krugman als Kolumnist für zahlreiche Zeitungen, u.a. New York Times, Slate und Fortune. Er ist bekannt für seine Fähigkeit, komplexe ökonomische Sachverhalte mit seinem einfachen und klaren Schreibstil einer breiten Öffentlichkeit verständlich zu machen und sucht immer wieder den Dialog mit Nicht-Ökonomen. Drei seiner zahlreichen Bücher wurden bisher ins Deutsche übersetzt: "Der Mythos vom globalen Wirtschaftskrieg" (1999), "Die große Rezession" (1999) und "Schmalspur-Ökonomie" (2000), alle erschienen bei Campus, Frankfurt/New York. Internet: http://web.mit.edu/krugman/www
Die Ergebnisse der intensiven wissenschaftlichen Erforschung des internationalen Handels, wie sie in den letzten zweihundert Jahren - im Grunde seit David Hume und seinem berühmten Aufsatz "On the balance of trade" - stattgefunden hat, werden im öffentlichen Diskurs so gut wie völlig ausgeblendet. Statt dessen dominiert die glatte Rhetorik derer, die sich gern den Anschein der Scharfsinnigkeit geben, ohne sich aber über die Dinge groß den Kopf zu zerbrechen. Leider nimmt dies inzwischen so große Ausmaße an, dass jemand, der sich anhand der populärwissenschaftlichen Literatur (im Gegensatz zu einschlägigen Lehrbüchern) zum Thema informieren will, überhaupt nicht bemerkt, dass es noch etwas anderes - und Besseres - gibt. Doch wo liegen eigentlich die Gründe für diese volkstümliche Oberflächlichkeit der öffentlichen Debatte? In gewissem Maße spielt natürlich der Faktor Mensch - das Allzumenschliche - eine Rolle. Die intellektuelle Trägheit wird nicht auszurotten sein, auch nicht bei den klugen Köpfen. Eine weitere Ursache ist sicherlich die Tatsache, dass die Ökonomen allgemein immer mehr an Einfluss verlieren. Das hohe Ansehen, das der Berufsstand noch vor einer Generation genoss, hatte viel mit Keynes und dessen makroökonomischer Theorie zu tun. Inzwischen aber gibt es die makroökonomische Theorie nicht mehr. Außerdem spielen heute die Medien eine beträchtliche Rolle. Viele Zeitungs- und Zeitschriftenherausgeber stützen sich lieber auf die Meinung der Flachgeister der populärwissenschaftlichen Fraktion, als sich mit den leider komplexen Gedankengängen derer auseinanderzusetzen, die von der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung etwas verstehen und wissen, dass die Handelsbilanz auch etwas mit der Differenz zwischen Sparen und Investieren zu tun hat. Tatsächlich gehören einige wichtige Herausgeber - ich denke etwa an James Fallows von The Atlantic oder Robert Kuttner von The American Prospect - selber dem Lager der "Popularisten" an. Sie benutzen ihre Magazine ganz offen als Plattform für eine Art Kreuzzug gegen die seriösen Intellektuellen. Die Ökonomen und Außenhandelstheoretiker selbst sind allerdings nicht ganz schuldlos daran, dass die "Popularisten" mit ihren Sprechblasen das Feld dermaßen beherrschen. Viel zu wenig wurde versucht, mit der breiten Öffentlichkeit in einen Dialog zu treten. Um unser obiges Beispiel aufzugreifen: Was könnte man dem interessierten Leser zum Thema Weltwirtschaft denn sonst anbieten? Sicher, es gibt einige sehr gute Lehrbücher, doch ein Lesespaß sind die nicht. Einige hervorragende Fachleute- wie zum Beispiel Jagdish Bhagwati von der Columbia University - schreiben zwar Kolumnen in angesehenen Zeitschriften, veröffentlichen Artikel (etwa in The New Republic) und treten auch im Fernsehen auf. Doch Kolumnen und Kurzartikel - geschweige denn das Drei-Minuten-Statement im Fernsehen - sind einfach das falsche Format für differenzierte, subtile und gleichzeitig abgerundete Gedankengänge. Dies gilt in besonderem Maße für weltwirtschaftliche Themen, wo alles in doppelter und dreifacher Weise miteinander zusammenhängt. Angesichts dessen, was ich in Little Rock erlebte (und vor allem begriff), scheinen mir die meisten Ökonomen vor allem viel zu viel vorauszusetzen, wenn sie für eine intellektuelle Öffentlichkeit schreiben. Sie setzen beispielsweise ein Wissen des Lesers darüber voraus, dass ein Land der dritten Welt schon allein aus "buchhalterischen" Gründen nicht gleichzeitig große Kapitalzuflüsse und massive Handelsbilanzüberschüsse haben kann. Eine so angelegte Kommunikation muss zwangsläufig scheitern in einer Welt, in der ein überzeugendes Auftreten genügt, um jedes Publikum Widersprüche dieser Art vorbehaltlos schlucken zu lassen. (Wie ich aus verlässlicher Quelle weiß, stammt von einem sehr bekannten "Popularisten" der Satz: "Welch ein Glück, dass die Ökonomen so schlecht schreiben!")
| Übersetzer | Herbert Allgeier |
|---|---|
| Zusatzinfo | 4 Abb. |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 215 x 140 mm |
| Gewicht | 455 g |
| Einbandart | gebunden |
| Themenwelt | Sachbuch/Ratgeber ► Beruf / Finanzen / Recht / Wirtschaft ► Wirtschaft |
| Schlagworte | Globalisierung • HC/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Volkswirtschaft • Welthandel • Weltwirtschaft • Wettbewerbsfähigkeit • Wirtschaftspolitik |
| ISBN-10 | 3-593-36147-7 / 3593361477 |
| ISBN-13 | 978-3-593-36147-5 / 9783593361475 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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