Kakao Zeremonie (eBook)
200 Seiten
Eulogia Verlag
978-3-96967-465-9 (ISBN)
Kapitel 2
Von der Bohne zum Genuss – Die Verarbeitung
Der Weg von der Kakaobohne:
Ernte, Fermentation, Trocknung
Bis der Kakao in Form von Pulver oder Schokolade bei uns im Supermarkt landet, hat er eine ganz schöne Reise hinter sich.
Natürlich wortwörtlich, denn der Regenwald ist ja nicht gerade um die Ecke, aber auch in der Verarbeitung. Bis aus der Bohne ein kaufbares Produkt entsteht, braucht es einige Prozesse und da steckt reichlich Arbeit drin.
Für die Ernte benötigt man viel Erfahrung. Erntet man zu früh, ist das typische Kakaoaroma nicht ausgebildet und der Fermentierungsprozess kann aufgrund des noch nicht ausreichenden Zuckeranteiles gestört sein. Eine zu späte Ernte ist auch nicht gut, denn wenn die Bohne in der Frucht zu keimen beginnt, sind diese für die Weiterverarbeitung nicht mehr gut zu gebrauchen. Es kommt also auf den richtigen Zeitpunkt an.
Ist dieser gekommen, werden die Früchte mit langen Pflückmessern vorsichtig vom Stamm gelöst. Das geschieht sehr behutsam, denn weder Baum noch Frucht dürfen Schaden dabei erleiden. Die Frucht würde verderben, der Baum einen bleibenden Schaden erleiden und dort nie wieder Früchte tragen. Zudem ist ein geschwächter Baum natürlich anfälliger für Insekten und Krankheiten.
Meistens werden die Früchte in Körben zu Sammelstellen gebracht und geöffnet.
Nach der Ernte folgt die Fermentation. Diese trennt die Bohnen vom Fruchtfleisch und macht sie lagerfähig, da sie nicht weiter keimen. Auch die typisch braune Farbe und Vorstufen der Aromastoffe entstehen bei diesem Prozess.
Für die Fermentierung werden die Bohnen und das Fruchtfleisch aus der Schale geholt, auf Blätter gebettet und zugedeckt. Im Inneren entsteht nun Wärme. Durch Hefe und Bakterien wird das Fruchtfleisch vollständig zersetzt. Der Zuckeranteil des Fruchtfleisches setzt einen Gärprozess in Gang, der letztlich dafür sorgt, dass die Bohnen nicht mehr keimen können. Dieser Prozess ist ebenfalls kompliziert und braucht gute Kenntnisse. Die Bohnen werden während der Fermentation immer wieder belüftet und gedreht, schließlich möchte man keinen Schimmel entstehen lassen. Sobald die Keimblätter im Inneren der Bohne verkümmert sind, ist der Prozess abgeschlossen. Neben dieser Art der Fermentation können die Bohnen auch in Kisten oder einem Erdloch fermentiert werden. Eines haben die Varianten aber gemeinsam: Sie erfordern Fingerspitzengefühl und Zeit. Die Fermentationszeit ist sortenabhängig, kann aber bis zu zehn Tage dauern.
Nach der Fermentierung haben die Bohnen immer noch einen hohen Wasseranteil. Sie werden getrocknet um eine langfristige Lagerung, Transport und die Weiterverarbeitung möglich zu machen. Zur Trocknung nutzt man in der traditionellen Verarbeitung Sonnenenergie. Dabei werden die Kakaobohnen im Freien auf Matten oder Tische gelegt und dürfen ca. 14 Tage die tropische Sonne genießen. Die Sonne trocknet die Bohnen nicht nur, sie ist auch beteiligt an der Entwicklung von Aromastoffen. Bei einsetzendem Regen werden sie natürlich geschützt und der Trocknungsprozess zieht sich in die Länge.
In einigen Anbaugebieten wird darum künstlich getrocknet, mit Öfen. So kann der natürliche Prozess ohne Wettereinflüsse ersetzt werden, allerdings kann das auch den Geschmack beeinflussen. Wird schnell und zu heiß getrocknet, kann ein bitterer Geschmack entstehen.
Nach der Trocknung sind die Bohnen bereit für die große Reise. Nun gelangen die Bohnen in die weiterverarbeitenden Fabriken, im Anbauland selbst wird nur sehr selten weiterverarbeitet. In großen Säcken werden die Bohnen
per Seeweg nach Europa oder Nordamerika verschifft. Je nach Zielland sind die Bohnen 7–10 Tage unterwegs.
Nach der Ankunft in der weiterverarbeitenden Fabrik werden sie gereinigt und Fremdkörper entfernt. In den großen Säcken findet sich nämlich auch so manches, was nicht darein gehört, wie Steine, Hölzer und Jutefasern vom Sack.
Nun folgen weitere Prozesse wie die thermische Vorbehandlung, um Bakterien zu minimieren und die Ausbeute zu erhöhen. Dieser Vorgang wird maschinell mit Dampf, Heißluft oder sogar Infrarot durchgeführt.
Nachdem die Bohnen auch das hinter sich haben, folgt das Rösten. Die Rösttemperatur wird der Sorte angepasst, darum erfordert auch dieser Vorgang ein gewisses Know-how. Neben der Sorte kommt es auch auf die Bohnengröße und den gewünschten Geschmack an. Hier entscheidet sich übrigens schon, ob die Bohne mal als Kakaopulver oder Schokolade endet. Die Bohnen, die zu Kakaopulver werden, röstet man bei höheren Temperaturen. Der Vorgang variiert in der Dauer stark und liegt zwischen 15 Minuten bis zu einer Stunde. Beim Rösten werden die Aromen aktiviert, die für den schokoladigen Geschmack sorgen.
Jetzt werden die Bohnen gewalzt. So wird die Bohne gebrochen und geschält. Natürlich passiert auch das heutzutage völlig automatisiert. Die Bohnen werden mit einer großen Walze zerbrochen und ein Gebläse weht die leichteren Schalenteile weg. Übrig bleibt der Kakaobruch.
Noch ist es nicht ganz geschafft. Der Kakaobruch wird zu guter Letzt noch veredelt. Unerwünschte Geschmacksstoffe werden entfernt. Das Walzgut, also das, was nach dem Walzen übrig ist, wird nun in einer Conche erwärmt und mechanisch bearbeitet. Dieser Schritt wird Conchieren genannt.
Diesem Vorgang folgt das Mahlen. Hier tritt die Kakaobutter aus. Im finalen Schritt wird die Masse zur Schokolade oder zum Kakaopulver verarbeitet.789
Traditionelle vs. moderne Verarbeitungsmethoden
Wir leben in einer Zeit, in der sich die Technik sich wahnsinnig schnell weiterentwickelt. Das bringt viele Annehmlichkeiten und Vorteile mit sich. Betrachten wir die Verarbeitungsmethoden beim Kakao, dann schenkt uns die Technik einen sehr hohen Qualitätsstandard, der sich stetig verbessert.
Aus energetischer Sicht betrachtet verändert es das Produkt allerdings auch. Je weniger natürlich der Kakao verarbeitet wird, umso weniger Energie steckt am Ende im Kakao.
Bei der ursprünglichen Methode der Trocknung und Fermentation werden die Bohnen zum Beispiel noch in der Sonne getrocknet und von Hand gedreht. Es ist ein langer und aufwendiger Prozess, aber die Bohnen können ganz natürlich und mit Einfluss von natürlichen Ressourcen transformieren. Die Sonne ist energetisch ein wichtiger Faktor. Du kennst sicher das wohlige Gefühl, wenn wir in der wärmenden Sonne sitzen und die Energie förmlich aufsaugen. Es fühlt sich an wie pure Lebensenergie!
So ist es mit den Kakaobohnen auch, wenn sie über eine längere Zeit in der Sonne trocknen. Der Prozess wertet das Produkt energetisch auf. Wenngleich der Aufwand immens ist und darum aus wirtschaftlicher Sicht nicht sonderlich attraktiv scheint.
Ein weiterer Nachteil ist, dass sich bei schlechtem Wetter die Produktion verzögert. Die Bohnen müssen dann mühsam von Hand abgedeckt werden. Zudem steigt die Gefahr, dass sich aufgrund der Feuchtigkeit Schimmel bildet.
Es ist also nicht verwunderlich, dass irgendwann zum Teil Öfen zum Trocknen genutzt wurden. Dieses Trocknungsverfahren ist deutlich schneller und unabhängig vom Wetter. Die Bohnen werden vor Ort noch vor dem Verschiffen getrocknet. Die Öfen werden mit Gas oder Holz betrieben. Der Trocknungsprozess kann so auch beschleunigt werden. Aus wirtschaftlicher Sicht lassen sich so auch Arbeitsplätze einsparen, denn schließlich müssen die Kakaobohnen nun nicht mehr mit der Hand gedreht werden und bei schlechtem Wetter sind sie sicher im Ofen.10
Wie immer gibt es aber auch hier zwei Seiten der Medaille. Für das Aroma der Bohnen kann die Trocknung im Ofen nachteilig sein. Zum einen sorgt das Sonnenlicht bei der traditionellen Trocknung dafür, dass sich das Aroma natürlich entwickelt,11 zum anderen kann bei einer zu heißen Trocknung im Ofen ein bitterer Geschmack entstehen. Bei der künstlichen Trocknung kann es passieren, dass zu schnell und zu heiß getrocknet wird.12 Das hat einen erheblichen Einfluss auf die Qualität und den Geschmack.
Im Wandel der Zeit entwickelt der Mensch immer wieder neue Ideen und so gibt es mittlerweile weitere technische Möglichkeiten. So gibt es inzwischen solarbetriebene Kakao-Trocknungsanlagen. Diese können an der Plantage aufgestellt und mit Bohnen befüllt werden. Bereits nach 2-4 Tagen sind die Bohnen getrocknet. Mit modernster Technik wird dafür gesorgt, dass die Temperatur 45 Grad nicht übersteigt, sodass kein bitterer Geschmack entsteht und die Qualität gewährleistet ist. Gleichbleibende Produkteigenschaften können mit diesem Standardverfahren gesichert werden. Auch an Regentagen trocknen die Kakaobohnen weiter, wenngleich sich bei fehlender Sonne der Prozess ein wenig verlängert.13
Kurz zusammengefasst
Aus wirtschaftlicher...
| Erscheint lt. Verlag | 22.11.2024 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Sachbuch/Ratgeber ► Gesundheit / Leben / Psychologie ► Entspannung / Meditation / Yoga |
| Schlagworte | cacao ritual • Dankbarkeit • Entspannung • Kakao Zeremonie • Manifestieren • Meditation • Spiritualität |
| ISBN-10 | 3-96967-465-4 / 3969674654 |
| ISBN-13 | 978-3-96967-465-9 / 9783969674659 |
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