365 Tage mit der Diagnose Brustkrebs (eBook)
272 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7693-4309-0 (ISBN)
Cornelia Winzenried ist seit über 20 Jahren Dipl. Pflegefachfrau und Dipl. Wellnesstrainerin. Als Yin Yoga Teacher, Yoga Nidra- und Entspannungscoach widmet sie sich der ganzheitlichen Gesundheit und Entspannung. Mit ihren Erfahrungen, diesem Buch und kontinuierlicher Weiterbildung möchte sie anderen helfen, innere Stärke und Balance zu finden.
TAG 1 – 26
Krisen sind Angebote des Lebens, sich zu wandeln. Man braucht noch gar nicht zu wissen, was neu werden soll. Man muss nur bereit und zuversichtlich sein. – Luise Rinser7
Vorbereitung auf den nächsten Schritt
Die ersten Wochen waren geprägt von Terminen. Vorbereitungen und Abschieden. Ich bereitete mich auf einen neuen Lebensabschnitt vor: die Chemotherapie8 und meine Heilreise. Gleichzeitig verabschiedete ich mich von meinem alten Ich und meinem bisherigen Leben. Seit der Diagnosestellung hatte ich nie Angst vor dem Sterben. Von Anfang an begleitete mich das Gefühl: «Da musst du jetzt durch. Auf der anderen Seite scheint dann wieder die Sonne.» Tief in mir spürte ich ein Vertrauen, dass alles richtig und gut ist, so wie es ist und dass es gut ausgehen wird.
Natürlich versuchte mein Verstand mir immer wieder Angst zu machen, es war kein konstantes Gefühl und es gab viele Schwankungen. Zwischendurch kam immer wieder der Gedanke: «Und was, wenn nicht?» Aber in Momenten der Meditation oder wenn ich ganz bei mir war, hatte ich ein tiefes Gefühl, dass ich diese Herausforderung meistern werde.
Eine weitere prägende Erfahrung machte ich, als ich in den Tumor hineinspürte. Als ich früher im Krankenhaus mit krebskranken Menschen arbeitete, stellte ich mir immer vor, wie schrecklich es sich anfühlen müsste, wenn vom eigenen Körper eine solche Bedrohung ausgeht. Ich dachte auch, dass ich eine innere Ablehnung meines Körpers empfinden würde. Dieser Gedanke kam mir in dieser Zeit wieder in den Sinn. Doch als ich still sass und in meinen Körper und den Tumor hineinspürte, fühlte ich sehr viel Liebe und Frieden. Es war kein Gefühl der Ablehnung, der Trennung oder Bedrohung. Im Gegenteil: Es fühlte sich an, als wäre der Tumor ein Teil von mir. Mein Körper hatte ihn erschaffen, und nun schrie er nach Aufmerksamkeit und Heilung. Es war kein «böses» Gefühl, auch wenn der Tumor offensichtlich eine Gefahr für mein Leben darstellte. Diese Erfahrung hinterliess einen tiefen Eindruck bei mir, denn mir wurde klar, dass ich sogar einen «aggressiven» Tumor als Teil von mir akzeptieren und für Wachstum und Heilung nutzen konnte.
Vertrauen in den eigenen Weg: Die Balance zwischen Schulmedizin und Naturheilkunde
Vor der Chemotherapie fürchtete ich mich jedoch sehr.
In meiner gesamten Zeit als Pflegefachfrau waren für mich Krebspatienten und ihre Chemotherapien das Schrecklichste, da ich sie durch die entsprechende Erfahrung mit unkontrollierbar und unheilbringend assoziierte. Deshalb sagte ich früher immer: «Ich würde keine Chemotherapie machen, wenn ich an Krebs erkranken würde.» Doch wenn man selbst in der Lage ist, sieht es wieder anders aus.
Ich wusste nicht, wie ich mit dieser Tatsache der Chemotherapie umgehen sollte. In den letzten Jahren lebte ich sehr naturbewusst, verzichtete, wo immer es ging, auf Chemie und wählte natürliche Alternativen. Umso härter traf mich die Information nach dem Tumorboard, dass ich um eine Chemotherapie nicht herumkommen würde, da der Tumor sehr schnell wuchs und aggressiv war. Ich hatte panische Angst vor der Therapie und vor allem davor, nicht mehr für meine Tochter sorgen zu können. Ich stellte mir vor, dass ich schwere Nebenwirkungen erleiden und am Ende ein Pflegefall sein könnte. Zwischendurch malte ich mir regelrechte Horrorszenarien aus.
Vielleicht fragst du dich, warum ich trotz meiner Ängste die Entscheidung für die Chemotherapie getroffen habe, anstatt wie einige andere Frauen alternative Behandlungsmethoden in Betracht zu ziehen.
Natürlich hatte auch ich darüber nachgedacht, alternative Heilmethoden zu wählen. Aber trotz meiner Angst vor der Chemotherapie fühlte sich das für mich nicht stimmig an. Zudem trage ich die Verantwortung für meine dreijährige Tochter, und meine Entscheidungen betrafen nicht nur mich, sondern auch sie und meine Familie. Ich hatte ausserdem das Gefühl, dass meine Krankheit tiefergehende Ursachen hatte – sei es auf körperlicher, geistiger, seelischer oder emotionaler Ebene – die Zeit brauchten, um vollständig zu heilen.
Monate später bestätigte mein Arzt, von dem ich mich noch immer in einer komplementären Klinik behandeln lasse, mein Gefühl in einem YouTube-Video9. Er sagte dort, dass gewisse Tumore sehr wohl alternativ behandelt werden könnten, dass es jedoch auch Tumorformen gibt, die so aggressiv sind, dass alternative Methoden zu langsam wirken und man sterben könnte, bevor sie anschlagen. Wahrscheinlich realisierte ich aus Selbstschutz erst viel später, dass ich einen G3-Tumor hatte. Tumore werden je nach Schweregrad in G1, G2 und G3 klassifiziert. Mein Tumor gehörte zu G3, was bedeutet, dass er besonders aggressiv war. Deshalb hätte mich der Tumor wahrscheinlich umgebracht, bevor ich all mein Ungleichgewicht auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebene hätte beheben können.
Ich beobachte vor allem auf Social Media, dass viele Menschen entweder die Schulmedizin oder die Alternativmedizin stark befürworten und das jeweils andere konsequent ablehnen. Ich halte beide Haltungen für gefährlich. Oft entscheiden sich Menschen nur für eine Richtung, nicht weil sie wirklich von ihr überzeugt sind, sondern weil sie die andere ablehnen. Dadurch entsteht eine Entscheidung, die eher aus einer negativen Haltung heraus getroffen wird, statt aus einer positiven Wahl für das, was sich wirklich stimmig anfühlt.
Auch ich hatte die Schulmedizin zeitweise abgelehnt, weil ich mich schlecht behandelt fühlte. Doch das bedeutete nicht, dass die Therapie an sich schlecht war. Vielmehr ging es darum, dass der Therapeut oder die Behandlungsmethode nicht zu mir passte oder dass es vielleicht eine Kombination aus mehreren Ansätzen benötigte, die auf verschiedenen Ebenen ansetzen. In einem Land mit so vielen Möglichkeiten sollten wir die verschiedenen Ressourcen kennen und in Ruhe herausfinden, was für uns wirklich funktioniert – ohne etwas vorschnell abzulehnen.
Spüre in dich hinein, was für DICH passend ist. Lehne nichts kategorisch ab.
Lass dich nicht von dem leiten, was du NICHT willst, sondern von dem, was du WIRKLICH willst.
Glücklicherweise habe ich meine Freundin Nicole, die auf der Onkologie als Pflegefachkraft arbeitet und mich während dieser Zeit sehr unterstützt hat. Sie hat mir bei verschiedenen Entscheidungen geholfen, mir zugehört und bei ihrem Chef eine Zweitmeinung eingeholt. Das war mir sehr wichtig, um sicherzugehen, dass die Entscheidung für die Chemotherapie die richtige war. Auch dieser Arzt bestätigte das Vorgehen meiner Ärzte, was es natürlich nicht einfacher machte. Nun wusste ich, dass ich mein Mindset und meine innere Haltung gegenüber der Behandlung ändern musste, und das fiel mir schwer. So wie ich innerlich gerade unterwegs war, konnte es nicht gut kommen. Es half mir sehr, viel in die Natur zu gehen, mich zu erden, mich mit den Kräften der Elemente zu verbinden und den Boden unter mir zu spüren. Ich machte viele Meditationen und legte den Fokus darauf, meine Selbstheilungskräfte zu stärken.
Vertrauen und Loslassen:
Die PET-CT-Untersuchung
Als Nächstes ging es darum, im PET-CT zu schauen, ob es Metastasen in meinem Körper gibt.
Während ich in diesem dunklen Raum lag und darauf wartete, dass sich die radioaktive Substanz in meinem Körper ausbreitete, wechselten sich Panik und Ruhe in mir ab. Was für eine schlimme Vorstellung, dass ich eine radioaktive Substanz in mir habe! Ich spürte, dass ich auch hier anders an diese Untersuchung herangehen musste. So fühlte es sich für mich nicht richtig an. Ich bin überzeugt davon, dass unsere innere Welt immer mit dem äusseren Handeln übereinstimmen sollte. Wenn ich mich für eine Behandlung oder Untersuchung entscheide, sollte ich mit einem Gefühl des Vertrauens dabei sein, dass dies das Richtige ist, um meinem Körper die richtige Information zu senden.
Ich erinnerte mich an einen Satz, den ich einmal in einem Buch gelesen hatte, und formulierte ihn für mich um. Dieser Satz wurde zu einer kraftvollen Affirmation für die Untersuchung. Immer wieder sagte ich mir diesen Satz wie ein Mantra. Er beruhigte mich auf einer tieferen Ebene:
Ich bin eine Schülerin meines Lebens und vertraue darauf, dass das Universum nur Gutes für mich bereithält. Ich lasse los und vertraue.
Diese Affirmation begleitete mich noch lange auf meinem Weg. Sie machte die Probleme nicht kleiner, aber sie liess mich in ein Vertrauen finden – ich fühlte mich begleitet und beschützt.
Die Untersuchung verlief komplikationslos. Einige Stunden später bekam ich den erlösenden Anruf: Ich war ansonsten krebsfrei und es wurden keine Metastasen entdeckt! Was für ein riesiger Stein mir vom Herzen fiel!
Nun konnte ich aufatmen. Und es stärkte mein Vertrauen in einen guten Ausgang. Welch grossartige Nachricht!
Von Anfang an war mir klar, dass ich den Weg der Schulmedizin durch meinen Naturheilpraktiker begleiten lassen wollte, um meinen Körper zu...
| Erscheint lt. Verlag | 7.4.2025 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Sachbuch/Ratgeber ► Gesundheit / Leben / Psychologie ► Lebenshilfe / Lebensführung |
| Medizin / Pharmazie ► Medizinische Fachgebiete ► Onkologie | |
| Schlagworte | Brustkrebs Heilung und Selbsthilfe • Innere Stärke und Resilienz • Krebs Erfahrungsbericht und Lebenshilfe • meditation und achtsamkeit • Mentale Kraft und Selbstheilung |
| ISBN-10 | 3-7693-4309-3 / 3769343093 |
| ISBN-13 | 978-3-7693-4309-0 / 9783769343090 |
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