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Der Weg zurück ins Vertrauen (eBook)

Wie es gelingt, aus Verlusterfahrungen stark zu werden
eBook Download: EPUB
2025
162 Seiten
Gütersloher Verlagshaus
978-3-641-33466-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Der Weg zurück ins Vertrauen - Sandra Stelzner-Mürköster
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Unterstützung auf dem Weg ins Vertrauen zum Leben

Jeder Mensch hat in seinem Leben schon Momente erlebt, in denen alles dunkel und schwer war. Manche verzweifeln daran, anderen gelingt es, trotz herber Rückschläge immer wieder Vertrauen ins Leben zu fassen.

Sandra Stelzner-Mürköster zeigt in ihrem Buch, dass jede*r in sich die Kraft hat, den Weg ins Vertrauen (wieder) zu finden. Über die akute Trauersituation und den Abschiedsschmerz hinaus hilft dieses Buch, sich im Leben zu stabilisieren, in einem fremd gewordenen Zuhause wieder anzukommen und Mut ins Leben zu erhalten. In dieser Gewissheit kann es mithilfe zahlreicher Tipps und Übungen gelingen, resilienter zu werden.

Sandra Stelzner-Mürköster, geboren 1977, hat Theologie studiert und als Gymnasiallehrerin gearbeitet. Heute ist sie als systemischer, energetischer und spiritueller Coach tätig. Als Expertin und Mentorin für Trauer begleitet sie seit mehreren Jahren Menschen in dieser Ausnahmezeit intensiv und sorgsam. Ihr größter Schatz ist dabei ihre eigene Lebenserfahrung, denn mit gerade einmal 30 Jahren wurde sie von jetzt auf gleich Witwe und alleinerziehende Mutter. Zahlreiche Artikel über ihre Art zu arbeiten sind bei verschiedenen Special-Interest-Magazinen erschienen.

Meine ersten Trauerjahre – auf der Suche nach Normalität

Ich möchte Dich, liebe*r Leser*in, teilhaben lassen an meinen ersten Trauerjahren und Dir daran exemplarisch zeigen, wie der Weg zurück ins Leben gelingen kann. Es geht nicht darum, Musterbeispiele zu kreieren, denn jede*r hat seine*ihre eigene Art, Trauer zu leben; es geht mir aber sehr wohl darum, Mut zu machen, Mut, dass das Leben wieder schön werden kann. Ich werde so oft gefragt, wie lange dieser furchtbare Zustand tiefster Trauer dauert. Gerne »klammern« sich Trauernde an das berühmte erste Trauerjahr. Sicherlich ist das erste Trauerjahr sehr wichtig im Prozess des Trauerns, denn das Jahr steht für viele »erste Male«:

Das erste Mal Geburtstag feiern ohne …

Dass erste Mal Einkaufen gehen ohne …

Und oft fragte ich mich bei diesen Gelegenheiten, ob mir die Menschen nun ansahen, dass ich Witwe und alleinerziehend war?

Ich weiß sehr wohl, wie schwer und zugleich wichtig diese »ersten Male« sind. Wir schaffen damit neue Erinnerungen, und mit jeder Wiederholung eines Ereignisses wird der Vorgang wieder mehr zur Gewohnheit und nicht zur Herausforderung, dennoch bedeutet dies nicht, dass die Trauer deshalb automatisch weniger wird. Ich habe eher die Erfahrung gemacht, dass ich im ersten Jahr so mit der Sicherung und Organisation meines Lebens beschäftigt war, dass für die Trauer und für mich kaum Raum und Platz da waren. Einerseits war dies mit Sicherheit gut so, denn ansonsten wäre ich wahrscheinlich durchgedreht, andererseits führte dies dazu, dass ich irgendwann keinerlei Energie und Kraft mehr hatte. Erst als mein Umfeld wieder ruhiger und stabiler wurde, konnte ich mich mir selbst und meiner Trauer intensiver widmen (dazu später mehr). Deshalb rede ich gerne von meinen ersten Trauerjahren. 

In meinen ersten Jahren der Trauer war ich eine Verlorene, eine Ertrinkende, die nach einem Strohhalm suchte, um Halt in einer Welt zu finden, die mir mit einem Mal vollkommen fremd, trost- und schutzlos erschien. Wie schon in meinem ersten Buch »Zurück ins Leben finden« erwähnt, spürte ich so gut wie nichts mehr, mein Überlebensmodus hatte auf Autopilot umgeschaltet – ich funktionierte einfach nur noch. Die alles entscheidende Frage, die ich mir stellte, war die Frage nach dem WANN? Wann werde ich wieder ein normales Leben führen können, wann werde ich wieder einmal so etwas wie Freude und Glück empfinden? Dass ich diese Gefühle wieder erreichen könnte, war für mich zu diesem Zeitpunkt unvorstellbar. Ich wollte eine Anleitung, eine Anleitung, wie man diesen entsetzlichen Zustand überleben kann. Ich weiß sehr gut aus eigener Erfahrung, dass es alles andere als einfach ist, diesen Weg zu gehen. Und wie oft habe ich gedacht, dass ich »es« nun geschafft habe, und kurz danach bin ich wieder im Tal der Tränen gelandet. Trauer ist nichts für Feiglinge; sich der eigenen Trauer zu stellen, bedeutet, wirklich großen Mut aufzubringen, indem man Angst vor Unbekannten überwindet und innerlich die Bereitschaft entwickelt weiterzugehen. Damit meine ich beispielsweise ganz konkret die vielen Fragen, die mit dem Tod eines nahestehenden Menschen zusammenhängen:

  • Wie ist der Nachlass geregelt?
  • Gibt es eine Bankvollmacht?
  • Gibt es eine Generalvollmacht?
  • Wie sieht die finanzielle Versorgung grundsätzlich aus?
  • Kann der Wohnraum gehalten werden?
  • Was muss geregelt, entsorgt, getan werden?
  • etc.

Die Fragen und die damit einhergehenden Erledigungen nehmen viele Hinterbliebene sehr ein.

Auch ich kenne diese Zeit und Fragen nur zu gut, bei mir war sie mehr durch Schrecken als durch Konstanz geprägt, denn die einschneidendste und kräftezehrendste Etappe war wohl die Zeit um die Regelung des Erbes meines Mannes. Wir hatten diesbezüglich nichts veranlagt oder festgelegt. Neben der Trauer, die mich völlig aus der Bahn warf, waren es vor allem Existenzängste, die mir heute noch sehr präsent sind. Es war immer wieder so, als würde ich innerlich zerrissen, zerplatzen, als wäre nichts mehr in Ordnung in mir – ein grausames Gefühl, das ich kaum aushalten konnte, denn ich hatte Angst; Angst, dass mein Sohn und ich kein Zuhause mehr haben würden. Heute ist mir bewusst, dass diese Angst ja auch Ausdruck meines inneren Zustandes war, ich hatte gefühlt kein Zuhause mehr und das bisschen Vertrautheit, was in mir war, drohte nun auch zerstört zu werden in der ständigen Auseinandersetzung mit der Risikolebensversicherung. Denn es stellte sich heraus, dass wir einen Nichtrauchertarif abgeschlossen hatten, aufgrund dessen die komplette Auszahlung infrage gestellt wurde, da mein Mann wieder gelegentlich rauchte und dies bei verschiedenen Ärzten angab. Die Versicherung lehnte die Auszahlung aufgrund dieser Informationen zunächst ab; Wochen voller Ungewissheit folgten, die neben der Auseinandersetzung mit der Versicherung gepaart waren mit bürokratischen Auseinandersetzungen mit sowohl den Geschäftspartnern meines Mannes als auch dem Amtsgericht, da er kein Testament hinterlassen hatte. Ich rotierte zwischen Bergen an zu erledigenden Dokumenten, der Versorgung unseres Sohnes und der ständigen Angst, dass uns alles genommen würde. Die Trauer hatte mich fest im Griff, und ich fühlte mich wie eine Fremde im eigenen Leben, jeglicher Vorstellungskraft von einer erfüllenden Zukunft beraubt. Alles um mich herum empfand ich in dieser Zeit dumpf, beängstigend, erdrückend und sinnlos, ich war völlig konzept- und haltlos; so halt-los, dass dieser Zustand kaum aus-halt-bar war; einzig unser kleiner Sohn konnte mir Momente der Ruhe und Stabilität schenken. In dieser Zeit fühlte ich zugleich, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als wir mit bloßen Augen erkennen können, und auch das jagte mir wahnsinnige Ängste ein; zugleich wurde ich an Momente meiner Kindheit erinnert, die mit einem ähnlichen Gefühl einhergingen – das Gefühl, nicht ganz »normal« zu ticken, da ich andere Ebenen wahrnahm.

Die Frage nach dem Normal

Zwischen all dem Chaos fragte ich mich in dieser Zeit gerne, wann ich denn nun »endlich« wieder normal werden würde? Um es kurz zu machen: Ein Normal wird es nie wieder geben, aber ein anderes »Normal« wird es sehr wohl geben. Das ist möglich, wenn wir bereit sind zu heilen, wenn wir bereit sind, den Weg der Trauer zu gehen und das Jetzt zu akzeptieren und anzunehmen. Damit meine ich, dass wir als Trauernde sehr oft Kraft, Energie und Zeit damit zubringen, darüber zu sinnieren, was wäre, wenn der Verstorbene noch leben würde.

Hast Du Dir diese Frage auch schon einmal gestellt?

Wie oft höre ich von Klienten*innen, dass dieser Gedanke mit einem immer wiederkehrenden Schmerz verbunden ist, denn es ist ein Gedanke des Festhaltens an etwas, was es einfach nicht mehr gibt. Wie oft habe ich mich mit den Gedanken gequält, was mein Mann wohl zu der Entwicklung unseres Sohnes gesagt hätte, wie oft habe ich die beiden gedanklich gemeinsam Tennisspielen, Skifahren, Essen etc. gesehen, all das hat es nie gegeben und wird es auch in diesem Leben nie mehr geben. Und eins ist ganz klar, diese quälenden Gedanken helfen nicht, sich auf das Jetzt auszurichten, denn sie sind Teil einer Traumwelt, die in die Irre führt und nicht ins Jetzt. Das »Normal«, nach dem ich mich sehnte, konnte ich so nicht erreichen. Meine Familie und Freund*innen machten sich in der Zeit nach dem Tod meines Mannes große Sorgen um mich. Zudem wohnten wir sehr weit weg von meiner Heimat, so dass ich auf mich alleine gestellt war. Eines Tages fragte mich eine eng vertraute Seele, ob ich mich schon einmal mit dem Gedanken befasst habe, ein Medium aufzusuchen. Das war der Moment, in dem mein Leben eine andere Wendung bekommen durfte, denn es war der Augenblick, in dem ich mit meiner Herzenslehrerin in Kontakt trat, das sind nunmehr fast 17 Jahre her. Wir verabredeten einen Telefontermin, der für mich wie eine Offenbarung wurde, da ich hier in meiner Wahrnehmung bestärkt wurde, und ich die Gewissheit bekam, dass mein Mann in der anderen Ebene wirklich existiert, und er dort weiterlebt – meine Ängste wurden ruhiger, es war wie ein Knoten, der in mir platzte, denn ich konnte endlich weinen, weil ich aufgefangen wurde. Dies war der Beginn einer wundervollen Reise zu mir selbst, die ich in Begleitung gehen durfte. Ich erkannte und fühlte, wie wichtig die Persönlichkeitsarbeit in der Trauer ist und zugleich die mediale Anbindung, die mir Kraft, Geborgenheit, Liebe und Zuwendung schenkte, die es brauchte, damit ich mich wieder nach und nach öffnen konnte für das Leben und mein Herz Heilung empfing. Ein »anderes« Normal, das mir den Weg für ein neues Leben ebnete.

Heute weiß ich, dass das Normal, nach dem ich mich sehnte, eigentlich die Sehnsucht nach Geborgenheit, Schutz, Wärme, Vertrauen und Liebe war; damals suchte ich dies noch im Außen; heute weiß ich aus tiefstem Herzen, dass wir dieses »Normal« nur in uns finden können, in der Begegnung und Auseinandersetzung mit dem eigenen Schmerz:

Inspiration

Lieber Schmerz

»Lieber Schmerz, ich verstehe nicht, weshalb Du in meiner Brust so heftig schlägst. Was ist Deine Botschaft, was willst du mir sagen? Du weckst in mir Verzweiflung, denn ich kann kaum atmen, da Du so viel Platz in mir einnimmst. Ich bin ständig mit Dir verbunden und doch begreife ich Dein Wesen nicht.«

»Mein liebes Kind, ich bin gekommen, um Dich zu beschützen, um Dich aufzufordern, dass Du Dich mit Dir beschäftigst und lernst, genau auf Dich zu hören. Ich bin da, um...

Erscheint lt. Verlag 30.7.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Gesundheit / Leben / Psychologie Lebenshilfe / Lebensführung
Schlagworte Achtsamkeit • achtsamkeit buch • Belastung • Depression • Depressionen überwinden • eBooks • Einsamkeit • Emotionale Intelligenz • Gesundheit • Heilung • Hilfe • Kraft • Motivation • Positives Denken • Resilienz • Seele • Selbstwert • Stärke • Trauma
ISBN-10 3-641-33466-7 / 3641334667
ISBN-13 978-3-641-33466-6 / 9783641334666
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