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Dein Geburtscoach (eBook)

Wie du selbstbestimmt, individuell und voller Zuversicht die Ankunft deines Babys vorbereitest. - Von Deutschlands ganzheitlichstem Geburtshelfer

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025
160 Seiten
Kösel-Verlag
978-3-641-32586-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Dein Geburtscoach - Wolf Lütje
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Worauf es bei der Geburt deines Kindes wirklich ankommt
Nach 40 Jahren als gefragter Geburtshelfer und einem Erfahrungsspektrum von 60.000 Geburten weiß Dr. med. Wolf Lütje: Nichts ist so individuell wie Geburtsvorbereitung. Für sichere und erfüllende Geburtserfahrungen brauchen Schwangere eine Beratung, die ganz auf sie zugeschnitten ist. Wo will ich gebären? Wovor habe ich - vielleicht unbewusst - Angst? Was darf auf keinen Fall passieren? Und womit komme ich auch unter schwierigen Bedingungen zurecht? Sein einzigartiges Coachingkonzept mit den Säulen Mindset, Biografie, Ressourcen und Belastungen liefert Frauen wertvolle Antworten auf die zentralen Fragen rund um ihre bevorstehende Geburt und ermöglicht ihnen Selbsterkenntnis und Selbstbestimmung bei der Ankunft ihres Babys. Ein Buch, auf das Schwangere gewartet haben!

Dr. med Wolf Lütje, geboren 1957 in Hamburg, war über 17 Jahre Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Krankenhaus Dritter Orden in München, zuletzt als leitender Oberarzt; von 2004-2011 Chefarzt am Allgemeinen Krankenhaus Viersen. Seit Juli 2012 arbeitet er als Chefarzt in der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des Ev. Amalie Sieveking-Krankenhaus in Hamburg, das als erstes in Deutschland von WHO und Unicef mit dem Zertifikat 'Babyfreundliches Krankenhaus' ausgezeichnet wurde; Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe (DGPFG e.V.). Er ist zudem Buchautor, Referent und mit Leidenschaft Vater.

2.
GEBURTSVORBEREITUNG – DARAUF KOMMT ES AN!

Ich frage mich manchmal, ob sich Säugetiere auf ihre Geburt vorbereiten. Sie suchen sich einen sicheren Ort, aber gibt es einen Kurs in der Herde? Wir wissen, dass alles rund um die Geburt im Tierreich sehr vielfältig ist. Von unterschiedlicher Länge der Tragzeit, Dauerschwangerschaften bei bestimmten Kängurus, Klonen bei Gürteltieren bis hin zu »Hebammen« und »Vätern« bei den Geburten der Bonobo-Affen. Auch in Sachen Schmerz bei der Geburt gibt es im Tierreich große Unterschiede. Dort, wo Tiere in Gruppen leben, machen sie sicher auch im Vorfeld eigener Geburten Erfahrungen. Mitunter schützen sie gebärende Mütter und schaffen einen sicheren Ort. Die meisten Menschen haben dagegen, wenn überhaupt, Geburten nur in den Medien gesehen – häufig inszenierte Geburten anderer, fremder Menschen. 

Für Säugetiere ist der »sichere« Ort Zoo keineswegs immer ein guter für die Geburt. Andere Rhythmen, unnatürliche Umgebung, der Stress der Gefangenschaft – das verursacht (nicht immer, aber oft) krankhafte Verläufe.

Menschen gehen auch an einen »sicheren«, meist öffentlichen Ort und nehmen Vertraute mit (Partner*in, Doula). Dieser Ort heißt in der Regel heute Krankenhaus. Andere vertrauen nur sich und absolut Nahestehenden und brauchen einen bekannten Ort, das eigene Zuhause, um sich sicher zu fühlen.

Du siehst also, es gibt eine ungeheure Vielfalt rund um die Geburt – bei Tier und Mensch. Und die Frage, wie du dich darauf vorbereitest, bleibt eine zutiefst persönliche.

Wenn du voller Vertrauen bist, im Reinen mit dir und deinen Fähigkeiten und Schwangerschaft und Geburt als ganz normale Lebensphase verstehst – so wie du auch deine eigene Geburt, deine Kindheit, deine Pubertät, deine Sexualität im Einklang mit deinem Körper und deiner Seele mit all den Höhen und Tiefen angenommen hast –, dann hast du dich, meist ohne es zu wissen, schon optimal für deine Geburt vorbereitet. Du wirst den Dingen ihren Lauf lassen, alle Veränderungen begleiten und dich ihnen anpassen, so wie du das schon mit so vielem im Leben geschafft hast.

Der Weg zu deiner Geburt findet sich beim Gehen, und das Einzige, was du planst, ist den für dich guten Rahmen festzulegen: Wen nehme ich wohin mit? Du wirst mit deinem Körper und deiner Seele achtsam umgehen – im Bewusstsein, dass du jetzt nicht mehr nur für dich Verantwortung trägst! Du wirst daher an der Vorsorge teilnehmen, dich körperlich und mental auf die Geburt vorbereiten, aber du willst nicht alles wissen, in dem festen Glauben, dass dich das sowieso nicht (be-)trifft. Und wenn es doch anders kommen sollte, bist du zuversichtlich, dass du im Verbund mit anderen einen guten Plan B aus dem Boden stampfen wirst – einen Plan, der dich vielleicht überrascht, aber nicht umhauen wird.

Um einen guten Plan B vorzubereiten, werde ich dir Strategien an die Hand geben. Dazu brauchst du Wissen. Früher haben wir den Brockhaus – das allgegenwärtige große Lexikon – aufgeschlagen und uns zu bestimmten Themen halbwegs richtiges Wissen erworben. Wenn wir uns vorstellen, wie viel Wissen zu vergangenen, historischen Themen laufend korrigiert wird, dann sollte uns klar sein, dass auch das Gegenwartswissen der Anpassung unterworfen ist. Gerade die Geburt war und ist immer mythenumrankt. Mythen, die auch heute noch sehr wirksam sind und uns negativ beeinflussen und voreingenommen machen können. Das ist keine gute Vorbereitung. Ich komme später noch einmal ausführlicher darauf zurück.

Wenn du also gutes Wissen generieren möchtest, dann geht es um seriöse Inhalte. Am Ende des Buches findest du die Quellen, denen ich als Mutter, Vater, Geburtshelfer und Geburtsmedizinerin vertrauen würde. Hier findest du viel sogenannte Evidenz – ein Zauberwort, das ich kurz erklären muss: Evidenz hat das Ziel, der Wahrheit möglichst nahe zu kommen. Da wir eigentlich nur wissen, dass wir nichts wissen, kannst du dir vorstellen, dass Evidenz immer im Fluss ist und einem steten Wandel unterliegt, im Wesentlichen aber aus drei Bausteinen besteht:

Erstens gehört zur Evidenz der wissenschaftliche Beweis. Wissenschaftlich ist etwas erwiesen, wenn es gemäß den aktuell bevorzugten und geprüften Messmethoden Hinweise gibt, dass das eine oder andere Tun – oder Nichttun – Vor- oder Nachteile bringt. So gibt es keinen Zweifel, dass ein Notkaiserschnitt bei einer vorzeitigen Plazentaablösung (was sehr, sehr selten vorkommt!) eine sinnvolle Maßnahme ist. Für Sinn oder Unsinn eines geplanten Kaiserschnittes bei einer Beckenendlage gibt es andererseits keine wissenschaftliche Evidenz, obwohl inzwischen fast auf der ganzen Welt bei Beckenendlage bevorzugt Kaiserschnitte durchgeführt werden.2

Der zweite gleichwertige Baustein der Evidenz ist die Erfahrung. Überall dort, wo wir keine wissenschaftliche Evidenz haben, müssen wir uns auf die Erfahrung verlassen. Die Geburtshilfe ist schlecht beforscht, weil es hier aus ethischen Gründen schwierig ist, Vergleichsgruppen zu bilden. Das versucht man auszugleichen, indem möglichst viele erfahrene Experten zu bestimmten Themen um ihre Meinung gebeten werden. Gibt es hier einen hohen Konsens, dann wird eine Empfehlung ausgesprochen, für die es allerdings keinen Beweis gibt. Der Geburtshelfer kann entscheiden, ob er diese umsetzt, er muss es aber nicht!

Die Erfahrung ist ein zweischneidiges Schwert. Sie kann einfach ungeprüft übernommen werden, und schnell kann es heißen: »Das haben wir immer schon so gemacht.« Erfahrung heißt aber eben nicht, stets bei den Gewohnheiten zu bleiben. Erfahrung erfordert den Mut, die Grenzen immer wieder neu auszuloten und anzupassen. Für mich speist sich Erfahrung immer aus einem aktuellen Wissen um Forschungsergebnisse, gesundem Menschenverstand, der vielseitigen Betrachtung, einem gut entwickelten Bauchgefühl und natürlich einem Fundus an Geburtserfahrungen. Immer wieder habe ich mein Handlungsspektrum erweitern können. Manchmal musste ich es aufgrund neuer Erkenntnisse wieder eingrenzen.

Insgesamt hat aber meine Erfahrung einen breiten Korridor, der nicht durch Furcht eingeengt ist, sondern von Demut und Zuversicht geprägt ist. Das ist ganz entscheidend. Es geht bei der Erfahrung insbesondere darum, keine Fehlentscheidungen zu treffen und dabei nötige Eingriffe zu unterlassen oder unnötige vorzunehmen. Die angstbefreite Erfahrung schafft die Grundlage für den richtigen Bewegungsspielraum in der Mitte und ein Höchstmaß an treffsicherer, guter Geburtshilfe.

Der dritte und, Achtung!, ebenso bedeutende Baustein der Evidenz ist deine Haltung. Was bedeutet es für dich, das eine zu tun und das andere zu lassen? Was ist für dich »sichtbar, einleuchtend, augenscheinlich«, also evident? Dieser Baustein der Evidenz ist übrigens jederzeit gleichwertig mit den anderen und kommt nicht erst dann ins Spiel, wenn es keine wissenschaftlichen Nachweise, geschweige denn Erfahrung gibt.

Ich hoffe, dieses Buch hilft dir, deine eigene Evidenz zu finden, zu festigen oder eventuell auch anzupassen. Du darfst dich bei der Wissenschaft und der Erfahrung gleichrangig ins Spiel bringen. Das ist »shared decision making« – der Versuch, gemeinsam mit Fachleuten deine persönliche Evidenz zu Themen rund um die Geburt zu entwickeln und umzusetzen. Jetzt geht es nur noch darum, dir das nötige und richtige Wissen mitzugeben, mit dem du am Ende deine eigenen Evidenzen entwickelst. Geh hier jedoch bitte nicht so vor, wie wir es alle mitunter gerne tun, also … »Don’t google with a Kugel!«

Wir googeln oder nutzen die Sintflut an sozialen Medien, um uns »schlau« zu machen. Ich sage dir: Hier richtige Informationen zu finden, ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Ich will nicht in Abrede stellen, dass es bei TikTok oder Instagram (da bin ich selbst unterwegs) auch gute und sinnvolle Posts gibt. Bewege dich trotzdem, wenn möglich, nur da, wo ich eine Empfehlung ausspreche.

Bitte schau dir auch nicht irgendeine dieser unzähligen Geburtssoaps im Fernsehen an. Sie erzählen fingierte, meist ungewöhnliche, viel medienwirksamere Geschichten, die nur eines gemeinsam haben: Sie erzählen dir alles, nur absolut nichts zu deiner Geburt.

Bei den Printmedien und Büchern ist es ein wenig anders. Hier solltest du darauf achten, ob sich Autoren dem Thema Geburt eher beschönigend oder katastrophisierend nähern. Weder das eine noch das andere bringt dich deiner Wahrheit näher.

Ähnlich ist es mit den gut gemeinten Ratschlägen deines näheren sozialen Umfeldes, seien es Arbeitskolleg*innen, Bekannte, Freund*innen ja sogar Familienmitglieder. Obwohl gut gemeint, gibt es auch hier den Trend, das selbst Erlebte zu beschönigen, zu filtern oder zu dramatisieren. Selten findest du etwas Verwertbares, was deiner Wahrheit nahekommt. Auch den Bericht deiner allerbesten Freundin solltest du hinterfragen. Will sie dir keine Angst machen und verheimlicht dir etwas? Oder will sie dich warnen und auf etwas einstimmen, dem du vielleicht nie begegnen wirst? Wenn sie dir wirklich nahesteht, wirst du sie dies fragen und selbst entscheiden können, welche der Informationen für dich hilfreich sind.

Übrig bleiben noch die eigene Mutter oder Schwestern, die schon Kinder haben. Hier empfehle ich immer das Gespräch. Was in der Familie geschieht oder geschehen ist, hat auch für dich und deine Geburt Bedeutung. Darauf gehe ich im Verlauf des Buchs noch vertieft ein. Die Familie legt Wege mit...

Erscheint lt. Verlag 14.5.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Gesundheit / Leben / Psychologie Schwangerschaft / Geburt
Schlagworte buch baby • Buch Geburt • buch schwangerschaft • Coaching • Doulas • eBooks • Eltern • Entbindung • Geburt • geburt schmerzen • Geburtshaus • Geburtshelfer • Geburtsvorbereitung • geschwängert • Gesundheit • guter hoffnung • Hausgeburt • Hebamme • Hebammen • HypnoBirthing • Ina May Gaskin • Ingeborg Stadelmann • Interventionen • Kaiserschnitt • kareen dannhauer • Klinik • Krankenhaus • kristin graf • Medizin • PDA • Ratgeber • Risiken • schmerzfreie Geburt • Schwanger • Schwangerschaft • Schwangerschaftsbuch • schwanger werden • Vorbereitung • Wehen • zweitgebärende
ISBN-10 3-641-32586-2 / 3641325862
ISBN-13 978-3-641-32586-2 / 9783641325862
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