Unerwünscht (eBook)
256 Seiten
Fischer E-Books (Verlag)
978-3-10-492131-0 (ISBN)
Es gab nach 1945 nicht weniger Antisemitismus und Rassismus, nicht weniger Hass auf Homosexuelle als während des NS, sondern wahrscheinlich sogar mehr. So war die Rede von »marodierenden« befreiten Osteuropäern, wenn es um ehemalige Zwangsarbeiter ging, oder von »feilschenden« jüdischen DPs auf dem Münchner Schwarzmarkt. Sinti und Roma waren während des Nationalsozialismus lückenlos registriert worden. Die 30.000 Namen umfassende Kartei wurde in der Bundesrepublik weiter für polizeiliche Maßnahmen verwendet. Auch Homosexuelle wurden weiterhin strafrechtlich verfolgt, bis 1969 auf Grundlage des § 175 in der Fassung von 1935.
Das gängige Bild von der gelungenen Demokratisierung der Bundesrepublik bekommt durch diese Geschichten einen Riss. Die Erfahrungen der ehmals Verfolgten zeigen, dass der Hass und die Ressentiments gegen sie nicht einfach verschwanden, sie waren tief im Denken der Menschen verankert und sind es zum Teil bis heute. Die Gründe und Funktionen dieser Einstellungen mögen sehr unterschiedlich sein, doch sie haben eines gemeinsam: den Wunsch der Mehrheitsgesellschaft, dass die betroffenen Menschen nicht da seinsollten.
Stefanie Schüler-Springorum ist Historikerin und seit 2011 Direktorin des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin sowie seit 2012 Ko-Direktorin des Selma-Stern-Zentrums für jüdische Studien Berlin-Brandenburg. Zuvor arbeitete sie bei der Stiftung Topographie des Terrors und leitete von 2001 bis 2011 das Institut für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg. Ihre zentralen Themen sind die jüdische, die deutsche und die spanische Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Migrationsdebatte sowie Forderungen nach Grenzschließungen und Abschiebungen von unerwünschten Personen ist diese fundierte Analyse […] unbedingt empfehlenswert.
In Stefanie Schüler-Springorums Nachgeschichte des Nationalsozialismus scheinen Kontinuitätslinien von Antisemitismus, Antiziganismus, Rassismus und Homophobie ungefiltert auf, Ressentiments, die zugleich erklären, was uns heute als rechter Populismus gegenübertritt.
Die Historikerin Stefanie Schüler-Springorum gibt jenen Menschen ein Gesicht, die beim Narrativ der erfolgreichen Läuterung oft übersehen werden. Nachkriegsgeschichte, erstmals aus Perspektive der NS-Opfer.
| Erscheint lt. Verlag | 23.4.2025 |
|---|---|
| Verlagsort | Frankfurt am Main |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Sachbuch/Ratgeber ► Geschichte / Politik ► Zeitgeschichte ab 1945 |
| Schlagworte | § 175 und Homosexuellenverfolgung • 1950er Jahre Deutschland • Antisemitismus nach 1945 in Deutschland • Antiziganismus • Bonner Republik • Bundesrepublik Geschichte • Demokratie Bundesrepublik • Diskriminierung • Entschädigung NS-Opfer • Homophobie • Homosexuelle Verfolgung • Homosexuelle Verfolgung Nachkriegszeit • Juden Deutschland • Minderheiten in der westdeutschen Geschichte • Nachkriegsgeschichte Westdeutschland • NS-Überlebende Erfahrungen in Deutschland • Paragraph 175 • Polizeiverordnung Bundesrepublik • rassismus deutschland • Sinti und Roma • Sinti und Roma in der Bundesrepublik • Verfolgte des Nationalsozialismus • Verfolgung von Minderheiten • Westdeutsche Nachkriegsgesellschaft Sicht NS-Verfolgte • Wirtschaftswunderjahre • Zwangsarbeiter |
| ISBN-10 | 3-10-492131-8 / 3104921318 |
| ISBN-13 | 978-3-10-492131-0 / 9783104921310 |
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