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Schicksal eines siebenbürgisch-sächsischen Dorfes (eBook)

Ein zu Beginn des 13. Jh. von deutschen Siedlern gegründetes Bauerndorf soll sich nach dem Willen seiner heutigen Bewohner unter dem Motto Garten des Burzenlandes zur modernsten Stadt Rumäniens wandeln

(Autor)

eBook Download: EPUB
2023 | 1. Auflage
254 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7583-9705-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Schicksal eines siebenbürgisch-sächsischen Dorfes -  H.Otto Dück
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Als gebürtiger Siebenbürger Sachse führt der Autor seine Leser in einen wenig bekannten Teil deutscher Geschichte ein, indem er den Versuch unternimmt, ihnen am Beispiel seines Heimatortes das Schicksal dieses relativ kleinen Volkstamms, der sich vor rund 800 Jahren im Südosten Europas ansiedelte und sich dort in der Hochebene des Karpatenbogens mit der Gründung von ca. 300 ursprünglich rein deutscher Dörfer und Städte eine neue Heimat aufbaute. Er zeigt mit welch ausdauernd auf-wendigem Kraftaufwand und eisern unbeugsamem Willen sich dieser deutsche Stamm, der unter dem Namen Siebenbürger Sachsen besser bekannt ist, seit dem Mittelalter bzw. seit ihrer Besiedelung dieses Raumes, nicht nur ihre neue Heimat, sondern darüber hinaus auch ganz Westeuropa gegen das Vordringen östlicher Völker über mehrere Jahrhunderte hinweg erfolgreich verteidigten und sich ihre deutsche Lebensweise erhalten konnten und dass es erst zweier Weltkriege bedurfte, bis sie endlich politisch kraftlos gemacht, lieber ihre so heiß geliebte und verehrte Heimat schließlich doch endgültig verließen, anstatt ihr Deutschsein aufzugeben, sich aber auch heute noch um den Fortbestand ihrer selbstgeschaffenen kulturellen Werte in ihrer alten Heimat über mehrere Ländergrenzen hinweg bemüht bleiben.

Das Dorfleben vor dem Zweiten Weltkrieg


Nationen, Religionen und Kirchen


Wer osteuropäische Geschichte verstehen will, der muss wissen, dass man dort in den Vielvölkerstaaten im Unterschied zu Westeuropa und Amerika, wenn von einer Person oder einer Volksgruppen die Rede ist, zwischen Staatszugehörigkeit bzw. Staatsbürgerschaft, Nation und Religionsgemeinschaft unterschieden wird, d. h. Nation und Staatsbürgerschaft sind dort zwei verschiedene Begriffe, die man zu trennen hat. Ein rumänischer Mensch ist selbstverständlich als Staatsbürger des Rumänischen Staates ein Rumäne, aber Menschen anderer Nationen sind nicht einfach nur deshalb Rumänen, weil sie rumänische Staatsbürger sind, vielmehr bleiben sie Deutsche oder Ungarn, aber grundsätzlich immer mit der zusätzlichen Nennung der Nation, also Deutsche mit rumänischer Staatsbürgerschaft oder Ungar rumänischer Staatsbürgerschaft ist. Um dies verständlicher zu mahnen, merke man sich, dass ein Apfel der von einem Apfelbaum abstammt, für alle Ewigkeit immer ein Apfel bleibt, auch wenn er zufällig einmal in einem Birnengarten zwischen lauter Birnenbäumen gepflanzt wurde und dort aufgewachsen ist und solange er nicht um gepfropft wird, um danach andere Früchte zu tragen. Es ist falsch, wenn man das Umpfropfen lediglich mit einem Wechsel der Staatsbürgerschaft gleichsetzt, weil dafür die totale Umwandlung der Familie und Erziehung fehlt.

Die Religionen


Weiter vorne wurde ausgeführt, dass es zu der Zeit als Siebenbürgen zu Österreich kam, es dort vier rezipierte, also staatlich anerkannte Religionen gab, nämlich die katholische, die evangelisch-lutherische, die evangelisch calvinistische und die katholisch-orthodoxe oder Unitarier Religion. Zusätzlich gab es noch zwei geduldete Religionen nämlich die griechisch-orthodoxe und die mosaische bzw. jüdische Religion. Interessant ist es zu wissen, dass sich fast regelmäßig jede der in Siebenbürgen ansässigen Nation sich zu einer bestimmten Religion bekennt und dass deshalb oft Religion und Nationalität als Synonym gebraucht werden kann bzw. tatsächlich auch gebraucht wird. Deshalb bekennen sich ungarischer Adel und diejenigen Madyaren, die auf dem Gebiet des Adelsboden leben, zur katholischen Religionsgemeinschaft. Die Szekler der Gebiete Scik und der Haromsek bekennen sich zur calvinistischen Religionsgemeinschaft und die Siebenbürger Sachen zur evangelisch-lutherischen bzw. protestantischen Religion. Die große Zahl der Rumänen, die in allen genannten Landesteilen leben, bekennt sich zu einem kleineren Teil zur Unierten bzw. zur Katholisch-orthodoxen Kirche, während sich die Mehrheit der Rumänen aber zur Griechisch-orthodoxen Kirche bekennt. Diese Zuordnungen haben sich auch nach dem Anschluss Siebenbürgens an Rumänien nicht verändert.

Die Kirchen


Die heutige evangelische Kirche Weidenbachs wurde um 1300 aus Sand- und Tuffstein als dreischiffige Basilika zunächst im romanischen Stil gebaut und erst später gotisch umgestaltet. Sie wurde dem Apostel Paulus geweiht. Nach Osten hin erhielt sie einen Chor mit zwei Seitenschiffen. Nach Süden hin entstand eine Vorhalle und nach Norden hin die Sakristei. Der Turm, der nach der Zerstörung am Schreckenstag von 1658 nicht mehr in seiner ursprünglichen Höhe aufgebaut wurde, befindet sich auf der Westseite.

Die Decke der Südvorhalle verfügt über zwei Kreuzgewölbe. Von ihnen öffnen sich drei Spitzbogenarkaden zu den drei Schiffen der Kirche. In den Räumen, die den Turm flankieren, sind Rippengewölbe und gotisch Maßwerkfenster erhalten, Chor- und Schiffswände werden von abgesteppten Strebepfeilern gestützt. Der Chor wird innen Ausgemalt 1902 sind Wandmalereien freigelegt worden, sie wurden jedoch wieder übermalt. Der Glockenturm ist wehrtechnisch ausgebaut, wer misst bis zum Dachstuhl 19 m. Er ist mit Schießnischen für Bogenschützen ausgestattet. Im Erdgeschoss messen die Mauern 2,6 m. Den oberen Abschluss bildet ein Pyramidendach, darüber eine hölzerne Schallgalerie, gekrönt von einem Spitzhelm.

1658 wurde der Ort einschließlich der Kirche und der Burg von den eigefallenen im Verbund mit Ihren diversen grausamen Vasallen vollständig zerstört. Die Kirche wurde in den folgenden zwei Jahren mit Hilfe vielen Spenden wieder im heutigen Zustand neu aufgebaut.

1775 Das Schiff des Gotteshauses erhält ein Gewölbe. Die alten Dienste erhalten barocke Kapitelle, auf denen die Kreuzgewölbe mit spitzbogigen Schildbogen und Quergurten ruhen. Eine steinerne Westempore wird eingebaut An die Errichtung der Gewölbeerinnert eine Inschrift auf dem Dachboden.

1976 brennt der Dachstuhl ab und wird in Folgejahr neu ausgebaut. Die Profilierung verläuft ohne Kapitelle von der Seitenwandung zum Portalbogen. Auf dem Tympanon ist ein Dreipass angeblendet. Das Portal wird von Fialen flankiert.

Chor der Kirche mit Altar


Der klassizistische Altar wird durch die Christusfigur auf der Weltkugel dominiert. Den oberen Abschluss bildet ein breites Hauptgesimse. Das Mittelfeld wird von je drei Säulen flankiert.

Die Krönung des Altars bilden zwei Engelfiguren und ein Strahlenoval. Der Altar ist 1848 nach dem Plan des Heinrich Pop, Maler aus Kronstadt, gebaut worden. Von einem älteren Altar sind fünf beschädigte Holzfiguren erhalten: ein Kruzifix, Maria, Johannes und zwei Apostel. Sie gehören der Renaissancekunst um1550 an. Im Chor der Kirche ist eine dreiteilige gotische Altardecke vorhanden. Die drei Felder werden durch zwei Säulen getrennt, drüber in jedem Feld ein Dreipassornament.Die Klassizistische Kanzel ist 1812 im Biedermeierstil heergestellt worden. Der Kanzelkörper hat Tafeln mit Stuckornamenten. Der Baldachin trägt eine Holzfigur, welche einen Pelikan darstellt. Das Barocke Taufbecken wurde laut Inschrift von Kurator Johann Dick 1744 gestiftet.

Die Vorhalle der Kirche ist mit einem spätromanischen, zisterziensisch geprägten Portal versehen. Der Chor erhält ein quadratisches Kreuzgewölbe. Er hat die Maße 13,5 x 8m. Das Chorgewölbe ruht auf Diensten mit rundem Querschnitt, die an die Chorwände angefügt sind. Dienste und Gewölberippen verlaufen oh1870 wurden folgende Kirchenglocken festgestellt: eine große Glocke aus 1668, die 1832 umgegossen wurde, eine mittlere Glocke aus 1656, eine dritte Glocke, datiert aus 1591, eine vierte Glocke ohne Inschrift, eine fünfte Glocke aus 1823. Bis auf die Glocke aus 1591, welche die Inschrift trägt „Wer mich herunternimmt soll verflucht sein“ wurden alle anderen Glocken 1916 zu Kriegszwecken requiriert. Dafür wurden 1923 neue Stahlglocken aus Apolda mit einem E-Dur Septim Akkord angeschafft. Davon trägt die 1,15 m hohe, die so Genannte „Große Glocke“ das Wappen der Gemeinde Weidenbach. Weil sie auch die Inschrift „Ein feste Burg ist unser Gott“ trägt, wird sie auch die „Luther-Glocke“ genannt. Die Turmuhr wurde von der Firma Mannhardt aus München hergestellt und montiert. Das Chorgewölbe weist Einflüsse von der Bauhütte der Schwarzen Kirche auf.

1870 wurden folgende Kirchenglocken festgestellt: eine große Glocke aus 1668, die 1832 umgegossen wurde, eine mittlere Glocke aus 1656, eine dritte Glocke, datiert aus 1591, eine vierte Glocke ohne Inschrift, eine fünfte Glocke aus 1823. Bis auf die Glocke aus 1591, welche die Inschrift trägt „Wer mich herunternimmt soll verflucht sein“ wurden alle anderen Glocken 1916 zu Kriegszwecken requiriert. Dafür wurden 1923 neue Stahlglocken aus Apolda mit einem E-Dur Septim Akkord angeschafft. Davon trägt die 1,15 m hohe, die so Genannte „Große Glocke“ das Wappen der Gemeinde Weidenbach. Weil sie auch die Inschrift „Ein feste Burg ist unser Gott“ trägt, wird sie auch die „Luther-Glocke“ genannt. Die Turmuhr wurde von der Firma Mannhardt aus München hergestellt und montiert.

Die Kirchenburg

Was die Kirchenburg betrifft, stellen wir fest, dass sie in der Vergangenheit etliche Umbauten erfahren hat. Die heutige Kirchenburg von Weidenbach weist Züge der Verteidigungsbauten des 15. Jahrhunderts auf. Ein älterer Befestigungsring ist anzunehmen, kann jedoch nur durch Grabungen nachgewiesen

Die die Kirchenborg im heutigen, entkernten Zustand
(die Flucht- bzw. Vorratskammern wurde ca. 1955 wegen Baufälligkeit abgetragen)

werden. Der polygonale Bering mit vor die Mauerflucht vorspringenden Türmen wurde ursprünglich von einem Wassergraben umgeben Im Südosten stand der Torturm mit Zugbrücke. Der Zugang erfolgte im Erdgeschoss durch eine tonnengewölbte Einfahrt, die durch ein Fallgitter und Falltüren versperrt werden konnte. Darüber befanden sich zwei Wehrgeschosse, die mit zahlreichen Pechnasen und Schießscharten versehen waren. Zwei halbzylinderförmig vorspringende kleine Türmchen flankierten den Eingang. Über diesen Zugang war der Kirchhof bzw. Die Kirche zu erreichen.

Die Ringmauer, aus der im oberen Bereich der Wehrgang ausgespart war, hat eine...

Erscheint lt. Verlag 21.12.2023
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Biografien / Erfahrungsberichte
Sachbuch/Ratgeber Geschichte / Politik Politik / Gesellschaft
Schlagworte Ceausescu • Siebenbürgen • Verrat • Vertreibung • Weidenbach
ISBN-10 3-7583-9705-7 / 3758397057
ISBN-13 978-3-7583-9705-9 / 9783758397059
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