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Die Wahrheit über Alleingeburten (eBook)

Gebären ohne Hebamme und ohne Arzt: Zahlen, Daten, Fakten zu 1.460 Geburten ohne fachliche Hilfe
eBook Download: EPUB
2023 | 2. Auflage
160 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7583-8704-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die Wahrheit über Alleingeburten -  Jobina Schenk
Systemvoraussetzungen
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Gefährlich und verantwortungslos! Keine andere Gebärform unterliegt dieser strengen Vorverurteilung, wie die Geburt eines Kindes ohne Hebamme und ohne Arzt. Allgegenwärtig wird Schwangeren von einer Alleingeburt abgeraten, aber zurecht? Die Wahrheit über Alleingeburten ist das Resultat einer unabhängigen Beobachtungsstudie und gibt erstmalig Antworten auf die konkreten Fragen: Wie viele Frauen gebären auf diese Weise und vor allem, warum? Welches Gebärmedium, welchen Raum und welche Gebärhaltung bevorzugen sie? Wie häufig treten Komplikationen auf und wie reagieren die Betroffenen? Welche Ergebnisse zeigen sich für Mutter und Kind? Wie unterscheiden sich die Raten der Geburtsverletzungen, notwendiger Interventionen und Kaiserschnitte, im Vergleich zur klinisch und außerklinisch praktizierten Geburtshilfe?

Jobina Schenk ist eine deutsche Autorin, Life Coach und dreifache Mutter, die in Bingen am Rhein lebt. Sie ist bekannt für ihre Arbeit im Bereich selbstbestimmter Geburten. Über zehn Jahre hinweg erforschte sie die Alleingeburtsszene, sammelte Daten und tauschte sich mit selbstermächtigten Müttern aus. Ihr erstes Buch, Meisterin der Geburt, verbindet ihre Erfahrungen als Coach mit persönlichen, ekstatischen Geburtserlebnissen und prägt den Begriff Geburtslust. In ihrer zweiten Publikation, Die Wahrheit über Alleingeburten, widerlegt sie Vorurteile gegen Alleingeburten mit einer Beobachtungsstudie zu 1.460 Fällen. Schenk inspiriert Frauen, ihre Geburten selbstbestimmt zu gestalten und die tiefe innere Reise zu sich selbst anzutreten.

I. Vor der Alleingeburt


Was sind das für Frauen und warum tun sie das?


Schauen wir uns zunächst die Parität jener Frauen an. Die Parität ist der medizinische Fachbegriff für die Anzahl der Geburten, die eine Frau bereits erlebt hat. Eine Frau, die noch nicht geboren hat, wird umgangssprachlich Erstgebärende und in Fachkreisen Nullipara genannt.

Gab es in dieser Studie tatsächlich Schwangere, die mit ihrer allerersten Geburtserfahrung direkt eine Alleingeburt meisterten? Ja, die gab es! Insgesamt 14 % der erfassten Frauen gingen in eine Alleingeburt als Erstgebärende hinein. Die Mehrheit bildeten mit 84 % die Mehrgebärenden.

Erstgebärende oder Mehrgebärende

Erstgebärende (204)

Mehrgebärende (1.224)

Unbekannte Parität (32)

Abb. 6

In Anbetracht der Dominanz der Mehrgebärenden stellt sich die Frage: Hatten die Mütter keine schöne vorherige Geburt? Was bewegte sie wohl bei einer folgenden Geburt eine andere Gebärform auszuprobieren? Zeigt sich hier die Unzufriedenheit über das Gebärerlebnis mit Geburtshelfern? Oder sagten sich die Frauen: Jetzt habe ich es schon mindestens einmal geschafft, ein Kind zu kriegen, das bekomme ich dieses Mal auch ohne Geburtshelfer hin? Um diese Frage genauer zu beleuchten, habe ich stichprobenartig 125 Frauen über ihre Hauptmotivation zu einer geplanten Alleingeburt befragt. Dreißig Frauen erwähnten eine nicht wiederholenswerte Geburtserfahrung innerhalb eines Krankenhaus-Settings bei ihrem vorherigen Kind bzw. Kindern, welche sie als fremdbestimmt, interventionsreich, gewaltvoll bzw. traumatisch betitelten. Doch auch Frauen, die vorherig bereits ein außerklinisches Geburtssetting gewählt hatten, beschrieben mit gleichen Adjektiven eine erlebte Geburtshaus- oder Hausgeburtserfahrung. Siebenmal wurde eine vorherige Geburtshaus-Geburt als „nicht schön“, „fremdbestimmt“, „gewaltvoll“ und „traumatisch“ beschrieben und neunmal sogar die vorherige Hausgeburt in solch negativer Erinnerung behalten, dass die Mütter sie nicht wiederholen wollten, auch nicht mit einer anderen Hebamme.

Wenn eine Frau zur Geburt ihres vierten Kindes zusammenfaßt: „Eigentlich haben mich erst die Erfahrungen mit Ärzten und Hebammen zu der Erkenntnis geführt, dass ich lieber eine Alleingeburt wähle“, und eine Zweitgebärende bereits in der Vorbereitungsphase ihre gewählte Hausgeburtshebamme als „Störfaktor“ wahrnimmt, dann scheinen diese Frauen Bedürfnisse zu haben, die von Seiten der Geburtshilfe nicht abgedeckt werden. Nicht immer machen hierbei die Hebammen oder Ärzte aus Sicht der Schwangeren etwas grundlegend falsch, aber dennoch sind manchmal sehr feine, sehr spezielle Wünsche oder bis ins kleinste Detail visualisierte Vorstellungen vorhanden, die nicht von außen befriedigt werden können. Feinheiten, die eine werdende Mutter nur selbst sicherstellen kann, indem sie sich eben selbst dazu ermächtigt, statt die Macht an Geburtshelfer abzugeben.

Welche Gründe und Motivationen lagen
dem Plan einer Alleingeburt zugrunde?


  • Ich will unter der Geburt nichts mehr organisieren müssen. Ich will nicht überlegen müssen, ob die Fahrzeit der Hebamme zum Geburtsfortschritt passt. Ich will auch keinen Fehlalarm auslösen. Ich will nicht inmitten konzentrierter Geburtsarbeit das Telefon suchen, um die Hebamme anzurufen.
  • Ich will vorhandene Geschwisterkinder nicht wegbringen, sie können bei der Geburt dabei sein.
  • Ich will mich nicht an die Hausgeburts-Checkliste der Hebamme halten.
  • Ich will in aller Ruhe über den Geburtstermin hinausgehen, ohne zu ärztlichen Untersuchungen gezwungen zu werden, welche nur einem versicherungstechnischen Rahmen zugrunde liegen. (Betrifft die ET+3- und ET+7-Regelungen, die erfordern, dass mit Überschreiten des Geburtstermins ein Facharzt aufzusuchen ist, damit eine außerklinische Geburt stattfinden kann.)
  • Ich möchte mich nach niemandem richten müssen; mich nicht mental auf andere einlassen müssen, für andere mitdenken müssen. (Betrifft oft empathische Frauen.)
  • Ich will mich nicht an Leitlinien, Richtlinien, Vorgaben halten müssen und stattdessen lieber meine Individualität bewahren.
  • Ich will nicht, dass mir jemand reinredet. (Bedürfnis nach absoluter Stille, um sich auf die Geburtsarbeit zu konzentrieren und den Dingen ihren Lauf zu lassen.)
  • Ich will nicht, dass mir jemand dabei zuschaut. (Um sich besser fallen lassen zu können. Oder aus den Bedenken heraus, bewertet zu werden.)
  • Ich will nicht, dass jemand manipuliert. (Verbal: „Wollen wir nicht lieber …?“, nonverbal, mimisch, gestisch etwas in Frage stellen, woraufhin die Gebärende sich erklären oder sogar rechtfertigen würde.)
  • Ich will keine medizinischen Interventionen erleben oder auch nur den Vorschlag einer Intervention hören. (Möchtest du nicht lieber ein Schmerzmittel?)
  • Ich will keine vaginalen Untersuchungen und ständig mit Zentimeter-Angaben konfrontiert werden. („Erst 3 cm!“, „Schon 7 cm!“ sind Informationen, die lediglich die rationale Ebene füttern, von der Tiefe des tatsächlichen Erlebens jedoch ablenken.)
  • Ich will die vorherige(n), traumatische(n) Geburtserfahrung(en) nicht reaktivieren und erst recht nicht wiederholen.
  • Ich will mich selbst schützen.
  • Ich will nicht berührt werden. (Weder gestreichelt noch massiert oder einen Waschlappen aufgelegt bekommen.)
  • Ich will einfach nur in Ruhe gelassen werden.
  • Ich will meine Intimität bewahren. (Besonders Frauen mit Missbrauchserfahrungen in der Vergangenheit oder aufgrund der spirituellen Erkenntnis, dass der Schoß der Frau eine heilige Stätte ist und nicht jedem Mann offenbart werden sollte, nur weil er sich Mediziner nennt.)

Abb. 7

  • Ich will einfach keinen Stress. (Großes Bedürfnis nach Harmonie und Frieden.)
  • Ich bin gerne allein. Ich liebe das Alleinsein. (Besonders introvertierte und hochsensible Frauen.)
  • Ich will mir selbst beweisen, dass ich gebären kann. / Ich will anderen beweisen, dass ich gebären kann. (Das Erfolgserlebnis nicht durch eine Fachkraft minimiert wissen, denn offenbar wird jeder, der ein Kind zwischen den Beinen einer Frau aufhebt, dafür gefeiert, obwohl die Gebärende diese Leistung vollbrachte. Diese Haltung wird in plakativen Überschriften der Presse sehr deutlich: „Hebamme bringt 400 Kinder zur Welt“; „Chefarzt bringt jedes Jahr Weihnachtskinder auf die Welt“; „Feuerwehrmann bringt Baby zur Welt“; „Vater bringt sein eigenes Kind zur Welt“ …)
  • Ich will mir selbst beweisen, dass ich natürlich gebären kann. (z.B. Frauen mit Zustand nach Kaiserschnitt.)
  • Ich will in Erfahrung bringen, ob ich wirklich keine Wehen produzieren kann. (Frauen, denen man die Diagnose „Wehenschwäche“ prognostiziert hat.)
  • Ich will mich nicht noch einmal aufschneiden lassen. (Frauen, die einen Dammschnitt erfahren haben.)
  • Ich will nicht noch einmal die Hand der Hebamme an meinem Damm wissen. (Betrifft Frauen, die (ungefragt) einen Dammschutz bekamen oder denen warme Kaffeekompressen aufgelegt wurden.)
  • Ich will nach der Geburt nicht rektal untersucht werden. (Gemeint ist eine prophylaktische Untersuchung auf Verletzung des Sphinkter-Muskels, wobei das Einführen des Fingers in den Enddarm als unangenehm und entwürdigend empfunden wird.)
  • Ich will nicht noch einmal auf eine Hebamme fixiert sein und auf deren Anweisungen warten, ich will meinem Tempo folgen.
  • Ich möchte zu Hause gebären, habe aber keine (passende) Hausgeburtshebamme gefunden.
  • Ich möchte zu Hause gebären, wurde aber aufgrund der Kriterien von einer außerklinischen Geburt ausgeschlossen und von Hebammen abgelehnt.
  • Ich will mein Kind beschützen und nicht ständig auf der Hut sein müssen. (Betrifft Frauen, denen erst nach einer Geburt bewusst wurde, dass man ihrem Kind eine Kopfschwarten-Elektrode in den Kopf gestochen/gebohrt hat, Medikamente, Augentropfen oder Kunstmilch verabreicht hat.)
  • Ich will nicht, dass eine Hebamme das erste Gesicht ist, in welches mein Baby blickt, sondern ich selbst oder mein Mann.
  • Ich will nicht, dass eine Hebamme mit Handschuhen der erste Kontakt des Babys ist, sondern die echte Haut seiner rechtmäßigen Eltern/Schöpfer.
  • Ich will nicht, dass wieder so schnell die Nabelschnur abgeklemmt wird, mein Kind soll sein Blut vollständig erhalten und nicht nur die Menge, die man ihm zugesteht.
  • Ich will eine Lotusgeburt und befürchte, dass die das im Krankenhaus nicht zulassen werden. (Bei einer Lotusgeburt bleibt das Kind mit seinem Mutterkuchen so lange verbunden, bis sie sich selbst voneinander...

Erscheint lt. Verlag 12.10.2023
Sprache deutsch
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Gesundheit / Leben / Psychologie Schwangerschaft / Geburt
Schlagworte Alleingeburt • Hausgeburt • Natürliche Geburt • ohne Hebamme und Geburtshelfer • Schwangerschaft • Selbstbestimmung • Statistik • Studie
ISBN-10 3-7583-8704-3 / 3758387043
ISBN-13 978-3-7583-8704-3 / 9783758387043
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