Kein Kochbuch! (eBook)
120 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-87303-2 (ISBN)
Geboren 1970 in der Pfalz, wo ich auch noch immer lebe. Nach einer handwerklichen Ausbildung und so allerlei Tätigkeiten bin ich in der Gastronomie gelandet. Vorbelastet in diesem Gewerbe durch Eltern und Großeltern war die Entscheidung vor fast 20 Jahren zusammen mit meiner Schwester ein Imbissrestaurant zu eröffnen genau das Richtige. Bei uns wird noch gekocht, nicht nur gewärmt. Und da ich das Glück habe, mit meiner Schwester eine gelernte Köchin an meiner Seite zu haben, konnten wir unseren Anspruch, ein leckeres Essen ohne Schnick-Schnack aus vernünftigen Zutaten zu einem fairen Preis anzubieten, im eigenen Laden umsetzen. Glücklicherweise haben wir Arbeitszeiten, die genug Zeit für einen kleinen Gemüsegarten lässt. Dort fühle ich mich, hauptsächlich im Sommer, besonders wohl. Mit den Händen im Boden zu wühlen, zu planzen und Eigenes zu ernten hat etwas unheimlich Befriedigendes. So kam dann Eins zum Anderen... Wozu braucht es die Lebensmittelindustrie, wenn wir ganz vieles selber machen können?
Geboren 1970 in der Pfalz, wo ich auch noch immer lebe. Nach einer handwerklichen Ausbildung und so allerlei Tätigkeiten bin ich in der Gastronomie gelandet. Vorbelastet in diesem Gewerbe durch Eltern und Großeltern war die Entscheidung vor fast 20 Jahren zusammen mit meiner Schwester ein Imbissrestaurant zu eröffnen genau das Richtige. Bei uns wird noch gekocht, nicht nur gewärmt. Und da ich das Glück habe, mit meiner Schwester eine gelernte Köchin an meiner Seite zu haben, konnten wir unseren Anspruch, ein leckeres Essen ohne Schnick-Schnack aus vernünftigen Zutaten zu einem fairen Preis anzubieten, im eigenen Laden umsetzen. Glücklicherweise haben wir Arbeitszeiten, die genug Zeit für einen kleinen Gemüsegarten lässt. Dort fühle ich mich, hauptsächlich im Sommer, besonders wohl. Mit den Händen im Boden zu wühlen, zu planzen und Eigenes zu ernten hat etwas unheimlich Befriedigendes. So kam dann Eins zum Anderen... Wozu braucht es die Lebensmittelindustrie, wenn wir ganz vieles selber machen können?
Die Milch machts….
dieser Werbespruch aus meiner Kindheit ist mir noch immer im Gedächtnis.
Denn entgegen der heute üblichen schnellen Wechsel der „Jingles“ war früher oft wochen-, ja monatelang, der gleiche Werbeslogan zu hören. Viele Sprüche, Lieder, Melodien von früher kann ich, wenn ich sie heute höre, immer noch einem Produkt von damals zuordnen. Irre, wie unser Gehirn sich steuern lässt.
So auch „Die Milch macht´s“. Damit warb die CMA1 in den 80er Jahren unter Anderem auch für gute und gesunde Milch. Die CMA war eine Gesellschaft, die durch Gemeinschaftsmarketing landwirtschaftliche Erzeugnisse aus deutscher Produktion fördern sollte. Hat wohl nicht ganz funktioniert, schlussendlich wurde die Gesellschaft am 05. März 2009 aufgelöst.
Jedenfalls kann ich mich noch gut an die Werbespots dieser Zeit erinnern. Uns wurde vorgegaukelt, Milchkühe würden auf saftigen Wiesen stehen, natürliches Futter grasen und glücklich sein.
Die Realität sieht leider oft anders aus. Aber darüber wurde schon zu genüge berichtet. Wie so oft ist hier einfach der Verbraucher in der Pflicht. Jeder muss für sich selbst entscheiden was ihm ein Produkt wert ist und wie viel er gewillt ist dafür zu zahlen.
Fakt ist: Ich trinke gerne Milch. Schon immer. Ich denke gerne daran zurück als es früher bei uns zum Abendbrot oft eine Kanne warmen „Kaba“, der eigentlich immer „Nesquik“ war, gab. Und ich erinnere mich noch daran, dass auf dem „Kaba“, wenn man ihn stehen ließ, sich eine Haut vom Rahm gebildet hat. Wann verschwand dieser Rahm auf der warmen Milch eigentlich? Ich kann mich nicht wirklich erinnern. Irgendwann war er einfach nicht mehr da und die Milch war eigentlich nur noch weiße Flüssigkeit. Ohne Rahm, ohne Geschmack.
Ich möchte hier gar nicht darauf eingehen, ob Milch wirklich gesund ist, ob Kuhmilch für die menschliche Ernährung notwendig ist, ob es sinnvoll ist, dass ein „Säugetier“ die Milch eines Anderen trinkt - darüber wurde schon viel geschrieben und wie bei so vielem gehen die Meinungen weit auseinander.
Wie schon erwähnt, ich mag Milch und möchte auch nicht darauf verzichten
Was mir wichtig ist: ich möchte Milch trinken, die so tierfreundlich und umweltschonend wie möglich hergestellt wird. Und dazu gehört zum einen auch die gute, alte Milchflasche. Ich verwende schon seit langem keinerlei Plastikflaschen mehr, über die Gründe später mehr. Also möchte ich auch bei der Milch auf Plastikverpackungen oder Getränkebeutel verzichten. Und zum Glück bieten immer mehr Molkereien ihre Milch in Pfandflaschen an.
Anfangs hat es mir gereicht, dass meine Milch „Bio“ war. Irgendwann fiel mir auf, dass auch meine „Bio-Milch“ eigentlich nur weiße Flüssigkeit war. Pasteurisiert, homogenisiert, im Tetra-Pak. Als erstes musste der Tetra-Pak weg (zu viel Müll), dann habe ich mich mit der Pasteurisierung auseinander gesetzt. Unter der Pasteurisierung von Milch versteht man ein Verfahren, bei dem durch eine kurzfristige Erhitzung Mikroorganismen und Keime abgetötet werden. Dadurch wird die Milch dann eben auch haltbarer gemacht.
In Deutschland ist es nicht erlaubt, Rohmilch an Verbraucher abzugeben, und wenn, dann als Vorzugsmilch und nur unter sehr eng gesteckten Bedingungen.
Wer sich dafür interessiert, im Netz gibt es unzählige Artikel darüber zu lesen.
Also kommt man um die Pasteurisierung eigentlich fast nicht herum.
Etwas mehr beschäftigte mich die „Homogenisierung“. Bei der Homogenisierung werden die in der Milch enthaltenen Fettteilchen unter hohem Druck zerkleinert und dadurch gleichmäßig verteilt. Diese „Zerkleinerung“ der Fetttröpfchen geschieht, indem die Milch unter hohem Druck durch feine Düsen gepresst wird. Die Homogenisierung verhindert, dass sich eine Rahmschicht bildet und führt angeblich dazu, Milch besser verdaulich zu machen.
Aha…. da isser hin, der Rahm.
Also hatte ich meine ersten Kriterien für zukünftigen Milchkauf zusammen.
Erstens: Glasflasche, am besten im Pfandsystem; Zweitens: NICHT homogenisiert. Anfangs war es natürlich so, dass ich wirklich auf den Etiketten lesen musste. Denn seltsamerweise gibt es, obwohl aus der selben Molkerei, Sorten die homogenisiert sind, andere wieder nicht. Aber das lernt sich schnell und heute weiß ich ohne Nachlesen, welche Milch „meine“ ist.
Natürlich beschäftigte mich noch ein weiteres Thema:
Keine Milch ohne Kalb!
Da ich ja meine Milch so tierfreundlich wie möglich haben möchte kam ich um dieses Thema nicht herum. Nun ist es auch in Bio-Betrieben meist so, dass die Kälber direkt nach der Geburt von ihren Müttern getrennt und separat aufgezogen werden. Es mag ja Menschen geben, die einer Kuh keine mütterlichen Gefühle zugestehen – ich gehöre definitiv nicht dazu. Eine Mutter ist eine Mutter! Und jede Mutter, ob Mensch oder Tier, hat diese Bindung an ihr Kind. Es muss also auch anders gehen. Die Antwort lautet: Mutterkuhbezogene Kälberaufzucht.
Lange habe ich gesucht, bin aber dann doch fündig geworden.
Es gibt durchaus Bauern denen bewusst ist, welche Verantwortung sie ihren Tieren gegenüber haben. Leider muss man immer noch danach suchen, aber es lohnt sich. Ich bin für mich fündig geworden bei den „Demeter Heumilchbauern“4. Ich habe mich in dieses Thema eingelesen und bin zu dem Schluss gekommen: Das ist meine Milch! Natürlich gibt es auch noch weitere Anbieter, die diese Art der Milchproduktion praktizieren. Einfach mal in die Suchleiste eingeben.
Und damit wären wir auch schon bei einem Milchprodukt, welches ich unheimlich mag:
Butter
Früher habe ich einfach Butter gekauft. Meist Süßrahm, was der Markt eben gerade anbot.
Auch hier: Hauptsache BIO. Das ging auch eine ganze Zeit. Bis mir auffiel: Die wird gar nicht ranzig!
Laut Internet ist Butter ca. 6 Monate haltbar. Geöffnet ca. 4 Monate2.
Aber irgendwie muss sie doch so lange haltbar gemacht werden? Und wie wird Butter überhaupt gemacht?
Dazu wird zuerst der Rahm von der Milch mittels einer Zentrifuge getrennt. Der Rahm wird erhitzt, damit Mikroorganismen in der Milch abgetötet werden und fettspaltende Eiweißstoffe wirkungslos sind. Somit ist der Rahm länger haltbar. Anschließend erfolgt die Rahmreifung durch mehrmaliges Aufwärmen und Abkühlen. Dieser Vorgang macht den Rahm streichfähig. Anschließend wird der Rahm geknetet, geschlagen und gewalkt. Das sind weitere drehende und bewegende Vorgänge, die Butterkorn entstehen lassen. Als „Abfallprodukt“ entsteht Buttermilch3.
Also keine Zusatzstoffen. Tatsächlich habe ich im Internet auch keine Hinweise darauf gefunden. Trotzdem wundert mich, dass meine selbst hergestellte Butter weit weniger haltbar ist. Meine Vermutung hierzu ist, dass in meiner heimischen Küche nicht die sterilen Voraussetzungen herrschen wie beispielsweise in einer Molkerei. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass der verarbeitete Rahm durch die mehrmalige Erhitzung eigentlich „tot“ ist. Aber das sind beides nur meine Mutmaßungen und Interpretationen.
Was mich dann aber tatsächlich davon abhielt weiterhin gekaufte Butter zu verwenden war ein Bericht von „Öko-Test“ der nachwies, dass in 19 von 20 Buttersorten Mineralölrückstände und andere Schadstoffe gefunden wurden5. Ich weiß nicht wie es Dir geht, ich möchte das nicht auf meinem Frühstücksbrötchen haben. Und da selbst Bioprodukte zum Teil sehr schlecht abgeschnitten haben keimte der Gedanken: Das muss doch auch selbst herzustellen sein!
Und wirklich: Butter machen ist ganz easy.
Du brauchst dazu nur Sahne mit einem Fettgehalt von mindestens 32% und ein Rührgerät / Küchenmaschine.
Es gibt auch mechanische „Butterfässer“ bei denen die Sahne von Hand aufgeschlagen wird. Allerdings muss man hier schon eine Weile heftig „kurbeln“. In der Küchenmaschine dauert der Vorgang immerhin schon rund 10 bis 15 Minuten.
Was bei der Milch gilt, gilt natürlich auch für Sahne: Woher kommt sie? Worin wird sie verpackt? Und was ist sonst noch drin? Leider häufig „Carrageen“.
Carrageen trägt eine E-Nummer. Was steckt also dahinter? Warum ist das in der Sahne?
Carrageen6 ist eine Sammelbezeichnung für langkettige Kohlehydrate, die in Rotalgen vorkommen. In der Nahrungsmittelindustrie wird Carrageen unter Anderem als Verdickungsmittel eingesetzt, auch um Aufrahmung in Milchprodukten zu vermeiden. Und obwohl es eine E-Nummer trägt ist es nach der Europäischen Öko-Verordnung in Bio-Produkten zugelassen.
Carrageen steht im Verdacht gesundheitsschädlich zu sein7. Im Tierversuch wurden Geschwürbildungen sowie Veränderungen im Immunsystem mit abgebautem Carrageen6 festgestellt. Ich weiß nicht, wie es Dir mit diesem Wissen geht, ich möchte solche Dinge im...
| Erscheint lt. Verlag | 17.2.2023 |
|---|---|
| Verlagsort | Ahrensburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Sachbuch/Ratgeber ► Essen / Trinken ► Gesunde Küche / Schlanke Küche |
| Schlagworte | Chemiefrei • gesünder leben • ohne Zusatzstoffe • plastikfrei • Selbermachen • Umweltschutz |
| ISBN-10 | 3-347-87303-3 / 3347873033 |
| ISBN-13 | 978-3-347-87303-2 / 9783347873032 |
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