Ihr Vermögens-Turbo ab 50 - Ratgeber von Stiftung Warentest zur individuellen Finanzplanung (eBook)
160 Seiten
Stiftung Warentest (Verlag)
978-3-7471-0542-9 (ISBN)
Thomas Öchsner, Jahrgang 1961, ist seit 1991 Wirtschaftsjournalist. Bei der Münchner Abendzeitung hat er als stellvertretender Ressortleiter für das Ressort 'Geld' gearbeitet. 1999 wechselte er zur Süddeutschen Zeitung. Dort war er zunächst Redakteur für Finanzen in der Wirtschaftsredaktion, später neun Jahre Korrespondent für Sozial- und Arbeitsthemen in der Parlamentsredaktion in Berlin. Wieder zurück in München leitete er das Finanzteam in der Wirtschaftsredaktion. Seit Juni 2021 ist Öchsner als selbständiger Autor für die SZ und andere Medien tätig. Außerdem ist er Redaktionsleiter des SZ-Magazins GELD.
Thomas Öchsner, Jahrgang 1961, ist seit 1991 Wirtschaftsjournalist. Bei der Münchner Abendzeitung hat er als stellvertretender Ressortleiter für das Ressort "Geld" gearbeitet. 1999 wechselte er zur Süddeutschen Zeitung. Dort war er zunächst Redakteur für Finanzen in der Wirtschaftsredaktion, später neun Jahre Korrespondent für Sozial- und Arbeitsthemen in der Parlamentsredaktion in Berlin. Wieder zurück in München leitete er das Finanzteam in der Wirtschaftsredaktion. Seit Juni 2021 ist Öchsner als selbständiger Autor für die SZ und andere Medien tätig. Außerdem ist er Redaktionsleiter des SZ-Magazins GELD.
Was wollen Sie wissen?
Ihr Weg zum Vermögen
- Erst mal einen Kassensturz
- Durchleuchten Sie Ihr Depot
- Der Versicherungs-Check bringt weitere Turbo- Chancen
- Die Immobilie als Baustein Ihrer Vermögensbilanz
- Lebens- und private Rentenversicherungen prüfen
- Ein Blick ins Innere
Rente optimieren
- Mehr Geld im Alter
- Mit Riester das Maximum herausholen
- Betriebsrente und Rürup optimal nutzen
- Klarheit gewinnen
Zünden Sie den Vermögens-Turbo
- Eine Strategie entwickeln
- Der Baukasten für Ihr Geld
- Mit der eigenen Immobilie rechnen
Träume wahr werden lassen
- Zwei Wege führen zum Ziel
- In die eigene Immobilie umziehen
Sicher mehr im Geldbeutel
- Den frühen Abschied sicher finanzieren
- Die 100 000-Euro-Marke überspringen
Vermögen vermehren mit Renditekick
- Kassensturz mit Immobilie
- Der Rentencheck für Gutverdiener
- Das Pantoffel-Portfolio für offensive Anleger
- Geld auf mehrere ETF verteilen
Garantiert sicher vorsorgen
- Clever betriebliche und staatliche Zuschüsse sichern
- Selbstbestimmt leben
Geldanlage sicher managen
- Den Banken kein Geld schenken
- Das beste Depot für Sie
- Den richtigen ETF finden
- Was ist mit der Steuer?
- So halten Sie Ihr Depot im Lot – auch in Crashzeiten
Hilfe
- Eine Auswahl der Besten: Diese ETF sind 1. Wahl
- Ohne Beratung sieht die Welt schon günstiger aus: Depotkosten im Überblick
- Die Kosten für ETF-Sparpläne
- Private Vorsorge: Steuern und Sozialabgaben
- Stichwortverzeichnis
Mehr Geld im Alter
Die gesetzliche Rentenversicherung ist besser als ihr Ruf – und ist so flexibel, dass Sie mehr daraus machen können.
Wenn Sie in Kopenhagen oder Malmö leben würden, hätten Sie es ganz einfach: Sie müssten sich nur mit Ihrer persönlichen Kennnummer auf einer bestimmten Plattform einloggen – und schon hätten Sie mit ein, zwei Klicks am PC einen Überblick über Ihre gesamten voraussichtlichen Alterseinkünfte: angefangen bei der gesetzlichen Versorgung, über die Lebensversicherung und Betriebsrente bis hin zur geförderten Riester-Rente.
Bis es in Deutschland so ein digitales Rentenkonto gibt, das sämtliche Sparten der Altersversorgung komplett abdeckt, dürfte es noch ein paar Jahre dauern. Deshalb bereitet so ein erster früher Renten-Check mit 50 plus mehr Mühe. Aber lassen Sie sich davon nicht abschrecken! Sie müssen nur Informationen zusammenführen, die Sie vielleicht noch ganz traditionell in Ordnern abgelegt haben.
Der erste Weg führt dabei zumindest für gesetzlich Rentenversicherte zur „Renteninformation“. Voraussetzung ist, Sie sind älter als 27 Jahre und haben mindestens fünf Jahre in die Rentenversicherung Beiträge gezahlt. Jedes Jahr bekommen gut 30 Millionen Versicherte dieses Schreiben, also mit großer Wahrscheinlichkeit auch Sie.
Wenn Sie als Selbstständiger arbeiten, haben Sie hoffentlich in anderer Form fürs Alter vorgesorgt, oder Sie zahlen statt in die Rentenkasse Beiträge in ein berufsständisches Versorgungswerk ein, etwa als Rechtsanwältin, Architekt, Steuerberaterin, Arzt.
Bekommen Sie die „Renteninformation“, können Sie auf dieser schwarz auf weiß sehen, was Sie später einmal an Rentenzahlungen erwarten können. Es lohnt sich also, dieses zweiseitige Schreiben genau durchzulesen, zumal diese Zwischeninfo Ihres Rententrägers wirklich nichts beschönigt. Sie erfahren unter anderem, wie hoch Ihre
Erwerbsminderungsrente derzeit ausfallen würde,
bisher erworbenen Rentenansprüche sind,
Altersrente einmal ausfallen könnte.
Drei wichtige Punkte in der Renteninfo
Beginnen wir mit einem Beispiel: Michael Muster, Jahrgang 1961, hat bereits 34 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt. Er hat meist überdurchschnittlich gut verdient. Seine bislang erworbenen Rentenansprüche belaufen sich deshalb bereits auf 1890 Euro brutto im Monat. Sollte er bis zu seinem Renteneintrittsalter von 66 Jahren und sechs Monaten wie im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre weiter einzahlen, käme er auf eine Altersrente von rund 2 370 Euro.
Wenn Sie nun dieses Beispiel mit Ihrer Renteninformation vergleichen, sollten Sie drei Punkte besonders beachten:
Früher in Rente? Vielleicht haben Sie vor, ein paar Jahre früher mit dem Arbeiten aufzuhören. Das führt aber nicht nur zu Abschlägen bei Ihrer Rente. Sie zahlen weniger lang in die Rentenkasse ein. Dadurch wird Ihre Altersrente geringer ausfallen als in Ihrer Renteninformation prognostiziert. Denn hier ist immer der Idealfall zugrunde gelegt: Der oder die Versicherte arbeitet bis zum vorgesehenen Renteneintritt, der mit der Einführung der „Rente mit 67“ vom Geburtsjahrgang abhängt.
Weniger arbeiten? Wenn Sie in Zukunft die Arbeitszeit verringern wollen und damit auch weniger verdienen dürften, erwerben Sie auch weniger Entgeltpunkte und damit geringere zusätzliche Rentenansprüche. In Ihrer Renteninfo wird jedoch bei der Angabe Ihrer zukünftigen Altersrente immer der Durchschnitt der letzten fünf Kalenderjahre zugrunde gelegt.
Gibt’s wirklich nicht mehr? Bei dieser Rechnung nimmt die Rentenversicherung an, dass sich die Rente nicht mehr erhöht. Tatsächlich konnten sich die Rentner und Rentnerinnen in der Vergangenheit fast jedes Jahr über eine Erhöhung freuen. Die Renten-Nullrunde 2021 war für die Bezieher im Westen – coronabedingt – eine der wenigen Ausnahmen. Die Rentenversicherung gibt daher in ihrem Brief zwei zusätzliche Varianten an: die Erhöhung um ein Prozent sowie die um zwei Prozent pro Jahr. Das ist nicht zu hoch gegriffen: Die Bundesregierung rechnet in ihrem Rentenversicherungsbericht mit jährlichen Rentensteigerungen von im Durchschnitt immerhin 2,3 Prozent, und das in den nächsten 15 Jahren. So würde Michael Muster mit 67 bei einem Plus von jährlich einem Prozent eine Monatsrente von 2 510 Euro brutto erreichen. 2600 Euro kämen heraus bei einem Aufschlag von zwei Prozent. Doch bleiben Sie bei Ihrem Renten-Check vorsichtig. Kalkulieren Sie Ihre Rentenanpassung besser nur mit einem Prozent pro Jahr. Hinterher können Sie sich immer noch positiv überraschen lassen.
Wege, um die Rentenlücke zu stopfen
Sie kennen das Vorurteil: In die Rentenkasse einzahlen, das bringt doch sowieso nichts. Finanztest kommt zu einem völlig anderen Ergebnis. Es lohnt sich in vielen Fällen sehr wohl – auch für Selbstständige, Beamte oder Hausfrauen (Hausmänner sind gerade bei Älteren immer noch eine seltene Spezies). Und deshalb sollten Sie bei Ihrer finanziellen Planung prüfen, ob freiwilliges Einzahlen in die Rentenkasse für Sie eine sinnvolle Strategie sein kann. Je nach persönlicher Situation können Versicherte mit freiwilligen Einzahlungen ihre spätere Rente aufstocken, Abschläge ausgleichen oder überhaupt erst dafür sorgen, dass sie eine gesetzliche Rente bekommen.
Prüfen Sie, ob freiwilliges Einzahlen in die Rentenkasse für Sie eine sinnvolle Strategie sein kann.
Rente für Selbstständige: Die meisten Selbstständigen müssen bislang in die gesetzliche Rentenversicherung keine Pflichtbeiträge zahlen. Häufig haben sie aber vor Beginn ihres freiberuflichen Daseins ein paar Jahre als Arbeitnehmende in die Rentenkasse eingezahlt. Eine Rente gibts aber nicht, wenn sie auf weniger als fünf Beitragsjahre kommen.
Beispiel: Eine Ärztin hat vor ihrem Studium eine dreijährige Ausbildung zur Krankenpflegerin absolviert. Jetzt ist sie im ärztlichen Versorgungswerk versichert. Sie zahlt deshalb zwei Jahre lang den Mindestbeitrag von monatlich derzeit 83,70 Euro in die Rentenkasse ein. Insgesamt kostet sie das zwar etwas mehr als 2000 Euro. Tatsächlich ist es aber weniger, weil sie diese Beiträge als Vorsorgeaufwendungen in ihrer Steuererklärung geltend machen kann. Zusammen mit ihrer Ausbildungszeit kommt sie so auf fünf Beitragsjahre und hat später einmal Anspruch auf eine gesetzliche Rente.
Früher in Rente für Angestellte: Wer sich nach vielen Jahren als Angestellter oder Angestellte selbstständig gemacht hat oder etwa als Hausfrau oder Hausmann eine Art berufliche Auszeit nimmt, kann mit den freiwilligen Beiträgen die dadurch entstehende Versorgungslücke begrenzen und vor allem fehlende Versicherungszeiten ausfüllen.
Beispiel: Eine Angestellte hat eine Abfindung erhalten, nach 30 Jahren Festanstellung. Nun macht sie sich mit 58 Jahren selbstständig. Fünf Jahre fehlen ihr allerdings noch bis zu einer Versicherungszeit von 35 Jahren. Nur dann könnte sie im Alter von 63 Jahren vorzeitig in Rente gehen. Um sich die „Frührente“ zu ermöglichen, zahlt sie weitere fünf Jahre freiwillig in die Rentenkasse ein.
Mehr Rente für Frührentner: Vielleicht beschleicht Sie an manchen schlechten Tagen das Gefühl, dass Sie keine große Lust darauf haben oder es schlichtweg nicht schaffen werden, bis 65 oder sogar bis zum 67. Lebensjahr zu arbeiten. Nur: Früher aufhören, das muss man sich auch leisten können.
Der frühere Ausstieg aus dem Arbeitsleben kostet nämlich in der Regel Geld – und zwar in Form von Abschlägen von der Rente. Diese Abschläge belaufen sich auf 0,3 Prozent je Monat, den Sie vor dem für Sie maßgebenden regulären Renteneintrittsalter in den Ruhestand gehen. Insgesamt können sich die Abschläge somit auf 14,40 Prozent (0,3 x 12 Monate x vier Jahre) belaufen, wenn Sie nach mindestens 35 Versicherungsjahren nicht mit 67, sondern mit 63 in Rente gehen. Das ist viel Geld. Statt zum Beispiel 1500 Euro Rente brutto gäbe es dann nur 1284 Euro brutto. Diese Abschläge können Sie aber mit Sonderzahlungen in die Rentenkasse ausgleichen, sofern Sie mindestens 50 Jahre alt sind. Das ist teuer und kann insgesamt mehrere Zehntausend Euro kosten. Trotzdem kann sich das doppelt lohnen: Wenn Sie diese freiwilligen Beiträge zum Ausgleich von Abschlägen über mehrere Jahre verteilen, können Sie Jahr für Jahr kräftig Steuern sparen: Außerdem ist das Angebot der gesetzlichen Rentenversicherung immer noch attraktiver, als das Geld in eine private Rentenversicherung zu stecken (siehe rechte...
| Erscheint lt. Verlag | 18.10.2022 |
|---|---|
| Zusatzinfo | mit farb. Abb. und Grafiken |
| Verlagsort | Berlin |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Sachbuch/Ratgeber ► Beruf / Finanzen / Recht / Wirtschaft ► Geld / Bank / Börse |
| Schlagworte | Aktie • Aktienhandel • Altersteilzeit • Anlegen • Budget • Finanzen • Finanzplaner • Finanztip • Investieren • Investment • Kaufen • Pantoffel-Portfolio • Rentenbeginn • Renteneintritt • Rentenplan • Rentner • sparplan • Steuern • vermieten • Vermögen • Vorruhestand • Vorsorgeplan |
| ISBN-10 | 3-7471-0542-4 / 3747105424 |
| ISBN-13 | 978-3-7471-0542-9 / 9783747105429 |
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