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Lernwirksame Seminare entwickeln und durchführen (eBook)

Ein didaktisches Praxisbuch für Ein- und Umsteiger | (Mit digitalen Zusatzinhalten zum Buch)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2022 | 1. Auflage
256 Seiten
GABAL Verlag
978-3-96740-216-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Lernwirksame Seminare entwickeln und durchführen -  Harald Groß
Systemvoraussetzungen
34,99 inkl. MwSt
(CHF 34,15)
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Jeder kann unterrichten! - GABAL DIGITAL - NEUES LERNEN - Lernen mit allen Sinnen: umfangreiche digitale Zusatzinhalte zum Buch Sind Sie Experte auf Ihrem Fachgebiet und stehen vor der Herausforderung, Ihr Know-How und Ihre Erfahrungen an andere weiterzugeben? Zum Beispiel an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen, an Studierende, an Auszubildende, an Lernende in der Sprachschule, an der Volkshochschule oder in einem Verein? Dann ist dieses Buch Ihre Rettung! Ganz egal, in welchem Gebiet Sie Fachfrau oder Fachmann sind, in diesem Buch erfahren Sie, wie Sie zu Ihrem Thema ein passendes Schulungskonzept entwickeln und einen guten Kurs, ein gutes Seminar durchführen können, und zwar analog ebenso wie digital. So, dass die Teilnehmenden dabei möglichst viel lernen. Und das Ganze auch noch Freude bereitet. Den Lernenden und auch Ihnen! Dieses Einsteigerbuch bietet Ihnen Praxishilfen für Ihre ersten Kurse. Es hilft Ihnen, klassische Anfängerfehler zu vermeiden und stattdessen von Anfang an gute Seminare geben zu können. Angereichert wird das Buch durch zahlreiche digitale Zusatzangebote wie Videos, Arbeitsblätter und Online-Aufgaben. Der Erste-Hilfe-Koffer für didaktisch Unerfahrene!

Harald Groß ist Didaktiktrainer bei Orbium Seminare Berlin. Seit 20 Jahren bildet er Trainer, Dozenten, Ausbilder und Hochschullehrer aus. Zu seinen Kunden zählen die Siemens AG, AOK oder die Freie Universität Berlin. Als Kind zweier leidenschaftlicher Lehrer beschäftigt Groß schon immer die Frage: 'Wie können wir das Lernen gut auslösen?' Die Antwort darauf stellt er Ihnen in seinem neuen Buch vor. 

Harald Groß ist Didaktiktrainer bei Orbium Seminare Berlin. Seit 20 Jahren bildet er Trainer, Dozenten, Ausbilder und Hochschullehrer aus. Zu seinen Kunden zählen die Siemens AG, AOK oder die Freie Universität Berlin. Als Kind zweier leidenschaftlicher Lehrer beschäftigt Groß schon immer die Frage: "Wie können wir das Lernen gut auslösen?" Die Antwort darauf stellt er Ihnen in seinem neuen Buch vor.

"Das zentrale Anliegen des didaktischen Vorgehens von Harald Groß: das Lernen auslösen! [...] So baut sich das Buch von allgemeinen, konzeptionellen Überlegungen hin zu konkreten Anregungen für das Handeln im Seminar auf, um [...] zum Schluss die Person der Seminarleitung selbst in den Blick zu nehmen. Ergänzend zum Buch ist umfangreiches Zusatzmaterial im Internet zu finden. Dieses ist nicht nur über einen QR-Code zu Beginn des Buches abrufbar. Auch im weiteren Verlauf warten an vielen Stellen weitere QR-Code, z.B. um direkt zu Beispielvideos geführt zu werden.
Wer dieses Buch erwirbt, bekommt also nicht nur hervorragend strukturierte Inhalte, sondern auch konkrete Anwendungsbeispiele in Form von Video und ergänzende Unterlagen.
Klare Kaufempfehlung!"
Stephan Schöbe, bewegtleben.de

Die Einleitung


Die ersten Minuten Ihres Seminars sind entscheidend. Hier stellen Sie die Weichen für den weiteren Verlauf. Ich empfehle Ihnen, in der Einleitung auf zwei Ebenen aktiv zu werden: Eröffnen Sie Ihre Kurse thematisch und sozial. Beginnen wir mit einem Blick auf den thematischen Teil.

Der thematische Start

Das Thema führt die Menschen in Ihrem Seminar zusammen. Die Teilnehmenden kommen in Ihr Seminar, weil sie bei Ihnen etwas über Hörgeräteakustik, Zeitmanagement oder Design-Thinking lernen wollen oder sollen. Deshalb sollten Sie in der Einleitung auch rasch zum Thema kommen.

Zwei Richtungen schlage ich beim thematischen Start gerne ein:

Einerseits gebe ich Orientierung über das Vorhaben, und

andererseits bitte ich die Lernenden zu überlegen und zu berichten, welche Erfahrungen sie mit dem Thema bereits gemacht haben.

Schauen wir uns die beiden Aspekte des thematischen Starts etwas genauer an:

Empfehlung 1: Geben Sie den Lernenden viel Orientierung

In Kapitel 3 lernen Sie verschiedene wichtige Aufgaben kennen, mit denen Sie sich bei der Seminarkonzeption idealerweise beschäftigen: Sie machen sich Gedanken zu den Seminarzielen. Sie finden Wege, wie Sie diese Ziele mit Ihrer jeweiligen Zielgruppe in der Seminarzeit erreichen können. Sie planen den Seminarverlauf mit Einleitung, Hauptteil und Schluss. Sie entwickeln Übungen und Materialien … Wenn Sie das alles getan haben, sind Sie startklar für Ihr Seminar. Durch die Vorarbeiten ist für Sie ganz klar, was in Ihrem Seminar passieren soll. Das ist sehr gut! Sie sind optimal vorbereitet.

Ganz anders aber kann es Ihren Teilnehmenden gehen. Die meisten werden den Titel der Veranstaltung kennen. Vielleicht haben sie eine vage Vorstellung davon, was im Laufe des Seminars passieren könnte. Genaueres aber wissen sie meist nicht.

So beginnt Ihr Seminar mit einem Ungleichgewicht: auf der einen Seite die Teilnehmenden mit wenigen Informationen, auf der anderen Seite Sie mit vielen Informationen. In der Trainer*innenausbildung sage ich ganz häufig: „Denkt an die magischen Start-Os: Orientierung, Orientierung, Orientierung!“ Mit wenigen Sätzen können Sie dem Orientierungs-Ungleichgewicht entgegenwirken.

Die magischen Start-Os

Orientierung zu den Zielen, zum Beispiel so: „In diesem Seminar verfolgen wir drei Ziele: 1., 2., 3.“

Orientierung zum Nutzen für die Teilnehmenden, zum Beispiel so: „Im Kurs heute haben Sie zwei Chancen: 1., 2.“

Orientierung zu den inhaltlichen Schwerpunkten, zum Beispiel so: „Wir beschäftigen uns vor allem mit der Kernfrage X, auf das Thema Y schauen wir in diesem Seminar nicht.“

Orientierung zum Seminarablauf, zum Beispiel so: „Auf diesem Flipchart sehen Sie, wie unser Tag heute verläuft. Wir beginnen mit …, dann machen wir das … Nach spätestens 90 Minuten machen wir immer eine Pause …“

Orientierung zu Ihren Erwartungen an die Lernenden, zum Beispiel so: „Für die gemeinsame Lernzeit habe ich drei Bitten an Sie: 1., 2., 3.“

Orientierung zur Arbeitsweise, zum Beispiel so: „Im Skript finden Sie die wichtigen Informationen noch einmal zusammengefasst. Ich empfehle dennoch, mitzuschreiben …“

Für Ihre Teilnehmenden sind diese Sätze wertvoll. Sie müssen weniger rätseln, was im Seminar passiert oder was von ihnen erwartet wird. Hier ein kleiner Beispieldialog aus einem Seminar ohne Orientierung.

BEISPIEL. In der 34. Seminarminute stupst Sophie ihren Nachbarn Jakob an und fragt flüsternd: „Wovon redet der eigentlich?“ Jakob antwortet: „Keine Ahnung, aber weißt du, ob er eine Pause macht?“ Durch fehlende Orientierung entsteht unnötige Unruhe, Sophie und Jakob sind mit ihrer Aufmerksamkeit nicht beim Thema. Mit wenigen Orientierungssätzen können Sie unnötige Irritation vermeiden. Ganz besonders wichtig sind die Orientierungssätze in Online-Seminaren. Hier wären Jakob und Sophie allein an ihren Rechnern und können sich nicht so leicht gegenseitig unterstützen.

„Aber ist es nicht selbstverständlich, die Lernenden am Anfang gut zu informieren?“, denken Sie jetzt vielleicht. An sich ja; ich beobachte aber immer wieder Trainer*innen, die die Orientierungssätze zu Beginn vergessen. Ausgelöst durch ihre gute Vorbereitung ist für sie so klar, was passiert, dass sie hochmotiviert direkt mit den ersten Inhalten und Aufgaben starten.

Machen Sie es besser. Denken Sie an die magischen Start-Os und geben Sie den Lernenden wichtige Informationen. Dann können sich alle schnell und konzentriert aufs Lernen einlassen.

Empfehlung 2: Knüpfen Sie an die Erfahrungen der Lernenden an

Diese Empfehlung ist Ihnen in Kapitel 1 schon einmal bei den Lernbeschleunigern begegnet: Lernen geschieht stets durch Verknüpfen. Die Lernenden in Ihrem Kurs können neue Inhalte besonders dann gut aufnehmen, wenn sie das Neue mit eigenen Erfahrungen und Kenntnissen verbinden können, wenn sie die neuen Inhalte in ihre Denk- und Erfahrungssysteme einordnen können.

Einer der Haupteinflussfaktoren auf Lernerfolg lautet deshalb: Knüpfen Sie früh (und immer wieder!) an die Erfahrungen und Kenntnisse der Lernenden an. Lassen Sie die Teilnehmenden gleich beim Einstieg in ein neues Fachgebiet zusammentragen, was sie bereits zum Thema kennen, welche Erfahrungen sie dazu mitbringen.

Schauen wir uns die Sache an einem konkreten Beispiel an:

BEISPIEL. Gleich zu Beginn eines Seminars zum Thema „Hygienemanagement im Krankenhaus“ beauftragt Frau Karagül die Lernenden, sich zu zweit darüber auszutauschen, was sie bereits zum Thema wissen, welche Erfahrungen sie dazu schon gemacht haben. Nach zwei, drei Minuten bittet sie die Lernenden, zum Ende zu kommen. Einige berichten von ihren Erfahrungen und Kenntnissen. Pia zum Beispiel sagt: „Ich weiß, dass in Krankenhäusern in den Niederlanden sehr gute Hygienekonzepte eingeführt wurden.“ Ares erzählt: „Ich beobachte auf der Station an mir selbst, dass große Disziplin nötig ist. Die ganzen Maßnahmen wirken ja erst, wenn wir sie dauerhaft nutzen.“ Einige weitere Teilnehmende erzählen.

Frau Karagül hat wenige Minuten Seminarzeit investiert. Und sie hat sie gut investiert. Warum?

Alle Lernenden sind von Anfang an aktiv. Alle denken mit und erleben: Das hier wird keine One-Woman-Show von Trainerin Karagül. Wir machen alle mit. Von Anfang an.

Frau Karagül erfährt gleich zu Beginn, was die Lernenden wissen, kennen, mitbringen. Daran kann sie von nun an anknüpfen. Sie kann einzelne Teilnehmende zu ihren vorgestellten Erfahrungen ansprechen: „Ares, jetzt kommen wir wieder zur Frage der Disziplin, auf die Sie heute Morgen hingewiesen haben.“

Möglicherweise erfährt Frau Karagül, dass die Teilnehmenden sich mit einem Teilgebiet bereits ausführlich beschäftigt haben. Hier kann sie vielleicht wertvolle Lernzeit sparen und intensiver mit der Gruppe an den Themen arbeiten, die für die Lernenden neu und offen sind.

Auch für Frau Karagül wird das Seminar von Beginn an interessant. Sie erfährt Gedanken, Erfahrungen, Wissenswertes von den Teilnehmenden. Vielleicht ist Pias Bericht von den Konzepten aus den Niederlanden auch für sie neu …

Durch die ganz schlichte Frage nach den Erfahrungen und Kenntnissen kommen die Teilnehmenden und Trainerin Karagül mehr auf Augenhöhe. Sie lernen miteinander und voneinander.

Viele Gründe also, die Lernende zu Beginn (und auch zwischendurch im Seminar!) nach ihren Erfahrungen und Kenntnissen zu fragen. Damit und mit den Orientierungsinformationen sorgen Sie für einen guten thematischen Start ins Seminar.

Schauen wir nun auf den zweiten Strang der Einleitung, den sozialen Start.

Der soziale Start

Beim thematischen Start standen die inhaltlichen Aspekte im Vordergrund. Jetzt kommen die Menschen ins Spiel. Mit einem guten sozialen Start ermöglichen Sie eine Lernatmosphäre, in der sich viele Lernende von Kursbeginn an leicht aufs Lernen mit Ihnen und der Gruppe einlassen können. Drei Empfehlungen habe ich für Sie:

Empfehlung 1: Bringen Sie die Stimmen der Lernenden früh zum Klingen

Beginnen wir mit einem Beispiel:

BEISPIEL. Ein Seminar zum...

Erscheint lt. Verlag 30.9.2022
Reihe/Serie Whitebooks
Whitebooks
Verlagsort Offenbach
Sprache deutsch
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Beruf / Finanzen / Recht / Wirtschaft Bewerbung / Karriere
Schlagworte Aktivierende Methoden • Ausbilder • denkanregend • digitale Zusatzinhalte • Dozent • ein Seminar durchführen • ein Seminar entwickeln • GABAL digital • GABAL digital neues Lernen • Gruppenleiter • Lehren • Lehrer • Lehrerpersönlichkeit • Lehrerrollen • Lernbegleiter • Lernbeschleuniger • Lernen • Lernen auslösen • Lerngruppe • Lerngruppen leiten • Methoden • Moderator • Motivation • Neues Lernen • Online-Trainings • Prüfer • Prüfung • Schulungskonzept • Seminare konzipieren • Seminarkonzept • Seminarkonzeption • Themenlandkarte • Training • Übungen • Übungsleiter • Unterricht • Unterrichten • Unterrichtseinstieg • Unterrichtsmethode • Wissensvermittler • Wissensvermittlung • Wissen vermitteln
ISBN-10 3-96740-216-9 / 3967402169
ISBN-13 978-3-96740-216-2 / 9783967402162
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