Aktienwissen, Themen: Aktien-Börse-Geldanlage-Geldanlage in Aktien-Börsenwissen-Inflation-Währungsreform (eBook)
236 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-56066-6 (ISBN)
Gerd Hesse (Jahrgang 53) stammt aus Thüringen, studierte Naturwissenschaften in Merseburg und lebt heute in in Leipzig. Der Autor zweier Sachbücher zum Thema Geldanlage in Aktien ist seit 1996 an der Börse aktiv und verfügt diesbezüglich über einen großen Erfahrungs- und Wissensschatz.
Gerd Hesse (Jahrgang 53) stammt aus Thüringen, studierte Naturwissenschaften in Merseburg und lebt heute in in Leipzig. Der Autor zweier Sachbücher zum Thema Geldanlage in Aktien ist seit 1996 an der Börse aktiv und verfügt diesbezüglich über einen großen Erfahrungs- und Wissensschatz.
Teil II Die Strategie
Nun geht es um strategische Fragen der Aktienanlage, wie zum Beispiel den Anlagezeitraum und mit welchen Geldbeträgen man in die Welt der Aktien einsteigt, ob man einen oder mehrere Fonds dafür wählt oder besser ein Depot aus Einzelaktien aufbauen sollte und vor allem darum, welche Aktien für eine langfristige Geldanlage die Richtigen sind.
Frage 12: Mit welchen Beträgen kann man in Aktien investieren?
Eine Aktienanlage ist bereits mit sehr kleinen monatlichen Beträgen (zum Beispiel über einen Sparplan) machbar. Es gibt bereits Fondssparpläne, bei denen Raten ab einem Euro möglich sind.1 Bei einer Investition in Einzelwerte sollte man allerdings wegen der stets anfallenden Handelsgebühren mindestens 500 € je Kaufvorgang einsetzen.
Verwenden Sie für eine Aktienanlage jedoch nur Geld, welches voraussichtlich für einen längeren Zeitraum nicht anderweitig benötigt wird. Nehmen Sie keinesfalls einen Kredit zur Finanzierung Ihrer Investition auf.
Frage 13: Wann ist eine Aktienanlage langfristig?
Niemand, wirklich absolut niemand, kann vorhersagen, wie sich die Aktienmärkte kurzfristig, also in den nächsten Minuten, Stunden, Tagen, Wochen und Monaten, entwickeln werden. Seine Anlageentscheidung wird man stets im Jetzt und immer mit dieser Ungewissheit treffen müssen. In der Welt kommt es zudem immer wieder zu Ereignissen, die, mal mehr, mal weniger, die Aktienmärkte auch über längere Zeit negativ beeinflussen.
Grundsätzlich benötigt jede Form der Geldanlage Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten. Dies gilt auch und besonders für eine Anlage in Aktien. Wirtschaftliche Trends, politische Entscheidungen, militärische und terroristische Aktionen, Naturkatastrophen und, im Zusammenhang mit alldem, auch die Psychologie der Massen, beeinflussen permanent die Aktienmärkte. Dies äußert sich in ständigen Kursschwankungen. Aktienkurse können steigen, aber eben auch fallen.
Längere Marktphasen mit vorwiegend steigenden Aktienkursen werden als Hausse (französisch für Anstieg) bezeichnet, solche mit vorwiegend fallenden Kursen nennt man Baisse (französisch für Rückgang). Je nach Anlass können solche Marktphasen durchaus Monate, manchmal sogar Jahre andauern. Einer der ganz großen Vorteile einer Geldanlage in Aktien ist zwar, dass man bei Bedarf zu jeder Zeit wieder über sein Kapital verfügen könnte, für den langfristigen Anlageerfolg wäre es jedoch besser, diesbezüglich gar nicht erst in eine Notsituation zu geraten.
Als Anlagezeitraum für eine Geldanlage zwecks Vermögensaufbau und/oder zur Altersvorsorge sollte man daher eine Zeitspanne von allermindestens 5, besser aber 10 und (beliebig) mehr Jahren ansetzen, denn die gute Nachricht ist, dass sich langfristig die Märkte auch in Zukunft immer weiter nach oben entwickeln werden, angeführt von den besten Unternehmen der Welt.
Frage 14: Sollte man in Fonds investieren, oder ein Depot aus Einzelaktien anlegen?
Ob man in Aktienfonds investieren oder sich ein Depot aus Einzelaktien aufbauen sollte, hat sowohl etwas mit den dafür zur Verfügung stehenden Geldbeträgen als auch mit dem Charakter und der psychischen Verfassung jedes Einzelnen zu tun. Während man sich an Aktienfonds mit nahezu beliebig kleinen Beträgen, zum Beispiel über einen Sparplan, beteiligen kann, braucht es für den Aufbau eines eigenen Depots mit Einzelaktien dann doch Anlagebeträge von mindestens 500 Euro pro Aktienposition.
Die jeweilige Entscheidung hängt unter anderem davon ab, ob man neben dem festen Willen, sich langfristig ein ansehnliches Vermögen aufzubauen, auch noch ein gewisses Grundinteresse an Unternehmen, Aktien und wirtschaftlichen Zusammenhängen besitzt. Man sollte auch bereit sein, dafür etwas Zeit aufzuwenden, denn natürlich ist es im Fall einer Einzelaktienanlage schon notwendig, dass man sich über die Unternehmen, an denen man sich beteiligt, etwas genauer informiert. Die persönliche psychologische Verfassung spielt natürlich ebenfalls eine Rolle. Wenn Ihnen nämlich schon beim bloßen Gedanken daran, dass Ihr Anlagebetrag ständigen Schwankungen unterliegen könnte, Schweißperlen auf die Stirn treten, dann sollten Sie zwar trotzdem keinesfalls auf Aktien verzichten, jedoch besser eine Fondssparvariante wählen.
Ich kann Ihnen aber aus eigener Erfahrung sagen: Sich über den Kauf von Einzelaktien im Lauf der Zeit ein effizientes und weitgehend krisenfestes Aktiendepot selbst aufzubauen, es zu verwalten und vor allem, es wachsen zu sehen, macht nicht nur großen Spaß, sondern eröffnet gleichzeitig Einblicke in nahezu alle Bereiche von Wirtschaft und Finanzen.
Frage 15: Welche Fonds sind für den Vermögensaufbau besonders geeignet?
Bei den Aktienfonds unterscheidet man zwischen aktiv gemanagten Aktienfonds und börsengehandelten Indexfonds (ETFs).
Aktiv gemanagte Aktienfonds
Das sind Fonds, die (oft themenbezogen) regional oder weltweit vorwiegend in Aktien investieren. Die Manager des Fonds entscheiden zwar nach bestimmten Vorgaben und Kriterien, aber dennoch weitgehend selbständig darüber, welche Aktien zu welchem Zeitpunkt und in welcher Zahl gekauft oder verkauft werden. Sie treffen darüber hinaus Entscheidungen zu weiteren Wertpapier- und/oder Währungsgeschäften, zum Beispiel im Handel mit Anleihen oder Derivaten (Optionsscheine, Futures, etc.).
Vorteile:
- Finanzfachleute übernehmen alle relevanten Tätigkeiten und treffen Entscheidungen.
- Das Fondsmanagement kann gegebenenfalls auf plötzliche Ereignisse reagieren.
Nachteile:
- Die fondsinternen Vorgänge sind für Anleger oft nicht sehr transparent.
- Bei Anteilskäufen über die Fondsgesellschaft werden häufig Ausgabeaufschläge von mehreren Prozent der Kaufsumme erhoben.
- Im Vergleich zu börsengehandelten Indexfonds fallen meist deutlich höhere Verwaltungsgebühren (pro Jahr im einstelligen Prozentbereich) an.
- Sie als Anleger haben weder Einfluss auf die Zusammensetzung des Fonds, noch darauf, welche Transaktionen vorgenommen werden.
Börsengehandelte Indexfonds (ETFs)
ETFs (Exchange Tradet Funds) sind Index-Fonds, deren Anteile man wie Aktien an der Börse handeln kann. Mit ETFs werden sowohl die Wertentwicklungen nahezu aller gängigen Aktienindizes (zum Beispiel Dow Jones, S&P 500, MSCI World) als auch die Entwicklung von beliebig zusammengestellten Aktienkörben eines Marktbereiches oder von Teilen davon abgebildet.
Vorteile:
- Fondsanteile können zu allen Börsenzeiten gekauft oder verkauft werden.
- Es fallen keine Ausgabeaufschläge an, sondern nur die normalen Ordergebühren. Ein ETF entwickelt sich stets so wie der zugrundeliegende Index, eine schlechtere Wertentwicklung ist damit nicht möglich.
- Im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds fallen nur sehr geringe Jahresgebühren (im Bereich von Zehntel, oder gar nur Hundertstel Prozent) an.
Nachteile:
- Der ETF entwickelt sich stets nur wie der Index selbst. Eine bessere Performance ist nicht möglich.
- Man hat Als Anleger keinerlei Einfluss auf die Zusammensetzung des ETFs.
Ich persönlich würde wegen der klaren Struktur, der hohen Transparenz, ganz besonders jedoch wegen der im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds sehr niedrigen Gebühren, einen ETF wählen.
Zu den großen, bekannten Aktienindizes gibt es oft mehrere ETFs, die deren Wertentwicklung nachbilden. Darüber hinaus werden unzählige ETFs angeboten, denen die unterschiedlichsten Aktienzusammenstellungen zugrunde liegen. Solche, die nur Schwellenländeraktien beinhalten oder nur Energie- und/oder Rohstoffwerte, aber auch Indizes, die streng nach ökologischen oder gar religiösen Gesichtspunkten erstellt wurden. Man hat also gegebenenfalls die Qual der Wahl.
Natürlich hat auch bei einer Fondsinvestition die Sicherheit des eingesetzten Kapitals höchste Priorität. Deswegen sollte man sich ausschließlich auf jene ETFs beschränken, welche die Entwicklung der größten und bedeutendsten Indizes abbilden.
Zu diesen Indizes zählen ganz sicher auch der S&P 500 und der MSCI World.
| S&P 500: | Beinhaltet die Aktien der 500 bedeutendsten Unternehmen der USA. |
| MSCI World: | Beinhaltet die Aktien von mehr als 1600 der bedeutendsten Unternehmen der entwickelten Industrienationen. |
Sie vermissen Dow-Jones und DAX? Nun, auch diese Indizes wären durchaus als Basis für eine langfristige Aktienanlage geeignet, jedoch bieten der S&P 500 und der MSCI World noch eine weitaus breitere Branchenstreuung.
Falls Sie aber...
| Erscheint lt. Verlag | 21.3.2022 |
|---|---|
| Verlagsort | Ahrensburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Sachbuch/Ratgeber ► Beruf / Finanzen / Recht / Wirtschaft ► Geld / Bank / Börse |
| Mathematik / Informatik ► Informatik | |
| Wirtschaft ► Betriebswirtschaft / Management | |
| Schlagworte | Aktien • Aktienbörse • aktienchart • Aktiendepot • Anlagesicherheit • Auslandsaktien • Börse • Einzelaktiendepot • ETF • Geldanlage • Langfristanlage • Vermögensaufbau • Währungsrisiko |
| ISBN-10 | 3-347-56066-3 / 3347560663 |
| ISBN-13 | 978-3-347-56066-6 / 9783347560666 |
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