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Projekt 19/19 -  Anthony Horyna

Projekt 19/19 (eBook)

Oder wie ich 45 Tage lang durch Deutschland lief. Und warum.
eBook Download: EPUB
2021 | 1. Auflage
240 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7557-2088-1 (ISBN)
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8,49 inkl. MwSt
(CHF 8,25)
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1.900 KILOMETER. 45 TAGE. EINE BOTSCHAFT: SCHRITT FÜR SCHRITT IMMER WEITER. IM LAUF WIE IM LEBEN. Anthony Horyna läuft. Er läuft sehr viel. Jeden Tag. Seit Jahren. Im Jahr 2019 startet er zu einem besonderen Projekt. Er will einmal nonstop durch Deutschland laufen. 1.900 Kilometer. Von Konstanz nach Flensburg. Einen Marathon am Tag. An 45 Tagen hintereinander. Mit seinem Vorhaben will er auf Depressionen und Suizidprävention aufmerksam machen. Will seinen Beitrag leisten, diese Themen öffentlicher zu machen. Vor allem aber will er mit Menschen ins Gespräch kommen. PROJEKT 19/19 ist die Geschichte von Begegnungen. Mit Menschen. Mit Lebensgeschichten. Von sehr persönlichen Einsichten und bewegenden Momenten. Von Landschaften und mentalen Tools, mit denen man den täglichen Herausforderungen des Lebens begegnen kann. Eine Geschichte, die inspirieren möchte, offener mit sich und anderen umzugehen. Die zeigen will, dass wir nie den Mut verlieren sollten! Denn es gilt im Laufen wie im Leben: Schritt für Schritt immer weiter.

Anthony Horyna ist Läufer, Vortragsredner und Mental Coach. Der gebürtige Brite lief mehr als 4,5 Jahre jeden einzelnen Tag und finishte zahlreiche nationale und internationale Ultradistanzwettbewerbe. Beruflich wie privat beschäftigt er sich intensiv mit den mentalen Aspekten des Laufens. Als Gastautor schrieb er unter anderem für das internationale Magazin LikeTheWind, für die Runner's World Deutschland online und für das LAUFZEIT Magazin. Projekt 19/19 - Oder wie ich 45 Tage lang durch Deutschland lief. Und warum. ist sein erstes Buch

BEVOR
ES LOSGEHT


Mein Name ist Anthony Horyna. Im Sommer 2019 bin ich einmal nonstop durch Deutschland gelaufen. Von Konstanz am Bodensee bis nach Flensburg. 1.947 Kilometer. 45 Marathons an 45 Tagen hintereinander.

Genannt haben wir das Ganze „Projekt 19/19“. Denn es sollten 19hundert Kilometer im Jahr 2019 werden. Als Projekt.

Warum aber überlegt man sich, durch Deutschland laufen zu wollen? Die Ursprungsidee zu diesem Projekt entstand schon ein paar Jahre zuvor. In einem Moment, in dem es mir persönlich nicht gut ging. Zu dieser Zeit musste ich auf ärztliche Anweisung sechs Wochen von meiner Arbeit als Creative Director in einer Werbeagentur pausieren. Nach knapp 20 Jahren Werbung. Zig Jahren in leitender Position. Nein, kein Burn-Out, den ich mir auf die Fahne schreiben konnte. Kein Tief, aus dem ich mich durch noch mehr Arbeit selbst heraus hieven konnte.

Eher ein Moment der absoluten Überforderung. Attestiert wurde nervöse Erschöpfung. Klingt nicht sexy. Ist auch nicht sexy. Das ist nichts, womit hausieren gegangen werden kann. „Oh seht her, wie hart ich arbeite. So hart, dass ich „erschöpft“ bin.“ Ganz im Gegenteil. Ich schämte mich. Mehr als mir lieb war. Nicht aus missverstandener Loyalität zu meiner Arbeit, ich schämte mich vor mir selbst. Denn es kann ja nicht sein, was nicht sein darf. Oder?

Die Diagnose war sehr treffend: Ich war nicht nur „erschöpft“, ich war auch und vor allem „nervös“. Ein Zustand, der sich nicht einzig auf meine Arbeit auswirkte, sondern auch ins Private seinen Weg fand. Mit einer Qualität, die weder für mich noch für mein Umfeld auf Dauer tragbar war.

Zu der Zeit meiner Krankschreibung gab es eine Übung, die da lautete: „Schreibe auf, was du tun würdest, wenn du tun könntest, was du tun möchtest.“ Eine Übung, die so oder in ähnlicher Form oft auch beim Coaching und in Seminaren angewandt wird.

Als jemand, der für sich unendlich viel aus dem Laufen ziehen kann, für den der tägliche Lauf nicht nur Entspannung bedeutet, sondern auch ein Kraftquell ist, schrieb ich auf meinen Zettel: „Ich möchte durch Deutschland laufen. Am besten für eine guten Zweck. Um etwas zurückzugeben.“ Das war es. Tatsächlich. Eine Art „Lebensprojekt“. Der Wunschtraum, etwas Großes zu unternehmen. Etwas, das auch andere bewegt.

Dieser Zettel landete aber wie so viele andere Notizen und Aufzeichnungen auf dem Stapel für Dinge, die vielleicht – irgendwann – eventuell – für etwas nützlich sind. Und geriet dort erst einmal in Vergessenheit.

Denn nach den sechs Wochen Zwangspause ging es zurück in den Alltag. Nein, ich war nicht glücklich. Nein, ich fühlte mich nicht gut. Aber ich funktionierte. Bildete ich mir zumindest ein. So vergingen knapp zwei Jahre. Zurück im „Hamsterrad“. Mit kleineren Versuchen, die Ist-Situation zu verändern. Mit diversen Verhandlungen und Zugeständnissen. Mit Mini-Auszeiten und Justierungen. Nie aber mit einer grundsätzlichen Änderung der Situation.

Durch einen bloßen Zufall fand ich den Zettel wieder, den ich knapp zwei Jahre zuvor geschrieben hatte: „Ich möchte durch Deutschland laufen. Am besten für eine guten Zweck. Um etwas zurückzugeben.“ Und da war mir klar, was ich tun wollte. Tun sollte. Tun musste. In diesem Moment keimte die Idee. Und fand reichlich Nährboden. Diesen Lauf habe ich aber nicht gemacht, um mir oder anderen zu beweisen, dass ich ach so toll bin. Oder gar um irgendeinen Rekord aufzustellen. Beides können und machen andere besser. Vielmehr hatte ich vor, mit diesem Lauf auf Depressionen und Suizid aufmerksam zu machen.

In Deutschland leiden aktuellen Zahlen zufolge rund vier Millionen Menschen an einer depressiven Störung.

Zwischen 100.000 und 150.000 Menschen versuchen jedes Jahr, sich das Leben zu nehmen. Die Zahl der Suizidopfer beträgt 10.000 Menschen jährlich.

Das zumindest sind die bekannten Zahlen. Augenmerk gilt es auch, auf junge Erwachsene zu legen. So nehmen innerhalb der Gruppe der 15- bis 34-Jährigen Angststörungen und Depressionen stetig zu.

Es gibt die Aussage: „Jeder Suizidalfall litt an Depressionen oder Angststörungen. Das heißt nicht, dass jeder, der an Depressionen leidet, sich das Leben nehmen wird. Aber jeder, der sich das Leben nahm, litt auf die ein oder andere Art und Weise an dieser Krankheit.“

Ja, Depressionen sind eine Krankheit. Und Krankheiten können behandelt werden. Doch damit dies gelingt, müssen Depressionen erst einmal als solche begriffen werden. Sie müssen raus aus der Tabuzone. Vor allem dürfen Menschen, die von Depressionen betroffen sind, nicht stigmatisiert werden. Wir müssen lernen, gesellschaftlich offener, ehrlicher und vor allem auch verständnisvoller mit dieser Krankheit umzugehen.

Der erste Schritt ist, darüber zu reden. Aufmerksam zu machen. Begreiflich zu machen, dass Depressionen keine Charakterschwäche, keine Stimmung und auch kein Trend sind.

Darüber reden also. Genau das wollte ich. Mit Menschen ins Gespräch kommen. Aufmerksam machen. Bewegen, motivieren, im Idealfall inspirieren. Wieso genau? Weil ich Zeuge wurde. Weil ich darum weiß, was es bedeutet, wenn über Dinge nicht gesprochen wird. Weil ich weiß, was es mit einem macht, wenn der Suizid niemals thematisiert wird. Welche seelischen Wunden alleine schon der Versuch hinterlassen kann. Wie es ist, mit einem Trauma aufzuwachsen, ohne zu wissen, dass man mit einem Trauma aufwächst.

Das Leben ist unfassbar wertvoll. Und einzigartig. Ich bleibe dabei. Trotz aller pop-kulturellen Referenzen und Koketterien in Literatur, Film und Musik: Der Suizid ist nichts, was umkehrbar ist. Er ist keine Option. Er ist kein Ausweg. Er ist gar kein Weg. Er ist Ende. Und der Anfang vom Leid aller, die mit ihm in Berührung kommen. Ob Freunde, Bekannte, Kollegen oder direkte Familie.

Wir haben nur ein Leben. Ist es immer schön und unbeschwert? Nein. Ist es einfach? Nein. Ist es jeden Tag und immer wieder eine Herausforderung und oftmals ein Kraftakt? Ja. Ganz eindeutig.

Genau deshalb gilt es, jeden Tag und immer wieder aufs Neue an den Start zu gehen. Keine Abkürzungen zu nehmen. Keine Ausflüchte zu machen. Das – so habe ich gelernt – gilt beim Lauf ebenso wie im Leben selbst. Immer Schritt für Schritt.

Zum grundsätzlichen Verständnis: Ich bin Läufer. Seit vielen Jahren. In allen möglichen Distanzen. Gerne auch die ganz langen. Nur für mich, aber auch bei Wettkämpfen. In den heimischen Wäldern ebenso wie in den entlegensten Winkeln Europas, der Welt. Und ja, ich bringe durchaus die läuferischen Fähigkeiten mit, mich auf ein Abenteuer dieser Art und Größe einzulassen. Auch lief ich mehr als viereinhalb Jahre jeden einzelnen Tag. Dabei habe ich diverse Ultradistanzläufe, darunter auch 100-Meilen-Läufe, absolviert. An Rennen in den Bergen teilgenommen. Bin nur zum Spaß ganze Nächte durchgelaufen.

Trotz alledem ist und will dieses Buch hier keines sein mit Tipps, wie man einen Marathon läuft. Es finden sich hier keine Trainingspläne. Keine Zehn-Punkte- Liste auf dem Weg zur/m besseren oder gar schnelleren Läufer*in.

Es handelt davon, wie es ist, Schritt für Schritt 45 Marathons an 45 Tagen hintereinander zu laufen. Nonstop und einmal quer durch Deutschland. Entlang des Europäischen Fernwanderweges E1. 1.947 Kilometer mit mehr als 41.000 positiven Höhenmetern.

Doch will ich eher von den Begegnungen erzählen und von Lebensgeschichten, die mir auf meinem Weg durch Deutschland zugetragen wurden. Die mich bewegt und berührt haben. Die vielleicht auch andere bewegen.

Wie jeder Ultradistanzlauf – und auch jeder Marathon – wird so ein Projekt ab einem bestimmten Zeitpunkt zu mehr als einer rein körperlichen Herausforderung. Ich möchte so weit gehen, zu behaupten, dass so ein Projekt zu einer reinen Kopfsache wird. Ja, es ist unser Kopf, der letztendlich darüber entscheidet, ob solch ein Unterfangen gelingt oder nicht. Mit der richtigen oder „falschen“ Einstellung gelingt einem entweder alles oder halt auch gar nix!

Daher habe ich in diesem Buch einige mentale Tools aufgeführt, die mir geholfen haben, nonstop durch Deutschland zu laufen. Das bedeutet nicht, dass man einzig damit bestückt auch alles erreichen kann.

Mir indes halfen sie sehr, mich immer wieder aufs Neue zu motivieren, weiterzulaufen und weiterzumachen.

Vielleicht helfen sie auch den Leser*innen, bei ihren ganz persönlichen Herausforderungen.

Ich hege die Hoffnung, dass die Geschichten, die ich hier aufgeschrieben habe, zeigen, dass wir alle zu besonderen Dingen fähig sind. Dass wir im Großen aber auch im Kleinen etwas bewegen können.

Dabei handhabe ich dieses Buch wie den Lauf selbst: Wenn ich auch nur eine einzige Person erreiche, die sich das hier zu Herzen nimmt, die sich hierin wiederfindet, die aufgrund meiner Geschichte motiviert ist, selbst etwas anzugehen, sich anderen gegenüber zu öffnen, die ihre Ängste und Sorgen ablegen kann, dann ...

...ja dann ist schon alles gewonnen.

JULE: Schon in meiner Jugend fing ich an zu laufen, um mich fit zu halten. Um mich vor anderen Aufgaben zu...

Erscheint lt. Verlag 30.12.2021
Sprache deutsch
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Gesundheit / Leben / Psychologie Lebenshilfe / Lebensführung
ISBN-10 3-7557-2088-4 / 3755720884
ISBN-13 978-3-7557-2088-1 / 9783755720881
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