Yoga-Sequencing (eBook)
260 Seiten
Kamphausen Media GmbH (Verlag)
978-3-95883-522-1 (ISBN)
Nicole Bongartz ist Gründerin und Inhaberin von Lord Vishnus Couch, Organisatorin der Yoga Conference Germany, Ausbilderin im Vishnus Couch Teacher Training und Autorin für verschiedene Fachzeitschriften. Mit ihren vielseitigen und inspirierenden Yogaklassen und Workshops gehört sie mit Sicherheit zu den buntesten Persönlichkeiten der deutschen Yogaszene. In ihren Ausbildungen, Fortbildungen und Workshops hat sie sich mehr und mehr auf die Gestaltung von Yogastunden und auf das Sequencing spezialisiert. vishnuscouch.de/couchteam/nicole-bongartz/
Nicole Bongartz ist Gründerin und Inhaberin von Lord Vishnus Couch, Organisatorin der Yoga Conference Germany, Ausbilderin im Vishnus Couch Teacher Training und Autorin für verschiedene Fachzeitschriften. Mit ihren vielseitigen und inspirierenden Yogaklassen und Workshops gehört sie mit Sicherheit zu den buntesten Persönlichkeiten der deutschen Yogaszene. In ihren Ausbildungen, Fortbildungen und Workshops hat sie sich mehr und mehr auf die Gestaltung von Yogastunden und auf das Sequencing spezialisiert.vishnuscouch.de/couchteam/nicole-bongartz/
JOURNALING
Finde weitere Oppositionen. Gerade in Drehhaltungen gibt es viele „gekreuzte“ Oppositionen, d. h. solche Oppositionen, die über die zentrale Achse verlaufen.
DER WEG IN EINE POSITION, DAS VERFEINERN UND DER WEG AUS DER POSITION
Neben der Ausrichtung innerhalb des Asanas beinhaltet das Konzept von Vinyasa Krama auf einzelne Positionen bezogen auch den Weg in und aus einer Position.
Wie man in eine Position kommt, entscheidet oft über die spätere Haltung. Beim Wechsel von einer Stellung in die andere verändern sich sowohl die Ausrichtungsmerkmale als auch die energetischen Abläufe. Deshalb muss man sich darüber im Klaren sein, wie der genaue Bewegungsablauf aussehen soll und aus welcher Position die nächste Haltung eingenommen wird.
DER WEG IN EINE POSITION
Bei der Wahl der besten Ausgangsposition helfen Stellungsähnlichkeiten. Je weniger die Grundausrichtungsprinzipien und/oder die Basis der Position sich verändern, umso leichter lässt sich ein Übergang im Körper nachvollziehen und für uns Lehrende in Worte kleiden.
Krieger 2 und Trikonasana haben z. B. die gleiche Fußposition in beiden Füßen. Übe ich Trikonasana nach der Position Krieger 2, muss ich demnach die Basis der Position nicht verändern. Es streckt sich lediglich das vordere Bein und die Position des Rumpfes ändert sich.
Generell ist es wichtig, klare Anweisungen zu geben, die den Schülerinnen helfen, so in die nächste Haltung zu kommen, dass eine gute Ausrichtung gewährleistet ist. Ansagen unterscheiden sich je nach Level deiner Schülerinnen. Je fortgeschrittener die Übenden sind, umso feiner sollten deine Ansagen sein.
Praxistipp
Jedes Mal, wenn die Basis der Haltungen sich ändert, sollte diese Veränderung auch beschrieben werden. Wie genau und wie detailliert, hängt vom Niveau der Schülerinnen ab und vom Fokus der Klasse. Bleibt das Fundament das gleiche, konzentriere dich in deinen Ansagen auf die Dinge, die sich ändern, und betone gleichzeitig, was bleibt!
Der achtsame Weg in ein Asana ist außerdem wichtig, da dadurch Fehlstellungen reduziert werden. Je feiner der Weg in die Haltung angesagt und ausgeübt wird, umso besser ist die Haltung bereits im ersten Atemzug ausgerichtet, und es bedarf weniger Korrektur innerhalb der Haltung.
DAS VERFEINERN DER HALTUNG
Einmal sauber in der Position angekommen, öffnet sich neuer Raum. Asanas sind lebendig, nicht statisch, sie entwickeln sich mit jedem Atemzug weiter. Wie diese Entwicklung sich vollzieht, hängt größtenteils von der Achtsamkeit und Intention der Übenden ab, ist aber auch durch die Lehrenden beeinflussbar. Man kann verfeinernde Ansagen geben, man kann ruhige Phasen der Innenschau und des Einfühlens/Spürens ermöglichen und man kann auf unterschiedliche Art und Weise korrigierend und vertiefend einwirken. Letztendlich wird der oder die Lehrende zwischen den Möglichkeiten wählen und/oder diese kombinieren. Dies geschieht auf der Basis der eigenen Beobachtungsgabe und Intuition. Sind viele Teilnehmende gut ausgerichtet, bedarf es vielleicht nur noch sanfter Verfeinerung, und danach ermutigt man die Schülerinnen dazu, die Position zu spüren/zu genießen. So entsteht Raum für die eigene, individuelle Erfahrung. Beobachtet man als Lehrende, dass viele Schülerinnen zu tief in die Haltung gehen, Fehlstellungen eingenommen haben und/oder die Atmung beeinträchtigt ist, bedarf es weiterer Hinweise, neuer, verfeinerter Ansagen, Korrekturen, der Zuhilfenahme von Hilfsmitteln etc.
Vor allem bei Positionen, die für unser Sequencing ausschlaggebend sind, sollten wir darauf achten, dass die Position sauber eingenommen wird, es ausreichend Raum gibt für die individuelle Erfahrung und den Moment des persönlichen Ausdrucks. Damit meine ich einen Moment, in dem die Übenden das Asana mit so viel Bewusstsein und Gewahrsein wie möglich ausfüllen, sie also die Position wirklich verkörpern, sie verinnerlichen. Das bedeutet, die Position im allgemein gültigen Alignment zu üben und dennoch sich selbst in das Asana einzubringen und sich durch das Asana zu erleben.
Diese Entwicklung spiegelt sich in den Ansagen der Lehrenden. Diese könnten zeitlich angeordnet so aussehen:
1.Alignment und Ausrichtungsmerkmale ansagen,
2.Raum geben, um zu spüren und selbstständig zu verfeinern,
3.dazu ermutigen die Position in ihrer Fülle einzunehmen und zu verkörpern (Embodiment).
DER WEG AUS DER POSITION
Dem Weg aus der Position heraus wird oft zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Das ist nicht verwunderlich. Schließlich ist ein Asana oft eine Art Ziel, das wir erreichen wollen. So bündelt sich unsere Energie in diesem Prozess und „verpufft“ mit dem Erreichen des Ziels. Aufgrund dessen passiert es auch schnell, dass sich Schülerinnen eher beim Verlassen einer Haltung verletzen als in der Haltung selbst. Neben der oben genannten Unaufmerksamkeit kann es weitere Gründe dafür geben: Die Lehrerin hat den Weg aus der Position in ihrer Demonstration nicht gezeigt, die Schülerin hat keine Kraft mehr und geht früher als angesagt aus der Haltung, die Schülerin hat einen Panikmoment und geht unaufmerksam aus der Haltung.
Wichtig für uns Lehrende ist die Kenntnis darum, dass in dem Weg aus der Haltung ein potenzielles Verletzungsrisiko liegt. Daher gilt es, sowohl unsere als auch die Aufmerksamkeit unserer Schülerinnen in diesen Momenten aufrechtzuerhalten. Dafür hat es sich bewährt, das Gewahrsein erneut auf das Fundament der Haltung zu lenken. Stelle dafür bei den Übenden das Gefühl stabiler Erdung her. Bringe ihre Aufmerksamkeit zurück zur Atmung und sage den Übergang mit der Atmung an. Sollte es sich bei der Bewegung um einen langen Hebel handeln, ist es manchmal stabiler, ausatmend in die Bewegung der Auflösung zu gehen. Alternativ kann eine größere Bewegung auch in mehrere kleinere heruntergebrochen werden.
Je reibungsloser und anmutiger die Schülerinnen ein Asana beenden können, umso bewusster können sie das Echo der Übungen wahrnehmen und die feinstofflichen Wirkungen mit in die nächste Haltung übertragen.
Praxistipps für den Weg aus einer Haltung
•Demonstriere auch den Weg aus einem Asana sauber (falls du im Unterricht mit dem Demonstrieren der Haltungen arbeitest).
•Lass die Schülerinnen das Asana nur so lange halten, wie es ihre Fitness zulässt.
•Beschreibe den Weg aus der Haltung mit klaren Worten und verbinde die Bewegung mit der Atmung.
DER ATEM IM ASANA
In verschiedenen Yogastilen und vor allem in vielen Ausprägungen des Vinyasa Yoga wird der Weg in und aus einer Position, ebenso wie die Verfeinerung innerhalb einer Position, mit Atemansagen verknüpft. Dies bindet die Aufmerksamkeit der Schülerinnen an den Moment und untermauert demnach die Idee von Vinyasa Krama. Vinyasa Yoga unterscheidet sich dadurch von anderen Yogastilen, wie z. B. dem Iyengar Yoga, in dem Pranayama meist getrennt von Asana geübt wird. Die Atmung hat das Potenzial, das Einnehmen und das Vertiefen von Positionen zu unterstützen und die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden zu halten.
„Atemkontrolle gibt Kraft, Inspiration und magische Kräfte.“
CHUANG TZU
Bewegungen werden durch den Atem eingeleitet und vom Atem geführt, mit anderen Worten: Der Atem wird stets einen kleinen Moment vor der Bewegung eingeleitet.
EXKURS ZUM ATEM
Wie verbindet man nun aber Atem und Bewegung? Die Atmung ist das wohl häufigste Mittel, um in die Gegenwart zu finden. Die Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Atemzug bringt uns unweigerlich ins Hier und Jetzt und wird demzufolge in den verschiedensten spirituellen Schulen angewendet und findet sich in mannigfaltigen Übungen wieder.
Im Vinyasa Yoga ist die meistgenutzte Atemtechnik die Ujjayi-Atemtechnik. Übersetzt bedeutet Ujjayi so viel wie „siegreicher, verlängerter Atem“. Die Ujjayi-Atmung ist in ihrer Wirkung einzigartig, da sie, richtig ausgeübt, beruhigend auf das Nervensystem wirkt und gleichzeitig den Körper sanft erwärmt. In den letzten Jahren hat sich eine „sanftere“ Version des Ujjayi-Atems durchgesetzt. Während vor 15 Jahren noch gerne der sogenannte Darth-Vader-Atem angesagt wurde, wird nun viel Wert auf Entspannung in der Kehle und im Kiefer gelegt. Der Atem ist dabei zwar hörbar, aber deutlich weniger „laut“ und forciert.
Um zu entscheiden, bei welchen Bewegungen wir ein- und bei welchen Bewegungen wir ausatmen, ist wichtig zu verstehen, was während der Atmung im Körper...
| Erscheint lt. Verlag | 18.2.2022 |
|---|---|
| Verlagsort | Güllesheim |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Sachbuch/Ratgeber ► Gesundheit / Leben / Psychologie ► Entspannung / Meditation / Yoga |
| Schlagworte | Arbeitsbuch • Asanas • Bandhas • Chakras • Koshas • Kreativität • Mindmap • Mudras • Pranayama • Schlüsselprinzipien • sequencing • Übungsabfolgen • Vayus • Workbook • Yogaausbildung • Yogaklassen • Yogapraxis • Yogasutras • Yogaunterricht |
| ISBN-10 | 3-95883-522-8 / 3958835228 |
| ISBN-13 | 978-3-95883-522-1 / 9783958835221 |
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