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Lass die Schatten der Schulzeit hinter dir (eBook)

Wie sich dein Leben verbessert, wenn du dein Schultrauma erkennst und loslässt
eBook Download: EPUB
2022 | 1. Auflage
288 Seiten
mvg Verlag
978-3-96121-714-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Lass die Schatten der Schulzeit hinter dir -  Mira Christine Mühlenhof
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Allein die Vorstellung, wieder zur Schule gehen zu müssen, löst bei vielen der Schulbank längst entwachsenen Menschen großes Unbehagen aus. Die meisten Leute erleben in ihrer Schulzeit traumatische Erfahrungen, die sie fürs Leben prägen und die sich später als Lampenfieber, Präsentationsangst und Minderwertigkeitsgefühle äußern. Die Sozialpsychologin Mira Mühlenhof hat ein Wort für dieses Phänomen gefunden: Schultrauma. In ihrem Buch erläutert sie detailliert, was man unter einem Schultrauma versteht, wie man es erkennt und wie man lernt, es zu bewältigen und endlich hinter sich zu lassen. Für ein entspanntes Leben frei von alten Ängsten!

Mira Mühlenhof hat alte Kenntnisse über den verborgenen Antrieb des Menschen in die heutige Zeit übersetzt. Mit der von ihr entwickelten Methode Key to see® erklärt sie die Welt aus einem völlig neuen Blickwinkel und fördert emotionale Kompetenz und Bereitschaft zu Empathie für sich selbst und andere. Mit ihrem Team coacht und berät sie Führungskräfte, Teams und Privatpersonen und bietet Coaching-Ausbildungen an. Mira Mühlenhof ist als Dozentin an der Technischen Universität Braunschweig tätig und als Keynote-Speakerin zu den Themen Menschenkenntnis, Empathie und Burn-out gefragt.

Mira Mühlenhof hat alte Kenntnisse über den verborgenen Antrieb des Menschen in die heutige Zeit übersetzt. Mit der von ihr entwickelten Methode Key to see® erklärt sie die Welt aus einem völlig neuen Blickwinkel und fördert emotionale Kompetenz und Bereitschaft zu Empathie für sich selbst und andere. Mit ihrem Team coacht und berät sie Führungskräfte, Teams und Privatpersonen und bietet Coaching-Ausbildungen an. Mira Mühlenhof ist als Dozentin an der Technischen Universität Braunschweig tätig und als Keynote-Speakerin zu den Themen Menschenkenntnis, Empathie und Burn-out gefragt.

Teil 2:
Geschichten, die die Schule schreibt


Wie andere ihre Schulzeit erlebt haben


Um einen Zugang zu den verborgenen Gefühlen der eigenen Schulzeit zu bekommen, sind sogenannte Abgleichgeschichten hilfreich. Wir alle lieben Geschichten, weil wir uns in ihnen wiedererkennen können. Das ist das Urprinzip des aristotelischen Theaters: Wir schauen uns Geschichten an, um durch sie Erleichterung und Lösungen für unsere eigenen Probleme zu finden. Das führt zu einem Prozess, der in der Psychologie als »Spannungsabbau« bezeichnet wird.

Ich habe für dieses Buch mit Menschen gesprochen, die ihre Erfahrungen mit uns teilen möchten. Manchmal ist es ja so, dass man über die Fragen der anderen eigene Antworten findet. Und Antworten sollst du ja finden. Somit sollen die folgenden Geschichten dazu beitragen, dass du dich von Schatten, die aus der Schulzeit bis in dein heutiges Leben reichen, befreien kannst.

An dieser Stelle möchte ich allen Interviewpartner*innen1 dafür danken, dass sie so mutig waren, sich ihren alten Verletzungen noch einmal zu stellen, um dir und allen anderen Leser*innen einen Zugang zu den eigenen mulmigen Gefühlen der Kindheit zu ermöglichen. In dem Bestreben, die Wunden aus der Vergangenheit zu heilen, ist niemand allein!

Die Abgleichgeschichten mögen dich an eine Zeit erinnern, die du vielleicht schon abgeschlossen hast. Sie wollen dich sensibilisieren für deine alten Wunden, von denen vielleicht nur noch eine blasse Narbe zu sehen ist. Ich möchte dich ermutigen, bildlich gesprochen noch ein letztes Mal den Schorf wegzukratzen und zu schauen, was darunter liegt: Dort befindet sich der Schlüssel zu einem entspannten, zufriedenen und wahrhaft glücklichen Leben. Zu dem Leben, das du verdient hast.

Bloß keine Fehler machen!


Katrin, 51 Jahre

Ich arbeite als Coach und bin letztlich durch mein eigenes Trauma auf das Thema gestoßen.

In der Grundschule war ich eine Mustervorzeigeschülerin. Wenn wir in der ersten Klasse ein Diktat geschrieben haben, habe ich nie einen Fehler gemacht. Auch nie bei den Rechenwettbewerben, bei denen immer zwei gegeneinander antreten mussten – was übrigens eine der demütigendsten Übungen ist, die es gibt. Spiele wie »Rechenkönig« waren besonders schlimm für die, die sich immer als Erste hinsetzen mussten. Aber ich stand immer bis zum Schluss – und das war mindestens genauso schwierig! Das muss ich erklären.

Zu meinen allerersten Erfahrungen in der Schule gehörte, dass ich nie Fehler machte. Doch in der zweiten Klasse war es dann so weit: Ich hatte meinen ersten Fehler im Diktat. Ich weiß den bis heute: Ich habe Buchfink mit g am Ende geschrieben. Meine Klassenlehrerin hatte damals nichts Besseres zu tun, als vor versammelter Klasse zu sagen: »Wisst ihr, was passiert ist? Die Katrin hat endlich ihren ersten Fehler gemacht!« Die Klasse ist natürlich in schadenfrohes Gelächter ausgebrochen, und ich weiß noch, dass ich auf dem Nachhauseweg wütend weggelaufen bin. Meine Mitschüler hatten noch stundenlang ihren Spaß damit, und ich war mit Scham und Wut beschäftigt. Natürlich hat die Lehrerin in positiver Absicht agiert, sie wollte den anderen zeigen, dass alle irgendwann Fehler machen und dass Fehlermachen o. k. ist – dummerweise für mich in dem Moment aber nicht, das ging auf Kosten meiner Emotionslage. Und dann noch die Reaktion der Mitschüler! Heute würde man das wohl Mobbing nennen. In der Schule sind es ja nicht immer nur die Lehrer, die traumatisieren, sondern auch die Schüler. Das ganze System kann traumatisieren und Stress auslösen. Überhaupt das ganze Thema »Fehler machen« kann traumatisieren. Das sind halt sehr viele Facetten.

Für mich resultierte aus dieser Geschichte, dass ich ganz lange unglaubliche Angst davor hatte, irgendetwas falsch zu machen. Auch wenn ich mich mal gegenüber anderen Menschen falsch verhalten habe, habe ich mir sofort Vorwürfe gemacht, weil ich einen Fehler gemacht haben könnte. Also, wenn irgendetwas nicht hundertprozentig war oder man mein Verhalten hätte falsch verstehen können – dann war das für mich ein echtes Problem. Wenn man so vorsichtig durch die Welt navigiert und ständig Sorge hat, irgendjemandem etwas Falsches oder etwas Verletzendes zu sagen, dann eiert man natürlich nur noch rum. Dann bezieht man keine klare Position. Das ist natürlich blöd, gerade wenn man als Rednerin auf einer Bühne steht, so wie ich, und dann keine Position bezieht. Insbesondere dann, wenn man zu vielen Menschen spricht, die Erwartungen an einen haben. Also, das ist meine Geschichte.

Wenn ich als Coach arbeite, begegnen mir viele traumatische Themen aus der Schulzeit. Häufig ist es die Angst, vor der Klasse zu stehen und etwas nicht zu wissen. Diese Angst ist ja meiner Angst sehr verwandt. Kunden mit solchen Formen von Präsentationsangst habe ich ganz oft, weil Menschen gerade im Matheunterricht an die Tafel geholt wurden und dort irgendetwas nicht hinbekommen haben. Die Tafel hat ja etwas Beeindruckendes. Und es ist einfach etwas anderes, an der Tafel zu schreiben, anstatt ins Schulheft, weil alle anderen es ja mitbekommen. Viele wurden auf diese Weise vor der Klasse bloßgestellt und hatten das Gefühl, vor den anderen zu versagen. Viele Versagensängste kommen aus genau solchen Situationen! Die Angst, vor anderen schlecht dazustehen. Die Angst, es im entscheidenden Moment nicht hinzubekommen. Die Angst, vor den anderen nicht zu bestehen. Daher kommt auch oft die Überzeugung: »Ich kann das nicht.« Und im schlimmsten Fall hat der Lehrer diesen Glaubenssatz noch verstärkt, indem er ihn ausgesprochen hat: »Du kannst das nicht.« Lehrer sind Autoritätspersonen, und was sie sagen, brennt sich in solchen Momenten komplett ein. Und dann ist da noch das Elternhaus. Wenn Kinder hören: »Du musst gute Noten haben, damit aus dir was wird.« Und sie verstehen: »Wenn du gute Noten schreibst, dann bin ich freundlich zu dir. Wenn du schlechte Noten schreibst, dann wirst du ausgeschimpft.« So kommt der Leistungsdruck dann auch noch von dieser Seite. Es kommt also neben der Abhängigkeit vom Lehrer auch noch die Abhängigkeit von der Akzeptanz und Liebe der Eltern dazu, die an Leistung gebunden ist. So entsteht ein Gefühl der Abhängigkeit von Autoritäten und auch der Abhängigkeit vom Urteil der Gruppe (der Klasse).

Ich habe eine Klientin, die ist mal in einen Spind gesperrt worden. Bis heute kann sie keine Schule mehr betreten. Da kann man schon (ob unfreiwillig oder nicht) die Haltung entwickeln, dass andere Menschen grundsätzlich böse Absichten haben. Diese Klientin ist bis heute misstrauisch anderen Menschen gegenüber, sie kann es zum Beispiel überhaupt nicht ertragen, wenn jemand hinter ihr geht und sie nicht weiß, wer das ist. Dann taucht sofort wieder die Angst auf, eingesperrt zu werden. Das ist jetzt nicht besonders schulspezifisch, aber dadurch, dass es in der Schule passiert ist, stellt unser Unterbewusstsein oft die Verknüpfung her, dass die Schule ein böses Pflaster ist. Wie bei mir, da hat sich mein Schamgefühl mit dem Fehler im Diktat verknüpft. Und da ich – wie jeder Mensch – jegliches Schamgefühl vermeiden wollte, weil es äußerst unangenehm ist, habe ich versucht, fortan Fehler zu vermeiden.

Und mir kam gerade noch ein anderer Gedanke: Bei mir war es ja das Thema »endlich hat sie einen Fehler gemacht«. Für viele ist das eigene Selbstbild von dem Glaubenssatz geprägt: »Du kannst es eh nicht« oder »du gehörst eh immer zu den Schlechtesten«. Wir lernen die ganze Zeit, dass es gut oder schlecht gibt, gewinnen oder verlieren, aber es gibt relativ wenig Team. Zumindest war das zu der Zeit so, als ich zur Schule gegangen bin, das ist ja auch schon ein paar Jahre her. Das Gute an einem Team wäre ja, dass jeder die Aufgabe übernimmt, die er am besten kann. In meinem Fall hätte es positiv verknüpft werden sollen, dass ich die Kopfrechnen-Aufgaben so gut lösen konnte. Für mich war es aber verknüpft mit: »Ich verliere meine Freunde«, denn irgendwann fand ich es ja auch blöd, dass ich am Ende des »Spiels« immer noch dastand. Im Prinzip ist dieses »Stehen oder Sitzen« das Toxische an der ganzen Geschichte, weil jeder etwas anderes damit verknüpft – ein unangenehmes Gefühl auf jeden Fall.

Ich glaube, das musste auch bei mir erst mal wieder an die Oberfläche kommen. Ich musste mir sagen: »Hey, nur weil du mal einen Fehler gemacht hast und bis heute Fehler machst, bist du kein schlechter Mensch.« Ich musste relativieren lernen. Ich finde Traumata also per se nicht schlimm, weil sie uns auch etwas lehren. Sie zeigen uns, wo wir uns weiterentwickeln können.

Anmerkung:
In Teil 4 dieses Buches findest du ein Interview mit Katrin, in dem es um die Frage geht, wie man ein Schultrauma loswerden kann.

Lehrer? Nie wieder!


Claus, 49 Jahre

Ich gebe dir erst mal einen groben Überblick, was wann passiert ist, und wie überhaupt meine schulische Laufbahn war. Und dann nähern wir uns langsam diesem grauenvollen Moment … und können ins Detail gehen.

Ich bin Jahrgang 1972, das heißt, ich bin in den 70er-Jahren eingeschult worden. Ich war auf zwei verschiedenen Grundschulen, erst auf einer gemischten Grund- und Hauptschule, dann für die dritte und vierte Klasse auf einer Grundschule in einem winzig kleinen Dorf. An diese Grundschulzeit habe ich durchweg nur positive Erinnerungen in Bezug auf Spielen und Kind-sein-Dürfen, ich habe keinerlei schulischen Druck verspürt, mir ist alles zugeflogen. An was ich mich aber sehr intensiv erinnere, das sind die Schulgerüche und die erste Erfahrung mit ganz alten Lehrern, also solchen, die ganz offensichtlich aus der Kriegs- und vor allem Nachkriegszeit kamen. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob...

Erscheint lt. Verlag 20.2.2022
Verlagsort München
Sprache deutsch
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Gesundheit / Leben / Psychologie Krankheiten / Heilverfahren
Schlagworte Angst Arbeitsbuch • Ängste überwinden • Angst überwinden • Angst vor der Schulzeit • Angst vor Klassentreffen • Angst vor Schule • Angst Workbook • bin ich traumatisiert • Blockaden lösen • Blockaden überwinden • Das Kind in dir muss Heimat finden • Elternabend • habe ich ein Trauma • Heile Dein inneres Kind • Horror vor Schulsport • ich hasse Schule • Inneres Kind heilen • keytosee • Key to See • Lampenfieber • Minderwertigkeitskomplexe • Mobbing • Mobbing durch Lehrer • Mobbing im Klassenzimmer • negative Erfahrungen Schule • Präsentationsangst • Prüfungsangst • schlechte Erinnerungen an die Schulzeit • Schule Depressionen • Schule depressiv • Schule Mobbing • Schule Trauma • Schultrauma • schulzeit • Schulzeit traumatisch • Selbsthilfe Therapie • selbsthilfe trauma • Stressbewältigung • Therapie • Therapie bei Trauma • Trauma Arbeitsbuch • Trauma Coaching • Trauma durch Schule • Traumatherapie • traumatische Erinnerungen • traumatisiert durch Schule • Trauma Workbook • warum verhalte ich mich so • wieso reagiere ich so
ISBN-10 3-96121-714-9 / 3961217149
ISBN-13 978-3-96121-714-4 / 9783961217144
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