Die Seele als Coach (eBook)
280 Seiten
Trinity Verlag
978-3-95550-323-9 (ISBN)
Silke Freudenberg, Jahrgang 1966, ist ausgebildete Malerin in der Porzellan-Manufaktur Meissen. Ab 1991 war sie schon selbstständig in der Wirtschaft tätig sowie als Trainerin und Coach. Seit sechs Jahren leitet sie ein eigenes Seminarhaus für Systemisches Coaching und energetische Aufstellungsarbeit in der Nähe von Aschaffenburg. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen die 'Ausbildung zum Seelencoach' und das Erwecken des kreativen Potenzials in uns Menschen.
Silke Freudenberg, Jahrgang 1966, ist ausgebildete Malerin in der Porzellan-Manufaktur Meissen. Ab 1991 war sie schon selbstständig in der Wirtschaft tätig sowie als Trainerin und Coach. Seit sechs Jahren leitet sie ein eigenes Seminarhaus für Systemisches Coaching und energetische Aufstellungsarbeit in der Nähe von Aschaffenburg. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen die "Ausbildung zum Seelencoach" und das Erwecken des kreativen Potenzials in uns Menschen.
Ein »Grundkurs« in Sachen Gefühle
Täglich erlebe ich bei meinen Klienten, wie weit weg unbewusste Menschen tatsächlich von ihren Gefühlen sind. Das ist verständlich, und Sie werden beim Lesen spüren, dass diese Menschen mein ganzes Mitgefühl haben. Auch ich habe früher schmerzhafte Gefühle bis zum Krankwerden verdrängt. Doch ich habe das Fühlen wieder gelernt und über Jahre meine Wahrnehmungsfähigkeit geschult. Mein Weg war, mich meinen Gefühlen wieder furchtlos zu öffnen und zu lernen, mit feinen Energien zu arbeiten.
Dies führte mich dazu, hoch sensitive Energie- und Seelenbilder zu malen. Da ich klar fühle, wie ich energetisch »schmecke«, kann ich bewusst Impulse für ein persönliches Seelenbild für einen anderen Menschen empfangen, ohne es mit mir zu vermischen.
Wir sind geistig-seelische, energetische Wesen. Wollen wir uns in der Tiefe kennenlernen und uns in uns zu Hause und geborgen fühlen, müssen wir das Tor der achtsameren Wahrnehmung unserer Gefühlswelt durchschreiten.
Seins-Gefühle
Es gibt sie tatsächlich, diese himmlischen Seins-Gefühle. Ich hoffe, Sie kennen sie. Es ist das Gefühl, dass alles stimmt und in bester Ordnung ist, dass wir geborgen und geliebt sind inmitten der Einheit.
Doch auch alle anderen Gefühle will das Leben uns erfahren lassen: Eingefrorene Gefühle will es befreien, damit unsere Energien wieder frei fließen können, und uns dann als reine Energie und Kraft zur Verfügung stehen.
Primär-Gefühle
Unsere ersten Gefühle, egal, ob als Embryo im Mutterleib oder die ersten Erfahrungen bei der Geburt und in der Zeit danach, bezeichnen wir als Primärgefühle.
Wenn ein Baby aus der Einheit in diese Welt geboren wird, ist das seelisch oft sehr traumatisch, auch wenn die Geburt medizinisch gut verlaufen ist. Das Seelenwesen begibt sich aus dem Eins-Sein, dem Verbunden-Sein, in die Trennung. Dabei entsteht der Urschmerz des Menschen und seine Angst, diesen Weg nicht mehr zurückzufinden.
Durch Rückführungen zu meiner eigenen Geburt kann ich heute nachvollziehen, wie schwer solche primären Gefühle später auf der Persönlichkeit lasten. Wenn, zum Beispiel auf der körperlichen Seite, in der Geburtsphase ein Stillstand eintritt, erlebt ein Baby das Gefühl, es nicht zu schaffen, und resigniert. Ein Mensch mit diesem Geburtserlebnis wird sich im späteren Leben oft in Situationen wiederfinden, in denen er überfordert ist und das Gefühl hat, es nicht zu schaffen und zu resignieren. Prüfungsangst oder auch die Neigung, begonnene Vorhaben immer wieder abzubrechen, sind ein Ausdruck davon. Eine Kaiserschnittgeburt hingegen beeinflusst später das Leben eher so, dass sich ein Mensch oft von jetzt auf gleich in einer völlig überraschenden neuen Situation wiederfindet, ohne zu wissen, wie er da hineingeraten konnte. Sowohl das Gefühl, nichts tun zu können oder sich nicht anstrengen zu müssen, aber auch das Gefühl, in der Welt verloren und fremd zu sein, können später lebensbegleitend werden. Kinder, die nicht willkommen oder vom ersten Atemzug an »falsch« sind – zum Beispiel ein Mädchen, das ein Junge werden sollte –, durchleben seelisch die Hölle. Auch wenn ein Baby mit der Nabelschnur um den Hals geboren wird, bringt das im späteren Leben seelische Herausforderungen mit sich.
Die seelischen Primärgefühle wie Hilflosigkeit, Angst, Ausgeliefertsein, Ohnmacht, Einsamkeit, Ablehnung oder Wut können sich später in mangelndem Lebenswillen oder in der Ablehnung des Lebens ausdrücken. Die körperlichen Primärgefühle, wie beispielsweise das erste Spüren von Kälte, Hunger und Durst, Atemnot oder körperlicher Schmerz, zum Beispiel bei einer Operation gleich nach der Geburt oder beim Getrenntwerden von der Mutter, verstärken diesen seelischen Urschmerz des Verlassen- und Ausgeliefertseins. Um dennoch überleben zu können, stellen wir um all diese schmerzhaften Gefühle »Torwächter« auf und überdecken die Primärgefühle mit Sekundär- oder Ersatzgefühlen.
Sekundär-Gefühle und Anpassungsverhalten
So entsteht eine Schutzhülle um unser Herz – ein unbewusstes Kontrollsystem. Einerseits verdanken wir diesem wunderbaren Mechanismus, der uns zu diesem frühen Zeitpunkt dient, vielfach unser Überleben. Andererseits wirkt er sich später oft wie eine innere Mauer aus, die uns von uns selbst und unserer wahren Lebendigkeit trennt. Als Erwachsene gehen wir dann mit einem unbewussten Anpassungsverhalten durchs Leben. Wir haben verlernt, wir selbst zu sein. Sie kennen sicher den Rebell, der einen weichen Kern hat, oder den arroganten Manager, der nur seine Unsicherheit verbergen möchte.
Fremdgefühle
Schon während wir im Bauch unserer Mutter wachsen, bei unserer Geburt, als Säugling und in der frühen Kindheit übernehmen wir Gefühle von Personen in unserer Umgebung. Zu dieser Zeit sind wir als fühlende Wesen noch vollkommen offen, und alle Eindrücke von außen dringen ungefiltert in uns ein. Wir spüren es, wenn unsere Mutter unsicher ist und wenn sie Angst, Gewalt, Leid und Kummer erfährt. Jede Depression oder Enttäuschung in ihrer Beziehung zu unserem Vater wirken sich auf uns aus. Und stellen Sie sich vor, wie sich ein Embryo oder Säugling fühlen muss, wenn die Mutter ihr Kind, sich selbst oder das Leben insgesamt ablehnt und Selbstmordversuche unternimmt. Das Kind erleidet dabei Todesangst. Es kann nicht flüchten oder kämpfen. Seine Chance besteht nur darin, aus großer Liebe und dem Wunsch zu leben heraus Gefühle der Mutter zu übernehmen. In der Hoffnung, sich Liebe und einen Platz im Leben zu verdienen, ist es bereit, all das Leid zu seinen eigenen Gefühlen zu machen. Es kennt sich dann nur mit diesen Gefühlen, diese sind ihm vertraut, und es fällt später oft schwer, sie wieder zu ihrem Ursprung zurückzugeben. Wenn ein Kind zu wenig von seinen Eltern hat, hält es oft lieber an diesen Fremdgefühlen fest, da sie ein zu großes Loch hinterlassen würden.
Da wir in einem verzweigten Familiensystem stehen, übernehmen wir beispielsweise auch Gefühle und Traumata von Großmüttern oder Großvätern, denen vielleicht Schreckliches im Krieg oder auf der Flucht widerfuhr, oder von anderen Personen aus dem System.
EIN FALLBEISPIEL FÜR FREMDGEFÜHLE
Der Vater einer Klientin war im Krieg acht Jahre alt und lebte auf einer Art Bauernhof. Eines Tages kamen Soldaten und forderten Tabak. Sie stellten den Großvater der Klientin, ihren Vater und dessen Zwillingsbruder ans Scheunentor und schossen einfach los. Der Vater der Klientin, der nicht getroffen wurde, ließ sich mit den beiden anderen umfallen und konnte später flüchten. Nach Tagen fand ihn eine Bäuerin halb erfroren. Sie taute seine Füße in Kuhdung wieder auf. Gemeinsam fuhren sie mit einem Holzkarren zu dem Gehöft. Sein Vater und Zwillingsbruder lagen noch genauso da, und er half der Frau, die beiden Toten auf den Karren zu laden.
Was macht ein achtjähriges Kind mit solch einem traumatischen Erlebnis? Wie kann es diesen Schock verarbeiten? Der Schmerz wird zur Seite gestellt, denn er ist einfach zu überwältigend. Die Tochter spürt später natürlich diesen Schmerz des Vaters und übernimmt ihn zum Teil.
Mehr dazu, wie wir solche Fremdgefühle zurückgeben und heilen können, erfahren Sie in Kapitel 5 über das wunderbare Potenzial der Aufstellungsarbeit. Ich wünschte mir von Herzen, dass dieser tiefere Umgang mit Gefühlen schon ein Thema in der Schule wäre. Kinder könnten lernen, wo Gefühle ihren Ursprung haben, und sie könnten verstehen, dass viele davon auf früheren Erfahrungen beruhen. Wir alle sind mit unserer Geschichte verbunden, und der Verstand hat die schmerzlichen Erfahrungen abgespeichert wie in einem Aktenordner und will uns davor schützen, sie noch einmal zu machen. Doch genau das passiert immer wieder, da die alten Energien noch in uns schwingen. Vielen von uns gelingt es auch nicht, Handlungen von Personen zu trennen. Wir machen andere für unsere erlittenen Verletzungen verantwortlich. Doch die anderen zeigen uns nur ihre eigenen und unsere Wunden.
Wahres Fühlen ist ohne Story, Emotionen sind mit Story. Es ist in unserem seelischen Heilungsprozess sehr wichtig, Gefühle zu spüren und dennoch zu erkennen, dass wir nicht unsere Gefühle sind.
Glaubenssätze – unsere inneren Überzeugungen
Glaubenssätze und daraus resultierende innere Überzeugungen sind ständig wiederholte Gedanken, die tief in uns verankert sind und in unserem Leben immer wieder ihre Bestätigung erfahren.
Durch diese immer wiederkehrende Bestätigung im Außen befinden wir uns in unserem Glaubenssystem wie in einem Teufelskreis. Man sagt, das...
| Erscheint lt. Verlag | 22.9.2021 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Malen für die Seele |
| Zusatzinfo | durchgehend vierfarbig |
| Verlagsort | München |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Sachbuch/Ratgeber ► Gesundheit / Leben / Psychologie ► Lebenshilfe / Lebensführung |
| Schlagworte | Krisen bewältigen • Meditationen • Opferrolle • Seelenkräfte • Seelen-Übungen • Selbstcoaching |
| ISBN-10 | 3-95550-323-2 / 3955503232 |
| ISBN-13 | 978-3-95550-323-9 / 9783955503239 |
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