Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Familien-Stressmanagement (eBook)

Ein Hand- und Bilderbuch für den Alltag
eBook Download: EPUB
2021 | 1. Auflage
208 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-32100-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Familien-Stressmanagement -  Kirsten Schreiber
Systemvoraussetzungen
9,99 inkl. MwSt
(CHF 9,75)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen
Nahezu alle haben ihn und keiner will ihn, zwar nicht immer, aber viel zu häufig: Stress! Beziehungs- und Erziehungsstress belastet, raubt Energie, führt im schlimmsten Fall zum Familienburnout. Eltern und Kinder leiden, dabei wollen alle nur das Beste füreinander. Stressmanagement-Tools sind längst nicht mehr nur für Manager angebracht, die Stressbelastung in Familien ist immens und die Handlungsohnmacht zum Ausstieg ebenso. Der Umgang mit Stress wird schon früh im Leben eines Kindes gelernt, natürlich von den engsten Bezugspersonen, das belastet schon Kinder. Der Handlungsbedarf ist offensichtlich: Um die generationsübergreifende Weitergabe typischer Stressbelastung zu unterbrechen, braucht es nicht nur Wissen, sondern auch veränderbare Handlungsmöglichkeiten für Eltern. Die Autorin zeigt in diesem Buch nicht nur, welche typischen Stolperfallen und Hürden auf dem Weg durch den herausfordernden Familienalltag lauern und in Überforderung und Stress münden können, sie gibt vor allen Dingen kurz und knapp Tools an die Hand, um stressige Situationen entschärfen zu können. Das Rezept lautet: 'Augenblick mal' = Innehalten, raus aus dem Reiz-Reaktionsmodus, erst verstehen, was gerade passiert, um dann empathisch handlungsfähig zu bleiben.

Kirsten Schreiber ist Sozialpädagogin und Sozialmanagerin, Systemische Paar- und Familientherapeutin mit Schwerpunkt Bindungspsychotherapie. Sie ist Konzeptentwicklerin der Präventionskurse zum "multimodalen familienzentrierten Stressmanagement®" am Familienforum Havelhöhe, Berlin

Kirsten Schreiber ist Sozialpädagogin und Sozialmanagerin, Systemische Paar- und Familientherapeutin mit Schwerpunkt Bindungspsychotherapie. Sie ist Konzeptentwicklerin der Präventionskurse zum "multimodalen familienzentrierten Stressmanagement®" am Familienforum Havelhöhe, Berlin

Stressphänomen Familie

1

Familie – ein Ort der Beheimatung

Wieso erleben wir Beziehungs- und Erziehungsstress als viel anstrengender und belastender als den Stress, den wir aus anderen Kontexten, zum Beispiel dem Arbeitsleben kennen? Warum tun wir uns mit dieser besonderen Form der Stressbewältigung so schwer?

Immerhin soll Familie doch der Ort der Beheimatung, des Wohlfühlens sein, an dem ich mich von allen äußeren Ansprüchen erholen kann, mich verstanden und aufgehoben fühle. Wieso oder besser wozu kommen wir in diesen Beziehungsgefügen immer wieder an unsere Grenzen? Sind Kinder – wie von selbst – anstrengender geworden? Sind die Ansprüche an Partnerschaften gestiegen? Ist tatsächlich zu wenig Zeit da?

Wenn uns im Multitasking des Alltags alles zu viel wird, wir unter Zeitdruck leiden oder die anderen sich nicht unseren Wünschen gemäß verhalten und vielleicht unsere Pläne durchkreuzen, verhalten wir uns selbst meist völlig konträr aller eigentlich längst gefassten guten Vorsätze.

Im Stress fühlen wir uns oft schnell in unseren Bedürfnissen missachtet oder verletzt und verletzen im Gegenzug die Menschen, die uns am liebsten sind, egal ob Kind oder Partner. Dann tragen wir heftige Konflikte anlässlich objektiver Banalitäten aus und reiben uns aneinander auf, anstatt uns gegenseitig zu stützen und aufzufangen – wie es eigentlich in einer Familie (zumindest unter Erwachsenen) sein sollte. Natürlich würden wir diese, oder ähnliche emotionsgesteuerte Szenarien nie mit Menschen führen, die uns nicht so wichtig sind, die uns nicht so nahestehen, und genau hier kommen wir dem, was Familienstress so anstrengend macht und uns die Gelassenheit raubt, auf die Spur. Stress gibt es, wenn uns zu Vieles zur gleichen Zeit wichtig erscheint, das ist klar, aber welche Rolle spielt unsere Familie?

„Ich weiß gar nicht, warum du dich so aufregst“

Stress macht Sinn

Was läuft schief, wenn die Stressspirale innerhalb von Familie erst einmal in Gang gesetzt wurde und Fahrt aufgenommen hat, und warum ist der Ausstieg daraus so schwierig?

Wir wissen, dass Stressempfinden ganz individuell und subjektiv ist, und genau das macht die Angelegenheit in Sachen zwischenmenschlicher Beziehung nicht einfacher. Spätestens beim Hören des Satzes: „Ich weiß gar nicht, warum du dich so aufregst“, wissen wir, dass es zumindest einen anderen gibt, der die Angelegenheit viel entspannter sieht als ich selbst und der mich darüber hinaus wahrscheinlich auch noch für den entstandenen Unfrieden verantwortlich macht.

Schlussendlich hängt der Haussegen mal wieder schief, und anstatt den Ausstieg aus dem Stress geschafft zu haben, hat er sich verschärft.

Im Grunde wissen wir, dass unser immer wieder ähnliches Verhalten – nach gleichen Mustern ablaufend – in stressigen Situationen wenig hilft, mitunter sogar stressverschärfend ist. Warum bloß wiederholen wir es immer und immer wieder und verrennen uns in einen scheinbaren Alarmzustand, in der eine Mücke mal schnell zum Elefanten mutieren kann?

Um etwas zu verändern oder zunächst einmal nur wahrzunehmen, ist es wichtig zu verstehen, dass Stress oder besser gesagt unser Stressempfinden grundsätzlich Sinn ergibt beziehungsweise eine Funktion hat! Er ist die Chance, der Wachmacher für Entwicklung und Wachstum, nur sollte er nicht Überhand nehmen und zum Dauerzustand werden.

Stress ist ein uraltes sinnvolles Signal: In Zeiten von Sammlern und Jägern schützte Stress vor Gefahren und versetzte alle Sinne in Alarmbereitschaft. Er mobilisierte enorme Energie zu kaum vorstellbarer Leistungsfähigkeit, denn dies war mitunter überlebenswichtig. Das Stresssignal war notwendig, um herausfordernde Situationen meistern zu können und nicht durch Überforderung zu scheitern – genau wie heute. Hätten unsere Ur-Vorfahren diese mitunter grenzwertigen Herausforderungen gemieden, sich ihnen nicht gestellt, so hätten sie nicht überlebt, nie dazu gelernt, neue Erfahrungen gemacht und sich weiterentwickelt. Auch heute geht es nicht darum, Stress zu vermeiden, das wäre am Leben vorbei gedacht.

Im Grunde verhält es sich heute ähnlich, auch wenn sich die äußeren Umstände verändert haben: Wir haben es nicht mehr mit wilden Tieren oder sonstigen lebensbedrohlichen Gefahren zu tun, sondern im Beziehungs- und Erziehungsstress mit Angehörigen und allerlei Anforderungen und Verpflichtungen von außen.

Stress macht allerdings Sinn in Situationen, in denen schnelles Handeln gefragt ist. Der Alarmzustand bringt mit sich, dass wir in der Lage sind zu reagieren, ohne erst nachdenken zu müssen. Diese Ressource, der „Reiz-Reaktionsmodus“, kann uns allerdings auch im Wege stehen, wenn es nicht wirklich um eine Lebensbedrohung geht, was im alltäglichen Erziehungs- und Beziehungsstress in der Regel auch nicht der Fall ist. Schuld daran ist, dass der Bereich in unserem Gehirn, der für Alarmzustände und dessen emotionale Bewertung „zuständig“ ist (die Amygdala und das Limbische System), nicht zwischen objektiver, realer Lebensgefahr und einer lediglich emotional empfunden und subjektiv bewerteten Bedrohung unterscheiden kann.

Die emotional gefärbte Bedrohung, die wenig mit dem tatsächlichen Geschehen an sich zu tun hat, wird durch die Erinnerung an ähnlich bedrohliche oder unangenehme Gefühle aus der Kindheit getriggert.

Stresskompetenz, das heißt, mit Stress umgehen zu können, verlangt die Anpassung an immer wieder neue, herausfordernde Situationen, um sie bewältigen zu können. In vielen Bereichen wird die Herausforderung bewusst gesucht, bildet das Salz in der Suppe, bringt gewollten Nervenkitzel und macht das Leben erst lebenswert und spannend.

Jeder, der diese Herausforderung sucht, z.B. im Beruf oder im Sport, kennt das Gefühl, kaum aufhören zu wollen, wenn es läuft, wie wir uns das vorstellen und sich Erfolge einstellen. Dann verspüren wir einen Flow, sind Herr der Lage und wollen noch mehr desgleichen.

Was hier gemeint ist, ist der sogenannte Eu-Stress, der positive Stress, der uns anspornt, motiviert und den Inbegriff von Selbstwirksamkeitserleben in sich trägt.

Das ist allerdings nicht das Gefühl, das wir meinen, wenn wir allgemein davon sprechen, gestresst zu sein. Hier ist der negative Stress, der sogenannte Diss-Stress gemeint, denn wohl kaum jemand würde auf die Auskunft, gestresst zu sein, antworten: „Wow, toll, Glückwunsch, dass es so gut läuft“.

Die meisten jungen Familien sind schon im Vorfeld der Familiengründung darauf eingestellt oder zumindest von erfahrenen Freunden oder Verwandten wohlwollend darauf hingewiesen worden, dass das Familienleben mitunter eine anstrengende Herausforderung wird.

Herausforderung Familie

Dazu verrät nicht zuletzt die Trennungsstatistik den Wahrscheinlichkeitswert, dass Beziehungsstress mitunter zur manifesten Krise und Trennung führen kann – von dessen Wahrscheinlichkeit man sich selbst jedoch gern ausschließen möchte.

Schließlich starten wir aber nicht ganz unerfahren in unser Familienleben als Eltern. Wir waren selbst einmal Kind und sind in einer Familie aufgewachsen, in der es vermutlich nicht permanent bilderbuchmäßig zuging. Meist haben jedoch die schönen Seiten überwogen, und für unsere eigene Familie haben wir uns ohnehin vorgenommen, alles besser zu machen. Zurückblickend haben wir uns vielleicht spätestens während unserer Pubertät durch unsere Eltern (bewusst) gestresst gefühlt (unbewusst vermutlich schon früher), manchmal haben wir dann erst recht die Herausforderung gesucht, uns meistens jedoch danach gesehnt, in Ruhe gelassen zu werden.

Den Umgang mit Stress, unsere Stresslösungsmuster haben wir allerdings schon viel früher gelernt und zum Großteil schon während des Nachahmungslernens in den ersten Lebensjahren von unseren Eltern übernommen. Diese frühe Prägung steckt in unserem biografischen Rucksack fest, angereichert mit eigenen Stresslösungserfahrungen, die zu früherer Zeit durchaus erfolgreich gewesen sein können. Und so ergeht es unseren Kindern auch, und fleißig geben wir diese Dinge von Generation zu Generation weiter. Dies zeigt, wie sehr es sich lohnt, die eigene Stresskompetenz zu verbessern!

Wer heute als Erwachsener mit einem Tobsuchtsanfall, Bockigkeit oder Rückzug in stressigen Situationen reagiert, der hat das nicht erst vor kurzem gelernt, er mobilisiert immer noch seine kindlichen Stresslösungsmuster, weil ihm in der vermeintlichen Bedrohung nichts Besseres zur Verfügung steht. Unser Gehirn meldet „Stress“ und unsere Reaktion ist die, die uns früher einmal aus dem Stress herausmanövriert hat. Wie gesagt – ohne nachzudenken oder innezuhalten, dazu bleibt im Stress keine Zeit, das meldet scheinbar unser Gehirn.

Früh gelernter...

Erscheint lt. Verlag 23.6.2021
Verlagsort Ahrensburg
Sprache deutsch
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber
Schulbuch / Wörterbuch Lexikon / Chroniken
Technik
Schlagworte Beziehungsstress • Erziehungsstress • Familienstress • Kinder und Familie • Ratgeber Familie • Stressprävention
ISBN-10 3-347-32100-6 / 3347321006
ISBN-13 978-3-347-32100-7 / 9783347321007
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich