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Spitzenmänner sind gut - Spitzenfrauen besser! (eBook)

Wie die Biologie männliches und weibliches Verhalten in der Berufswelt steuert und warum weibliches Verhalten für die Unternehmen überlebenswichtig ist
eBook Download: EPUB
2020 | 1. Auflage
152 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-08333-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Spitzenmänner sind gut - Spitzenfrauen besser! -  Luitgard Lemmer
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Das Buch beschreibt die Probleme von Frauen in höheren Managementpositionen, die durch die männlich geprägten Karrierebedingungen hervorgerufen werden. Diese Bedingungen basieren auf biologischen Grundlagen, wie sie in den letzten ca. 10 Jahren in den Neurowissenschaften erforscht wurden. Die Beispiele aus der Arbeitswelt verdeutlichen die unterschiedlichen Verhaltensweisen und zeigen mögliche Handlungswege auf.

Luitgard Lemmer hat in Gießen und Berlin Betriebswirtschaftslehre studiert und mehr als 25 Jahre als leitende Angestellte im Gesundheitswesen gearbeitet und verfügt daher über reiche Erfahrung zum Verhalten von Männern in Spitzenpositionen. Daneben war sie als Coach im Projekt "Führen 2.0" des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung beteiligt und hat Krankenhäuser im Rahmen des Qualitätsmanagements beurteilt. Über das Sammeln von neuen Erkenntnissen der Neuro-Science, der Psychologie und Biologie kommt sie zum Schluss, dass Menschen in erster Linie biologische Wesen sind und darüber gesteuert werden.

Luitgard Lemmer hat in Gießen und Berlin Betriebswirtschaftslehre studiert und mehr als 25 Jahre als leitende Angestellte im Gesundheitswesen gearbeitet und verfügt daher über reiche Erfahrung zum Verhalten von Männern in Spitzenpositionen. Daneben war sie als Coach im Projekt "Führen 2.0" des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung beteiligt und hat Krankenhäuser im Rahmen des Qualitätsmanagements beurteilt. Über das Sammeln von neuen Erkenntnissen der Neuro-Science, der Psychologie und Biologie kommt sie zum Schluss, dass Menschen in erster Linie biologische Wesen sind und darüber gesteuert werden.

III. Die Denkmuster der heutigen männlichen Entscheider

1. Was wollen die Herren in den Vorständen und Aufsichtsräten?

Politisch korrekt wollen diese Männer auf jeden Fall Frauen in Führungspositionen – natürlich auch in den Vorständen und Aufsichtsräten! Aber leider finden sie einfach keine geeigneten Kandidatinnen! So ist die Realität, liebe Frauen: wir Männer würden ja gerne, aber es ist keine Frau für diese so wichtige Position wirklich geeignet. Das ist sehr schade! So klingt es aus den Mündern der mächtigen Männer.

Ich habe mich immer wieder gefragt, ob das tatsächlich so ist, oder ob eher ein „blinder Fleck“ bei diesen Herren vorhanden ist, der sie einfach die guten Frauen nicht erkennen lässt. Dabei unterstelle ich diesen Herren, dass sie wirklich Frauen in Führungspositionen wollen. Die anderen Herren mit den reinen Lippenbekenntnissen gibt es natürlich auch. Doch davon später.

Die oben genannte Studie hat verschiedene Denkmuster entdeckt. Es sind vielfach verschränkte Argumente, die die „Gläserne Decke“ - also die Hierarchieebene, die Frauen nicht durchbrechen können - verfestigen. Diese Argumente stelle ich Ihnen vor und fasse sie zu verschiedenen „Mentalitätsmustern“ zusammen.

2. Erstes Mentalitätsmuster: Konservative Exklusion

Die meisten der Vorstände und Aufsichtsräte sind älter als 50 Jahre, gehören also mindestens zur Generation der Babyboomer, die ungefähr zwischen 1955 und 1965 geboren wurden. Oft sind sie noch älter und wurden als Nachkriegskinder in den Jahrgängen bis ca. 1955 geboren und werden als „Traditionals“ bezeichnet. Die allermeisten dieser Männer sind konservativ. Sie wurden in einer Familie erzogen, in der der Mann das Geld verdiente und die Frau als Mutter und Ehefrau den Haushalt führte und auch repräsentierte. Diese Ehefrau machte Karriere über ihren Mann. Sie kennen doch den Scherz, dass die Metzgerstochter einen Doktor geheiratet hat und fortan als Frau Doktor angesprochen wurde! Das ist nicht nur Scherz, sondern auch wirkliches Leben. Das damit verbundene Rollenbild der Frau ist bei diesen Männern in den Köpfen und Herzen verankert und zwar so stark, dass sie es selbst nicht mehr als internalisiertes Rollenbild erkennen.

Und dieses Rollenbild hat starke Auswirkungen auf ihre heutigen Personalentscheidungen. Für sie hat eine Führungskraft in einer Vorstandsposition einen solch anstrengenden Job, dass er eine Familie im Hintergrund braucht, die ihn umsorgt, ihn emotional auffängt und seinen physischen und psychischen „Akku“ auflädt. Die Verhältnisse müssen geordnet und die Kinder versorgt sein. Die Ehefrau hat für ihren Ehemann da zu sein und ihn zu unterstützen, wo es nur geht. So ist es nicht verwunderlich, dass 54% dieser Männer zwei und mehr Kinder haben, die von der Ehefrau erzogen werden.

Zu diesem Weltbild passt keine Frau, die für die Karriere auf eigene Kinder verzichtet. Das ist also jemand wie ich: unverheiratet, keine Kinder. Sie wird als „ungeordnet lebende, unberechenbare Einzelkämpferin“ wahrgenommen, die keine Sphäre zur Balance und Erholung hat. Kein Wunder, dass diese Frau manchmal so unausgeglichen reagiert, wenn etwas nicht klappt! Diese Frau hat ja nichts anderes in ihrem Leben, als die Arbeit. Sie hat und kennt das wahre Leben mit Ehe und Familie und deren schönen und problematischen Seiten nicht. Im Grunde ist sie wohl zu bemitleiden, wenn sie so allein durchs Leben geht und keinen Ehemann für sich gewinnen konnte!

Eine solche, nicht familiär eingebundene, gar ledige Frau ist eine Exotin. Exoten fallen auf und stehen unter besonderer Beobachtung von anderen Männern und Frauen. Deshalb war es mir immer besonders wichtig, mein Privatleben zu schützen, das sicherlich auf manche Personen meiner Arbeitsumgebung etwas unkonventionell gewirkt hätte. Dieses Vorgehen verursachte aber ein Problem. Eine Führungsfrau ist immer auch öffentlich. Wenn vom privaten Menschen so gar nichts bekannt ist, ist er eine riesige Projektionsfläche. Friedemann Schulz von Thun, der wichtige Kommunikationswissenschaftler der 1970er Jahre, beschreibt dies sehr genau in seinem Buch über Konflikte und Störungen in der Kommunikation6. Deshalb ist es wichtig für jede Spitzenfrau, dass sie sich sehr genau überlegt, wie viel ihres Privatlebens sie im beruflichen Umfeld preisgibt. Ich habe im Laufe meiner Karriere gelernt, dass es ohne die Preisgabe von etwas Privatem nicht geht. Andernfalls schießen die Fantasien der Umwelt ungeheuer ins Kraut. Dem kann frau aber relativ einfach entgegenwirken. Unverfängliche Themen sind allgemein bekannte Hobbys, Sport oder Haustiere. Das macht eine Spitzenfrau ganz menschlich und jede bzw. jeder kann sich darunter etwas vorstellen und die Normalität der Person erkennen.

Zu äußerster Vorsicht rate ich jedoch bei der Preisgabe von eigenen Erkrankungen oder denen der Familienangehörigen. Hier sind nur normale Krankheiten, wie ein grippaler Infekt, ein Beinbruch oder eine normale Kinderkrankheit der lieben Kleinen für die Erzählungen geeignet. Sollte es sich um etwas Ernsteres handeln, beachten Sie bitte, welche Rückschlüsse damit auf Ihre berufliche Belastbarkeit oder Ihr moralisches Leben gezogen werden könnten. Sie glauben gar nicht, wie fantasievoll die Menschen sind! Auch Beziehungsprobleme gehören überhaupt nicht in das berufliche Umfeld, so verständnisvoll - und damit verführerisch – insbesondere ein älterer Kollege oder Vorgesetzter auch sein sollte, bei dem frau sich einmal ausweinen könnte! Eine Frau sollte sich ganz klar von einer „Vaterfigur“ im Beruf abgrenzen. Selbst wenn frau den älteren Mann nicht als Vaterfigur sieht, ist noch lange nicht klar, ob der ältere Kollege oder Vorgesetzte sich selbst doch als Vaterfigur sieht und damit auch irgendwann mehr Mitspracherechte bei ihr einfordern wird.

Eine Frau ohne eigene Familie – eine Familie würde entsprechend der Denkweise dieser konservativen Männer allerdings die weibliche Karriere verhindern – kennt nur ihren Beruf, für den sie all ihre Zeit und Energie einsetzt. Das ist per se bereits ein Angriff auf die (insbesondere mittelmäßigen) Männer, die ihre Zeit und Kraft ganz natürlich zwischen Beruf und Familie aufteilen wollen bzw. müssen. Hier hat die ledige Karrierefrau schlicht einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den familiär gebundenen Männern. Dieser Wettbewerbsvorteil macht ihnen Angst und der Vorteil wird daher diskreditiert und für die Frau in einen persönlichen Nachteil umdefiniert.

Deshalb ist sie so „übermotiviert“ und arbeitet sogar noch selbst so manches Strategiepapier aus. Dafür hat man(n) doch seine Leute! Diese Frau kennt die eingespielten Regeln und Logiken der männlichen Vorstände nicht. In den obersten Leitungsgremien wird nicht selbst gearbeitet, sondern delegiert. Macht sie es anders, wird die Frau als „wertvolle Arbeitsbiene“ einsortiert und Arbeitsbienen können einfach kein höheres Managementtalent haben. So manches mal hat mich allerdings das Gefühl beschlichen, dass im Grunde diese Vorstände die wichtigen Details zur Erstellung der Strategiepapiere gar nicht nicht mehr kennen. Oder sie brauchen den Ersteller als Sündenbock, falls die Strategie nicht aufgeht. Ich habe erlebt, dass sich der männliche Vorstand eine Strategie zu eigen machte, diese aber dann nicht aufging und er dann mit bedauerndem Unterton verlauten ließ, dass der Ersteller wohl leider nicht gründlich genug bei der Recherche war. Einzig wichtig war dem Vorstand, dass er und sein Name nicht mit der verunglückten Strategie verbunden wurde. Damit wäre sein Ruf beschädigt worden und das ist ein Tabu in der Männerwelt, die sich in ihrer streng hierarchischen Ordnung so sehr von denen der Frauen unterscheidet.

Frauen sind außerdem eine Irritation im „inner circle“ der mächtigen Männer. Sie kennt die etablierten Machtrituale nicht, zu denen auch chauvinistische Anzüglichkeiten und die Pflege der persönlichen Beziehungen zu „Seinesgleichen“ gehören. Möglicherweise würde sie die Machtrituale durchschauen, nicht akzeptieren und einfach nicht mitspielen. Kurz gesagt: Frauen stören! Außerdem darf sich frau von diesen Männerbeziehungen nicht irreführen lassen. Es sind keine Freundschaften in dem Sinne, wie Frauen Freundschaften pflegen. Dietrich Schwanitz beschreibt dies in seinem Buch „Männer – eine Spezies wird besichtigt“7 sehr genau. Männer treffen die Wahl ihrer Freunde nach Nützlichkeitserwägungen. Darunter können auch Männer sein, die dem Mann zuvor herbe Verletzungen zugefügt haben. Solche potenten Männer muss man(n) in seine Mannschaft bzw. Seilschaft integrieren, denn es ist ungefährlicher, ihn und damit seinen Macht in den eigenen Reihen zu wissen. In der „Horde“ hat Mann gelernt, dass sein persönlicher Status von...

Erscheint lt. Verlag 29.12.2020
Verlagsort Ahrensburg
Sprache deutsch
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Beruf / Finanzen / Recht / Wirtschaft Bewerbung / Karriere
Sachbuch/Ratgeber Beruf / Finanzen / Recht / Wirtschaft Wirtschaft
Wirtschaft
Schlagworte Biologische Grundlagen für geschlechtstypisches Verhalten • Caring Company • Frauen in Führungspositionen • Mentalitätsmuster von Headhuntern und Vorständen • verschiedene Männertypen
ISBN-10 3-347-08333-4 / 3347083334
ISBN-13 978-3-347-08333-2 / 9783347083332
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