Yoga für ein starkes Herz (eBook)
208 Seiten
Riva Verlag
978-3-7453-1304-8 (ISBN)
Christine Bielecki ist studierte Sportwissenschaftlerin, Autorin und ausgebildete Yogalehrerin. Sie arbeitete viele Jahre als Sportjournalistin, schrieb unter anderem für die FAZ, die Berliner Zeitung und diverse Sportmagazine. Sie bloggt unter thecoffeedrinkingyogi.com. Mit Katharina Bauer verbindet sie eine langjährige Freundschaft und die Liebe zum Yoga.
Christine Bielecki ist studierte Sportwissenschaftlerin, Autorin und ausgebildete Yogalehrerin. Sie arbeitete viele Jahre als Sportjournalistin, schrieb unter anderem für die FAZ, die Berliner Zeitung und diverse Sportmagazine. Sie bloggt unter thecoffeedrinkingyogi.com. Mit Katharina Bauer verbindet sie eine langjährige Freundschaft und die Liebe zum Yoga.
Kapitel 1
Herzensangelegenheiten –
ohne Herz
sind wir nichts …
»… doch tatsächlich ist die Präzision dieses ausgeklügelten Muskels nichts weniger als ein Wunder der Evolution.«
Dr. Henning Engeln
Das Herz – Motor unseres Lebens
Seit jeher haben die Menschen verstanden, wie wichtig das Herz ist. Warum sonst haben wir es – zusätzlich dazu, dass es zeit unseres Lebens im Takt schlagen muss – auch noch für vieles verantwortlich gemacht, was Google nicht erklären kann? Liebeskummer bricht uns das Herz (das Broken-Heart-Syndrom gibt es tatsächlich, aber dazu später mehr), Abschied macht es schwer, Angst lässt es in die Hose rutschen, angeblich sehen wir nur mit dem Herzen gut, wir können es an jemanden verlieren, und überhaupt, sobald es emotional wird, geht uns das ans Herz. Elvis Presley sang: »Home is where the heart is« (»Zu Hause ist da, wo das Herz ist«), und seitdem ist das Herz auch noch dafür zuständig, wo wir uns zu Hause fühlen. Ganz schön schwer, die Last, die auf unserem Herzen liegt.
Auch im Yoga hat das Herz eine wahnsinnig große Bedeutung. Es ist verantwortlich für unser Glück, und wer Yoga schon kennt, der weiß, dass die körperliche Yogapraxis kaum ohne »Herzöffner« stattfindet, also Körperübungen, die unsere Körpervorderseite und damit den Bereich unserer Brust, in dem sich das Herz befindet, dehnen sollen.
Das Herz als autonomer Muskel
Das Herz ist ein Muskel. Der wichtigste, den wir haben. Denn ohne das Herz sind wir nicht lebensfähig. Das Herz ist unser Motor. Und so ähnlich kann man es sich tatsächlich auch vorstellen. Oder genauer: wie eine Pumpe. Wenn wir uns das Herz anatomisch anschauen, ist es ein etwa faustgroßes muskuläres Hohlorgan. Ohne Blut etwa 300 Gramm (abhängig vom Trainingszustand) schwer,6 liegt es mittig zwischen den beiden Lungenflügeln, erscheint jedoch etwas nach links versetzt aufgrund seiner Verdrehung und der Größe der linken Herzkammer.
Es hat die Aufgabe, Blut durch unseren Körper zu bewegen, und versorgt so jede einzelne Zelle unseres Körpers mit Sauerstoff und Nährstoffen. Jede Minute unseres Lebens pumpt das Herz zwischen fünf und sechs Liter Blut durch unseren Körper.7 Dabei darf es sich keine Pause gönnen. Falls wir 80 Jahre alt werden, hat es etwa drei Milliarden Mal geschlagen und dabei um die 185 Millionen Liter Blut durch unsere Gefäße gepumpt.8 Am Tag schlägt es also rund 100 000-mal und so fließen rund 10 000 Liter Blut durch unseren Körper.9 Es ist selbstverständlich, dass ein so geniales »Gerät« nicht einfach konstruiert sein kann: Es besteht aus vier Herzhöhlen. Binde- und Muskelgewebe als Scheidewände und Herzklappen trennen sie voneinander ab.
Das menschliche Herz ist ein Meisterwerk. Hohlvenen und Aorta verbinden das Herz, den Lungen- und den Körperkreislauf, wodurch der Körper stets mit sauerstoffreichem Blut versorgt wird.
Das Herz als Pumpsystem
Man kann sich das Herz als zwei Pumpsysteme vorstellen. Diese Pumpen arbeiten synchron im Takt. Die eine Pumpe, die kleinere, rechte, treibt sauerstoffarmes Blut durch die Pulmonalarterien in die Lunge. Das Blut wird in der Lunge mit eingeatmetem Sauerstoff angereichert und fließt sodann über die Pulmonalvenen zurück zum linken Herzen. Diese Pumpe (die größere, linke) treibt das Blut, das in den Lungen wieder vollständig mit Sauerstoff beladen wurde (oxygeniertes Blut), über die Hauptschlagader, die Aorta, in den großen Körperkreislauf. So fließt frisches Blut durch all unsere Gefäße bis in jede Zelle unseres Körpers und das sauerstoffarme Blut fließt über die Hohlvene wieder zurück ins rechte Herz und von dort in den Kreislauf, der zur Lunge führt. Arterien sind die Blutgefäße, die vom Herzen wegführen; Venen sind die Blutgefäße, die zum Herzen zurückführen.
Beide Pumpen sind unterteilt in Vorhof und Herzkammer. Durch das Zusammenziehen der Herzkammern entsteht ein Sog, der das Blut in die Vorhöfe strömen lässt. Das gelingt, wenn sich die Herzkammern bei jedem Herzschlag zusammenziehen, sich die Vorhöfe ausdehnen und dadurch ein Unterdruck entsteht. Zwischen Vorhof und Kammer befindet sich jeweils eine segelförmige Klappe (Segelklappe), die wie ein Ventil funktioniert. Genial, denn so kann das Blut zwar aus den Vorhöfen in die Kammer fließen, aber nicht wieder zurück. Das bedeutet, dass sich die Klappen weit genug öffnen müssen, damit Blut in den Kreislauf kommen kann, sich aber auch dicht genug schließen müssen, denn das Blut darf nicht zurückfließen. Zwischen Kammer und Ausstromgefäß liegen die sogenannten Taschenklappen. Sie verhindern, dass Blut, das in den Körper beziehungsweise in die Lungen gepumpt wird, ins Herz zurückfließt.10
FASZINATION HERZ
Für den Laien ist das Wunderwerk Herz schwer zu verstehen. In Köln sitzt der sympathische Arzt Dr. Mohsen Radjai, der im Kinderkanal von ARD und ZDF immer wieder medizinische Zusammenhänge kindgerecht erklärt. Er sagt: »Das Besondere an diesem Muskel ist, dass er die Eigenschaft hat, sich selbst zu stimulieren, also sich aus eigener Kraft selbst erregen und Strom bilden kann. Das Herz zieht sich zusammen, ohne dass wir uns anstrengen müssen wie bei einem anderen Muskel – beispielsweise, wenn ich einen schweren Gegenstand heben will. Das Herz macht alles von allein. Das ist das Faszinierende und das tut es, ohne dass ich darüber nachdenken muss.«
Die natürlichen Schrittmacher
Elektrische Signale spielen für das richtige Funktionieren des Herzens eine entscheidende Rolle. Sie entstehen durch Verschiebungen von Elektrolyten – das sind Blutsalze – auf Zellebene. Daraufhin kommt es zu elektrischen Potenzialschwankungen zwischen dem Zellinneren und dem Raum außerhalb der Zelle, die wiederum zu elektrischen Entladungen dieser Herzmuskelzelle führen. So entsteht das Zusammenziehen der einzelnen Herzmuskelzellen, deren Kontraktion. Allein die linke Herzkammer, die den Hauptteil der Pumparbeit zu leisten hat, besteht aus etwa sechs Milliarden dieser Herzmuskelzellen. Sie nehmen im Laufe unseres Lebens ab, am Ende bleiben immer noch etwa drei Milliarden übrig.
Die Herzmuskelzellen müssen sich stets in der richtigen Reihenfolge zusammenziehen, damit das Herz schlägt. Die richtige Reihenfolge ist deswegen so ausschlaggebend, damit die Pumpfunktion, die Kontraktion des Herzens, funktionieren kann. Den ersten Impuls geben spezialisierte Herzmuskelzellen – die heißen tatsächlich Schrittmacherzellen und befinden sich im Sinusknoten des Herzens. Der Sinusknoten liegt an der Wand des rechten Vorhofes und ist der tatsächliche Taktgeber unseres Herzens. Durch die rhythmische Erzeugung der elektrischen Impulse, die sich entlang des Herzens ausbreiten, gelangen Signale zu den beiden Vorhöfen und dann über eine Art Verbindungsstelle zum Atrioventrikularknoten (AV-Knoten). Von hier übertragen sie sich auf die Herzkammern. Kurz: Der erwähnte schwache Strom wird über das eben beschriebene Reizleitungssystem des Herzens geführt und so auf alle Herzmuskelzellen übertragen. So kommt es zur erforderlichen Kontraktion und damit zum eigentlichen Pumpvorgang des Herzens. Diese Erregungsleitung führt dazu, dass sich zunächst die Vorhöfe und dann die Herzkammern zusammenziehen.11
Die Kontraktionsfähigkeit des Herzens funktioniert also – im Vergleich zur normalen Skelettmuskulatur – völlig autonom, dafür aber rhythmisch. Da der Mensch jedoch nicht wie ein Schweizer Uhrwerk tickt, kann der Körper sekündlich wechselnd Einfluss auf unseren Herzrhythmus nehmen. Dies geschieht zum Beispiel über die Ausschüttung von Stresshormonen, worauf wir später noch genauer eingehen. Außerdem erhöht sich die Herzfrequenz bei der Einatmung (Inspiration), bei der Ausatmung (Exspiration) nimmt sie wieder ab.
Herzmuskel versus Skelettmuskeln
Wenn wir an Muskeln denken, denken wir normalerweise an unsere Skelettmuskulatur. Diese macht mit über 60012 verschiedenen Muskeln den Großteil unserer Muskulatur aus. Wie das Herz als Motor unseres Lebens bezeichnet wird, so funktioniert unsere Skelettmuskulatur ebenfalls als Motor. Immer dann, wenn wir eine Bewegung ausführen wollen, wird hierfür Energie von den Muskeln benötigt und aufgebracht, um dann zwei oder mehr in Gelenken artikulierende Knochen gegeneinander zu bewegen. Im Unterschied zum Herzen können wir fast alle Muskeln unserer Skelettmuskulatur bewusst steuern. Sie können stimuliert und trainiert werden, können ermüden, verkrampfen und wachsen. Auch Zwerchfell, Kehlkopfmuskel und Zunge können übrigens von uns...
| Erscheint lt. Verlag | 18.4.2021 |
|---|---|
| Verlagsort | München |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Sachbuch/Ratgeber ► Gesundheit / Leben / Psychologie ► Entspannung / Meditation / Yoga |
| Schlagworte | Alternative Behandlung • alternative behanlungsmethoden • Anleitung • atemtechniken yoga • atemtechnik yoga • atemübungen yoga • atemübung yoga • besser leben mit yoga • Fit mit Yoga • Fitnessbuch • Fitness Buch • ganzheitlich heilen • heilen mit Yoga • heilen mit yoga buch • herzgesundheit fördern • katharina bauer • Koronare Herzerkrankung • koronare herzerkrankung behandlung • koronare herzerkrankung sport • koronare herzerkrankung therapie • koronare herzkrankheit heilbar • koronare herzkrankheit naturheilmittel • koronare herzkrankheit prävention • koronare herzkrankheit verlauf • koronare herzkrankheit vorbeugen • Meditation • meditation achtsamkeit • meditation am morgen • Meditation Anfänger • meditation für anfänger • meditation gesundheit • meditation heilung • meditation innere ruhe • meditation loslassen • meditation morgens • meditation schlafen • meditation selbstheilung • Meditation Yoga • Mit Yoga zur Selbstheilung • Morgengruß • Ratgeber • selbstheilung durch yoga • Sonnengruß • Sportbuch • Sport Buch • training für zu hause • training für zuhause • Trainingsbuch • Training zu Hause • Übungen • Übungen für zu Hause • Übungen zu Hause • Übungsfolgen • was bedeutet koronare herzerkrankung • was ist koronare herzerkrankung • Yin Yoga • yoga abnehmen • yoga anfänger • yoga arten • yoga atemtechnik • yoga atemtechniken • yoga atmen • yoga atmungsübungen • Yoga Buch • yoga challenge • yoga dao • yoga entspannung • Yoga Flow • yoga für anfänger • yoga für das herz • yoga für ein starkes herz • yoga für herz kreislauf • Yoga gegen Kopfschmerzen • yoga hatha • yoga nacken • Yoga Nidra • yoga posen • yoga richtige atmung • yoga rücken • yoga rückenschmerzen • yoga selbstheilung • yoga sonnengruß • yoga tiefenatmung • Yoga Übungen • yoga übungen anfänger • yoga übungen einfach • yoga übungen im sitzen • yoga übungen kobra • yoga übungen krieger • yoga übungen leicht • yoga übungen zum entspannen • Yoga Vidya • yoga zu hause • yoga zuhause • yoga zum abnehmen |
| ISBN-10 | 3-7453-1304-6 / 3745313046 |
| ISBN-13 | 978-3-7453-1304-8 / 9783745313048 |
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