Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Zukunftsfaktor Unternehmenskultur (eBook)

Der Leitfaden für Topmanager
eBook Download: EPUB
2021 | 1. Auflage
224 Seiten
REDLINE Verlag
978-3-96267-294-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Zukunftsfaktor Unternehmenskultur -  Peter Fischer
Systemvoraussetzungen
2,99 inkl. MwSt
(CHF 2,90)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen
Einige Unternehmen scheinen sich auf die sich immer schneller verändernden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen besser einstellen zu können als andere. Doch was ist deren Erfolgsgeheimnis? Dahinter steckt die Fähigkeit zu einem Kulturwandel und der Entwicklung von neuen Regeln und Verhaltensweisen, die den Erfolg eines Unternehmens sichern. Peter Fischer zeigt anhand von sieben konkreten Schritten, wie die Voraussetzungen für eine zeitgemäße und nachhaltige Unternehmenskultur geschaffen werden können. So gelingt der Kulturwandel - schließlich ist eine entsprechende Kultur nichts weniger als die DNA des Unternehmenserfolgs.

Dr. Peter Fischer ist Betriebswirt und Psychologe. Er ist Geschäftsführer eines internationalen Beratungsunternehmens mit Sitz in Hamburg und arbeitet seit vielen Jahren als Organisationsberater und Managementtrainer. Sein Bestseller »Neu auf dem Chefsessel« ist ebenfalls im Redline Verlag erschienen.

Dr. Peter Fischer ist Betriebswirt und Psychologe. Er ist Geschäftsführer eines internationalen Beratungsunternehmens mit Sitz in Hamburg und arbeitet seit vielen Jahren als Organisationsberater und Managementtrainer. Sein Bestseller »Neu auf dem Chefsessel« ist ebenfalls im Redline Verlag erschienen.

KAPITEL 1


UNTERNEHMEN IM UMBRUCH


Schon seit geraumer Zeit und überall auf der Welt müssen sich Unternehmen auf neue Anforderungen und Rahmenbedingungen einstellen. So kämpfte Siemens in den letzten Jahren massiv um die richtige Strategie. Auch ein Konzern wie BASF, der über viele Jahre beständiges Wachstum vorweisen konnte, gerät plötzlich in Bedrängnis. Viele Firmen – kleine wie große – können diesem Druck kaum standhalten, müssen Insolvenz anmelden oder gehen in anderen Unternehmen auf. Ein Blick auf die Liste börsennotierter Unternehmen zeigt, dass innerhalb von 20 Jahren fast 50 Prozent der Firmen wieder von den Indizes verschwinden. Auch der DAX hat in seiner über 30-jährigen Geschichte viele Unternehmen kommen und gehen sehen. Gerade einmal zehn Gesellschaften sind seit dem DAX-Start im Juli 1988 ununterbrochen im deutschen Leitindex vertreten, und auch diese Konzerne müssen jetzt ihre Veränderungskompetenz beweisen – sei es Allianz, Bayer oder RWE.

Mögen früher Firmengröße oder Effizienz wesentliche Parameter für den Unternehmenserfolg gewesen sein – heute geht es vor allem um die Fähigkeit zum Wandel. Unter anderem sind es diese drei Trends, auf die Unternehmen reagieren müssen:

  1. Globalisierung
    Die Globalisierung ist zwar nicht mehr unumstritten, aber die Länder der Europäischen Union sind noch immer eng verflochten mit den USA und Asien. Allein in Deutschland hängen über sechs Millionen Arbeitsplätze vom Handel mit Nicht-EU-Ländern ab, und zu den Exporteuren gehören auch zahlreiche kleinere und mittlere Unternehmen. Globalisierung bedeutet nicht nur die Sicherung neuer Absatzmärkte, sondern auch beständigen Wettbewerb mit immer neuen Unternehmen. Gleichzeitig haben Protektionismus und staatliche Eingriffe zugenommen und machen das Leben nicht leichter. International tätige, mit globalen Lieferketten verflochtene Firmen können schnell in den Strudel solcher Auseinandersetzungen geraten.
  2. Klimawandel und Neo-Ökologie
    Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Klimawandel sind längst keine Nischenthemen mehr. Vielmehr verändern sie gerade die Logiken der Märkte. Früher galt Ökologie als individuelle Aufgabe, heute als gesellschaftlicher Auftrag. Die Klimakrise zwingt ganze Industrien – allen voran die Automobilhersteller, die Energie- und die Chemiebranche – zum Umdenken, verändert das Produktportfolio der Konzerne und eröffnet neue Geschäftsmodelle. Das deutlich gewachsene Umweltbewusstsein der Menschen beeinflusst aber auch andere Wirtschaftsbereiche – sei es durch politische Verordnungen oder ein verändertes Konsumentenverhalten. Das Thema Ökologie hat für Unternehmen aber noch eine andere Relevanz: Der Wettbewerb um begrenzte Ressourcen wird in den nächsten Jahren noch deutlich intensiver werden – das gilt für Öl und Mineralreserven genauso wie für Wasser.
  3. Künstliche Intelligenz und Big Data
    Die Künstliche Intelligenz ermöglicht es, dass eine Maschine kognitive Funktionen, ähnlich denen des Menschen, ausführt. Der Begriff »Big Data« bezeichnet große Datenmengen, die mit speziellen Lösungen gespeichert, verarbeitet und ausgewertet werden können. Beide Technologien sind gerade erst dabei, die Industrien und Märkte weltweit zu verändern und neuartige Produkte und Dienstleistungen entstehen zu lassen. Schon heute sind sie auch den Unternehmen selbst behilflich – zum Beispiel bei der Einschätzung künftiger Entwicklungen und ihrer Bedeutung für die jeweilige Unternehmensstrategie. Der Trend zum Wissensmanagement durch Künstliche Intelligenz und Big Data ist natürlich eine Folge der in den letzten 10 bis 15 Jahren weltweit vorangetriebenen Digitalisierung. Sie hat die Herausforderungen für die Unternehmen noch einmal massiv gesteigert und verlangt ein radikales Umdenken. Der digitale Tornado nahm 1994 mit der Gründung von Amazon seinen Lauf – seitdem macht er vor keiner Branche mehr Halt.

Abb. 1: Der digitale Tornado (Quelle: Universal Music 2015)

Ausgehend vom Bücher- und Zeitungsmarkt eroberten die digitalen Geschäftsmodelle die bisherige Pfründe des Einzelhandels und viele Bereiche der Automobilindustrie, der Finanzbranche und des Gesundheitssektors. Nach einer Studie von etventure glaubten im Jahr 2018 noch 35 Prozent der deutschen Unternehmer, dass der digitale Kelch an ihnen vorübergehen würde und Tech-Konzerne wie Google oder Amazon keine Konkurrenz wären.

Mittlerweile sind sie eines Besseren belehrt, wie die Bertelsmann Stiftung herausfand: 2020 war nur ein Fünftel von 1000 befragten Führungskräften deutscher Unternehmen der Meinung, das eigene Unternehmen sei bei Zukunftstechnologien wie Künstlicher Intelligenz oder Big Data auf der Höhe der Zeit. Und 49 Prozent der Befragten attestieren ihren Firmen sogar einen großen Nachholbedarf. Wie wichtig diese Aufgabe ist, zeigen viele prominente Beispiele.

1.1 Von allen Seiten unter Druck


Die deutsche Autoindustrie – die deutsche Leitindustrie schlechthin – steht aktuell vor dem größten Umbruch ihrer über 100-jährigen Geschichte. Betroffen sind davon mehr als zwei Millionen Arbeitsplätze.

Ob E-Mobilität, Entwicklungen wie selbstfahrende Autos oder neue Mobilitätsangebote: Der Klimawandel und das sich dadurch stark verändernde Verbraucherverhalten haben dafür gesorgt, dass die bisherigen Spielregeln nicht mehr gelten und neue Wettbewerber, vornehmlich aus China und den USA, auf den Plan treten. Aber auch die bisherigen Konkurrenten schlafen nicht: So hat General Motors Anfang 2021 angekündigt, ab 2035 nur noch emissionsfreie Pkw anbieten zu wollen. Und Japans Autoindustrie beschloss schon 2018 das Aus für den Verbrennungsmotor für das Jahr 2050, mit Ausnahme der Hybridantriebe. Die Digitalisierung tut ein Übriges: Experten schätzen, dass die Autohersteller bis 2030 bis zu 25 Prozent ihrer Umsätze und bis zu 40 Prozent ihrer Gewinne mit Software und digitalen Services erwirtschaften werden. Aus Blech müssen Bits und Bytes werden – und das in einer Branche, die lange glaubte, IT gehöre nicht zu ihrem Kerngeschäft. Und das bedeutet auch: Was einst klassisches Geschäft war, wird heute ausgelagert, um sich voll und ganz den Tech-Themen zu widmen.

So hat Ola Källenius, der 2019 den Vorstandsvorsitz von Dieter Zetsche bei Daimler übernahm, nahezu alles in Bewegung gesetzt, um den schwäbischen Automobilkonzern wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Dabei identifizierte er zwei wesentliche Treiber: die Digitalisierung und die immense Herausforderung, das Unternehmen auf die E-Mobilität umzustellen. Als Folge verordnete Källenius allen Ressorts des Konzerns einen strengen Sparkurs – auch die Förderung der Carsharing-Modelle fiel dem Rotstift zum Opfer.

In diesem Punkt ist sich Källenius mit Oliver Zipse, dem Vorstandschef von BMW, einig. Der verkündete bei seinem Start 2019 ebenfalls, dass man sich zunächst auf die Entwicklung alternativer Antriebe und die Digitalisierung in Produktion und Dienstleistungen konzentrieren werde und kein Geld habe für allzu viele Experimente.

Nicht nur die Autohersteller selbst, auch ihre Dienstleister müssen umdenken in Zeiten, in denen Google und Apple in die Gefilde der Autoindustrie streben. So sprach man bereits 2018 bei Robert Bosch, dem weltweit umsatzstärksten Automobilzulieferer, von der »größten Transformation der Firmengeschichte«.

Unter der Leitung von Geschäftsführer Volkmar Denner entwickelt sich der traditionelle Autozulieferer zu einem Connected Services Player, also zu einem Unternehmen, das seine elektronischen Produkte internetfähig macht und dadurch neue Geschäftsmodelle erschließt – sei es für fahrerlose Autos, automatisierte Parklösungen oder die Vernetzung verschiedener Verkehrsmittel.

Noch spielt auch bei Robert Bosch der Verbrennungsmotor eine große Rolle. Entsprechend hat man erkannt, dass die Neuausrichtung ein langwieriger Prozess sein wird und ihr Erfolg in hohem Maße davon abhängt, ob Führungskräfte und Mitarbeitende Silodenken und Abteilungsegoismen überwinden können. So ist es nur folgerichtig, dass mittlerweile neue Produkte in interdisziplinären Teams und konsequent aus Sicht der Nutzer entwickelt werden.

Bosch-Konkurrent Continental verfährt ähnlich. Auch hier ist man sich sicher, dass das Gelingen der digitalen Transformation im Unternehmen nicht nur von der Technologie, sondern auch von den Menschen abhängt. Deshalb setzt man auf Vernetzung und fördert den Know-how-Austausch über interne Social-Media-Tools. Schließlich ist der Druck groß: Der seit 2020 amtierende Vorstandschef Nikolai Setzer soll die Umstellung von Hydraulik und Mechanik auf Software und Sensorik schneller als bisher vorantreiben.

Die Geschäftsmodelle in der Automobilindustrie wandeln sich also grundlegend: Heute definieren die Unternehmen sich nicht mehr nur als Autohersteller oder Automobilzulieferer, sondern vielmehr als Mobilitätsdienstleister und Tech-Konzerne. Das Kraftfahrzeug selbst wird zum »Device on Wheels«. Gleichzeitig hat die Corona-Krise gezeigt, wie volatil das Geschäft ist und wie stark auch Gegenbewegungen sein können: Ging der Trend eben noch zu öffentlichen Verkehrsmitteln und Carsharing-Angeboten, erlebt das Auto in Zeiten der Pandemie plötzlich eine Renaissance.

Die Herausforderungen im Energiemarkt, um den Blick auf eine andere Branche zu lenken, sind denen in Automobilsektor nicht unähnlich: Auch hier ist es nicht nur die Digitalisierung, sondern auch der Klimawandel, der zu einer immensen Disruption führt. So hat Johannes Teyssen – von 2010 bis April 2021 an der Spitze von EON – den Konzern komplett...

Erscheint lt. Verlag 16.5.2021
Verlagsort München
Sprache deutsch
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Beruf / Finanzen / Recht / Wirtschaft Bewerbung / Karriere
Schlagworte Digitalisierung • Disruption • Fischer Peter • Führungskraft • Management • Motivation • Neu auf dem Chefsessel • Organisationsentwicklung • Technologie • transformationale Führung • Unternehmensführung • Unternehmenskultur • VUKA • zukuftsfaktor Unternehmenskultur
ISBN-10 3-96267-294-X / 396267294X
ISBN-13 978-3-96267-294-2 / 9783962672942
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
so wandeln Sie vermeintliche Schwächen in Stärken um

von Heiner Lachenmeier

eBook Download (2024)
Springer Berlin Heidelberg (Verlag)
CHF 19,50